D
Dr. Island
Gast
Hallo,
Ich weiß, ich habe schon mal einen Thread zu dem Thema gestartet, aber der alleine trifft es nicht, was mir seit Jahren durch den Kopf geht.
Ich lerne eigentlich fast durch die Bank, sei es über Schachverein, Universität, Sportangelegenheiten, Internet ausschließlich komische Menschen kennen. Das sind Menschen, die auch von anderen Leuten als komisch etikettiert werden (zumindest von zwei Freunden von mir, die aber leider in anderen Städten wohnen).
Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, ich ziehe die "kaputten Leute" an wie ein Magnet. Das sind tendenziell Sozialphobiker, das sind Menschen, die völlig desorganisiert, unzuverlässig sind usw. Ferner auch Menschen, die eine kaputte Liebesbeziehung auf ein Podest stellen bzw. über alles stellen und es sich sogar von ihrem Partner gefallen lassen, sich den Kontakt zu mir zerstören zu lassen.
Diese Menschen melden sich wenig von sich aus bei mir, die blocken häufig bei Treffen ab, sie unterscheiden sich in einigen Punkten von mir etc. Vielleicht unterscheiden sie sich sogar in den generellen Punkten zu sehr von mir.
Ich habe eine "Bekannte" (für manche wäre sie sicherlich ein Freund) an der Uni, die sozusagen total weltfremd ist. Die kann es sich bspw. nicht vorstellen, dass es Studierende gibt, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen oder bzw. sich verschulden (BAföG). Die Frau bekommt monatlich um die 900-1000 Euro im Monat von den Eltern. Wenn ich es ironisch formulierte, sagte ich: sie wird maßlos 'gepampert'. Ich weiß nicht, ob sie ein Umfeld in ihrer Heimatstadt hat, das überwiegend aus reicheren Leuten besteht; aber sie scheint es gewöhnt zu sein, dass die Leute bei ihrem Freizeitprogramm mithalten können. Die Frau geht im Monat 8-10x ins Kino, ins Theater, die ist beinahe an 6-7 Tagen abends ausgebucht (sie hat ein Hobby, zu dem sie alleine wöchentlich 3x abends geht, dann die Theaterbesuche usw.). Darüber hinaus kann man sagen, dass sie per se sehr verplant ist, sprich wenn du sie wegen eines Treffens fragst, kann sie per se nie spontan und muss als erstes in ihre Agenda gucken. Die plant selbst die ganzen Verabredungen mit ihren engeren Freunden auf Wochen oder Monate im Voraus. Was macht sie denn aber, wenn jemand urplötzlich erkrankt oder beruflich oder universitär nicht kann? (ich muss beinahe jedes zweite oder dritte Treffen bei ihr absagen, weil ich halt häufiger mal krank bin - wenn man Treffen Wochen im Voraus plant, kann so etwas mal passieren!)-
Die Frau hat mich mitunter wegen der "Termine" (= Treffen) schon so unter Druck gesetzt, dass ich das kaum in Worte fassen kann. Ich weiß die genauen Daten noch sehr gut, weil mich das schockiert hat, zumal wir ja dieselbe Uni besuchen bzw. sie sogar weitaus weniger Semesterwochenstunden belegt, nicht 10-15 h in der Woche arbeitet wie ich usw., dass sie mich am 15. Oktober gefragt hat, ob ich am 03. November Zeit habe? Mitten in der Nacht vom 15./16. Oktober bekomme ich eine SMS von ihr: "Kannst du jetzt nun am 03.11. Falls nein, nehme ich mir etwas anderes vor!" Für mich erscheint es so, als sie ständig nur nach ihrem Terminplaner lebt.
Für sie kommt es ferner nicht in Frage, einfach mal etwas zusammen zu machen, was nicht mit Kosten verbunden ist. Sie will immer nur essen gehen, ins Kino oder ins Theater. Ich selbst habe aber nicht ihr Budget und ihr das sogar mehrmals direkt oder durch die Blume vermittelt. Ich habe im Monat nicht mal 600 Euro, um ehrlich zu sein - deswegen lebe ich auch noch bei meinen Eltern.
Wenn ich mir solche Geschichten, wie das mit der Kommilitonin angucke, frage ich mich mitunter, ob ich mich im Irrenhaus befinde.
Viele meiner Ex-Kontakte wollten alles nur auf Terminbasis machen, sogar das Telefonieren. Meine Güte, wir sind doch alle keine Manager. Zumindest kenne ich persönlich überhaupt niemanden, der wirklich pro Tag so sehr beschäftigt ist wie ein Manager, jemand, der im "high business" ist.
