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Was mir geschah!!!

  • Starter*in Starter*in Die Schattenseite
  • Datum Start Datum Start
Hallo Schattenseite,

für andere muss es dir nicht leid tun drüber reden zu können...es ist letztlich dein Leben und deine Entscheidung ggf. durch Schweigen und Verdrängen in ein postraumatisches Stress-Syndrom zu rasseln.

WEnn es jetzt noch nicht klappt mit dem drüber reden, dann vielleicht morgen..hauptsache irgendwann. Es gibt immer wieder Opfer die es schaffen und welche die es nicht schaffen...ich hoffe sehr du gehörst zu den ersteren....denn ansonsten hätte ein mieser Kerl gewonnen und ein weitaus wertvollerer und guter Mensch (=du!!)wäre auf der Strecke geblieben, fände ich sehr schade.

Bis dahin lies mal den Krimi: "Der Tag als Dusty starb" von Lee Martin...die Autorin schreibt dort krimiverpackt über Mißbrauch und Vergewaltigung und sagt sehr sehr zutreffende Dinge zu diesen Themen.

Alles Gute weiterhin!
Gruß
Tyra
 
Super, ein erster wichtiger Schritt 🙂 kannst stolz auf dich sein!

Und damit dein Freund sich nicht überfordert fühlt und sieht, dass du auch selber was in Richtung Verarbeitung tust und auch Entlastung von außen kommt, mach mal den zweiten Schritt dir einen Therapeuten zu suchen...ist wichtig für dich und eure Beziehung!

Viel Glück weiterhin!
Gruß
Tyra
 
Die Schattenseite meinte:
Hallo,

ich habe viel nachgedacht in letzter Zeit, ob ich darüber reden kann und will... anfangs dachte ich, ich kann es wieder verdrängen und es merkt sowieso keiner etwas!! Und nach einiger Zeit werde ich es bestimmt wieder vergessen, aber leider war es nicht so, sondern es wurde immer schilmmer...

Ich habe Angst davor, es zu erzählen... aber ich versuche es….

Vor zwei Jahren, am 03. April 2004 bin ich Abends weggegangen und wollte einfach nur Spaß haben nette und neue Leute kennenlernen und ich hab mich so richtig auf den Abend gefreut. Ich hab mit einer Freundin ausgemacht, dass wir uns gleich um halb elf in der Disco an der Bar treffen wollen. Also bin ich alleine losgefahren und bin in die Disco und hab mich an die Bar gesetzt, als es dann schon kurz nach elf war und meine Freundin immer noch nicht da war, wollte ich sie anrufen, aber da kam ein Kerl zu mir an die Bar und wir unterhielten uns ein bisschen, dann lud er mich noch auf einen Drink ein und … auf einmal wurde mir ganz komisch, vor meinen Augen verschwomm alles … der Kerl war dann auf einmal sehr hilfsbereit, er half mir, stützte mich und sagte zu mir, es ist am besten, wenn ich an die frische Luft gehe, da es ja wirklich total stickig ist … Ich dachte in dem Moment auch, dass es das beste wäre. Als wir draußen ankamen, wollte ich mich hinsetzen, auf einmal kamen noch zwei Typen, die mich am Arm nahmen… Der Schwindel verging dann, aber ich konnte mich gegen nichts mehr wehren, die zogen mich einfach mit sich mit… ich wollte schreien, aber es ging nicht, sie nahmen mich einfach mit, keine Ahnung wohin sie mich brachten… ich wusste einfach nicht mehr wo ich war, hab die Orientierung komplett verloren… Irgendwann kamen wir in einer komischen kalten und feuchten Halle oder so was ähnlichem an, dort schrien mich die Männer an, ich lag am Boden und wollte weglaufen, aber ich konnte nicht…. Ich konnte einfach nicht…. Die Dreckskerle konnten machen, was sie wollten und ich konnte nichts dagegen machen… - ich hatte solche Angst – ich konnte nicht weglaufen…
Dann hoben sie mich auf und sie zogen mir meine Hose und meinen Slip aus und schmissen mich dann wieder zu Boden, wo ich wieder auf diesem kalten und feuchten Betonboden aufschlug… ich konnte mich sowieso nicht bewegen aber zwei von denen hielten mich an den Armen fest und der dritte, der dritte vergewaltigte mich. Ich musste total weinen und auf einmal verschwamm alles vor meinen Augen…
Keine Ahnung was während dessen alles passiert ist, ich weiß auch nicht wielange es war, ich weiß nur, als ich dann wieder aufwachte, sagte einer der Typen nur zu mir, da bist du ja wieder - wir haben schon auf dich gewartet, es ist viel schöner, wenn wir sehen, wie du Angst hast, das macht uns noch viel mehr an du kleine Schlampe…. Ich wollte mich wehren, denn jetzt konnte ich mich mühsam wieder bewegen, aber da schlugen sie mir eine runter und hielten mich fest, ich konnte nicht schreien, denn sie haben mir den Mund zugebunden….

