Hi Soror,
hä? An sich sage ich ja immer und immer wieder: Mensch Opfermädels, macht euch klar, dass ihr keine Schuld habt an dem was geschehen ist und bestraft den Täter...Ein bissel Mit-Schuld, am posttraumatischem Stress und weiteren negativen Folgen eines Traumas hat an sich dann nur ein Opfer, dass sich nach der Tat fehlverhält und nix gegen den Täter unternimmt und auch nix gegen das Trauma tut und nix dafür tut sich wieder aufzubauen, wieder an die bright side of life zu gelangen.....das würde ich schon so sagen...Hyperängstliche Menschen verkriechen sich zwar instinktiv erstmal, aber irgendwann wird doch bei jedem die Vernunft wach und man sagt sich: verkriechen hilft mir nicht, ich muss wieder raus ausm Bau und zusehen wie ich mit der veränderten Lage klarkomme.
Mag sein, dass man auchmal einen Kampf vor Gericht verliert..alle, die ich begleitet und sozusagen gecoacht habe, haben jedoch gewonnen...was an sich auch die Regel sein dürfte, wenn man einen guten Anwalt hat, sich psychologisch betreuen läßt und der Psychologe oder Berater vom Weissen Ring oder was auch immer Trauma bestätigt und man generell so einige Dinge beachtet...Ja es ist nicht leicht..aber JEDER/JEDE sollte sich diese Mühen gegen Windmühlenflügel anzukämpfen wert sein...Mein Beiname ist ja nicht umsonst in gewissen Kreisen Donna Quichotte..allerdings habe ich bislang auch jeden meiner Rechtsstreite auch gewonnen..man darf halt nicht zu früh aufgeben, braucht Biss, also Durchhaltevermögen....warhscheinlich hab ich den weil ich ja selber mal Gewaltopfer war und genau weiss wie schlimm Demütigungen sein können...und mittlerweile auch weiss wie man ihnen erfolgreich begegnen bzw. sie bereits im Ansatz vermeiden kann...das kann an sich JEDER lernen, ist an sich nicht viel dabei...mit der Zeit lernt man sowas schon...
Ich stimme dir vollkommen zu mit trockener Theorie...daher versuche ich Wissenschaft mit der Praxis zu verbinden..an der Uni war ich reinen Theoretikern deswegen ein Dorn im Auge, zumal ich mich ja eingemischt habe und offen kritisiert, analysiert habe...was an sich recht spassig ist...In einer Vorlesung wo mir veraltete Theorien serviert werden scheue ich mich nicht meine Meinung dazu zu sagen...hatte oft den Effekt, dass andere sich dann auch trauten mal ihr Maul aufzumachen und nur so können auch Profs was dazulernen!! Theorien sind ja eh ewige Baustellen, die immer wieder verbessert werden müssen und sollten. Sie entstehen in ständigem Dialog mehrerer Menschen miteinander..wenn jedoch keiner was dazu sagt oder auf Schwachstellen hindeutet..wie soll sich denn da was weiter entwickeln? Ich denke grad im Studium hat man auch Verantwortung, dass man , was man macht und studiert kritisch hinterfragt und sich einmischt...dann bewegt sich auch was! Denn es geht beim Studium ja um was was MICH angeht und interessiert und hier ist auch Leidenschaft und Engagement gefragt...denn wozu studiere ich sonst? Wenn ich nur wie ein Roboter automatisch zum Zweck der Berufsausbildung studiere und mich mit dem was an Theorie grad da ist stumm programmieren lasse...wird das nix! Mir geht es um die reale Substanz, die man aus Wissen ziehen kann und auch als Waffe gegen Unrecht einsetzen kann..das es wirkt weiss ich aus Erfahrung..diejenigen, die sich gegen Wissen sperren...haben halt nur halbe Chancen..wer viel über sich selber und die Welt weiss, wie alles so funktioniert, der erlangt mit dem Wissen auch ein gewisses Maß an Übersicht und Kontrolle..zumindest soweit, dass man gut mit der Realität klarkommt und sich durchzusetzen weiss, auch wenn es mal brenzlig wird.
