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Gast
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das habe ich mich in den letzten tagen oft gefragt. am ersten tag habe ich gedacht: das kann doch nicht wahr sein. nicht sie , nicht ich. gleich wachst du auf und sie steht neben dir. am zweiten tag dachte: mh, sie ist immer noch nicht wieder da. aber es kann doch unmöglich sein, dass sie tot ist. sie war doch viel zu jung. dann dachte ich einige tage nichts. ich ignorierte die tatsache ihres todes vollständig. jetzt ist es zweieinhalb wochen her und ich fühle überhaupt nichts mehr.
ich schreibe hier jetzt einfach mal ganz anonym rein und erwarte auch gar nicht, dass mir jemand antwortet. ich muss mir das einfach alles nur mal von der seele schreiben und da ich die menschen in diesem forum vor langer zeit einmal sehr lieb gewonnen habe und viele von euch mich nach kräften bei meinen krisen unterstützt haben, fühle ich mich mit meinen gedanken hier gut aufgehoben.
sie wurde mir so plötzlich genommen. sie war 13 jahre teil meines lebens. sie war viel mehr. sie war mein leben. sie war mein lachen und meine tränen. meine trauer und mein glück. meine leichtigkeit und meine schwermut. wie kann kann ich leben ohne alle dies. ihr verdanke ich es, dass ich lebe. ohne sie hätte ich einige zeiten im meinem leben nicht überstanden und dann ließen wir uns los, nach 13 jahren. jeder von uns begann ein anderes leben, ohne den anderen, obwohl wir es beide nie für möglich gehalten hätten, dass das funktioniert. aber die liebe war noch da, auf beiden seiten. so eine liebe kann man nicht so einfach ablegen wie einen alten mantel. auch wenn wir beide glücklich waren in unseren neuen leben, so war die vergangenheit doch immer ein fester bestandteil dieses neuen lebens, denn die vergangehit war es, die aus uns die menschen gemacht hatte, die wir nun waren. und doch gelang es uns, nach einer weile, die gefühle der liebe, die zwischendurch in wut und enttäuschung, verletztsein und auch bockigkeit umgeschlagen waren, in freundschaft zu verwandeln und es wäre eine gute freundschaft geworden, hätten wir doch nur etwas mehr zeit gehabt. sie wäre die schwester geworden, die ich nie hatte. meine kraft, mein antrieb, jemand zu dem ich aufblicken kann, ohne mich klein zu fühlen. jemand, auf den ich hätte stolz sein können. jemand, dem ich hätte erzählen können, was ich wirklich denke und von dem ich immer eine ehrliche meinung bekommen hätte. es wäre eine ehrliche freundschaft geworden.
ich habe es ihr so gewünscht, dieses leben, was für kurze zeit hatte. sie war so glücklich damit, als sie anfing sich daran zu gewöhnen. es war auch schmerzhaft, denn so wie sie nun war, hatte ich sie nie erlebt. auf der einen seite, war sie so ausgelassen und fröhlich, was sie mit mir nie sein konnte, denn sie hatte einen berg von verantwortung auf ihrem rücken, der dem mount everest glich. auf der anderen seite war sie auch so weich und offen, was sie mit mir auch nie sein konnte, denn sie musste nicht nur ihr eigener, sondern auch noch mein schutz sein. sie hat zwei leben gelebt, ihres und meines und dennoch gab sie mir all ihre liebe und es war ein wunderbares gefühl von ihr geliebt zu werden. es war eine bedingungslose liebe. sie war ganz einfach umsonst. keine verrenkungen, kein zurechtbiegen. sie war einfach da. eine halbe ewigkeit hat sie darauf gewartet, dass ich bereit war sie so zu lieben, wie sie mich liebte, bis ich in der lage war, ihr das zu geben, was sie brauchte. und sie hat geduldig gewartet. nie gab sie mir das gefühl, wegen mir auf etwas zu verzichten. sie gab mir das gefühl, dass sie auf mich wartete, weil es ohnehin keinen anderen menschen für sie gab. und was dann zwischen uns war, war wirklich wie der himmel. ich kann es nicht in worte fassen. man muss es einfach erlebt haben, sonst helfen alles worte nicht, es sich vorzustellen. statt mir zu sagen, dass sie mich liebt (denn das fand sie abgegriffen) sagte sie immer: weil du da bist, kann ich leben! und so war es auch andersrum.
