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Was ist Lobbing? Gibt es Mobbing durch Lob?

manuela92

Neues Mitglied
Vor vielen Jahren habe ich in einer Zeitschrift einen Bericht über lobbing gelesen. Wenn ich diesen Begriff nun in den Google eingebe, sind die Ergebnisse sehr dürftig. Es kommt nur die Erklärung, daß jemand befördert wird, ohne daß er mehr Geld bekommt, mit dem Ziel, ihn auf diese Weise loszuwerden. Ich habe das aber anders in Erinnerung. Damals in der Zeitschrift hieß es, daß man jemanden mobben kann, indem man ihn lobt. Leider finde ich den Artikel nicht mehr. Versteht jemand, was ich meine?

Lob ist ja normalerweise etwas, was den meisten Menschen guttut. Aber es gibt auch Situationen, in denen man es als unangenehm empfindet, wenn man gelobt wird, nämlich dann wenn man selber das, was man getan habe, gar nicht als lobenswert empfindet. Ich bin der Meinung, daß es auch so etwas wie ein falsches Lob gibt, ein Lob das verletzt, weil der Gelobte in die Position eines Kindes versetzt wird, der Lobende in die Position eines Erziehers, der den anderen manipulieren will.

Wenn beispielsweise jemand etwas macht, was ich wirklich toll finde, weil ich das nicht gekonnt hätte, dann wird ein Lob ja wohl als angenehm empfunden werden. Es gibt aber auch das andere Lob, wo es gar nichts zu loben gibt. Es geht einem dabei dann nur darum zu zeigen, daß man über dem anderen stehen würde. Ein "Das hast du aber toll gemacht!" würde man zu seinem Chef wohl nie sagen.

Versteht jemand, was ich meine und kann das noch besser erklären?
 
Doch ich sag das oft zu meinem Chef.

Er freut sich. Und ich freu mich auch, wenn meinen Chefs Kollegen, Mitarbeiterinnen, Freunde mich loben. Auch wenn ich nichts Großartiges vollbracht habe. Auch Normales kann man gut machen.

Die Befürchtung, ich könnte gemobbt oder manipuliert werden ist mir fremd.

Vielleicht schaust Du mal, woher Deine Sorge und Dein Mis8trauen kommt. Vielleicht werden alte Kindheitserlebnisse getriggert? Hast Du Dich von Mutter, Vater, Oma früher manipuliert gefühlt? Oder hilflos?

Meine Lebenserfahrung sagt mir, man geht leichter durchs Leben, wenn man im Vertrauen ist und sich einfach über eine nette lobende Bemerkung freuen kann. Ganz ohne Hintergedanken.
 
Ich persönlich wäre mit derartigen Begriffen vorsichtig, da das Mobbing wie viele andere Dinge heutzutage stark verwässert wird. Früher war Mobbing war das gezielte Ausschließen, Herabsetzen und Demütigen von einer Person durch einer anderen oder einer Gruppe. Heutzutage ist aber schon Mobbing, wenn jmd auf Youtube böse Haterkommentare kriegt... Solche Begriffserweiterungen schmälern in meinen Augen die Ernsthaftigkeit dieses Themas.
 
Hier habe ich etwas gefunden, ein Lexikon über strategische Rhetorik und Kommunikation.

https://books.google.de/books?id=58ommRspZiEC&dq=Lobbing+Kriegsführung&hl=de&source=gbs_navlinks_s

Dort liest man unter Lobbing:
... eine Manipulation der Entscheidung durch übertriebenes Lob. ... eine Form der psychologischen Kriegsführung.

Ich kann mir vorstellen, dass man den Gegner dadurch zugänglicher und geschmeidiger machen möchte. Wenn Donald Trump z.B. Kim Jong-un lobt. Oder wenn ich im Alltag sage: "Nichts gegen Sie, Sie sind ein lieber, netter Mensch - aber wenn Ihre Kinder weiter so herumtoben, werde ich die halbe Miete einbehalten."
 
Ich würde auch sagen, dass hier zusammengeworfen wird, was nicht zusammengehört.
Mobbing findet in einer Gruppe statt, die nach außen hin das gleiche Ziel verfolgt. Und das macht es besonders perfide, weil das Opfer ja - aus der Sicht für Außenstehende - nicht ausgeschlossen werden soll.
Wenn jetzt Tronald Dump seinen politischen Gegner lobt (gutes Beispiel!), ist das kein Mobbing, weil die beiden ja nicht in einer Gruppe sind, und auch nach außen unterschiedliche Ziele verfolgen.
Lob kann einen sauren Nachgeschmack für den Gelobten haben, das verstehe ich schon - aber es ist wohl kaum dazu geeignet, jemanden auszuschließen oder subtil zu terrorisieren.

