Was sind die Umstände bei euch?
Ich weiß ja nicht, was du darunter genau verstehst, aber unsere Situation ist so, dass meine Mutter mich klein halten möchte, also mich behandelt, als ob ich 16 wäre und ich dadurch massive Probleme in allen Lebensbereichen bekomme, vor allem im Bereich der Kontaktsuche natürlich.
Ich selber mache momentan mein Abitur nach und verdiene daher nichts. Eine Arbeit nebenbei schaffe ich nicht, erst recht nicht kurz vor den Prüfungen.
Zudem geht es mir gewaltig auf den Sack, dass meine Mutter wie ein Helikopter über mich wacht.
Weshalb verweist du trotz Unzufriedenheit? (Wer/Was zwingt dich/verhindert ein weggehen)
Wie oben beschrieben, meine Mutter möchte nicht, dass ich eine erwachsene Frau werde, obwohl ich das eigentlich schon längst bin. Daher möchte sie auch nicht, dass ich weder einen Job habe, noch ausziehe.
Ich soll am besten immer ihr kleines Mädchen bleiben.
Bildlich kann man sich das so vorstellen, als ob eine Mutter ihr Kind vor Liebe im Arm totwürgt.
Ein Auszug würde mir dafür sorgen, dass ich Freiraum habe und sie nicht alle 5 Minuten anbimmelt, an die Tür klopft oder daran lauscht.
Was sollte da mit 11 bei dir gemacht werden?
Meine Mutter erzählte ihrer Frauenärztin, dass ich totale Sturzblutungen hätte und Schmerzen hätte, weil ich meine Periode bekam. Sie wollte, dass ich sie nicht bekomme, auch weil sie die Tage so abtut, als ob sie eine Krankheit wären.
Ich bekam dann zig Pillenpräparate verschrieben von denen ich kotzte und meine Haut einriss (eben wie in der Schwangerschaft). Solange bis mein Körper völlig im Eimer war, die Periode für lange Zeit aussetzte und ich von den Kindern in der Schule wegen meines Aussehens durch die Hormonbomben gemieden wurde.
Zudem wurde ich unten eingeschnitten, damit ein Kind durchpassen konnte.
Bist du dir sicher, dass du aus dir selbst heraus deine Weiblichkeit nicht gut findest, oder wurdest du so erzogen?
Also so erzogen worden bin ich auf jeden Fall, aber ich stelle mir mich selbst in meinen Gedanken auch nicht als ich selbst vor, sondern als junge Männer. Ich kann mit dem Frauenmodell nichts anfangen, außer der Sexualität.
Mir wurde von Anfang an beigebracht, dass Frauen Sexobjekte sind.
Warum meine Mutter was gegen die Periode hat, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, wie meine Großeltern dazu standen, da ich sie nie richtig kennengelernt hatte.
Fest steht nur, dass sowohl die Ernährung der Familie als auch das kümmern um die Familie und das Familienbild Aufgaben der Frau bei uns sind.
Der Mann hat keine Aufgaben und gilt als ... keine Ahnung, sowas wie ein Haustier.
Allerdings ist der Mann im Gegensatz zur Frau immer in der Stellung, dass er für Fehler nicht belangt wird und jegliche Schuld der Frau zugeschrieben wird.
Mädchen werden von Anfang an so behandelt, als ob sie von Natur aus in allem schlechter wären als Jungs, also auch Schule etc.
Die Frau ist also ein Multifunktionsorgan in der Familie bei uns.
In einem ATZ war ich schon. Die haben es nicht hinbekommen. Seitdem mache ich wieder alles alleine.
Aufgrund der Diagnose werde ich mittlerweile nur noch beschimpft und habe täglich Wutanfälle deshalb, weil ich mich bedroht fühle.
Hallo, ich bins nochmal, der Gast, der dir Stichpunkte gegeben hat.
🙂
Ich hab mir jetzt einen zusätzlichen Namen gegeben, damit die anderen, die mitlesen dich und mich auseinanderhalten können.
Tut mir leid das alles zu hören.
🙁
Deine Situation klingt sehr bekannt auf mich.
🙁
Tut mir sehr leid, mir geht es sehr ähnlich.
Ich stell dir nochmal ein paar Fragen, nur um sicher zu sein:
•Gehört ihr irgendeiner Religion an, dass deine Mutter so ein unterdrücktes Frauenbild hat?
•Was ist mit deinem Vater?
•Denkst du, wenn du von deiner Mutter weg wärst und dich selbst frei entfalten könntest, dass dein Empfinden bzgl. deiner Weiblichkeit besser werden könnte?
Unter den Umständen, dass man durch andere Menschen in der Hinsicht beeinträchtigt wurde, würde ich dir nämlich empfehlen, das erst mal alleine auszutesten, bevor du eine Operation machst, die du bereust.
•Wie hindert dich deine Mutter an Auszug usw?
Sorry dass ich so viel frage, ich bin nicht sicher ob ich helfen kann, aber mir ging es (bis auf die Diagnose und die Unterdrückte Weiblichkeit) ähnlich.
Meine Mutter leidet wohl an NPS und ich habe durch sie in meinem Leben sehr viel schlimmes, psychisch und körperlich erlebt (häusliche und sog. "saubere" Gewalt) zusätzlich zu Gewalt von außen.
Ist denke ich ein Zusammenhang: wer zuhause keinen Rückhalt hat, wird schneller zum Opfer.
Ich leide noch heute an den Folgen, bin aber unabhängig davon FzM, also Transsexuell und hab es geschafft mich von meinem Elternhaus zu lösen.
Deshalb würd ich dir gern helfen, die Essenzen deiner Probleme (also die Grundlagen) herauszufinden und zu überlegen, was man dagegen machen könnte.
Wahrscheinlich ist es aber am besten, wenn du erst mal das Abi hinter dich bringst und dann im Rahmen einer Ausbildung oder Studium ausziehst, damit du finanziell abgesichert bist und da rauskannst.
Danach kannst du dich etwas besinnen, nach dem, was du momentan durchmachst und vielleicht ergeben sich dann mehr oder ganz andere Lösungen, als du momentan hast, weil du nicht mehr so gebunden bist.
🙂
Was meinst du?
Guter erster Schritt? :blume:
Solche Projekte wie Pepita nennt können dich evtl auch sehr gut unterstützen.
Kann man aber auch nicht pauschalisieren, ich habe bei anderen Hilfsorganisationen (also !nicht! den genannten, von sowas hab ich keine Ahnung) eher die Erfahrung gemacht, dass vieles pauschalisiert oder abgetan wird, vielleicht auch weil es auf viele unglaublich klingt, dass eine Mutter gewalttätig werden soll. War daher ziemlich auf mich allein gestellt.
Aber das nur am Rande, du hast ganz andere Grundprobleme als ich, also würd ich es versuchen.
🙂
Wenn du gedenkst bei einer Organisation über die Probleme mit deiner Mutter zu reden, wäre mein Tipp aber nach meinen Erfahrungen:
•verständlich schriftlich schildern (erinner dich daran, auch Hintergründe zu erklären, weil die anderen nicht dabei waren und deine Erinnerungen nicht haben)
•Beweise sammeln, wie Fotos, regelmäßige Notizen, wann und wo welcher Vorfall war, Tonaufnahmen von Diskussionen/Streits/wie sie dich Herabsetzt u.ä.
Normal sollte das nicht notwendig sein, aber im Zweifel bist du so abgesichert.