Ich habe einen langen Weg aus dem Halbwissen, aus Ängsten, vielen Vorurteilen, vielen Fehlannahmen hinter mir..war harte Arbeit...aber für mich und eine Vielzahl anderer Menschen hat es was gebracht...Jeder Mensch hat Verstand, sollte ihn auch nutzen..auch zur Ausbildung von Vernunft als einer Instanz, die Herz=Gefühle (wie Angst, Liebe, Hass, Aggression etc.) und Verstand unter einen HUt bringt..viel zu oft machen es sich jedoch Frauen sehr leicht und bleiben bei ihren Gefühlen stehen..lernen nie sie offen zu artikulieren und durch Vernunft ein bissel zu kontrollieren...das halte ich für Mißbrauch an sich selbst...wenn man seine menschlichen Fähigkeiten nicht zumindest so weit entwickelt um überlebensfähig zu sein...Ja damit stelle ich schon nen gewissen Anspruch..aber ohne geht es halt nicht...also sollte man schon seine innere Angst und auch Voreingenommenheit ggü Wissenschaft und Theorie mal ein wenig runterschrauben...denn indem man pauschal ablehnt verpasst man oft was und nutzt nicht alle Möglichkeiten...es gibt auch andere Wege...ich bin ja nicht nur wissenschaftlich drauf..hab auch viel mit Zen, Buddhismus und dem Gegenteil von Denken gemacht...Reine Wissenschaft und Theorie ist ja eh recht langweilig und blutleer...da muss schon noch mehr da sein..Kampfsport, tanz, Reiten...nicht nur einen beweglichen Verstand haben, sondern auch nen einigermaßen beweglichen Körper ist genauso wichtig...das Leben als ne Art geschenkte Zeit ansehen um zu gucken was in einem alles so drin steckt...wir leben hier ja in dem Luxus Wissen und andere Möglichkeiten frei verfügbar zu haben...wäre ja blöd das nicht zu nutzen..
Ich war eine superängstliche, verunsicherte, total verwirrte überhaupt nicht toughe Tyra...habe dieses Häufchen Elend aber für alle Zeiten mit meiner Kindheit verlassen und bin erwachsen geworden...was ja an sich auch Jeder bzw. Jede kann..ist ja an sich der normale Lauf der Dinge, der menschlichen Entwicklung oder?? wenn einige lieber kleines ängstliches Kind bleiben wollen und nicht an sich glauben und auch nicht an die Möglichkeit glauben sich weiterentwickeln zu können....nun ja: Pech gehabt..was ich gelernt habe ist, dass man zu weiten Teilen selber mitbestimmt wer man ist und wie man sein will. Ich habe ab einem gewissen Alter (Pubertät) bewusst die Verantwortung für meine Charakterbildung übernommen und habe geformt...indem ich mich halt ins Leben gestürzt habe..auchmal gefallen bin, aber immer wieder voller Zuversicht aufgestanden und weitergekämpft habe...Denn dieser damalige Zustand der Demütigung, Verängstigung und Verwirrung war so intensiv und so ibah für mich, dass ich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt habe um sowas NIE wieder zu erleben....Als ängstliches Mädel habe ich mich auch immer irgendwie unwürdig und unwohl gefühlt...und mir dann ziemlich viel abverlangt...um weg zu kommen vom mangelnden Selbstbewusstsein und zu viel Angst...Kann ja sein, dass dieses Grundgefühl der Verwirrtheit und Unsicherheit für mich derart schlimm war dass es reichte mich in Bewegung zu setzen, andere dieses Grundgefühl der Ängstlichkeit nicht so extrem unangenehm empfinden/wahrnehmen oder eher als Gewohnheit...und daher nicht so schnell was dagegen tun und daher darin stecken bleiben? Oder aber anders drauf reagieren..weil sie sich von vornherein aufgeben und dem Irrglauben verfallen sind, dass sie eh nix aus eigener Kraft ändern können. DAbei hat jeder diese innere Kraft, man muss nur an sie glauben, dass ist der Trick dabei..ein einfacher Denktrick und schwupp öffenen sich zig Türen zu neuen Möglichkeiten.
