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Warum kann ich nicht vertrauen?....

Yenlowang

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

Ich hab ein problem damit zu Vertrauen...

Nun weiß ich aber nicht ob ich anderen Menschen (meiner jetzigen Freundin z.B.) nicht Vertraue, oder ob ich nicht in der Lage bin mir zu vertrauen...

Zum besseren Verständniss:

Ich bin während meinen ganzen Beziehungen, ich zähle als Beziehung etwas, was länger wie 2 Wochen dauert!, bei 3 Beziehungen von 2 Frauen betrogen worden. (was eine Reinfallquote von 66 % macht )

Das letzte Mal von meiner "noch Ehefrau", das pikante an der Sache, ich habe sie damals immer noch zu Ihren "Dates" gefahren, zwar unbewusst (ich wusste es ja nicht) aber ich habe es getan...

Als ich das herausfand fing ich an mißtrauisch zu werden...

Ich habe angefangen sie zu kontrollieren, hab in ihrem Verhalten mögliche Hinweise gesucht ob sie mich betrügt und warum... Ich hab immer gedacht das alles in Ordnung wäre, hab nicht gemerkt, das wir uns immer weiter von einander entfernt haben...

Sie hat bis jetzt nicht zugegeben das sie mich betrogen hat, ich weiß aber von einer ihrer Freundinnen, das sie mich das letzte halbe Jahr unserer Ehe und dem gemeinsamen Zusammenleben betrogen hat... (ihre Freundin hat den Fehler gemacht das sie bei uns angerufen hat und nach ihr gefragt hat, an dem Tag wo sie eigentlich schon 2 Tage bei dieser Freundin im "Urlaub" gewesen sein soll...)

Sie ist mir mittlerweile irgendwie egal.. ich warte nur noch drauf das wir endlich geschieden sind (ich glaube immer noch daran, das nach der Scheidung, eine Wagenladung seelischer Müll von mir abfällt) obwohl ich mittlerweile nicht mehr glaube das dies der Fall sein wird...

Dieser Vorfall scheint meinen letzten Rest Selbstvertrauen komplett vernichtet zu haben... Ich denke seit der Zeit mehr nach wie vorher... Ich war nie ein spontaner Mensch, ich hinterfrage seit ich denken kann, alles was ich tue... Aber es ist immer schlimmer geworden...

Ich habe mich seit der Trennung verändert...

Ich treibe wieder regelmäßig Sport, ich hab 45 KG abgenommen und habe mir einen "Traumkörper" antrainiert, habe seit dem Auszug ein neues Tattoo, trage eine Glatze, hab meinen Kleidungsstil komplett geändert... Wenn ich in den Spiegel sehe, habe ich dasGefühl, das dort ein anderer Mensch vor mir steht (zumindest optisch)...

Ich habe mich bei meinem Auszug von allem getrennt was mich an meine Ex- Frau erinnert, habe alle Fotos weggeschmissen, habe alle Möbel neu gekauft...

Quasi, alles was ich in die neue Wohnung an "persönlichen Sachen" mitgenommen habe (meine Bibliothek mal außen vor) passte in 2 Schuhkartons....

Aber was ich eigentlich damit bezwecken wollte, ist nicht eingetreten...

Ich wollte dieses ewige an sich selbst zweifeln, das hinterfragen warum ich jedesmal wieder betrogen wurde, warum ich mir in der Beziehung den Ar... aufreisse, treu bin und bis zum Schluss vertraut habe und denn doch einen Schlag in Nacken bekommen habe

Ich wollte das diese Fragen aufhören.... Aber es hat nicht aufgehört...

Ich wäre gerne einer der Typen "Hoppla, macht Platz, jetzt komme ich!!!"

Aber ich bin mittlerweile ein Typ, der von einer Klippe ins Wasser springen will... aber schon seit 3 Std. darüber nachdenkt ob das Wasser nicht vielleicht zu kalt oder zu nass ist...

Nun habe ich seit 2 Monaten wieder eine Freundin...

