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Was ist falsch mit mir? Bin ich krank?

Denisewllchr

Neues Mitglied
Hallo Leute,
Ich bin jetzt mal wieder in Therapie da ich an ständigen psychisch bedingten Kopfschmerzen leide. Da ich schon in meiner Kindheit oftmals bei Psychologen war, wegen allerlei verschiedenen Problemen, dachte ich auch diese Therapie würde mein Leben nicht großartig beeinflussen. Falsch gedacht, ich habe beschlossen zum ersten mal einem Therapeuten die ganze Wahrheit zu erzählen über meine Lage. (habe sonst immer alles vereinfacht und mich aus allem rausgeredet um denen weiszumachen,dass alles okay ist) Die nette Dame die mich behandelt meinte, nachdem ich ihr meine Lebensgeschichte erzählt habe, dass diese ständigen Kopfschmerzen keine Überraschung seien. Meine Seele hält das ganze nicht mehr aus, was ich in meinen noch so jungen Jahren schon alles in mich "reingefressen"habe und jetzt macht mein Körper mir klar, dass es nicht mehr geht. Daher bin ich auch nach kleinster Anstrengung schon erschöpft und Schule kann ich im Moment komplett vergessen. Und jetzt stellt sich mir irgendwie die Frage ob ich nun "krank" bin oder ist das einfach meine Persönlichkeit...Dass ich einfach nicht alles schlucken darf sondern drüber reden muss. Ihre Worte waren dass es mir seelisch nicht gut geht und ich mich in der langen Zeit dran gewöhnt habe und es nicht mehr so intensiv wahrnehme. Das Ding ist irgendwie erwarte ich jetzt noch etwas....eine Diagnose oder so. Eine Beststätigung für das ganze.
Und eine "ausgeprägtere" Therapie, anstatt nur dieses Reden. Ich meine ich erzähle was, sie fragt vielleicht nochmal was und antwortet dann was drauf, danach solls mir dann irgendwann besser gehen und mich wieder glücklich machen? Kann mir da irgendjemand, der mal in einer ähnlichen Situation war, von seinen Erfahrungen berichten? Mir würde dass wirklich sehr viel bedeuten 🙂
Danke an alle Leser, die sich die Zeit genommen haben.
 
Man kann ja auch kränkeln, ohne krank zu sein....hast du die TTgerapeutin mal nach einer Diagnose gefragt?
Mit dir ist nichts falsch - jeder Seele geht es irgendwann mal schlecht, manchen mehr, manchen weniger.
 
(...) Ich meine ich erzähle was, sie fragt vielleicht nochmal was und antwortet dann was drauf, danach solls mir dann irgendwann besser gehen und mich wieder glücklich machen?

Unsere Gefühle sind nicht nur die inneren Reaktionen auf das, was uns von aussen geschehen ist, sondern auch die Antworten auf unsere eigenen Gedanken, Glaubenssätze und Vorstellungen, Denise. Sie folgen ihnen. Die Gesprächstherapie setzt da an.

Frühere und gegenwärtige äussere Einflüsse lässt sich auch nur begrenzt verändern, weil sie nicht nur von uns selbst bestimmt werden, doch unsere Gedanken darüber hängen hauptsächlich von uns ab.

Wenn sie falsch und uns schadend waren, kann man sie konstruktiv verarbeiten, und wenn wir uns keine Gedanken über die erlebte Not gemacht haben und diese sich frei (unbewusst) in uns ausbreiten konnte, muss man ihr die fällige Antwort unbedingt geben, damit sie ihre unkontrollierte Macht über unseres Seelenleben an unsere Vernunft abgibt. Und an die Liebe. 🙂

Unsere Psyche braucht immer wieder ein Aufräumen und die stetige Pflege. Die Psychotherapie lehrt das. So meine Erfahrung.

Liebe Grüsse!
 
Unsere Gefühle sind nicht nur die inneren Reaktionen auf das, was uns von aussen geschehen ist, sondern auch die Antworten auf unsere eigenen Gedanken, Glaubenssätze und Vorstellungen, Denise. Sie folgen ihnen. Die Gesprächstherapie setzt da an.