… und dann, dann ging alles von vorne los…

Jetzt hielt mich nur noch einer fest, und die anderen beiden wechselten sich ab….
Ich schämte mich so und hatte solche Angst, auf einmal riss mir einer von den Typen die Fessel runter und steckte mir seinen Schwanz in den Mund und besorgte es sich so…
…ich lies alles über mich ergehen und wünschte mir nur, dass es endlich vorbei ist und dass ich endlich sterben kann, denn ich wollte nie mehr aufwachen….
Dann auf einmal spürte ich nur noch einen harten Schlag auf meinen Kopf und ich dachte irgend jemand meint es doch gut mit mir und hat mir meinen sehnlichsten Traum erfüllt…

Als ich aufwachte lag ich angezogen auf dem Parkplatz, es war alles dunkel, ich fror, ich schämte mich so und hatte solche Angst, ich wusste nicht, was ich tun soll was noch alles mit mir passiert ist… mir tat alles weh… Ich wollte nur noch weg und suchte nach meinem Auto …. Irgendwann, fand ich mein Auto, ich stieg ein und fuhr los, vollkommen benommen, aber mir war alles egal, ich wollte nur noch weg und bin dann zu mir nach Hause gefahren…, ich hatte keine Ahnung, wieviel Zeit vergangen war, und als ich auf die Uhr schaute, wusste ich, dass über 5 Stunden vergangen waren und ich konnte mich nur an Bruchteile erinnern…. Ich frag mich immer, was ist noch alles passiert, aber ich glaub es ist besser, dass ich es nicht weiß….

Ja, ich bin einfach heimgefahren und hab keinem einzigen Menschen erzählt, was passiert ist, ich hab meine ganzen Kleider, die ich anhatte zu Hause ausgezogen und verbrannt, ich ekelte mich…. Ich wusch und wusch mich immer wieder in der Hoffnung, ich könnte alles von mir abwaschen und alles ungeschehen machen, aber es ging nicht…

Die nächste Zeit war die Hölle… ich versuchte mein Leben so normal wie möglich weiterlaufen zu lassen und es gelang mir auch recht gut, die meisten dachten einfach nur, ich wär ein bisschen zickig und taten es so ab…

…ich war froh und irgendwann dachte ich nicht einmal mehr dran, jedenfalls tagsüber, nachts habe ich oft Alpträume und wache schweißgebadet auf… und auch die Angst ist noch immer da!


Wer mir während dieser ganzen Zeit total geholfen hat, war mein Freund, ich bin mit ihm 7 Monate, nachdem das passiert ist, mit ihm zusammen gekommen.
Ich habe ihn schon vorher gut gekannt und er war auch die ganzen sieben Monate bevor wir zusammen gekommen sind immer für mich da, als es mir mal wieder nicht gut ging, hat er mit mir geredet und da hat er dann erfahren, was passiert war, er hat mich nie zu irgendwas gedrängt, er hat es einfach mir überlassen, was ich erzählen wollte.
Mir geht es schon wieder besser, aber ohne ihn würds mir nicht so gehen.

