Geld ist Geld. Das wäre wohl ein Witz, wenn man Anzeige wegen Betrug erstellt und die Polizei dann nur mit den Schultern zuckt und abwinkt, weil der Geldbetrag zu niedrig ist. Die müssen da tätig werden und zumindest im Ansatz dem ganzen nachgehen.
Vor allem weiß man ja nicht, ob diese Frau das nicht schon häufiger abgezogen hat - und nicht noch mehr Anzeigen gegen sie vorliegen. Wenn sie so gut einen auf "freundlich und hilfsbedürftig" hat machen können, dann steckt da vielleicht Routine dahinter und sie hat das schon öfters so gemacht. Und wer weiß schon, ob da nicht mehr Betrogene tätig geworden sind und Anzeige erstattet haben. Das summiert sich dann - und wenn es auf einmal z. B. 30 Anzeigen wegen Beträgen von 50-200 Euro pro Fall sind, sieht die Sache auch schon wieder anders aus.
Ich habe das mal selbst bei einer Onlineplattform mitbekommen, wo man Second Hand-Klamotten kaufen, tauschen und verkaufen kann. Da war eine Frau, die hat sich sogar immer wieder mehrere Accounts angelegt mit falschen Angaben - und da ging es in den einzelnen Fällen nur um Geldbeträge unter 10, sogar unter 5 Euro. Es kam dann heraus, dass über 200 Anzeigen gegen sie vorliegen - alle in den letzten Jahren angesammelt. Und die Polizei hat ermittelt, damit jede/r Käufer/in mit "Popelbeträgen" von 5-10 Euro trotzdem zu seinem/ihrem Recht kommt.
Melody kann es doch versuchen - es kostet sie nichts, außer Zeit. Dass bei der Überlegung, zum Anwalt zu gehen, geschrieben wird "Das lohnt sich bei der Summe nicht" etc., das kann ich ja noch verstehen, denn ein Anwalt kostet Geld - aber bei der Polizei? Die stehen in der Pflicht, Anzeigen aufzunehmen und dem nachzugehen.
Man sieht ja dann schon, was dabei herauskommt, wenn Melody Anzeige erstattet und ihren Fall schildert - ist auf jeden Fall besser, als gar nichts zu tun. Dann fühlt man sich erst recht als der Betrogene, mit dem man es ja machen kann.