Frühere und gegenwärtige äussere Einflüsse lässt sich auch nur begrenzt verändern, weil sie nicht nur von uns selbst bestimmt werden, doch unsere Gedanken darüber hängen hauptsächlich von uns ab.

Wenn sie falsch und uns schadend waren, kann man sie konstruktiv verarbeiten, und wenn wir uns keine Gedanken über die erlebte Not gemacht haben und diese sich frei (unbewusst) in uns ausbreiten konnte, muss man ihr die fällige Antwort unbedingt geben, damit sie ihre unkontrollierte Macht über unseres Seelenleben an unsere Vernunft abgibt. Und an die Liebe. 🙂

Unsere Psyche braucht immer wieder ein Aufräumen und die stetige Pflege. Die Psychotherapie lehrt das. So meine Erfahrung.

Liebe Grüsse!

Erstmal danke für die Antwort und was du da schreibst klingt logisch und stimmt auch sicherlich. Da es mir vorheriges Jahr allerdings monatelang schlecht ging mit SVV und ich mich ziemlich zurückgezogen habe und mir mein Leben dadurch irgendwie entglitten ist, (habe es zu dem Zeitpunkt nicht verstehen wollen und alle Anzeichen auf eine depressive Verstimmung oder Depression für Schwachsinn gehalten) habe ich Angst wieder so etwas durchleben zu müssen. Aber eine Depression müsste ja eigentlich mit regelmäßigen Terminen bei meiner Therapeutin frühzeitig erkannt werden oder??? Oder würde sie das auch einfach abstempeln als "deiner Seele gehts nicht gut, da hilft Reden am besten". ???
Hast du da Erfahrungen? Zerbreche mir nämlich gerade den Kopf darüber und der nächste Termin dauert noch etwas, bis ich wieder mit ihr reden kann. 🙂

Liebe Grüße
 
Zerbreche mir nämlich gerade den Kopf darüber

das könnte eine der Ursachen für deine Kopfschmerzen sein. Es könnte dir helfen öfter einmal abzuschalten, bspw. Musik aufzudrehen, einen Film zu gucken, ein bisschen joggen zu gehen um deinen Kopf frei zu bekommen. Das wird dir ungemein viel weiterhelfen. Übe auch deinen Kopf bewusst zu entspannen.

Erachte eine Therapie nicht nur als reden, da geht es um Mitgefühl, ein richtiger Therapeut versucht sich in dich hineinzufühlen und deine Muster zu erkennen, was welche Reaktion auslöst, welche Gefühle dahinter liegen, damit du von diesen Gefühlen wieder frei werden kannst oder auch deine Einstellung zu verschiedenen Dingen/Situationen ändern kannst.

Auch Atem- und Entspannungsübungen, Yoga, Meditation, Massagen, Physiotherapie, Kunsttherapie oder ähnliche Möglichkeiten können dir dabei helfen dich ein wenig zu entspannen und dich in ein Gefühl des "alles ist gut" zu bringen, so dass du nicht mehr so viel denken musst, dich mehr entspannen kannst und das Leben lockerer und leichter leben kannst.
 
Hallo,

ich verstehe diese Gedanken gut. "Bin ich krank oder ist das einfach meine Persönlichkeit?"

Es ist toll, dass du den Entschluss gefasst hast, bei der Therapie wirklich mal alles offen zu legen. Denn darum geht es dabei denk ich. Wirklich knallhart ehrlich vor allem zu sich selbst zu sein.
Nur so setzt du dich wirklich mit dir und deinen Problemen auseinander. Und so kann eine Gesprächstherapie schon enorm viel bewirken.
Wenn man ein Mensch ist, der eigentlich alles in sich hineinfrisst, ist sowas echt schwierig, aber du hast schon einen wirklich großen Schritt getan!
Ich denke, es ist auch gar nicht mal eine Diagnose, die du brauchst, sondern genau diese Ehrlichkeit und Offenheit zu dir selbst.

Alles Gute für dich!
 

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