Hallo,
ich bin nicht der Ansicht dass Kinder Besitz sind und man sie mit allen Mitteln halten sollte. Klar ticken Jugendlich hormonbedingt auch mal aus..aber gewiss normalerweise nicht soweit dass sie gewalttätig werden. Das ist in der Regel nicht der FAll und ein Anzeichen für Verzweiflung, Über- oder Unterforderung od.ä.
Wenn eine Jugendliche zu ihrem Vater möchte sollte man ihr die Achtung entgegenbringen diesen Willen zu respektieren. Auch wenn sie damit ggf. einen Fehler macht. Sie muss halt lernen eigene Entscheidungen zu treffen und eigene Fehler zu machen. Kinder gehören einem nicht, man begleitet sie nur eine zeitlang und muss sie dann ins Leben entlassen.
Ich bin eher für Toleranz (nicht ggü Gewalt aber dem Willen und der Grundfreiheit von Menschen) als für Eingengen, was oft nur noch zu mehr Aggression und Eskalation führen muss. Ein Pferd was durchgeht kann man auch nicht halten indem man die Zügel ganz straff zieht und verbissen versucht es mit Kraft und Gewalt zu halten...dann beißt es sich fest und rast erst recht davon. Schlauer ist es mal sanft anzuziehen und mal wieder lockerzulassen...auch in der Kindererziehung. GGf ist es nun an der Zeit mal mehr loszulassen.
Eure Entscheidung sie für einige Wochen probeweise beim Vater zu lassen geht ja genau in diese Richtung und finde ich sehr gut. Falls allerdings eine Konsequenz aus ihrer Gewaltausübung fehlt hat sie damit gelernt dass sie sich mit Gewalt durchsetzen kann und das ist wiederum schlecht. Ihr habt dann den Konflikt verschoben...klärt diese Sache mit der Gewalt!! Sonst hat Jenny für immer die Achtung vor ihrer Mutter und auch vor dir verloren und ihr bleibt Spielball der Willkür einer Pubertierenden!
Mit der Strafanzeige (als einem sehr deutlichen Warnschuss) od.ä (z:B indem Mami sich direkt verteidigt hätte) hätte die Mutter Präsenz und Macht gezeigt mit dem Effekt, dass Jenny gemerkt hätte: holla, da bin ich zu weit gegangen, sowas mache ich lieber nicht mehr...aber nun??? Nun sieht es so aus, dass Jenny sich mittels Gewalt ohne negative Konsequenz durchgesetzt hat....Mal abwarten was sich aus dieser Grundkonstellation noch so ergibt.
Es ist wichtig Grenzen zu ziehen, zu Anzeige würde ich nur als letzten Ausweg raten und zuvor natürlich andere Mittel ausschöpfen. Falls ein körperlicher Angriff erfolgt -egal ob von Mr. X oder Mrs Y oder einer durchgekachelten Jugendlichen hat man das Recht auf Notwehr und hilfreich wäre es ggf. dann die Angreiferin mal auf den Boden zu setzen...oder schlichtweg festzuhalten...ganz eng bis sie wieder ruhig wird...deeskalativ vorgehen, aber stright und konsequent.
Man kann Konflikte nicht immer vermeiden. Man muss lernen sie angemessen zu lösen und den Kids beizubringen, dass Gewaltausübung als Machtmittel (um sein Ziel zu erreichen) kein angemessener Weg ist. Das macht man mit Grenzziehung klar, und die kann ggf. durch eine Strafanzeige erfolgen...sozusagen als Weckruf, falls die Weckung erfolgreich war kann man schriftlich nen kleinen Vertrag machen, dass Töchterli künftig auf Gewalt verzichtet und die Anzeige wieder zurückziehen. Also Anzeige nicht als Strafe, sondern taktisches Manöver in Hinsicht auf die Bewusstwerdung, dass Gewalt strafbar ist und dieses ungute Verhalten ungute Konsequenzen hat. Somit würde diese Anzeige oder manchmal auch nur Androhung der Anzeige weitere Gewalt vermeiden. Ursache-Wirkung.... Geht natürlich auch anders: erkundigt euch bei Beratungstellen wie und dann TUT es. Nix zu tun (oder nicht/zu wenig zu reagieren bei Übergriffen, körperlicher oder psychischer Gewalt) bedeutet Duldung, Akpetanz und Unterwerfung.
