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Was ist meine derzeitige Lebenssituation?

G

Gast

Gast
Diese "Frage" wird sich im Großen und Ganzen um mein Leben drehen, da ich momentan einfach nicht mehr so richtig weiter weiß.

Also: Ich war schon immer recht schüchtern, zurückhaltend und nicht so geschickt in sozialen Situationen; hatte aber immer ein paar Freunde. Ein Problem dabei war (ist noch immer), dass ich nie das Gefühl hatte, so richtig nahe einem/r Freund/in zu sein. Alle hatten quasi einen "Lieblings Freund" mit dem sie immer etwas gemacht haben und ich stand in dreier Gruppen oder Gruppen mit ungeraden Zahlen allein da.

Auch in meiner Klasse sitze ich immer alleine da, während meine beiden "besten Freunde" über Themen reden für die ich mich einfach nicht interessiere (ich sage auch nichts dagegen, ich respektiere deren Interessen und habe sogar schon versucht jene Serien anzusehen aber sie haben mich wie bereits gesagt nicht wirklich interessiert). Und wenn ich mich dazusetze habe ich das Gefühl nur zu nerven.

Generell in Gruppen Gesprächen: wenn ich mich melde, werde ich oft überhört oder sogar ignoriert bzw. unterbrochen. Das gibt mir einfach das Gefühl, nirgendwo dazuzugehören und auf gut Deutsch jeden mit meiner Existenz zu nerven.
Auch in meiner Familie werden meine Argumente und Taten oft nicht ernst genommen da ich die jüngste bin. Mein fünf Jahre älterer Bruder kann mich auch einfach nicht leiden, weil ich die einzige bin, die seinen Schikanen nicht mehr verzeiht und ich nicht das tue was er will (der ist aber ein Problem für sich und verhält sich wirklich einfach nur unmöglich).

Außerdem gibt es auch noch ein Mädchen von dem ich das Gefühl habe, dass sie mir alles wegnimmt. Meinen Schwarm, "meine Interessen",... .
Natürlich kann man diese Dinge einem nicht buchstäblich wegnehmen (und das ist auch eigentlich der Grund wieso ich diesen Thread überhaupt angefangen habe).

Es geht schon seit dem Ende des letzten Schuljahres. Als ich meinen Freunden sagen wollte, auf wen ich ein Auge geworfen hatte, kam sie vor mir und hat das ganze "Mitleid" eingesammelt. Dann hab ich natürlich nicht mehr gesagt, dass ich (vermutlich schon länger) auf ihn stehe.
Jedenfalls ist sie dieses Jahr mit uns in die Klasse gekommen und es ging immer so weiter:

Zum Beispiel hatte ich mir zu Weihnachten ein Musikinstrument gewünscht und wollte meinen Freunden erst später davon berichten, aus Angst blöde Anmerkungen zu kassieren.
Jedenfalls kam sie zwei Wochen später -literally- dass sie vielleicht auch dieses Instrument erlernen würde (Wieder bevor ich es meinen Freunden sagen konnte).

Dieses Mädchen hat auch begonnen meine Lieblings Musik zuhören und zu mögen und ich habe das Gefühl dass sie jetzt diejenige ist, die dafür bekannt ist, diese Bands zu mögen.

Und das klingt jetzt total kindisch (das ist auch das was mich fertig macht - ich denke dass mich deswegen niemand ernst nimmt), aber ich möchte etwas haben, das ich für mich ganz alleine habe, für das ich bekannt bin - ohne dass sie es mir jemand wegnimmt. Ich weiß nicht; ist es einfach eine Reihe an Zufällen dass sie auf alles kommt, was ich auch mag - oder..?

Ich will einfach nur, dass das aufhört und wissen wie man so etwas bezeichnet. Ich denke nämlich nicht dass es einfach nur "Eifersucht" ist.

Ich erhoffe mir hilfreiche Antworten, weil mich diese Themen schon eine ganze Weile plagen.

Danke fürs Lesen und eure Antworten!
(Ich musste mein Herz irgendwo ausschütten, Tschuldigung 😀)
 
Lieber Gast,

zuerst einmal bitte ich Dich Dich nie wieder hier zu entschuldigen, dass Du Dein "Herz auschütten musstest" !!!
Denn genau das ist der Ort, der für genau das gegründet worden ist, DASS Mitglieder ihr Herz eben hier ausschütten können. Das ist der Sinn der Sache...

Ich glaube, was Du zutiefst unten möchtest, ist Deine IDENTIÄT finden und vor allem leben.

Dadurch dass man Dir schon als Kleinkind wohl nichts zutraute, Dich nicht ernst nahm oder plagte ( Bruder, der ganze 5 Jahre älter ist !!!) und Dir entsprechend wahrscheinlich auch kaum zuhörte..Dich ignorierte ( das sind schwere Kränkungen für ein Kind/Menschen), weil sie bewirken, dass dieser Mensch leider auch SICH SELBST nicht mehr wirklich spüren, fühlen geschweige denn seine Bedürfnisse, ernst nehmen und ausüben kann. Entsprechend tritt
dieser Mensch auch in der Umgebung auf: es kann sogar so weit gehen , dass er unabsichtlich Dinge macht, die
er glaubt werden von ihm erwartet. Zum Beispiel sich nicht nur in der Familie , sondern eben dann auch auf der
Welt zurückstellt.

Je nachdem wie die Zustände daheim waren ( ob man Dich "nur" ignorierte..so dass Du Dir natürlich als unwichtig und uninteressant vorkommen musstest..oder ob man Dich auch "quälte"...dann kann nicht wirklich wirklich auffallen wollen, eine gute Lebensstrategie gewesen sein).