Mag sein, dass Menschen verschieden sind, aber irgendwo haben sie auch Gemeinsamkeiten: sie sind ALLE höchst lern- und entwicklungsfähige Wesen..ob sie ihre Möglichkeiten ausschöpfen oder nicht, ihre Chancen wahrnehmen oder nicht bleibt jedem Einzelnen überlassen. Ich habe mir selber die Zeit zur Entwicklung halt gegeben...anstatt einfach so nach Vorgaben anderer zu leben hab ich mich aus Abhängigkeitsverhältnissen ausgeklinkt und zugesehen was für mich vom Leben zu haben.
Ich glaube nicht so sehr an Zufall oder Glück sondern auf die Mitbestimmung des (teilweise) freien Willens. Ein glückliches Leben ist an sich für jeden möglich, nur die die nicht daran glauben schließen sich diese Türe selber zu.
Ich brauche nicht alles Elend dieser WElt miterlebt zu haben um nicht zu wissen und auch nachempfinden zu können wie sich Leid und Elend anfühlen...als Emphat, also Mensch mit Einfühlungsvermögen kann ich mich sogar extrem tief in andere Menschen hineinversetzen und zudem habe ich Angst, Verwirrtheit, Demütigung ja auch hautnah erlebt und weiss bzw. erinnere genau wie sich das anfühlt..übrigens bin ich bereits seit rd. 20 Jahren pädagogisch und beratend tätig...habe mich in so ziemlich allen Szenen herumgetrieben..war oder bin z.T u.a. mal Punklady, mal Wissenschaftlerin, mal Künstlerin, mal Universitätsangestellte, Sozialberaterin, Rechtsberaterin, Kinderbetreuerin, Managercoach, Reitlehrerin, Sportlerin...man kann ohnehin sehr vieles sein...wenn man sich das zutraut...und an sich ist es ja auch interessant und bereichernd und nur so sammelt man Lebenserfahrung...
Du hast Recht der Weg zwischen Wissen/Theorie und der Umsetzung ist oft nicht leicht zu finden..aber auch nicht so schwer ihn nicht zu finden...da muss halt jeder gucken..wie er seinen eigenen Weg findet...schlau sind die die dabei auch Hilfe annehmen...Verhaltenstherapie ist ein guter Wegweiser...Können kann man vieles, nur zutrauen muss man es sich um es auch umsetzen zu können...An sich braucht es nur einen guten Ansatzpunkt und der Rest ergibt sich dann von selber...aber diesen Ansatzpunkt muss man natürlich erstmal suchen und finden.
Das mit dem uneinsichtigen Umfeld und grinsendem Täter und das der nochmals zulangt kann natürlich auch passieren...ist natürlich ne krasse Sache..wobei das mit Armbruch und blauem Auge ja noch relativ gut ausgegangen ist und der Täter damit ja nen ziemlich dämlichen Fehler gemacht hat, dem man zum eigenen Vorteil ihm postwendend mit Anzeige wegen Köperverletzung, Antrag auf Wiederaufnahme des Vergewaltigungsprozesses + Schmerzensgeldklage aufs Butterbrot schmieren kann..was hoffentlich geschehen ist!?..manchmal kriegt man halt nicht sofort sein Recht ....aber besser spät als nie...