Es ist bereits was falsch gelaufen, Gewalt ist geschehen, der Konflikt ist da und ihr müsst das klären und auch klären wie ihr künftig mit Konflikten angemessener umgehen könnt.
Das Jugendamt ist keine kompetente Anlaufstelle, besser sind Verhaltenspsychologen, Erziehungsberatungsstellen oder jugendamtunabhängige Familienberatungen etc.
Achja und was eure Tischkonferenzen angeht: warum haltet ihr eure Absprachen nicht einfach kurz schriftlich auf einem Zettel fest, macht also ein Sitzungsprotokoll zu Entscheidungen und unterschreibt dann alle und jeder bekommt ne Kopie davon mit nach Hause ...als Erinnerungsstütze
😀😉Damit ist ein für allemal Schluss mit "Missverständnissen" oder sonstigen banalen Intrigen-Spielchen. Mit ein wenig professioneller Struktur schafft man hier Ordnung und Entlastung.
Tyra
Als nächstes möchte ich die Geschichte noch ein wenig updaten.
Nach dem letzten Ausraster haben wir versucht, mit Jenny nochmal ganz ruhig zu reden. Dabei sagte Sie uns, wir hätten ihr Leben zerstört. Die Frage, warum sie dieser Ansicht ist, blieb bis heute unbeantwortet.
habt ihr ihr gesagt, dass euch eine solche Aussage sehr verletzt und auf Antwort wie genau sie das gemeint hat gedrungen? Ich würde das klären....kann ggf. was dran sein ggf. aber hat sie das auch nur gesagt um euch zu verletzen..also psychische Gewalt ausgeübt...auch hier solltet ihr klare Grenzen ziehen.
Das Jugendamt haben wir natürlich davon in Kenntnis gesetzt. Die Antwort der Sachbearbeiterin hat mich aber äußerst überrascht. Sinngemäß sagte sie uns, wir sollten Jenny doch zu Ihrem Vater ziehen lassen, das könnte man alles unter einander klären und das Jugendamt hätte dann damit keine Arbeit und es würde dem Staat dann nix kosten. Ach, und wenn die Verletzungen meiner Frau so schlimm seien könnten wir Jenny ja noch anzeigen. Ende der Durchsage. Was ist denn das für ein Verein? 😕
Was habt ihr denn erwartet? an sich haben die reagiert wie ein Amt halt reagiert. Und an sich werdet ihr ohnehin keine andere Wahl haben als eure Tochter entweder jetzt (wie nun für 4 Wochen geschehen) oder eines Tages ziehen zu lassen. So ist nunmal das Leben! Festentschlossene Reisende kann man nicht aufhalten.
Mit der Strafanzeige sehe ich das genauso...deine Frau scheint null Selbstwertgefühl zu haben sich sowas ohne größere Konsequenzen einfach gefallen zu lassen. Kinder zu haben bedeutet nicht auf das Grundrecht köperlicher oder gesundheitlicher Unversehrheit verzichten zu müssen und seine Gesundheit dem Wohl des Kindes unterordnen zu müssen!
Eure Tochter hat provoziert und ne Grenze gesucht (tut sie ja immer noch und nun ggf. mit der Verbalverletzung, dass ihr ihr Leben zerstört habt!) , aber deine Frau/ihr konnte/t ihr keine Grenze setzen und hat/habt sich/euch nicht verteidigt?? Strafanzeige oder die Androhung davon wäre da nur eine Möglichkeit gewesen...nicht als Strafe sondern Konsequenz aus ihrem Handeln und zum Aufzeigen einer Grenze, die überschritten wurde.