Ich frage mich das schon, wieso man nicht einmal spontan telefonieren oder sich treffen kann, auch wenn wir Erwachsene sind. Bei dieser Kommilitonin werde ich die ganzen Aspekte noch einmal in Form eines Briefes ansprechen. Das kann so definitiv nicht weitergehen.
Zumal sie vieles nicht einsehen will.
Wenn ich z.B. mal Lust hätte, mich spontan mit ihr oder auch mit anderen zu treffen, würde das fast nie gehen. Angenommen ich rufe um 18:00 dort an: "Hast du um 20 Uhr Lust, etwas trinken zu gehen?" Oder gesetzt den Fall, ich erleide einen Schicksalsschlag, wäre auch niemand ad hoc zu sprechen. Bis auf die beiden Freunde, die in anderen Städten leben.
Ich weiß, dass es seltsam klingt; aber wenn die Lebenskonzepte und die familiär-finanziellen Hintergründe so unterschiedlich sind, kann es einfach nicht funktionieren.
Vor allem jammert mir meine Kommilitonin mit den 900 Euro im Monat auch noch die Ohren voll, sie käme mit dem Geld nicht aus. Wie lachhaft ist das denn bitte? Und dann will sie mir auch noch erzählen, sie könne sich von den 400-500 Euro, die sie im Monat zum freien Ausgeben hat, nicht einmal Kleidung und Kosmetika kaufen. Sie läuft teilweise in ganz abgewetzten Klamotten herum, nur um sich ihren Freizeitstress finanzieren zu können.
Selbst wenn ich im Monat nicht nur 250 Euro zur freien Verfügung hätte, würde ich das nie im Leben alles in Freizeitaktivitäten investieren. Man sollte sein Geld doch für alle möglichen Sachen ausgeben. Außerdem: der eine Freund und ich: wenn wir 400-500 Euro abzüglich der Miete und den Nebenkosten hätten, ja? Wir würden wahrscheinlich von dem Geld sogar noch 100-200 Euro sparen können.
Ich hoffe, dass eure Kommentare dazu nicht zu negativ ausfallen. Manches von dem, was ich schildere, wird sicherlich seltsam anmuten. Ich würde auch gar nicht sagen, dass ich neidisch oder eifersüchtig auf meine Kommilitonin bin, weil sie monatlich mehr Geld zur Verfügung hat. Ich finde es persönlich nicht gut, seinem Kind pro Monat so viel Geld zu geben. Meine Kommilitonin könnte doch auch von den Eltern den BAföG-Höchstsatz bekommen + Kindergeld (so wie es sonst normal ist) und den Rest dazu verdienen.
Ich finde es mit fast Mitte 20 nicht normal, wenn man komplett von den Eltern durchgepampert wird. Also dass man unterstützt wird, ja; aber doch nicht, dass so etwas wie Studiengebühren, Frisörbesuch und sonstige Anschaffungen alles nur von den Eltern bezahlt wird.
Ich komme aus einem Elternhaus, in dem sozusagen an Geld pro Monat nicht mehr als 900-1000 Euro zur Vefügung steht. Bei drei Personen, Hund etc. ist das durchaus wenig. Besonders weil wir in einer Großstadt leben. Wenn man mal davon absieht, dass ich noch bei meinen Eltern wohne (sie bekommen das Kindergeld), finanziere ich sonst alles selbst. Studiengebühren, Semesterbeitrag, Uni-Bücher, Essen, Kosmetika, Kleidung etc. Ich mache das mit BAföG und Nebenverdienst. Jedenfalls liege ich meinen Eltern, auch wenn ich noch bei ihnen wohne, nicht maßlos auf der Tasche.
Was ich sagen willst ist: wenn Menschen finanziell derartig unterschiedlich sozialisiert sind, merkt man das im Umgang einfach. Ich komme aus "ärmeren Verhältnissen" und die Familie meiner Kommilitonin ist mehr oder weniger reich.
Es mag sein, dass es viele Leute an der Uni gibt, bei deren Eltern das Geld keine Rolle spielt, d.h. die den Kindern durchaus 2000 Euro im Monat zahlen können; aber ist das für die Kinder wirklich so gut??? In puncto Autonomie und den Wert des Geldes schätzen, ist es sicherlich nicht gut. Das ist doch bei mir z.B. ein ganz anderes Gefühl, wenn ich z.B. für den Semesterbeitrag oder meine Kleidung selbst arbeiten gehe.
Ich kenne noch drei weitere Kommilitonen, die auch Geld zwischen 1000-2000 Euro pro Monat von den Eltern bekommen. Und nein, ich studiere gewiss nicht an einer Eliteuniversität. Auch wenn wir alle in einer Großstadt leben; aber niemand braucht als Student um die 2000 Euro im Monat.