und doch war es gut, dass wir auseinander gingen. denn so entdeckte man nach langer zeit seiten an sich, die man noch nie zuvor entdeckt hatte. als wir uns kennen lernten, waren wir kinder. gerade mal 16 und von da an hatten wir nur noch uns. alles andere war bedeutungslos. deshalb war es gut, einmal eine weile auseinander zu gehen. die liebe endet ja nicht, nur weil man sich nicht sieht. ich hatte immer das gefühl, ich war nie so zweit wie mit ihr und werde es vielleicht auch nie mehr sein. was nicht heißt, dass ich den menschen an meiner seite nicht lieben kann, aber vielleicht auf eine andere art. nicht mehr oder weniger, einfach nur anders. wenn man einem ein bein abschneidet, kann man sich auch eine protese verpassen lassen und wieder laufen, aber es ist nicht dasselbe, auch wenn es vielleicht gut ist. aber so sehr man sich auch anstrengt. dasselbe ist es nicht. das schlimme am tod ist glaube ich gar nicht mal, dass er uns einen geliebten menschen nimmt, sondern dass er uns mit unseren erinnerungen alleine lässt. dass man durch die straßen der stadt geht, in der man gemeinsam gelebt hat, in denen man gemiensam gegangen ist. in den gassen, in denen man das eine oder andere, kleinere oder auch größere problem gelöst hat. orte, an denen man sich seine liebe geschworen hat, an denen man sich verletzt und weh getan hat. plätze, an denen man sich vor lachen auf dem bauch gerollt hat und plätze, an denen sich pfützen bildeten, von all den tränen, die man geweint hat. und mit all den erinnerungen stehe ich nun hier und muss sie los werden. ich muss sie erzählen, immer und immer wieder. wie sich unser hund unter dem obststand versteckt hat und wir ihn gesucht haben wie verrückt, weil sie ihn ausgeschimpft hatte. wie wir jeden montag zu unserem lieblingseisladen ginen und beide einen amarena becher "mit viel kirschen und wenig eis" aßen. wie wir uns auf dem rathausvorplatz gestritten haben und ich den ganzen weg im strömenden regen nach hause gelaufen war und sie mir zu hause schon ein bad eingelassen und mir einen tee gemacht hatte. wie sie immer wieder an der gleichen stelle das auto auf den bordstein setzte.
vielleicht muss ich hier weg gehen, um sie los zu lassen. jede ecke erinnert mich an sie. jedes loch in der straße hat eine geschichte zu erzählen, jeder baum und jeder stein. es ist, als würde sie mich von überall her ansehen und mir sagen: hey, ich bin doch gar nicht so weit weg. aber ich bin mir nicht so sicher, ob ich sie nicht (zumindest erst einmal) weit weg haben möchte, denn sonst hört dieses erstarrt-sein vielleicht nie auf. vielleicht ist es gut dort, wo sie jetzt ist. alle menschen um mich herum, versuchen mir zu erzählen, dass sie jetzt an einem besseren ort ist, dass es ihre bestimmung war, so früh zu gehen, dass sie vielleicht wonanders andere aufgaben hat. nur hilft mir das alles irgendwie nicht, denn für mich ist sie definitiv nicht mehr da und auch wenn das vielleicht egoistisch ist, hätte ich es lieber gehabt, sie hätte ihre aufgaben hier erfüllt.
ich weiß nicht recht, was passieren wird, wenn ich nicht mehr erstarrt bin. vielleicht werde ich mich auflösen, um dann festzustellen, dass ich immer noch da bin. oder ich werde schreien und feststellen, dass sie mich doch nicht hört. vielleicht werde ich nicht mehr aufhören können zu weinen und einfach vertrocknen. vielleicht werde ich aber auch erkennen, dass ihr tod nicht bedeutet, dass sie fort ist. vielleicht kann ich mich ja damit arrangiern, zu glauben, dass ich sie einfach nur nicht mehr sehen kann. und wie gesagt: die liebe endet ja nicht, nur weil man sich nicht sieht!
