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Wann kann ich mich endlich öffnen?

Blue._

Neues Mitglied
Ich hänge jetzt schon lange daran und muss er irgendwie loswerden ansonsten geh ich kaputt!
Ich hab seid ich 12 bin ein Geheimnis, von dem nicht mal meine Beste Freundin weiß da ich einfach nicht in der Lage bin mich zu öffnen...
Ich bin in einem sehr religiösen Haushalt und Umfeld aufgewachsen und mir wurde früh beigebracht was richtig und was falsch ist. Homosexuell zu sein war natürlich ein No-Go! "Sowas ist nicht normal" "Die bilden sich das alles doch nur ein" , was anderes hab ich bis zu meinem 12 Lebensjahr auch nicht gedacht. Doch dann man sie! Ich fühlte mich wohl und dachte das sie nur eine Normale Freundin sei, doch so war es nicht... Ab diesem Zeitpunkt wusste ich das ich auf Frauen stehe. Ich kann das natürlich keinem erzählen, niemandem! Alle um mich herum sind komplett homophob und wollen sich nicht mal damit auseinandersetzen. Klar ich würde einfach ausziehen wenn ich könnte, aber das geht mit 15 Jahren einfach nicht.. Ich brauch endlich freunde um mich her rum die genauso sind wie ich und denen ich mich öffnen kann! Hinzu kommt das ich seid einem halbe Jahr weiß das ich Non-Binary bin (kein Geschlecht habe) und das macht die Situation noch schlimmer. Meinen Eltern irgendwann zu erzählen das ich Pansexuell bin, ist schlimm aber das könnten sie vllt noch akzeptieren, jedoch ein Kind zu haben das behauptet kein Geschlecht zu haben ist unmöglich! Ich währe eine Schande für die ganze Familie und ich könnte nie wieder aus meinem Zimmer raus!
Ich brauche normale Leute um mich herum, die genauso sind wie ich!

-Blue
 

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Hallo Blue,
erst einmal danke für Deine Offenheit uns hier im Forum gegenüber, dass Du uns das anvertraut hast.

Ich selbst bin auch in einem ziemlich religiösen Umfeld aufgewachsen, in einer evangelischen Freikirche und habe bis jetzt, mit 24, damit zu kämpfen. Mit den einengenden Auslegungen der Bibel, Angst davor, nicht genug zu glauben und Ähnliches.
Seit zwei Jahren etwa setze ich mich mit dem, wie ich aufgewachsen bin und was mir über Gott beigebracht wurde, auseinander. Ich bin dabei auf diese Seite hier gestoßen:
https://www.sektenausstieg.net/infolink/forum.php?s=c7d1faf1c71beae6742598cb7a3c6100
Ein Forum für Aussteiger aus Sekten. Es schreiben dort viele Aussteiger aus den Zeugen Jehovas, aber auch aus anderen Gemeinschaften. Wahrscheinlich findest Du dort Menschen, die Ähnliches erlebt haben und mit denen Du dich zumindest virtuell austauschen kannst.

Bezüglich Freunde im realen Leben: Es gibt christliche Gemeinschaften, die ihre Kinder auf private, christliche Schulen schicken, ich weiß nicht, ob Du eine reguläre Schule besuchst oder nicht. Falls Du auf eine reguläre Schule gehst, wäre das vielleicht eine Möglichkeit, neue Freunde zu finden. Falls Deine sozialen Kontakte hauptsächlich aus Mitgliedern dieser - ich sage mal Gemeinschaft, da ich nicht genau weiß, um welche Glaubensrichtung es sich handelt - bestehen, wäre eventuell eine Möglichkeit, durch eine Sportart neue Kontakte zu knüpfen. Bei Sport gibt es, außer in manchen Kampfkünsten, keine spirituelle Komponente, die von einer religiösen Gemeinschaft als problematisch angesehen werden könnte.

Ich hoffe, ich kann Dir damit ein bisschen helfen. Und wünsche Dir alles Gute!
Viele Grüße aus dunklen Wäldern
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Mittlerweile gibt es in jeder größeren Stadt Treffs für homosexuelle Jugendliche. Frag mal bei pro Familia nach oder google dir den nächsten Treff in deiner Nähe. (Dort sind auch pansexuelle, nicht-binäre oder bisexuelle Menschen willkommen. Eltern können nicht alles verstehen, aber das muss dich nicht weiter jucken. Es gibt geeignete Anlaufstellen.)
 

Lebens-Erfahrene

Aktives Mitglied
Hallo Blue,
schön das Du hierher gefunden hast (hier findest Du bestimmt Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind/waren und mit denen Du Dich austauschen kannst). Meine Situation ist insofern vergleichbar, dass mein familiäres Umfeld auch seit jeher meine Fähigkeiten abstreitet und regelrecht "bekämpft". Sie wissen einfach nicht, wie sie damit umgehen sollen.

