Ich denke nicht, dass ich zu bemüht oder zu stark engagiert bin. Ja, ich bin aktiv und packe die Dinge an, aber ich übertreibe es nicht.
Mir ist aufgefallen, dass die bequemen Menschen in meinem Leben eine Gemeinsamkeit hatten: Sie waren alle sehr lieb zu mir und ich konnte mit ihnen wundervolle Gespräche führen. Weil ich sie deswegen im Laufe der Zeit lieb gewonnen hatte, hat es entsprechend lange gedauert, bis mir ihre Trägheit überhaupt mal aufgefallen ist.
Mit meiner aktuellen Kollegin im Büro hatte ich niemals privaten Kontakt, sie war schon immer "nur" eine Kollegin. Das Problem ist, dass sie wegen ihrer lieben Art beim Chef und den anderen im Team einen Stein im Brett hat und die Leute deshalb nicht nachvollziehen können, dass ich mich von ihr ausgenutzt fühle.
Meine ehemalige beste Freundin habe ich in der Berufsschule kennengelernt, sie war meine Banknachbarin. Wir haben uns damals schnell angefreundet und verstanden uns großartig. Nach dem Ende der Ausbildung musste ich enttäuscht feststellen, dass unsere Treffen nur zustande kamen, wenn ich sie als Erste kontaktierte und einen Vorschlag bzgl. Termin und Aktivität machte. Von ihr kam nie was. Trotzdem habe ich viele Jahre an dem Kontakt festgehalten, weil sie so lieb war und wir immer eine schöne Zeit miteinander hatten, wenn wir uns mal trafen.