Ich kenne sie aber schon länger ~ ein halbes Jahr vorher. Wir haben viel über unsere vorherigen Beziehungen gesprochen, schon bevor wir zusammengekommen sind. Ich erlaube mir also sagen zu können, das ich weiß was Sie und ich von einer Beziehung erwarten. Ich bin glücklich, wenn sie da ist, sie tut mir wahnsinnig gut und ich weiß das sie gegenüber ihren Freunden nur von mir schwärmt.

Sie hat mir nie einen Grund gegeben ihr nicht zu vertrauen, war mir gegenüber immer offen und ehrlich, auch schon zu der Zeit, als wir noch nicht zusammen waren...

Sie hat während unseren Gesprächen immer sofort geantwortet, ohne darüber nachzudenken... Und das veranlasst mich dazu, zu sagen, das sie ehrlich zu mir ist. Sie hat mir von ihren vorherigen Partnern erzählt, das sie auch schon betrogen wurde und das sie weiß wie weh das tut, etc... Aber trotzdem sind die Gedanken da...

ich weiß nicht wie ich sie abstellen soll...

Ich weiß allerdings auch nicht was sie an mir findet, ich weiß nicht was mich zu einem Menschen macht mit dem man eine Beziehung führen kann...

Ich hab halt auch Angst das ich irgendwann nicht mehr so interessant bin, das es dafür reicht mit mir glücklich zu sein und das sie sich denn das Glück woanders sucht...

Ich war wegen der ganzen Gedanken schon bei einer Therapeutin, hab 20 Sitzungen hinter mir, allerdings habe ich für mich das Gefühl, das es nichts bringt... jede Sitzung hat mich wieder zum Nachdenken gebracht...

Hat wer vielleicht ein Rezept, was mir die Gedanken nehmen kann? oder hilft mir wieder zu vertrauen... in wen auch immer...

LG Axel
 
Ich glaube, es geht bei dir nicht um das Vertrauenkönnen, sondern darum, dass du unfähig bist zu lieben. Deine äußerliche Umwandlung macht keinen neuen Menschen aus dir. Du willst ein anderer sein. Aber so geht das nicht. Dein "Problem" wird weiterhin bestehen bleiben und du wirst bei der nächsten Frau wieder wie ein Ochs vorm Berg stehen und bei der übernächsten usw.

Es ist etwas anderes, das du noch nicht gelernt hast und das wird dir kein Psychologe der Welt einimpfen können.

Zu lieben bedeutet nicht sich zum Deppen zu machen. Das wird der Partnerin schnell langweilig und dann sucht sie sich einen Mann. Vielleicht solltest du hier ansetzen. Das erfordert Ehrlichkeit dir selbst gegenüber und das Weglassen von Verschönerungen (Ich bin doch soooo lieb, so treu, so...).

Was fehlt dir, damit eine Frau nicht das Gefühl hat, sie müsse "es" sich woanders holen? Damit meine ich nicht Sex. Es geht wahrscheinlich um viel mehr. Du hast vielleicht einen Teil in dir nicht heranreifen lassen oder weiter entwickelt, sodass er erwachsen werden konnte.

Die Frage: Warum kann ich nicht vertrauen? fühlt sich für mich irgendwie irreführend und falsch an. Beim Lesen deines Postings dachte ich, warum redet er bloß so viel drumherum und kommt nicht auf den Punkt? Wie die Katze um den heißen Brei. Und dann ist mir eingefallen, dass du diesen Punkt wahrscheinlich selbst nicht kennst. Du glaubst, es wäre die Unfähigkeit zu vertrauen daran schuld, dass deine Beziehungen in die Brüche gehen. Ich habe eher das Gefühl, dass etwas mit deiner Liebesfähigkeit nicht richtig läuft. Du denkst vielleicht, es würde ausreichen lieb und treu zu sein. Das ist aber ein sehr mageres und langweiliges Gerüst für eine Beziehung. Da braucht es entschieden mehr.