Du hast das große Glück, in einer Zeit aufzuwachsen, die für Menschen wie Dich immer offener wird. Die sexuelle Ausrichtung wird immer "normaler" und ist sicher irgendwann auch kein Tabu-Thema mehr. Das Wort "normal" gebrauche ich ungern, da es für mich kein "normal" gibt. Da könnte man einen eigenen Thread zu eröffnen. Es ist geht mit dem Begriff halt um das, was die Gesellschaft für normal hält und die Gesellschaft (=Welt) ändert sich stetig. Normalität steht auch oft in Beziehung zu Vorurteilen und anderen Faktoren.

Ich sage daher immer, das ich normal bin, aber anders normal als andere. Denn obwohl ich schon erwachsen bin, ist es immer noch so: Sobald ich Leute erzähle, das ich ein Mensch auf einem spirituellen Weg bin, dann wenden sich viele - aber nicht mehr alle (!) - von mir ab. Besonders in meinem Umfeld (wohne wohl in der falschen Gegend ;) ). Das ist mir aber inzwischen egal. Es ist völlig o.k. für mich, denn jeder hat das Recht so zu sein, wie er/sie/divers ist. Ich bin, die ich bin. Und es ist MEIN Leben. Und irgendwann wirst Du gelernt haben, auch so zu denken.
In drei Jahren bist Du Erwachsen, kannst ausziehen. Baue Dir dann ein eigenes Leben auf und irgendwann, wirst Du dann wissen, dass der Zeitpunkt gekommen ist, Dich auch Deinen Eltern zu offenbaren.

Es ist egal, was andere denken und wie sie reagieren. Auch Deine Eltern MÜSSEN (irgendwann) damit leben. Aber warte mit Deiner "Öffnung" bis Du selbst zu 100% hinter Dir stehst. Denn dann belasten Dich die Reaktionen anderer - egal ob Eltern, Freunde, Umfeld im Allgemeinen - nicht mehr. Jetzt kannst Du schonmal das machen, was @Schroti Dir geraten hat und Du kannst über's Internet Leute finden, die so sind wie Du, womit Du ja hier auch schon begonnen hast. Auch ich habe viele gefunden, die so sind wie ich und sie bestärken mich darin, meinen Weg zu gehen. Aber erstmal musste ich Leute finden, die mich so akzeptieren, wie ich bin, denn damit lernte ich mich selbst 100%ig zu akzeptieren und aufzuhören, mich an den Reaktionen anderer auf mich zu orientieren.

Auch wenn es noch etwas dauert, kannst Du so schon - wenn auch heimlich - Gleichgesinnte finden und Dich mit Ihnen austauschen. Das wird Dir helfen, bis es irgendwann so weit ist.

Liebe Grüße LE
 

Northern Light

Aktives Mitglied
Hallo Blue, schade, dass du mit deinen Eltern nicht darüber sprechen kannst. Du bist ja kein anderer Mensch deswegen. Ich kann aber verstehen, dass das ein Angang und daher vielleicht jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt für dich ist. Trotzdem wäre es, wie du selbst schreibst, sicher gut für dich, wenn du dich mit Gleichgesinnten austauschen oder zumindest damit in deinem Freundeskreis nicht hinterm Berg halten müsstest. Bist du sicher, dass du mit ihnen nicht darüber reden kannst? Viele Jugendliche sind ja eigentlich inzwischen sehr offen mit dem Thema. Und falls du herausfinden möchtest, ob jemand evtl so tickt wie du, brauchst du ja nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Da gibt es doch einiges an versteckten Möglichkeiten, z.B jemanden zu fragen, ob er Sweater Weather von The Neighborhood mag. Oder Girls von Girl in Red (ich weiß jetzt nicht, ob du als Mädchen oder Junge geboren bist). Im Zweifelsfall wird dein Gegenüber wissen, was du damit meinst. Und wenn nicht, passiert ja auch nichts weiter. Ich wünsche dir alles Gute.
 

Sadie02

Aktives Mitglied
Hi!

Das Wichtigste wurde hier schon geschrieben und der Tipp, über das web oder auch in deiner Stadt Kontakte mit Menschen zu knüpfen, die so sind wie du, ist sehr gut. Da gibt es wirklich in jeder halbwegs großen Stadt Anlaufstellen und Treffs. Manches wird derzeit eher online laufen, aber die binden dich ein und das Gefühl, damit alleine zu sein, wird vermutlich weniger werden.

Du bist auf jeden Fall nicht falsch. Deine Orientierung ist nicht falsch. Falsch ist es allerdings, eine Religion als Zwang fürs Leben zu nehmen wie es bei deiner Familie passiert. Religion soll ja, wenn man sie braucht, das Leben stärken und erweitern. Und nicht einengen.

Du bist niemandem Rechenschaft schuldig. Du bist normal und sehr gut wie du bist!


Alles Gute!
 

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