ich schreibe hier jetzt einfach mal ganz anonym rein und erwarte auch gar nicht, dass mir jemand antwortet. ich muss mir das einfach alles nur mal von der seele schreiben und da ich die menschen in diesem forum vor langer zeit einmal sehr lieb gewonnen habe und viele von euch mich nach kräften bei meinen krisen unterstützt haben, fühle ich mich mit meinen gedanken hier gut aufgehoben.
sie wurde mir so plötzlich genommen. sie war 13 jahre teil meines lebens. sie war viel mehr. sie war mein leben. sie war mein lachen und meine tränen. meine trauer und mein glück. meine leichtigkeit und meine schwermut. wie kann kann ich leben ohne alle dies. ihr verdanke ich es, dass ich lebe. ohne sie hätte ich einige zeiten im meinem leben nicht überstanden und dann ließen wir uns los, nach 13 jahren. jeder von uns begann ein anderes leben, ohne den anderen, obwohl wir es beide nie für möglich gehalten hätten, dass das funktioniert. aber die liebe war noch da, auf beiden seiten. so eine liebe kann man nicht so einfach ablegen wie einen alten mantel. auch wenn wir beide glücklich waren in unseren neuen leben, so war die vergangenheit doch immer ein fester bestandteil dieses neuen lebens, denn die vergangehit war es, die aus uns die menschen gemacht hatte, die wir nun waren. und doch gelang es uns, nach einer weile, die gefühle der liebe, die zwischendurch in wut und enttäuschung, verletztsein und auch bockigkeit umgeschlagen waren, in freundschaft zu verwandeln und es wäre eine gute freundschaft geworden, hätten wir doch nur etwas mehr zeit gehabt. sie wäre die schwester geworden, die ich nie hatte. meine kraft, mein antrieb, jemand zu dem ich aufblicken kann, ohne mich klein zu fühlen. jemand, auf den ich hätte stolz sein können. jemand, dem ich hätte erzählen können, was ich wirklich denke und von dem ich immer eine ehrliche meinung bekommen hätte. es wäre eine ehrliche freundschaft geworden.
ich habe es ihr so gewünscht, dieses leben, was für kurze zeit hatte. sie war so glücklich damit, als sie anfing sich daran zu gewöhnen. es war auch schmerzhaft, denn so wie sie nun war, hatte ich sie nie erlebt. auf der einen seite, war sie so ausgelassen und fröhlich, was sie mit mir nie sein konnte, denn sie hatte einen berg von verantwortung auf ihrem rücken, der dem mount everest glich. auf der anderen seite war sie auch so weich und offen, was sie mit mir auch nie sein konnte, denn sie musste nicht nur ihr eigener, sondern auch noch mein schutz sein. sie hat zwei leben gelebt, ihres und meines und dennoch gab sie mir all ihre liebe und es war ein wunderbares gefühl von ihr geliebt zu werden. es war eine bedingungslose liebe. sie war ganz einfach umsonst. keine verrenkungen, kein zurechtbiegen. sie war einfach da. eine halbe ewigkeit hat sie darauf gewartet, dass ich bereit war sie so zu lieben, wie sie mich liebte, bis ich in der lage war, ihr das zu geben, was sie brauchte. und sie hat geduldig gewartet. nie gab sie mir das gefühl, wegen mir auf etwas zu verzichten. sie gab mir das gefühl, dass sie auf mich wartete, weil es ohnehin keinen anderen menschen für sie gab. und was dann zwischen uns war, war wirklich wie der himmel. ich kann es nicht in worte fassen. man muss es einfach erlebt haben, sonst helfen alles worte nicht, es sich vorzustellen. statt mir zu sagen, dass sie mich liebt (denn das fand sie abgegriffen) sagte sie immer: weil du da bist, kann ich leben! und so war es auch andersrum.