Ich denke mit es schaffen kann vieles gemeint sein...jeder muss halt seine Art finden es zu schaffen..ich kenne auch jemanden, der den Täter nicht angezeigt hat es aber dennoch geschafft hat indem das Opfer unter meiner Mithilfe außergerichtlich den Täter zur Zahlung von 150.000 EURO und Überschreibung einer Immobilie bewegt hat..Gerechtigkeit findet halt oft auch unkonventionelle Wege...😀 😀 Es schaffen könnte auch heißen das Trauma zu verarbeiten, nach Kanada zu ziehen und ein total neues Leben anzufangen..oder was weiss ich. Es geschafft zu haben bedeutet in meinen Augen, dass das Trauma sich in einen händelbare Erinnerung gewandelt hat wie ne Art schlechter Traum oder ein ungemütliches EReignis, was man mal erlebt aber abgehakt hat und einen normalen Alltag lebt ohne immer wieder belastet zu sein..wieder Spass beim Sex hat, keine psychischen oder körperlichen Stresssymtome mehr aufweist, nicht autoaggressiv ist etc...Klar braucht das seine Zeit...aber man sollte dran denken: Zeit ist kostbar und es ist wichtig so schnell wie möglich wieder so viel wie möglich Lebensqualität zu haben und sollte auch bereit sein dafür unbequeme Wege zu gehen und etwas zu MACHEN...nicht grübeln oder passiv dahocken, sondern konkrete Schritte unternehmen. Grad der Weg aus der Passivität die ja grundsätzlich Opfergebaren ist ist total wichtig und ein Schritt zum Erwachsenwerden, indem man aktiv sein Leben mitgestaltet. Das ist man sich irgendwo schuldig finde ich...sollte man sich wert sein.
Gruß
Tyra
P.S Einige Pädagogische Theorien kenne ich auch...da ich jedoch kritische Wissenschaft betreibe schlucke ich nicht alles einfach so was ich an Theorien geboten kriege, sondern sammle mir gute und meiner Ansicht nach ausreichend realitätsangepaßte Sachen raus und bastle mir daraus meine eigene Theorie...ich bin z.T. heftige Kritikerin der allgemeinen Pädagogik und eher für ein Mischkonzept aus VErhaltensbiologie, Anthroposophischer Pädagogik, ein Schuss Motessori, einem Schuss Buddhismus + einiger Anteile der allgemeinen Pädagogik..Das es Die perfekte Theorie nicht gibt und auch nie geben wird sollte ja an sich auch klar sein..man muss halt gucken was einigermaßen passt, selber ein wenig dran rumschrauben und gucken ob man damit klarkommt. Fertig ausgelernt hat man eh nie..auch über die Studienzeit muss man immer am Ball bleiben um Schritt halten zu können mit den sich ständig ändernden Realitäten.
Ich denke um den Job eigenständig zu denken und zu urteilen und sich selber ein Bild von den Dingen zu machen kommt man net drum herum..,dazu muss man jedoch am Ball bleiben und lebenslang lernen...ist aber auch keine großartige Sache..man kann ja einfach Denken zum Hobbie haben und anstatt nur Frauenzeitschriften zu lesen sich auch mal Scientific American oder sowas antun...
Klarerweise kenne ich auch nicht alle Theorien...aber schon mittlerweile recht viele..bin noch am Sammeln..und das hört nie auf fürchte ich....
Es gibt übrigens auch moderne pädagogische Theorien, die jedoch oft noch nicht an allen Unis zu finden sind..die echt besser sind..sowas braucht leider immer seine Zeit bis das zur allgemeinen Lehre wird..leider...seufz...
Meine Schwester ist Sozialpädagogin...sie hat halt aus dem was sie an der Uni gelernt hat was Eigenes draus gemacht...oder wie ich während des Studiums damit es nicht zu langweilig wurde...einfach mal ne dargebotene Theorie im Seminar aufgemischt..macht eh Spass zu diskutieren, zu sezieren, zu analysieren und zu gucken was so hinter den Theorien steckt (Metaebene..Philosophensache in meinen augen eher Jedermannssache) ...die meisten Profs, außer den antiqiuierten Traditionalisten mögen das ja...und letztere Profs sucht man sich selbstredend NIcht für die Abschlussprüfung aus...Ich war auch mal bei einer Pädagogin beratend tätig, die krasse ERziehungsprobs mit ihrem jugendlichen kind hatte...grad Pädagogen stehen ja im Ruf pädagogisch totale Niete zu sein...wenn sie nach reiner Studienvorgabe vorgehen und es dabei belassen die Vorgaben unanalysiert und unkritisiert zu schlucken...ich kenne aber auch Pädagogen, die durchs Studium nicht völlig versaut wurden und die ganz o.k. sind.