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Wann ist es genug gelebt?

  • Starter*in Starter*in Steinchen
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S

Steinchen

Gast
zu beginn moechte ich ein gedicht veroeffentlichern, das nicht von mir stammt, mich aber so bewegt, dass ich es seit 7 jahren nicht vergesse.


genug gelebt!

wenn ich einmal den tod waehlen sollte vor der zeit,
wuensche ich das man sagt:er ist an sich selbst erstickt.
dann stecke ich auch - zum zeichen- mir die faust in den rachen
um am ende alle deutungen auf niemanden mit dem finger zu weisen.

meine wahrnemung: eine selbsttoetung, die erwaechst aus einem abgewogenen beschluss findet noch weniger verstaendnis, als jene die im affekt ausgefuehrt wird. dabei beziehe ich mich nicht auf das verkuerzen einer krankheitsperiode, sondern darauf das jemand einfach genug probiert hat und einfach keine lust mehr hat weiter zu machen.


menschen beschreiben mich als ueberdurschnittlich intelliegent, froehlich, chaotisch, sexy, sehr creatiev... ( ... ja, ich habe genuegend feadback erfragt um sicher zu sein...). ich bin ehrlich zufrieden mit meinem koerper, sehr vielseitig interessiert, habe drei abgeschlossene berufe, (den letzten auf universitaerem niveau). ich habe freunde und familie, jedoch keine eigenen kinder und keinen partner.

warum sollte ich den wunsch entwickeln lieber nicht mehr weiter zu leben?

ich bin geboren mit dem geistigen handicap hochwaarnehmend zu sein. das bedeutet, dass jede noch so unbedeutente information von meinem gehirn verarbeitet werden muss. die filterprozesse im gehirn, welche bei normalen menschen dafuer zorgen das kein overload entsteht, arbeiten bei mir nur eingeschrenkt. es ist schwierig damit zu leben in einer welt der reizueberflutung.

hsp sorgt dafuer, dass ich entweder hochempfindlich bin oder mit einem brett vorm kopf in der welt stehe, weil ich aus kapazitaetsgruenden voellig dicht mache. dann zeige ich ploetzlich verhaltensmuster die fuer aussenstehende nicht nachzuvollziehen sind. und was man nicht begreift haelt man lieber auf abstand. das gilt vor allen fuer arbeitgeber. (hatte ich in den letsten 3 jahren 11 veschiedene!) demzufolge verliere ich staendig wieder meine arbeit und es wird immer schwieriger welche zu finden.

seit ich denken kan weiss ich dass ich anders bin. seit drei jahren weiss ich, ich bin hsp. ich habe sehr, sehr viel getan um einen weg fuer mich zu finden. dabei habe ich auch professionelle hilfe in unterschiedlichster form angenommen. trotsdem stehe ich an einem punkt, wo ich einfach keine lust mehr habe dieses theater noch weiter mit zu machen.

das bringt mich auf das thema der selbsttoetung. ich untersuche dezeit ob dieser weg der ist, den ich gehen moechte. ganz ehrlich? je laenger ich nachdenke, deso attraktiever ich die idee finde. ich faende es unsinn wenn sich andere fuer meinen schritt verantwortlich fuehlten. es is meine entscheidung.

ich fuehle mich verantwortlich dafuer, das meine mitmenschen so wenig wie moeglich probleme haben mit dem, was ich hinterlasse. wenn sie sich per se schuldig fuehlen wollen, kann ich sie nicht daran hindern. gern weise ich sie aber darauf hin, gut ueber den zusammenhang von schuld und bewustsein nachzudenken..
 
Hallo Steinchen,

zu beginn moechte ich ein gedicht veroeffentlichern, das nicht von mir stammt, mich aber so bewegt, dass ich es seit 7 jahren nicht vergesse.


genug gelebt!

wenn ich einmal den tod waehlen sollte vor der zeit,
wuensche ich das man sagt:er ist an sich selbst erstickt.
dann stecke ich auch - zum zeichen- mir die faust in den rachen
um am ende alle deutungen auf niemanden mit dem finger zu weisen.
von wem ist denn dieses Gedicht?

[Trotz verschiedener professioneller Hilfen im Kampf gegen das "anders sein"] stehe ich an einem punkt, wo ich einfach keine lust mehr habe dieses theater noch weiter mit zu machen.
Genau das ist aber der falsche Umkehrschluss: "Ich bin ein Ganzes und ein Teil von mir ist unerwünscht - den unerwünschten Teil werde ich aber nicht los, deshalb ist das Ganze unerwünscht."

