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Was soll ich tun?

Guten Abend,


Ich habe mich hier in dem Forum angemeldet, weil ich nicht mehr weiter weiß.


Ich bin 52(w) und unterrichte Englisch in der Sek 2 an einem Gymnasium. 2017 habe ich einen neuen LK bekommen. Die SuS waren alle sehr angenehm und der Kurs relativ ruhig. Nach ein paar Stunden viel mir eine Schülerin jedoch besonders auf. Sie war die ganzen Stunden über sehr ruhig und zurückhaltend. Sie sagte im Unterricht garnichts.


Im Laufe der Zeit bat sie mich um ein Gespräch, was mich sehr überrascht hat. Dennoch hat es mich beruhigt und gefreut,da ich herausfinden wollte, wieso sie in meinem Unterricht so still und abwesend war. Kurz vor dem Gespräch fragte ich eine Kollegin von mir, die mir bestätigte, dass die besagte Schülerin sehr ruhig ist. Ihre Mutter war beim Gespräch dabei. Die Schülerin öffnete sich mir zwar nicht, jedoch konnte ich unbewusst auffangen, dass sie sich in der Stufe sehr unwohl und teilweise gemobbt fühlte.Das Gespräch war jedoch sehr angenehm. Die besagte Schülerin kam mir sehr intelligent, empfindungsfähig und reif vor. Ich fühlte mich in dem Gespräch zu ihr hingezogen und habe sie in diesen 1-2 Stunden sehr ins Herz geschlossen. Ich versprach ihr, ihr bei der mündlichen Beteiligung unter die Arme zu greifen. Ich merkte, dass sie mir sehr dankbar war und mir vertraute.Sie erzählte von ihrer ehemaligen besten Freundin und sogar von einer Kollegin von mir, mit der sie Probleme hatte. Ihre Sportlehrerin. Ich sagte ihr, dass sie sich an diese Kollegin wenden sollte und mit ihr reden sollte. Wenig später kam ihre ehemalige beste Freundin zu mir. Sie waren beide in meinem Englisch-Kurs. Sie weinte und wollte mit mir über die gleiche Kollegin sprechen. Wochen später war es wieder das gleiche. Doch die besagte Kollegin kam diesmal zu mir und meinte zu mir, dass sie die Schülerin wegen Verleumdung anzeigen wird, wenn diese nicht aufhört ihren Ruf an der Schule zu ruinieren. Ich fand heraus, dass diese Kollegin meine andere Schülerin, um die es hier geht total gemobbt hat. Sie hätte sie vor dem gesamten Sportkurs blamiert,als sie eine Entschuldigung später abgeben hat und hätte ihr angeblich gesagt, dass sie keine Telepathie beherrschen würde. Weiterhin hätte sie die besagte Schülerin in einem Fußballspiel zu sich gerufen und ihr gesagt, dass sie der Mannschaft keinen Gewinn bringt und auf der Bank sitzen bleiben soll. Ich war schockiert und meinte zu meiner Kollegin, dass dieses Verhalten ein Nachspiel haben wird.


In den nächsten Wochen wusste ich nicht, was mit mir geschieht. Ich dachte andauernd an diese Schülerin. Ich starrte sie im Unterricht an, ohne es zu merken. Als ein Schüler einen Witz machte, sah ich sie zum ersten Mal lachen und war so glücklich darüber. Als sie und eine andere Schülerin sich gleichzeitig meldeten, unterbrach ich die andere Schülerin! Ich sagte zu ihr : "Kann *Name der Schülerin* erstmal dran?". Dies war mir sehr peinlich, da ich versuche immer eine Distanz zu meinen Schülerin zu erhalten. Bei dieser Schülerin konnte ich es jedoch nicht. Ich sah, daß sie etwas belastete.


Ich versuchte trotzdem meine Gefühle nicht zu zeigen und ignorierte sie und ihre Situation. Dies tat unglaublich weh und fiel mir schwer.


Als wir auf Studienfahrt fuhren, saß sie im Bus alleine. Bei der Einteilung der Gruppen am ersten Abend sagte ich ihr, dass sie nicht alleine losgehen sollte. Der Kollege, der mich auf der Studienfahrt begleitet hat, fragte sie am Abend wie ihr Tag war und wieso sie so still sei, ob alles okay sei etc. Wir saßen an dem Abend alle zusammen. Sie wirkte sehr abweisend. Als wäre sie woanders. Bei einem Gruppenspiel am gleichen Abend wurde sie von ihren Mitschülern ausgelacht, als sie an der Reihe war. Ich konnte nicht anders, als sie anzustarren. Sie hatte Tränen in den Augen und war kurz davor zu weinen.