Nun wehrt sich etwas in Dir - etwas sehr GESUNDES - das sich selbst sein und zeigen will. Deshalb wird auch so wichtig , dass die Freundin sozusagen als Messlatte dient. Dass sie Dir allerdings den Schwarm weggenommen
hat, ist besonders fies. Denke vor so jemandem solltest Du Dich generell und radikal zurückziehen, und nur im
äussersten Notfall ( sie gehört wohl zu einer dieser Dreierklique..und mit jemandem "musst" Du ja rumstehen 🙄..)
verkehren . Ansonsten rate ich zu diplomatischer Distanz. Diese Person hat wahrscheinlich ( aus anderen Gründen)
auch das Bedürfnis durch Äeusserlichkeiten aufzufallen ( eben wer ein Lied oder ein Musikinstrument zuerst hat), statt sich auf die eigene Persönlichkeit zu verlassen , die ja nun ungleich wichtiger ist, als alles andere.

Dir empfehle ich, bei diesen Wettbewerb um Anerkennung gerade bei Leuten, die sich auf einigen Interessensgebieten und wohl auch Charaktereigenschaften doch von Dir unterscheiden, nicht weiter mitzumachen. Es kommt weniger darauf an, wer welches Hobby zuerst entdeckt hat , sondern WIE EIN MENSCH IST.

Du bist auch nicht die einzige, die durch puren Zufall in einer Umgebung ausharren muss, die Schulzeit abhocken und sich dort alles andere als wohl fühlt. Als ich vor Jahren bei einer Klassenzusammenkunft dabei war, hörte ich von einigen KollegInnen und Kollegen, dass sie sich sehr schwer taten in der Klasse, ausgegrenzt und zum Teil sogar geplagt fühlten...

Ideal wäre natürlich, Du könntest die Schule wechseln. Doch wenn das nicht geht, dann empfehle ich Dir Dein Selbstbewusstsein aufzubauen, so dass Du mit der Zeit wie ein Profil findest. Das heisst durch Dich selbst
"auffällst"...weil Du dann auch stark genug werden wirst, diese Menschen so gut es eben geht während der
Schulstunden halt nur noch ertragen. Vielleicht beginnst Du dann von alleine an anderen Orten passendere
Leute zu suchen und finden.

Ratsam wäre es sich auf mehrere Psychotherapeutenlisten zu tun. Man kommt ja jeweils auf eine lange Liste, und da Du mir nicht den Eindruck machst, dass das Leiden zur Zeit extrem stark ist ( also schon Folgen hat..), wirst Du wohl keinen Nottherapieplatz erhalten. Deshalb melde Dich bei möglichst vielen an, sogar max. ein halbes Jahr Wartezeit lohnt sich für Dich. Denn der Therapeut/in wird Dir helfen, Dich selber zu finden, zu Dir zu stehen, Dich zu sein...alles andere kommt dann automatisch gut...und wegen dem Wartenmüssen: die Zeit vergeht schneller als man oft denkt, besonders wenn man Hilfe in Sicht hat...Liebe Grüsse von Judith
 
Also: Ich war schon immer recht schüchtern, zurückhaltend und nicht so geschickt in sozialen Situationen; hatte aber immer ein paar Freunde. Ein Problem dabei war (ist noch immer), dass ich nie das Gefühl hatte, so richtig nahe einem/r Freund/in zu sein. Alle hatten quasi einen "Lieblings Freund" mit dem sie immer etwas gemacht haben und ich stand in dreier Gruppen oder Gruppen mit ungeraden Zahlen allein da.

Leben funktioniert nicht von allein, das muss man auch lernen.
Du bist nicht allein, aber " einsam ", das ist ein Unterschied.
Oft schämen sich die Einsamen ihrer Einsamkeit, die lässt sich nicht so einfach beenden.
Oft fehlt es diesen Menschen an Mut, die Welt zu erkunden und vertrauensvoll auf andere zuzugehen.
Sie haben Angst davor, sich auch innerlich wirklich zu binden, sich wirklich " abhängig “ zu machen.
Auch als Erwachsenen ist ein Tag unbestritten schöner, wenn die wichtigste Bezugsperson ihn mit Liebe anblickt und wertschätzt.
Es ist schwer im einsamen Kämmerlein sich selbst zu lieben, wenn man zuvor nicht die Erfahrung gemacht hat, von anderen wertgeschätzt und geliebt zu werden.
Meist fehlt es an guten Bindungen zu nahestehenden Menschen, vor allem aber fehlt es ihnen an Intimität.
Es dauert lange, neue Beziehungen zu knüpfen, Selbstwertgefühl aufzubauen, die Ausbildung zu beenden, seine Liebe oder auch einfach sich selbst zu finden.
Gute Freundschaften bilden sich nur über Jahre aus.
Wem es gelingt, gut zu sich selbst zu sein, der fühlt sich oft weniger einsam.
Sich selbst liebevoll zu behandeln, sich Beziehung zu gönnen und zu sich selbst zu stehen, sind oft erste Schritte aus der Einsamkeit.
Vielen hilft auch ein Haustier; ein tierischer Begleiter ist von unschätzbarem Wert.
 
Magst du das Mädchen von dem du schreibst nicht? Ihr habt doch viel gemeinsam: den selben Schwarm, mögt die selbe Musik, wollt das gleiche Instrument lernen. Warum redest du dich nicht mit ihr darüber? Vielleicht wird ja hieraus eine gute Freundschaft.
 

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