Und über dieses MEHR solltest du dir Gedanken machen, BEVOR du eine neue Beziehung eingehst.
 
Hallo,

Danke erstmal für die Antwort.

Ob ich nie gelernt habe zu lieben, weiß ich nicht. Wie lerne ich zu lieben, was ist Liebe?

Meine erste Freundin hat mich mit meinem damals besten Freund betrogen und ich hab sie erwischt. Warum steigt sie mit einem anderen ins Bett, wenn sie mich hat? Das war eine der Fragen, die mich lange Zeit beschäftigt hat. Weil ich es nicht verstanden habe.

Sie war aber auch jemand (ich hab das sehr viel später erst heraus gefunden), das sie das wohl schon öfter gemacht hat und nach mir mit noch einigen anderen...

Ich habe mit meiner körperlichen Veränderung, nicht versucht ein anderer zu sein, ich habe es gemacht, um "ich selbst" zu sein...

Was mich ausmacht, reduziere ich nicht auf den Körper. Sicherlich ist die Veränderung ein "positiver Nebeneffekt", aber ich in meinem Inneren habe mich ja nicht verändert. Ich bin mir bewusst, dass das breite Kreuz, die Tättowierung auf dem Oberarm und die Glatze keinen anderen Menschen aus mir macht. Meine "Hülle" kann mir die Ängste nicht nehmen. Wie sollte es auch, es ist nur ein Körper...

Ich habe schnell gemerkt, das mein Selbstvertrauen nicht besser wird, bloß weil ich in meinen und den Augen anderer besser aussehe.

Mache ich mich zum Deppen, wenn für mich Treue, Offenheit und Ehrlichkeit, das miteinander reden, mehr zählt als das Aussehen des Menschen? Ja, denn bin ich ein Depp...

Bin ich langweilig, weil ich gerne und viel rede? Mir ist das reden mit anderen Menschen sehr wichtig (eigentlich habe ich erst gemerkt, das es mir wichtig ist, als meine Frau und ich aufgehört haben es zu tun...). Oder bin ich langweilig, weil ich nicht hinter jedem Rock hinterher renne, oder auf Partys und Diskos hemmungslos flirte?

Ich rede mittlerweile mit meiner Freundin und auch mit meinen Freunden sehr viel, und es tut mir gut.

Ich dachte immer das Liebe auch bedeutet für den anderen da zu sein und zu ihm zu stehen egal was passiert. Das habe ich versucht, wahrscheinlich wohl auch ein wenig zu viel...

Ich bin halt gewohnt, für andere mehr als vielleicht üblich ist zu machen.
Als mein Vater damals gegangen ist, hat meine Mum mich und meinen Bruder alleine großgezogen, sie hat versucht es uns so gut wie möglich zu machen.

Aber das Haus musste bezahlt werden, wir Kinder mussten versorgt werden.

Sie hat viel gearbeitet in der Zeit. Da war es für mich klar, das ich ihr helfe wo es geht. (saubermachen, kochen, waschen, etc.) Und das habe ich halt so beibehalten.

Wahrscheinlich habe ich da schon verlernt, ich selbst zu sein, weil ich mir selbst viel zu früh zuviel Verantwortung aufgeladen habe...

Während der Beziehung und meiner Ehe habe ich alles gemacht, damit meine Frau glücklich ist (zumindest das was ich glaubte, was ich für ihr glücklichsein tun konnte)

Wir sind nicht mehr zusammen weg gegangen, weil sie nicht mehr weg wollte (sie fühlte sich nicht wohl unter Menschen, sie ließ sich gehen)... Irgendwann hab ich denn auch keinen Bock mehr gehabt alleine weg zu gehen, weil man ja eine Beziehung eingeht um Dinge zusammen zu machen...

Ich habe aufgehört Sport zu treiben, weil sie sagte, das möchte sie nicht, sie würde mich sonst ja garnicht mehr sehen, neben der Arbeit, denn noch 2 - 4x die Woche zum Sport...