Ein anderer Anwendungsfall für Lobbing (mir gefällt das Wort schon jetzt nicht, obwohl ich es gerade erst kennengelernt habe!) - wäre Sarkasmus.
Sarkasmus kann subtile Kritik oder subtiles Abreagieren sein. Mobbing ist zwar auch eher subtil, aber das Opfer soll da schlicht und einfach mürbe gemacht werden.
 
Vielleicht nicht mit der Wortwahl, aber wenn man zb sagt das ist aber schön geworden, drückt man auch ein Lob aus. und natürlich kommt es darauf an für was man jmd lobt, aber wenn Chef zb ein Fest für ma organisier hat kann man das sagen. Wenn er mir n Vertrag ausdrückt würde ich das nicht sagen u denk dann kommt man sich eher veralbert vor. Also es muss zur Situation passen.

Ich freu mich zb, wenn mir „ Kunden „ sagen, danke für Ihre Mühe, sie machen das immer so schön ( und sich drüber freuen) usw.
 
Oder man sagt den Mitarbeitern, Ihr seht so überarbeitet aus, macht weiter so.

Das hat doch wie ein Lob geklungen.
 
Verstehe gut, was du meinst.

Ich befürchte manchmal gemobbt oder nicht ernst genommen zu werden. Zumindest dass Menschen über einen urteilen geschieht sehr oft.

Wenn ich nun etwas von einem Menschen möchte und in einer Weise von ihm abhängig bin, und derjenige glaubt, dass das so sei und das auch möchte, aber auf mich herabblickt, kann es sein, dass er oberflächlich freundlich ist, aber mich verachtet. Wenn er mich für bedürftig hält, oder möchte, dass ich das bin, lobt er mich vllt, ist "gut Freund" mit mir und hält mich klein. Er veräppelt mich. Er spielt mir was vor. Das würde ich auch als psychologische Kriegsführung bezeichnen. Passiert euch das nie?
 
Es ist durchaus möglich, jemanden durch Lob herabzustufen. Wenn man jemanden kritisiert oder lobt, bewertet man dessen Verhalten. Und man bringt damit zum Ausdruck: „Ich kann Dein Verhalten bewerten. Ich stehe über Dir.“ Derjenige nimmt die Position des Lehrers, des Vorgesetzten oder der Eltern ein.

Damit will ich nicht sagen, dass man niemals kritisieren oder loben sollte! Aber man sollte sich dabei bewusst sein, dass man damit schnell überheblich und „lehrerhaft“ ankommen soll. Deswegen ist es auch so wichtig, Kritik adäquat zu verpacken, wenn man keine Trotzreaktion hervorrufen möchte. Und genauso muss man auch mit Lob aufpassen! Entscheidend ist dabei der Kontext und auch der Ton macht die Musik (wie immer im sozialen Kontext).

Wenn ich beispielsweise eine 50-jährige, sprachgewandte Akademikerin vor mir habe und sie lobe, indem ich mit niedlicher Stimme sage, dass ich es ja sooo toll finde, dass sie das Wort „effektiv“ verwendet hat und dass sie ja die Akten ganz super alphabetisch sortiert hat und wie toll sie vorlesen kann .....dann muss ich mich nicht wundern, wenn sie den Eindruck bekommt, dass ich sie nicht als erwachsene, kompetente Frau wahrnehme, sondern sie wie ein Kleinkind behandele. Auch Lob kann unangemessen sein!

Mit dem Begriff „Mobbing“ bin ich generell vorsichtig. Nicht jedes schlechte Benehmen ist gleich Mobbing. Nicht jede Kritik ist Mobbing. Wenn aber jemand jede Kleinigkeit systematisch kritisiert, kann das Mobbing sein. Genauso kann es Mobbing sein, wenn man einen Erwachsenen systematisch herabstuft, verniedlich und wie ein Kleinkind für selbstverständliche Trivialitäten lobt. Bei letzterem fehlt anscheinend bisweilen die Sensibilität.

Dennoch sollte jeder etwas Kritik und auch etwas Lob ertragen (und genießen) können.
 

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