Hej...
...gestern hatte ich nochmal ein Gespräch mit meiner (unglücklichen) Liebe.
Seitdem klar ist, daß wir kein Paar werden, stelle ich mir die Frage, was mit mir nicht stimmt, was falsch an mir ist, daß ich es nicht schaffe, sein Herz zu erreichen...wir kamen zu dem Schluß, daß "die Chemie nicht stimmt" - für mich ist das nur eine andere Art zu sagen, daß ich nicht attraktiv genug bin.
Wie seht ihr das?
Natürlich kann es ein besonderer Moment sein, wenn man einen neuen Menschen trifft. Da entscheidet sicherlich die Chemie über Sympathie oder Antipathie. Wir sind uns am Anfang beide erst gar nicht aufgefallen, das kam ganz langsam. Wir verstehen uns super und hatten so viele schöne Erlebnisse und tolle Momente, daß die Liebe bei mir über das vergangene Jahr gewachsen ist (bei ihm leider nicht).
Fühle mich plötzlich hässlich und nicht "richtig". Und zerbreche mit den Kopf, wie ich damit umgehen soll. Ist es so verkehrt, dem anderen Gefallen zu wollen?
Wäre für ein paar Antworten sehr dankbar...
atemlos
Nein, es ist nicht falsch, dem anderen gefallen zu wollen.
Leider kann man es aber nicht erzwingen, das Herz eines anderen zu erreichen. Ich werde nächsten Monat 48 und mir ist es bis heute nicht gelungen. Und ich glaube auch nicht mehr daran, dass es mir jemals gelingen wird.
Am Aussehen kann es jedenfalls früher nicht gelegen haben; ich habe mir kürzlich noch alte Fotos angesehen, da kamen mir fast die Tränen, denn hässlich sah ich wirklich nicht aus. Mittlerweile kann von körperlicher Attraktivität nach landläufigen Maßstäben trotz Gepflegtheit allerdings nicht mehr die Rede sein, da ich deutliches Übergewicht habe und abnehmen müsste. Andererseits gibt es auch Frauen mit noch stärkerem, teils sogar extremem Übergewicht, die einen Partner haben. Wenn es sein soll, passiert es halt, wenn nicht, kann man sich auf den Kopf stellen, und es funktioniert nichts.
Mein "Liebesleben"
🙄 sieht so aus, dass ich ganze fünf Jahre meines Lebens (zwischen 37 und 42) jemandem für eine Übergangsbeziehung gut genug war. Das war's für mich. Es ist aus. Ich denke, ich werde für den Rest meines Lebens allein bleiben. Im Moment stecke ich mitten in einem Prozess, dies zu verarbeiten, damit fertig zu werden, von der Gesellschaft als genetische Sackgasse und nicht vollwertige Frau wahrgenommen zu werden. Ich muss Wege finden, auf meine Art gleichwohl ein erfülltes Leben zu führen, wenngleich ich als dauerhaft alleinstehende Frau bei keiner Gemeinschaft wirklich dazu gehöre. Mein Leben ist atypisch verlaufen und wird es weiterhin.
Ich habe zwar schon mehrfach gesagt bekommen (allerdings bezeichnenderweise von Frauen
🙄), dass ich auf viele Männer sicher sehr anziehend wirken würde und viel Wärme geben könnte. Aber was nützt mir das, wenn kein Mann das ebenso empfindet? Wenn es gar nicht das ist, was Männer vorrangig bei einer Partnerin suchen? Weil Männer eben auf ganz andere Dinge Wert legen, vor allem auf ein attraktives Äußeres und eine jugendlich-kindliche Unbeschwertheit. Das kann ich nicht bieten und ich will mich auch nicht mehr dafür anstrengen. Für nichts und wieder nichts.
Mein vorrangiges Ziel ist es, mit meinem Leben, so wie es ist, und mit meiner Außenseiterrolle in der Gesellschaft als dauerhaft alleinstehende, kinderlose Frau fertig zu werden. Daran nicht zu zerbrechen, darüber nicht schwer depressiv und arbeitsunfähig zu werden. Ich hoffe, dass ich eines Tages damit "durch" bin und ein stabiles Selbstwertgefühl erlangt habe. Aber momentan bin ich noch mitten auf dem Weg dorthin.
Ich denke, du bist deutlich jünger als ich und hast sicher noch genügend Chancen, anderweitig "fündig" zu werden. Aber ich an deiner Stelle würde mein Herz nicht mehr an diesen einen Mann hängen, so schwer es dir auch fallen mag. Du verlierst nur wertvolle Zeit damit, in der du jemand anderen kennen lernen könntest. Eine Analyse, was an dir falsch sein könnte, bringt überhaupt nichts.
An dir ist nichts falsch. Es soll nur ganz einfach mit diesem Mann nicht sein, weil man Liebe nicht erzwingen kann. Egal was man tut und egal, wie aufrichtig die eigenen Absichten und wie tief die eigenen Gefühle sind.
Ich weiß das, denn ich habe es immer und immer wieder erlebt. Und zwar nicht nur, was die Liebe zu einem Mann betrifft. Sondern auch die Liebe zu engen Familienangehörigen.