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Weiß einfach nicht was los ist.

B

Bluesea88

Gast
Hi,

ich habe schon seit ca. 1 Jahr ein sehr großes Problem und ich werde damit einfach nicht fertig es wird und wird nicht besser sondern schlimmer.

Ich habe Anfang letzten Jahres eine Ausbildung begonnen. Seit diesem Zeitpunkt habe ich nun folgendes Problem. Egal bei welchem Vorgesetzten der mit mir spricht, mich auf etwas hinweist, ein Vieraugengespräch führt kann ich nicht folgen. Da ich viel zu sehr mit mir beschäftigt bin. Ich kann es nicht sehr gut erklären aber ich habe so ein bedrückendes Gefühl und bin den Tränen sehr nahe. Ich konzentriere mich so sehr darauf, dass dies nicht auffällt kann es aber fast nicht unterdrücken.

Es sind ganz normale Gespräche, Leistungsgespräche und und und....nix weltbewegendes aber immer und immer wieder habe ich dieses Problem, dass ich einfach den Tränen nahe bin und mein Gesicht auch die passende Mimik dazu äußert.

Ich habe mich echt schon oft gefragt, bist du krank? Hast du sie nicht mehr alle? Ich kann es euch gar nicht sagen, wie mich das alles belastet...vor allem in meinem Beruf ist sowas eigentlich EDEKA (Ende der Karriere).

Ich hatte früher nie Probleme......mit Schulleiter, Lehrern usw. Gespräche zu führen...auch unangehme Gespräche waren kein Problem.....heute machen mir sogar schon positive Gespräche Probleme. Ich kann meinem Gegenüber einfach nicht längere Zeit in die Augen schauen.

Ich war Schulsprecher, habe vor 1000 Menschen alleine auf einer Bühne gestanden und Musik gemacht....alles kein Problem und heute...ja heute bin ich einfach froh wenn ich von dieser Bühne wieder ganz schnell unten bin....dies macht mich auch so fertig, das doch gerade das wenn man auf einer Bühne steht und bejubelt wird ein wunderbares Gefühl ist bzw. für mich war.

Ich hoffe, dass irgendjemand das gleiche Problem schon mal gelöst hat und mir ein wenig zur Seite stehen kann...denn lange halte ich es nicht mehr aus....

Ich bitte um Hlife
 
Hallo Bluesea88,

ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich momentan fühlst.
Für mich hört sich das nach einer leichten Depression an. An deiner Stelle solltest du jetzt einlenken, damit es nicht noch schlimmer wird.

Bei mir hat es damals genauso angefangen. Ich habe eine Ausbildung zur Groß-und Außenhandelskauffrau begonnen. Vor meiner Ausbildung war ich richtig selbstbewusst, habe Vorträge gehalten, hatte keinerlei Probleme in einer Gruppe zu sprechen und dachte dass ich alles könne.
Im 2. Lehrjahr kam ich dann in eine Abteilung, in der ich mich überhaupt nicht wohlgefühlt habe. Die Arbeit hat mir nicht gelegen und ich war den Aufgaben und dem Stress dort sich gewachsen. Ich wurde ruhiger, habe mich zurückgezogen und mir kamen bei jeder Kleinigkeit die Tränen. Ich musste eine Woche auf eine Messe und rief andauern heulend zu Hause an, obwohl ich gar keinen Grund dazu hatte. Nach einer gewissen Zeit wurde es immer schlimmer und ich konnte nicht mehr zur Arbeit, plante sogar meine Ausbildung abzubrechen. Ich wurde dann 2 Wochen krankgeschrieben, anschließend hatte ich 2 Wochen Urlaub. Ich war richtig in eine Depression gefallen. Heute kann ich mir nicht mehr erklären, wie das passiert ist, aber bin froh dass ich wieder rausgekommen bin und meine Ausbildung noch bis zum Schluss durchgezogen habe. Es war hart, aber hat sich gelohnt.

Du solltest dir auf jeden Fall Hilfe holen und dich sofort darum kümmern. Eine Depression fängt nämlich meistens so an und man will es sich nicht eingestehen.

Ich wünsche dir alles Gute!