Viele Grüße,
Jens
 
hallo jens, dieses gedicht habe ich einmal von einem bekannten eines bekannten zu ohren bekommen in folge eines gespraeches. es ging in diesem zusammenhang um romantik und um romantische gefuehle. ein junger man von ca 25 hat es verfasst. leider kenne ich seinen namen nicht.


Was deine Kampf gegen das anders-sein anbelagt, denke ich das du mich misverstanden hast, ich habe begriffen, dass ich nicht GEGEN etwas kaempfen kann was mir angeboren ist. ich kaempfe MIT einer permanenten reizueberflutung. und ich kaempfe UM einen platz in dieser welt, an dem ich es aushalten kann.

hochsensitiv sein ist AN SICH eine neutrale eigenschaft. es kann selbst fantastisch sein, wenn es einem gelingt diese faehigkeit einzusetzen. HSPers nehmen subtile details wahr, die den meisten anderen menschen entgehen. NUR: eine wesentliche voraussetzung zum einsatz dieser gabe sind die randbedingungen.

Ein Beispiel: Stell dir vor dass du ploetzlich und ohne dass du etwas dagegen unternemen kanst spontan in traenen ausbrichst, und das weil deine werten kollegen den ganzen tag im buero das radio plerren lassen uns du irgendwann einfach overload bist weil du dich nicht konzentrieren kanst von dem hektischen gebabbel.

( lassen wir an dieser stelle einfliessen, dass ich viel kreatievitet eingesetzt habe um das problem zu beherrschen. das reicht von erklaerenden gespraechen mit kollegen ueber gehoerschutz, bis zu teapie und pillen.)

von arbeitgebern bekomme ich oft zu hoeren das ich unglaublich intelligent und ínventiev bin, und das es mir an charme nicht mangelt und dann kommt das grosse ABER ..... und dann stehe ich wieder auf der strasse.


tatsache ist: man braucht nicht nur geld um seine miete zu bezahlen, ich moechte auch gern arbeiten. arbeitslos oder besser arbeitssuchend zu sein ist fuer mich purer stress. schon allein wegen der behoerden die alles in schubladen und regeln pressen. und menschen wie ich, passen da nicht rein. gerade dieser stress sorgt dafuer, dass ich noch weniger gut funktioniere.

haeufig habe ich das gefuehl, dass ich blinden versuche zu erklaeren was gruen ist, wenn ich probiere meine mitmenschen zu erklaeren, was es bedeutes hsp zu sein. ich bemuhe mich wirklich um verstaendnis. das beinhaltet natuerlich, dass auch ich begreife, warum menschen mich lieber nicht um sich haben wollen. was anders ist, macht angst.

last but not least habe ich auch jobs angenommen als fliesbandarbeiter um geld zu verdienen, ohne geht es ja nicht. das lief gut bis ich arbeit in meinem fachgebiet angeboten bekam und wiedermal die probezeit nicht ueberstanden habe.

ich versuche nun wieder in die produktion zurueck zu kommen. resultat? der letzte job war ein gluecksfall den ich besser nicht aufgegeben haette! ich bekomme nur ablehnungen! ueberqualifiziert! zo langsam ist mir das lachen vergangen.

FAZIT: meine gabe ist ein handicap in dieser gesellschaft, und ich habe manchmal echt die nase voll.


aber gut, genug von mir erzaehlt! ich moechte gern zu nachdenken anregen.

Wenn jemand ein schweres koerpeliches leiden hat ohne aussicht auf besserung, trifft man auf meht oder weniger verstaendnis, wenn sich jemand das leben nimmt. Bei unsichtbaren krankheiten oder handicaps nimmt man es den menschen uebel.

es gibt genug menschen, die mich egoistisch und feige finden, wenn ich darueber negativ enscheide, ob ich mein leben lebenswert genug finde. Es ist so einfach so zu denken.

Ich moechte es auf nehmen fuer diejenigen, die selbsttoetung als alternative erwaegen. MUSS ICH WEITERLEBEN, NUR WEIL DIE MENSCHEN UM MICH HIN MICH NICHT LOSLASSEN KOENNEN?
 
Hallo jens, du scheibst "Genau das ist aber der falsche Umkehrschluss: "Ich bin ein Ganzes und ein Teil von mir ist unerwünscht - den unerwünschten Teil werde ich aber nicht los, deshalb ist das Ganze unerwünscht."

was waere nach deiner ansicht der richtige oder bessere oder andere ansatz?

das, was du beschreibst, ist naemlich genau das, was ich immer wieder erfahre.

viele gruesse und danke fuer deine reaktion.