Liebe Grüße
Insel
Ich weiß, ich habe schon mal einen Thread zu dem Thema gestartet, aber der alleine trifft es nicht, was mir seit Jahren durch den Kopf geht.
Ich lerne eigentlich fast durch die Bank, sei es über Schachverein, Universität, Sportangelegenheiten, Internet ausschließlich komische Menschen kennen. Das sind Menschen, die auch von anderen Leuten als komisch etikettiert werden (zumindest von zwei Freunden von mir, die aber leider in anderen Städten wohnen).
Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, ich ziehe die "kaputten Leute" an wie ein Magnet. Das sind tendenziell Sozialphobiker, das sind Menschen, die völlig desorganisiert, unzuverlässig sind usw. Ferner auch Menschen, die eine kaputte Liebesbeziehung auf ein Podest stellen bzw. über alles stellen und es sich sogar von ihrem Partner gefallen lassen, sich den Kontakt zu mir zerstören zu lassen.
Diese Menschen melden sich wenig von sich aus bei mir, die blocken häufig bei Treffen ab, sie unterscheiden sich in einigen Punkten von mir etc. Vielleicht unterscheiden sie sich sogar in den generellen Punkten zu sehr von mir.
Ich habe eine "Bekannte" (für manche wäre sie sicherlich ein Freund) an der Uni, die sozusagen total weltfremd ist. Die kann es sich bspw. nicht vorstellen, dass es Studierende gibt, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen oder bzw. sich verschulden (BAföG). Die Frau bekommt monatlich um die 900-1000 Euro im Monat von den Eltern. Wenn ich es ironisch formulierte, sagte ich: sie wird maßlos 'gepampert'. Ich weiß nicht, ob sie ein Umfeld in ihrer Heimatstadt hat, das überwiegend aus reicheren Leuten besteht; aber sie scheint es gewöhnt zu sein, dass die Leute bei ihrem Freizeitprogramm mithalten können. Die Frau geht im Monat 8-10x ins Kino, ins Theater, die ist beinahe an 6-7 Tagen abends ausgebucht (sie hat ein Hobby, zu dem sie alleine wöchentlich 3x abends geht, dann die Theaterbesuche usw.). Darüber hinaus kann man sagen, dass sie per se sehr verplant ist, sprich wenn du sie wegen eines Treffens fragst, kann sie per se nie spontan und muss als erstes in ihre Agenda gucken. Die plant selbst die ganzen Verabredungen mit ihren engeren Freunden auf Wochen oder Monate im Voraus. Was macht sie denn aber, wenn jemand urplötzlich erkrankt oder beruflich oder universitär nicht kann? (ich muss beinahe jedes zweite oder dritte Treffen bei ihr absagen, weil ich halt häufiger mal krank bin - wenn man Treffen Wochen im Voraus plant, kann so etwas mal passieren!)-
Die Frau hat mich mitunter wegen der "Termine" (= Treffen) schon so unter Druck gesetzt, dass ich das kaum in Worte fassen kann. Ich weiß die genauen Daten noch sehr gut, weil mich das schockiert hat, zumal wir ja dieselbe Uni besuchen bzw. sie sogar weitaus weniger Semesterwochenstunden belegt, nicht 10-15 h in der Woche arbeitet wie ich usw., dass sie mich am 15. Oktober gefragt hat, ob ich am 03. November Zeit habe? Mitten in der Nacht vom 15./16. Oktober bekomme ich eine SMS von ihr: "Kannst du jetzt nun am 03.11. Falls nein, nehme ich mir etwas anderes vor!" Für mich erscheint es so, als sie ständig nur nach ihrem Terminplaner lebt.
Für sie kommt es ferner nicht in Frage, einfach mal etwas zusammen zu machen, was nicht mit Kosten verbunden ist. Sie will immer nur essen gehen, ins Kino oder ins Theater. Ich selbst habe aber nicht ihr Budget und ihr das sogar mehrmals direkt oder durch die Blume vermittelt. Ich habe im Monat nicht mal 600 Euro, um ehrlich zu sein - deswegen lebe ich auch noch bei meinen Eltern.
Wenn ich mir solche Geschichten, wie das mit der Kommilitonin angucke, frage ich mich mitunter, ob ich mich im Irrenhaus befinde.
Viele meiner Ex-Kontakte wollten alles nur auf Terminbasis machen, sogar das Telefonieren. Meine Güte, wir sind doch alle keine Manager. Zumindest kenne ich persönlich überhaupt niemanden, der wirklich pro Tag so sehr beschäftigt ist wie ein Manager, jemand, der im "high business" ist.