Die ganze Geschichte habe ich ihm leider noch nie erzählt, ich konnte und kann es einfach nicht, …das ganze auszusprechen… es tut noch immer zu sehr weh!

Aber ohne ihn hätte ich es bis jetzt nicht so gut überstanden! Ich bin echt froh, dass ich ihn hab und dass er mir so hilft!!



Trotzdem, ich versteh nicht warum man so etwas machen kann, ich versteh es nicht!!!!!
Warum hast Du diese Schweine nicht angezeigt?
 
Hallo!

Ich konnte es nicht, ich wollte am liebsten alles vergessen, aus meinem Gedächtnis streichen und mir ist es eine Zeitlang echt gut gelungen, nur jetzt kommt wieder alles wieder hoch.

Aber richtig mutig bin ich leider immer noch nicht...

LG Schattenseite
 
Hallo Schattenseite,

du hast mehr Mut in dir als du glaubst..musst ihn nur mal rauslassen!!

...im Grunde gibt es ja auch nur die Wahl: entweder verkriechen und leiden oder sich ein wenig überwinden und etwas Mut aufbringen um das Trauma zu überwinden vernünftig weiterleben zu können. Wäre schön, wenn du dir es wert wärest ein wenig für dich einzutreten um zu tun was richtig und notwendig für dich ist.

Ich drück dir weiterhin die DAumen und wünsche dir ein wenig mehr Mut, dann wirst du es schon schaffen, da bin ich mir sicher.

LG
Tyra
 
Hallo,

ich hab hier eine Geschichte gefunden, die mich echt zum Nachdenken bringt, vielleicht kennt ihr sie ja auch schon:

Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen,
[...]
http://www.inge-wuthe.de/traurigetraurigkeit.htm
LG Schattenseite
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ja ich kenne diese Geschichte, eine sehr schöne Geschichte, die zeigt, dass beides: Trauer und Hoffnung Hand in Hand gehen müssen. Wichtig ist es zu trauern, richtig und ausgiebig zu trauern, aber dann auch irgendwann von der Trauer wegzukommen und mit Hoffnung neu zu beginnen.

Bei vielen Menschen, insbesondere Gewaltopfern habe ich jedoch erlebt, dass sie zu sehr der Trauer verhaftet blieben...sei es aus Gewohnheit stets unglücklich zu sein, sei es aus einem Leidenssyndrom heraus (innere Logik: einmal Leid - immer Leid) oder aus Angst vor dem Glücklichsein, manche feiern jahrelang ihre Traurigkeit, die dann in eine handfeste Depression abdriften kann, identifizieren sich zu sehr damit und machen sie zu ihrem einzigen Lebensinhalt...auf das rechte Maß kommt es halt an...in der Geschichte zeigen sich ja auch die verschiedenen Stufen...und das das WEinen irgendwann mal aufhört. Man hat eine Trauerzeit, um sich mit dem eigenen erfahrenen Leid auseinanderzusetzen, um dann der Hoffnung mehr RAum zu gewähren. Wichtig ist es eine Art Prozeß durchzumachen. Erst die Trauer, dann die Hoffnung und der dritte im Bunde ist an sich auch die Wut um sich abzugrenzen und loszulösen und voranzustürmen zurück ins normale Leben.

Wichtig bei der Trauer ist auch nicht nur allein im stillen Kämmerlein zu trauern, sondern Trauerarbeit auch unter Menschen zu leisten, ggf. in einer Therapie unter Anleitung, damit man auch den tiefsten Trauerpunkt erwischt, wonach es dann wieder schrittweise aus dem Schatten ins Licht geht...

Gruß
Tyra
 
Hallo,

ich habe heute morgen eine E-Mail an eine Therapeutische Einrichtung geschickt, leider, hab ich aber noch keine Antwort erhalten... ich wollte erst anrufen, hab mich dann aber nicht getraut... ich dachte mir dann, dass ich mir auf diesem Weg evtl. ein bisschen leichter tu...

LG
Schattenseite
 

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