PS: ich bin nicht nur ein ganzes (ich fuehle nich uebrigens gerade ziemlich zerlegt und so gar nicht ganz) , ich bin auch teil eines systems. genau an diesem system scheine ich immer wieder zu scheitern.
 
Hallo Steinchen,

es ist natürlich nicht akzeptabel, dass wenn man "nicht ganz ins System passt" dass dann als Gegenmittel die (Selbst-)Ausgrenzung bis hin zur (Selbst-)Tötung angewendet wird. Leider ist es aber in unserer Gesellschaft so, dass genau das passiert, bei "unzureichender Konformität" einzelner Menschen...
das, was du beschreibst, ist naemlich genau das, was ich immer wieder erfahre.
Hm, ich weiß jetzt nicht genau, wie du das meinst...ich nehme mal an, dass es dir immer wieder passiert, dass die Leute gerne "Kahlschlag" betreiben - also das Ganze ist unerwünscht, auch wenn nur ein Teil unerwünscht ist.

Tja, meiner Meinung nach wäre es falsch, sich an die Kahlschlag-Mentalität anzupassen - denn sie widerspricht humanistischen Grundsätzen (wobei ich von selbigen nicht wirklich viel verstehe...). Eine wenig bessere Alternative wäre etwa, sich einer anderen, toleranteren Gesellschaft anzuschließen.
Ich halte aber das dagegen Ankämpfen für das Beste. Natürlich wird man die Menschen nicht umerziehen können, aber man kann doch so "sein", dass sie ihre Vorurteile von alleine aufgeben. Ja, ich weiß, das funktioniert nicht bei allen...aber dafür gibt es auch Leute, bei denen man nicht erst noch nachhelfen muss.

Die Sache mit dem hochwahrnehmend sein...also unter diesem Begriff oder als "HSP" habe ich darüber noch nichts gehört...aber die Symptomatik von ADS/ADHS dürfte doch genau dem entsprechen. Damit habe ich mich mal beschäftigt, weil auch ich einige Anzeichen dafür bei mir festgestellt habe. So kann ich es auch nicht leiden, wenn irgendwelche Hintergrundgeräusche da sind, wenn ich mich auf eine Sache konzentrieren will. Oder wenn ich auf Internetseiten einen Text lesen will und gleichzeitig blinkende Werbebanner oder animierte Bildchen zu sehen sind, dann muss ich das manchmal auch erst abschalten, weil es mich sonst zu sehr ablenkt. Ich denke, dass auch "normale" Menschen mehr oder weniger gestresst reagieren, wenn sie bei geistiger Arbeit ständig störende Reize ausblenden müssen. Ein HSP'ler muss da natürlich wesentlich mehr Aufwand betreiben, damit ungestörte Produktivität möglich ist. Man sollte daher auch Toleranz und Rücksichtnahme der Mitmenschen erwarten können...man "sollte"...

Viele Grüße,
Jens

PS: Lies auch mal meinen (ersten) Beitrag im Thread "An alle mit Suizidgedanken!"

PPS: kennst du schon www.addwildcat.de? - das ist eine private Homepage für ADS/ADHS-Betroffene --> unter dem Stichpunkt "Erklärungen" findest du vielleicht Tipps, wie man mit einer Aufmerksamkeitsstörung besser umgehen kann
 
hallo steinchen,

du fühlst dich als teil eines systems, an dem du immer wieder scheiterst ?

wenn wir alle, wirklich alle, ein massenbewusstsein hätten, ähnlich wie ameisen, würde sich die menschheit weiterentwickeln ?

sieh dich nicht als teil dieser masse - das höchste, wozu der mensch gelangen kann, sind eigene gedanken und eine eigene meinung.

deine sensitivität ist doch eine tolle gabe, die nicht jeder hat, und die dir bewusstwerden lässt, dass mit dem "massenbewusstsein" was nicht stimmt.
jaja, obwohl ich nie der grosse "fernseher" war, hab ich die glotze längst abgeschafft, gedruckte werbung wandert bei mir fast grundsätzlich in den müll - soviel von mir dazu - die werbestrategen müssen sich bei der momentanen reizüberflutung was einfallen lassen, grade bei den sensitiven - denn immer mehr steigern und eins draufsetzen wird nicht mehr funktionieren.

sicher gibt es reibungen, am arbeitsplatz, in der familie und im bekanntenkreis - aber ist doch kein grund, gleich aufgeben zu wollen, du hast ein recht auf deine individualiät, und auch, die durchzusetzen, oder ?