Ich frage mich das schon, wieso man nicht einmal spontan telefonieren oder sich treffen kann, auch wenn wir Erwachsene sind. Bei dieser Kommilitonin werde ich die ganzen Aspekte noch einmal in Form eines Briefes ansprechen. Das kann so definitiv nicht weitergehen.
Zumal sie vieles nicht einsehen will.
Wenn ich z.B. mal Lust hätte, mich spontan mit ihr oder auch mit anderen zu treffen, würde das fast nie gehen. Angenommen ich rufe um 18:00 dort an: "Hast du um 20 Uhr Lust, etwas trinken zu gehen?" Oder gesetzt den Fall, ich erleide einen Schicksalsschlag, wäre auch niemand ad hoc zu sprechen. Bis auf die beiden Freunde, die in anderen Städten leben.
Ich weiß, dass es seltsam klingt; aber wenn die Lebenskonzepte und die familiär-finanziellen Hintergründe so unterschiedlich sind, kann es einfach nicht funktionieren.
Vor allem jammert mir meine Kommilitonin mit den 900 Euro im Monat auch noch die Ohren voll, sie käme mit dem Geld nicht aus. Wie lachhaft ist das denn bitte? Und dann will sie mir auch noch erzählen, sie könne sich von den 400-500 Euro, die sie im Monat zum freien Ausgeben hat, nicht einmal Kleidung und Kosmetika kaufen. Sie läuft teilweise in ganz abgewetzten Klamotten herum, nur um sich ihren Freizeitstress finanzieren zu können.
Selbst wenn ich im Monat nicht nur 250 Euro zur freien Verfügung hätte, würde ich das nie im Leben alles in Freizeitaktivitäten investieren. Man sollte sein Geld doch für alle möglichen Sachen ausgeben. Außerdem: der eine Freund und ich: wenn wir 400-500 Euro abzüglich der Miete und den Nebenkosten hätten, ja? Wir würden wahrscheinlich von dem Geld sogar noch 100-200 Euro sparen können.
Ich hoffe, dass eure Kommentare dazu nicht zu negativ ausfallen. Manches von dem, was ich schildere, wird sicherlich seltsam anmuten. Ich würde auch gar nicht sagen, dass ich neidisch oder eifersüchtig auf meine Kommilitonin bin, weil sie monatlich mehr Geld zur Verfügung hat. Ich finde es persönlich nicht gut, seinem Kind pro Monat so viel Geld zu geben. Meine Kommilitonin könnte doch auch von den Eltern den BAföG-Höchstsatz bekommen + Kindergeld (so wie es sonst normal ist) und den Rest dazu verdienen.
Ich finde es mit fast Mitte 20 nicht normal, wenn man komplett von den Eltern durchgepampert wird. Also dass man unterstützt wird, ja; aber doch nicht, dass so etwas wie Studiengebühren, Frisörbesuch und sonstige Anschaffungen alles nur von den Eltern bezahlt wird.
Ich komme aus einem Elternhaus, in dem sozusagen an Geld pro Monat nicht mehr als 900-1000 Euro zur Vefügung steht. Bei drei Personen, Hund etc. ist das durchaus wenig. Besonders weil wir in einer Großstadt leben. Wenn man mal davon absieht, dass ich noch bei meinen Eltern wohne (sie bekommen das Kindergeld), finanziere ich sonst alles selbst. Studiengebühren, Semesterbeitrag, Uni-Bücher, Essen, Kosmetika, Kleidung etc. Ich mache das mit BAföG und Nebenverdienst. Jedenfalls liege ich meinen Eltern, auch wenn ich noch bei ihnen wohne, nicht maßlos auf der Tasche.
Was ich sagen willst ist: wenn Menschen finanziell derartig unterschiedlich sozialisiert sind, merkt man das im Umgang einfach. Ich komme aus "ärmeren Verhältnissen" und die Familie meiner Kommilitonin ist mehr oder weniger reich.
Es mag sein, dass es viele Leute an der Uni gibt, bei deren Eltern das Geld keine Rolle spielt, d.h. die den Kindern durchaus 2000 Euro im Monat zahlen können; aber ist das für die Kinder wirklich so gut??? In puncto Autonomie und den Wert des Geldes schätzen, ist es sicherlich nicht gut. Das ist doch bei mir z.B. ein ganz anderes Gefühl, wenn ich z.B. für den Semesterbeitrag oder meine Kleidung selbst arbeiten gehe.
Ich kenne noch drei weitere Kommilitonen, die auch Geld zwischen 1000-2000 Euro pro Monat von den Eltern bekommen. Und nein, ich studiere gewiss nicht an einer Eliteuniversität. Auch wenn wir alle in einer Großstadt leben; aber niemand braucht als Student um die 2000 Euro im Monat.
Liebe Grüße
Insel
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