AW: Was denkt ihr?
Gibt es Gott?Was meint ihr dazu?
Was spricht dafür und was dagegen?
Frage 1:
nein, ich glaube nicht, daß es einen Gott gibt, zumindest nicht in dem Sinne, wie "Gott" von den meisten Menschen empfunden oder definiert wird.
Frage 2:
dafür spricht, daß es m.W. noch keine menschliche Kultur gab, in der nicht irgend eine Form des Glaubens an Gott/Götter, Geister, Jenseits, Wiedergeburt oder Wiederauferstehung gegeben hätte. Es gibt zweifellos diese als "mystisch" empfundenen Momente, in denen Stimmungen, Wahrnehmungen, die unerklärlich erscheinen, einem das Gefühl für die Existenz "nichtstofflicher" Wesenheit/en vermitteln. Weil das überall, zu allen Zeiten, in den verschiedensten Kulturen so war und ist, denke ich, daß das ein Indiz sein könnte, daß es "tatsächlich irgendwas" gibt.
dagegen spricht: ganz unabhängig davon, ob wir gläubig sind sind oder nicht, auch unabhängig davon,
woran wir glauben (Gott, einen goldenen Hosenknopf oder an 7 Jahre Pech nach der Begegnung mit schwarzen Katzen) - wir alle kommen auf die Welt, leben, sterben. Ohne Unterschied ereilt uns Glück oder Unglück, werden wir Opfer von Verbrechen oder bekommen unverhofft eine Riesenchance im Leben, ohne Unterschied dürfen wir in Ruhe sterben oder werden von Erdbeben oder einschlagenden Blitzen getötet oder siechen über Monate und Jahre an parenterale Ernährungsschläuche angeschlossen in den Tod.
Obwohl menschliche Grundwerte oder Regeln sich in allen Kulturen in vielen Dingen sehr ähneln und obwohl manche Religionen den "Strafgedanken", andere die Vervollkommnung des eigenen Ichs zum Erreichen des Nicht-mehr-Wiedergeboren-Werdens als Ziel sehen oder auch ein Leben in Übereinstimmung mit ihren Naturgottheiten als Prüfung für ihr künftiges Dasein im Jenseits - es scheint so, daß der "Glaube" nur so eine Art Gerüst für das menschliche Zusammenleben bietet, und das auf ziemlich unvollkommene Art. Das zeigt mir vor allem eines: gäbe es wirklich einen Gott oder mehrere Götter in dem Sinne, wie Menschen sich das vorstellen - nämlich strafend, wertend, gerecht, fordernd usw. - dann müßte das ein ziemlicher Versager sein, was die Vermittlung seiner Gebote und die Umsetzung seiner Regeln an seine Geschöpfe angeht.
Und deshalb spricht aus meiner Sicht alles
gegen die Existenz von "Gott" als personalisierte Wesenheit. Vielleicht gibt es Göttlichkeit - in uns selbst für jeden individuell mit eigenem Wesen, als universelle, schöpferische Kraft oder als was auch immer -
wenn es sie gibt und
wenn sie sich für ihre Schöpfung interessiert, wird sie sich uns schon irgendwie unmißverständlich zu erkennen geben, vielleicht auch erst nach dem Tod.