liebe grüsse

peter
 
danke jens, fuer deine tips! was deine frage ueber adhd anbelangt: ja, ich habe dieses etikett geraume zeit tagen duerfen und truege es auch jetzt noch, haette ich mich nicht kritisch damit auseinander gesetzt.

was hsp und adhd gemeinsam haben ist die niedrige reizschwelle und die konsequenzen die daraus entstehen. hsper sind jedoch durchaus in der lage sich hervorragend zu konzentrieren, ich kann auch prima organisieren ( wenn es ruhig ist) und mit geld umgehen war nie ein problem. weiterhin ist meine suchtneigung gleich null. darum begann ich auch an der diagnose hyperactiv zu zweifeln. ich bin ziemlich weit gekommen was das verstaendnis meiner gabe oder abweichung anbelangt. ich sehe auch dass diese einen eigen wert darstellen KANN. nur...

(ja wenn dieses verflixte "nur" nicht waer.... )

mit 3 ( wirlich drei!) abgeschlossenen berufen in der tasche kriege ich auf dem arbeitsmarkt keinen fuss in die tuer. in den letzten drei jahren habe 11 arbeitstellen angenommen und durfte gerade wieder einmal scheitern. zum x-en mal habe ich die probezeit nicht ueberstanden. ( es mangelt also nicht an bewerbungen, sondern am talent mein manchmal gerade am anfang unerklaerliches verhalten zu beherschen, zu verstecken oder begreiflich zu machen.)

Tja und das daemliche geld ist leider nun mal die grundlage dieser gesellscheft. keine kohle, kein dach ueberm kopf! bis jetzt konnte ich jedenfalls beim supermarkt noch nicht mit meinen schoenen blauen augen bezahlen. (sorry fuer den zynismus, richtet sich nicht gegen dich!)

keine ahnung, wovon ich in zukunft meine miete bezahle, denn finanziellen beistand bekomme ich definitief nicht. ich habe echt angst unter einer brucke zu enden. das letzte mal hat es 9 monate gedauert bis ich den job (in der fabrik) bekommen habe.

ich fuehle mich manchmal echt hoffnungslos. das gefuehl: ich will und keiner laest mich... ich habe auch serieus darueber nachgedacht, mich selbstaendig zu machen, nach dem motto: wenn mir keiner arbeit gibt, gebe ich mit selbst welche.. letztlich fehlten mir dann dafuer wieder die mittel, und keine bank finanziert mich ohne entsprechende sicherheiten.

nun ja, machmal stehts mir bis oben hin. dann tut alles nur noch weh. dann habe ich das beduerfnis mich zurueckzuziehen in eine tiefe dunkle stille , moechte ich mal urlaub machen von dieser welt. und gerade in so einer verfassung schreibe ich dann wieder bewerbungen und muss den personalmanagen weiss machen was fuer ein toller fang ich doch fuer sie waere. irgendwie doch echt absurd, findest du nicht?

darum kann ich menschen verstehen, die in der selbsttoetung einen ausweg aus ihrem mentalen leiden suchen.

irgendwie finde ich es einen troestenden gedanken, dass ich selbst bestimmen kann, wie weit ich gehen will. vielleicht ist das die einzige entscheidung die wirklich und ganz und gar bei einem selbst liegt, niemand kann fuer mich bestimmen, dass ich weiter muss, wenn ich es echt nicht mehr will. aus diesem gedanken schoepfe ich seltsamer weise haeufig die kraft um es doch noch mal zu vesuchen. nach dem motto: morgen ist auch ein schoener tag um sich umzubringen.

kannst du mir noch folgen? liest sich bestimmt komisch, was ich da aufschreibe, ist aber genau das was ich empfinde.

hoffe wieder von dir zu lesen.
steinchen
 
hoi pete, du hast an vielen punkten recht mit dem was du schreibst.

stets mehr menschen kaempfen mit reizueberflutung. jeder mensch reagiert ueber, wenn er ein bestimmtes mass an stimulation ueberschreitet. bei mir liegt die grenze eben sehr niedrig.

das hat natuerlich auch seine schoenen seiten und gern moechte ich diese faehigkeit einsetzen. ich KAEMPFE noch immer um einen platz in dieser welt, natuerlich gebe ich nicht GLEICH auf.

nur frage ich mich manchmal, was ich noch anstellen muss um endlich das gefuehl zu haben, das ist ein platz an dem ich es aushalten kann. dann fuehle ich eine grosse trauer.