Ich hatte damals einfach nicht den A**** in der Hose "nein" zu sagen, oder Dinge zu machen, auf die ich Lust hatte... Ich hatte aber auch nicht die Kraft meine Frau aus dem Gefängnis was sie sich selbst gebaut hat, rauszuholen.

Als wir uns damals getrennt haben, habe ich seitdem nie mit ihr darüber gesprochen, warum es passiert ist, warum wir uns getrennt haben. Es interessiert mich wirklich, weil ich gerne wissen würde, wann sie aufgehört hat, sich für mich zu interessieren. Ich möchte wissen, ob ich Fehler gemacht habe (andere Fehler, wie die, von denen ich glaube das es Fehler waren), oder ob wir uns einfach nur auseinander gelebt haben.

Sie lebt ja auch seit der Trennung mit dem Typen zusammen, mit dem Sie während unserer Ehe schon was hatte, aber sie selber hat sich nicht verändert. Genau der gleiche Trott wie während unserer Ehe. Sie gehen nicht weg, sie sitzen den ganzen Tag (nach der Arbeit) vor dem Computer, gehen denn ins Bett... Jeden Tag der gleiche Trott. Also habe ich vielleicht doch nicht soviel falsch gemacht, sie ist vielleicht einfach nur so ein Mensch. Der nichts anderes machen will...

Ich hoffe ja auch, das wenn ich diese Woche den Scheidungstermin hinter mir habe, das denn eine "Wagenladung" von mir abfällt, obwohl ich mittlerweile nicht mehr glaube das dies der Fall sein wird.

LG Axel
 
Wie lerne ich zu lieben, was ist Liebe?


Wenn du etwas über die Liebe lernen möchtest, dann musst du schweigen und leise werden. Man kann sehr viel ZERREDEN, weil man nicht versteht.

Verständnis kommt aus deiner tiefen, inneren Stille heraus. Solange du draußen laut bist und aktiv, kannst du die innere Stimme nicht hören. Es ist ein Horchen, so wie man die Luft anhält und aufmerksam staunt, wenn man etwas sehr schönes sieht, hört, spürt. Wenn du achtsam bist, wirst du die Liebe spüren und dann weißt du, was ich meine. Deine Gedanken, die ohne Pause aktiv sind und dein Nachgrübeln über eure Ehe - all das verhindert, dass du dich entspannst und dein Geist zur Ruhe kommt. Solange das Wasser Wellen schlägt, kann man nicht auf den Grund des Sees schauen. Auf dem Grund liegen aber die Antworten auf all deine Fragen.

Liebe ist jenseits deiner Vorstellung von ihr (Zitat von dir: Ich dachte immer das Liebe auch bedeutet für den anderen da zu sein und zu ihm zu stehen egal was passiert. Das habe ich versucht, wahrscheinlich wohl auch ein wenig zu viel...). Liebe kann auch bedeuten, den anderen in Freiheit und Liebe loszulassen und nichts für ihn zu tun, was er nicht für sich selbst tun kann.

Das breite Kreuz, die Tätowierung und die Glatze sind Krücken, die du zu brauchen glaubst. Du stellst nach außen etwas zur Schau, von dem du meinst, dass es dich besser aussehen lässt. Du weißt noch nicht, wer du in Wahrheit bist, deswegen brauchst du ein Image.

Du fragst nach Fehlern und was du falsch gemacht haben könntest. Ich denke, dass du dich nicht selbst geliebt hast und deswegen auch keine anderen Menschen lieben konntest.

Wenn zwei Menschen das gleiche tun, dann ist es noch lange nicht dasselbe. (Zitat von dir: Sie lebt ja auch seit der Trennung mit dem Typen zusammen, mit dem Sie während unserer Ehe schon was hatte, aber sie selber hat sich nicht verändert. Genau der gleiche Trott wie während unserer Ehe. Sie gehen nicht weg, sie sitzen den ganzen Tag (nach der Arbeit) vor dem Computer, gehen denn ins Bett... Jeden Tag der gleiche Trott.)
 

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