und doch war es gut, dass wir auseinander gingen. denn so entdeckte man nach langer zeit seiten an sich, die man noch nie zuvor entdeckt hatte. als wir uns kennen lernten, waren wir kinder. gerade mal 16 und von da an hatten wir nur noch uns. alles andere war bedeutungslos. deshalb war es gut, einmal eine weile auseinander zu gehen. die liebe endet ja nicht, nur weil man sich nicht sieht. ich hatte immer das gefühl, ich war nie so zweit wie mit ihr und werde es vielleicht auch nie mehr sein. was nicht heißt, dass ich den menschen an meiner seite nicht lieben kann, aber vielleicht auf eine andere art. nicht mehr oder weniger, einfach nur anders. wenn man einem ein bein abschneidet, kann man sich auch eine protese verpassen lassen und wieder laufen, aber es ist nicht dasselbe, auch wenn es vielleicht gut ist. aber so sehr man sich auch anstrengt. dasselbe ist es nicht. das schlimme am tod ist glaube ich gar nicht mal, dass er uns einen geliebten menschen nimmt, sondern dass er uns mit unseren erinnerungen alleine lässt. dass man durch die straßen der stadt geht, in der man gemeinsam gelebt hat, in denen man gemiensam gegangen ist. in den gassen, in denen man das eine oder andere, kleinere oder auch größere problem gelöst hat. orte, an denen man sich seine liebe geschworen hat, an denen man sich verletzt und weh getan hat. plätze, an denen man sich vor lachen auf dem bauch gerollt hat und plätze, an denen sich pfützen bildeten, von all den tränen, die man geweint hat. und mit all den erinnerungen stehe ich nun hier und muss sie los werden. ich muss sie erzählen, immer und immer wieder. wie sich unser hund unter dem obststand versteckt hat und wir ihn gesucht haben wie verrückt, weil sie ihn ausgeschimpft hatte. wie wir jeden montag zu unserem lieblingseisladen ginen und beide einen amarena becher "mit viel kirschen und wenig eis" aßen. wie wir uns auf dem rathausvorplatz gestritten haben und ich den ganzen weg im strömenden regen nach hause gelaufen war und sie mir zu hause schon ein bad eingelassen und mir einen tee gemacht hatte. wie sie immer wieder an der gleichen stelle das auto auf den bordstein setzte.
vielleicht muss ich hier weg gehen, um sie los zu lassen. jede ecke erinnert mich an sie. jedes loch in der straße hat eine geschichte zu erzählen, jeder baum und jeder stein. es ist, als würde sie mich von überall her ansehen und mir sagen: hey, ich bin doch gar nicht so weit weg. aber ich bin mir nicht so sicher, ob ich sie nicht (zumindest erst einmal) weit weg haben möchte, denn sonst hört dieses erstarrt-sein vielleicht nie auf. vielleicht ist es gut dort, wo sie jetzt ist. alle menschen um mich herum, versuchen mir zu erzählen, dass sie jetzt an einem besseren ort ist, dass es ihre bestimmung war, so früh zu gehen, dass sie vielleicht wonanders andere aufgaben hat. nur hilft mir das alles irgendwie nicht, denn für mich ist sie definitiv nicht mehr da und auch wenn das vielleicht egoistisch ist, hätte ich es lieber gehabt, sie hätte ihre aufgaben hier erfüllt.
ich weiß nicht recht, was passieren wird, wenn ich nicht mehr erstarrt bin. vielleicht werde ich mich auflösen, um dann festzustellen, dass ich immer noch da bin. oder ich werde schreien und feststellen, dass sie mich doch nicht hört. vielleicht werde ich nicht mehr aufhören können zu weinen und einfach vertrocknen. vielleicht werde ich aber auch erkennen, dass ihr tod nicht bedeutet, dass sie fort ist. vielleicht kann ich mich ja damit arrangiern, zu glauben, dass ich sie einfach nur nicht mehr sehen kann. und wie gesagt: die liebe endet ja nicht, nur weil man sich nicht sieht!