und ganz ehrlich - ich kaempfe auch noch immer mit dem gefuehl der ablehnung, das ich seit meiner kindheit in den menschen um mich herum wahrnehme. auch kann ich inzwischen verstehen, dass menschen angst haben vor dem was anders ist, so hilft das verstaendnis (noch?) nicht beim schliessen der wunden die diese ablehnung geschlagen hat. und diese aeussern sich auch in dem zweifel ob diese welt wohl den richtigen platz fuer mich bereit haelt. schliesslich habe ich auch schon einiges unternommen um diesen zu finden oder ihn selbst zu schaffen.

zum beispiel hoffte ich, dass ich einmal eine familie gruenden wuerde. scheint so, dass all das gekaempfe da wenig raum fuer laest. das macht mich manchmal so unendlich traurig. und dann kommt die frage auf: wofuer das alles?

ist aber gut um zu lesen, dass es noch mehr informationskonumverweigerer gibt 😉

bis bald?
steinchen
 
ach steinchen,

vorab, das bewusstsein, auf diesem planeten der freien wahl (denn nichts ist vorherbestimmt) auch über suizid selbst zu entscheiden, habe ich auch, und auch mich hats bisher davon abgehalten.

nun bin ich schon ein älteres semsester, damals mit der überzeugung, schwul zu sein grossgeworden, bin aber bi. nur, ich war fest überzeugt (es war damals ja auch per gesetz verboten), von niemand geliebt zu werden, weder von eltern, freunden, der gesellschaft - ich wäre des todes gewesen.

so war ich lange zeit einsam - hab erst mit 33 eine familie gegründet, und meine frau ist auf mich zugekommen - ich hätte aus verschiedenen, hauptsächlich familiären erlebnissen - überhaupt nicht den mut gehabt, mich auf frauen zuzubewegen. überhaupt war ich extrem menschenscheu - auch so ein relikt der erziehung und der ersten lebenserfahrungen.

tja, und da meine frau homosexualität abartig fand, und zweitens sich auch selbst nie richtig öffnen oder gar verlieren konnte, war die erste zeit unsrer ehe wunderschön, aber das verhängnis der entfremdung nahm seinen lauf.
vielleicht hätte ich mit etwas mehr mut darauf einwirken können, ich weiss es nicht - und letztlich kamen finanzielle dinge hinzu.

beruflich bin ich mit mitte 40 wegrationalisiert worden - hätte ich da nur mal das arbeitsamt machen lassen..
stattdessen hunderte von bewerbungen geschrieben, ca. 10% vorstellungsgespräche, kein ergebnis. danach noch eine kurze tätigkeit, aus der ich wieder wegrationalisiert wurde.
gewerbe angemeldet, alles versucht, von werbung, heiratsvermittlung, mlm, verschiedenen jobs als vertreter - es hat alles nur mein geld gekostet, mir aber wunderbare erfahrungen über/mit meinen mitmenschen gebracht - nur, obwohl ich die nicht mehr missen möchte - keine finanzielle perspektive.

und meine ehe ist dadurch kaputtgegangen. was ich jetzt mache bei ebay kann ich auch vergessen - einen plan wie eine neue perspektive zu erschaffen wäre habe ich nicht.

ich hab mir auch immer einen "katalysator" gewünscht, hab mich auch mal mit jemand zusammengetan, aber das hat mein wirtschaftliches desaster nur vergrössert - es war nicht der richtige..

jetzt hänge ich alleine rum, krieg auch nichts mehr gebacken, weil ich weiss, dass sich da zwei energien zusammentun müssten. manche menschen mögen zum single-dasein taugen, ich definitiv nicht. und deswegen wüsch ich mir auch oft, zu gehen, diesen planeten zu verlassen..
wenn leben mit erfahrungen sammeln gleichzusetzen ist - ich habe viele davon, hab mir abgewöhnt zu bewerten nach dem schema gut/böse, schwarz/weiss - oder so - auch ein gerichtsvollzieher oder geldeintreiber oder was weiss ich ist ein mensch..

trotzdem lebe und hoffe ich immernoch - und die energie die aus deinen worten spricht, spricht mich irgendwie an..

kennst du den begriff "indigo-kinder" ? sonst schau mal bei google nach, auch unter "jan tober" der ein buch dazu geschrieben hat, ich schick dir per pn gern auch ein paar links..

vorerst liebe grüsse, ich hoffe wir diskutieren weiter - und wenn du icq hast, kannst mich ja adden (meine nr findst du wenn du auf meinen namen klickst)

peter
 

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