Steffi
 
Wow,

eine Depression? mmh....weiß jetzt nicht so richtig was damit anzufangen.....mit 21 in einer Depression? Ich fühl mich bei meinen Freunden oder Kollegen eigentlich super und habe da nie Probleme... es ist immer nur bei Vorgesetzten....bei Gesprächen...ich versuch dem immer wieder aus dem Weg zu gehen....weil ich nicht möchte, dass irgendjemand merkt, was mit mir los ist...ich versetze mich immer in die Lage meines Gegenübers.....wie würde ich reagieren oder eher gesagt was würde ich denken wenn ich mit jemand über etwas spreche und er fängt auf einmal an mit zittriger Stimme mit mir zu sprechen....fängt das schwitzen an obwohl es überhaupt keinen Grund gibt...er muss sich die Tränen verkneifen....ich würde denken....der hat doch voll einen an der klatsche....

Was für Hilfe sollte ich mir holen? Ich habe schon mit meiner Mutter über diese Geschichte geredet...sie konnte es erst gar nicht glauben? Du und Angst davor mit jemandem zu reden? Du und Angst davor auf der Bühne zu stehen? Sie hat es mir nach einem guten Gespräch geglaubt.

Das Problem warum ich mir keine "offiziele Hilfe" holen kann und möchte ist einfach mein Beruf....hier heißt das für mich " Auf Wiedersehen!"

Wie bist du wieder da raus gekommen????
 
Also ob es bei dir jetzt auch keine Depression ist, kann ich natürlich so pauschal auch nicht sagen. Wenn es ja nur bei Vorgesetzten so ist, dann scheint es etwas Anderes zu sein. Vielleicht hast du einfach kein Selbstbewusstsein mehr oder auch Angst zu versagen. Wenn es wirklich so schlimm ist würde ich mir mal Gedanken machen mit einer Psychologin darüber zu sprechen, denn nur so bekommst du vielleicht raus was es wirklich für Ursachen hat und du kannst das Problem dann angehen.
Ich weiß auf jeden Fall wie du dich fühlst, sowas zieht einen runter, aber mach nicht einfach so weiter, sonndern versuche der Sache auf den Grund zu gehen.

Ich weiß auch nicht mehr genau, wie ich es damals geschafft habe. Nachdem ich 4 Wochen nicht auf der Arbeit war und danach direkt kündigen wollte, sagte mein Bruder zu mir ich solle es nochmal versuchen und wenn es nicht klappt, könne ich ja immer noch gehen. Das habe ich dann getan. Ich bin die Sache irgendwie mit einer anderen Stärke angegangen, vor allem weil ich ja auch nicht mehr lange hatte in der Ausbildung. Heute arbeite ich noch in meinem Ausbildungsbetrieb, werde aber nächstes Jahr studieren gehen.

Ich hoffe dass du etwas tust, denn auf Dauer kann dich sowas richtig runterziehen.

Liebe Grüße & alles Gute!!

Steffi
 
Hallo,

Magst Du denn den Beruf, den du lernst? Willst Du später in dem Betrieb arbeiten? Grad wenn Du schreibst, dass es Dir sonst gut geht, liegt ja der Verdacht nahe, dass Du mit der Ausbildung und/oder der Firma irgendwelche negativen Gedanken verbindest und dich deswegen bei jedem "Job-Gespräch" so mies fühlst.

Manchmal kann der Gedanke daran, dass man jetzt erwachsen ist, seine Karriere voranbringen will/soll/muss, dass alles, was man tut, "von oben" bewertet wird....sehr belasten. Mehr als man sich das selber eingesteht. Zu Schulzeiten waren die Dinge vielleicht viel leichter, weil man eben als Kind/Schüler Fehler machen darf.

Ich war/bin zum Beispiel vor Job-Gesprächen auch immer sehr nervös, seltsamerweise nicht mehr sobald ich dann in der Situation drin bin. Dann "agiere" ich einfach, stelle und beantworte Fragen. Ich fühle mich dabei auch nicht unbedingt entspannt oder super selbstbewusst, aber durch das Aktivsein im Sinne von "Mitreden" ist es dann okay. Vielleicht kannst Du auch versuchen, diese Gespräche ein bisschen mehr "mitzusteuern". Bei einem normalen Frage-Antwort-Geplänkel kann man sich schlecht nur auf die eigene schlechte Stimmung konzentrieren.
 
Hi,

vielen Dank für die Antworten. Ich werde denle ich mal zu einem Psychologen gehen. Mein Beruf kann es nicht sein....ich mache ihn sehr gerne....ein Kindheitswunsch....den lass ich mir nicht mehr nehmen....aber angst davor, dass es durch meine momentane situation soweit kommt habe ich sehr.


Ich melde mich mal wieder nach meinem ersten gespräch........


bis denne
 

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