Ihre mündliche Mitarbeit würde etwas besser. Trotzdem war sie nicht überragend. Am Tag der Zeugnisvergabe wurden die Zulassungen für das Abitur vergeben. Ich wartete und wartete. Vergeblich. Die besagte Schülerin tauchte nicht auf. Später erfuhr ich, dass sie nicht zugelassen wurde. Natürlich blieb ich neutral, doch innerlich war ich wütend und enttäuscht. Sehr enttäuscht. Sie kam in meinen Unterricht und sagte einfach nichts. Es war offensichtlich, daß sie mir vertraute, da sie meine intensiven Blicke erwiderte. Anscheinend wollte sie mir zeigen, was sie fühlt, konnte es jedoch nicht. Ich wollte ihr doch helfen! Ich hatte manchmal das Gefühl, dass sie alle Menschen als Feind betrachtete. Sie war zwar eine ruhige Person, benutzte jedoch manchmal Sarkasmus,um nicht zu zeigen, wie sehr ihr etwas wehtat.


Ich war sauer, beschloss jedoch mit dieser Situation abzuschließen. Die Stufenleiterin der neuen Q2 war auch außerhalb der Arbeit eine gute Freundin von mir. Nach meinem Gefühlschaos versuchte ich mein Leben wieder so normal zu leben, wie ich es ohne diese Schülerin getan hätte. Mit meinem Partner. Doch ich bekam eine Email an einem Abend, ihr Großvater war gestorben und sie musste nach Griechenland fliegen für seine Beerdigung. Als sie 1 Woche wieder kam, traute ich mich nicht ihr in die Augen zu sehen. Ich ignorierte sie völlig.


Nach dem Schuljahr erfuhr ich von meiner Kollegin, dass sie die Zulassung zum zweiten Mal nicht bekommen würde. Ich war verwirrt und erstaunt. Ich vertraute mich meiner Kollegin an und erzählte ihr, dass ich mir unglaublich Sorgen um diese Schülerin machen würde. Sie sagte mir, dass sie kurz vor der Notengebung ein Gespräch mit der Schülerin geführt hat und in dem erfuhr, dass sie am Ullrich-Turner Syndrom litt. Sie sei heulend zusammen gebrochen und man hätte sie seit diesem Vorfall nicht mehr in der Schule gesichtet.


Am gleichen Abend informierte ich mich über diesen Gendefekt. Ich verstand nun, wieso meine ehemalige Schülerin kleiner als Gleichaltrige war.


Mich belastet dieser Fall sehr. Sie ist seit April 2019 aus der Schule raus. Ich würde so gerne wissen, wie es ihr geht. Ich habe ihre Email noch. Jedoch weiß ich nicht,wie sie reagieren wird,wenn ich sie anschreibe.


Ich frage mich, ob sie auch an mich denkt. Ich weiß, dass sich das alles sehr skurril anhört.


Ich hoffe, dass mir hier jemand mit meinem Problem helfen kann.
 

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Saskia05

Aktives Mitglied
Hallo, hat es eine besondere Bedeutung, weshalb Du Deine Fragestellung im Forum "Liebe" gepostet hast?
Das frage ich mich auch.
Dennoch eine kurze Antwort: es ist gut und löblich, sich als Lehrer in gewissem Grade Gedanken um die Schüler zu machen. Aber jetzt ist sie nicht mehr deine Schülerin. Meiner Meinung nach geht dir die professionelle Distanz verloren. Du bist nicht mehr ihre Lehrerin und es ist jetzt auch nicht mehr dein Problem. Klingt hart, aber ich denke, man sollte darauf vertrauen, dass andere ihr helfen werden. Würde man so bei jedem „Problemfall“ agieren, würde man verrückt werden.
 
A

Alböguhl

Gast
Wir hören ja auch nur deine Darstellung.
Warum laßt ihr euch von dieser Schülerin gegeneinander ausspielen.
Du gehst sogar deine Kollegin an, die hatte euch schon in der Hand.
Das hat pathologische Züge, ein Teil davon ist Sarkasmus.
Was erwartest du, das ist kein Professionelles verhalten.
Werte kann man nicht lehren, sondern nur vorleben.
 

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