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Wahre Liebe?

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Die Aussage von Rumi verstehe ich so:

Wenn uns das Ego beherrscht, dann lautet unser Lebensprinzip: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser.
Wenn wir unser Ego zurücknehmen, dann lautet unser Lebensprinzip zunehmend: Kontrolle ist gut - Vertrauen ist besser.

Aber jemandem unser Vertrauen schenken, dass können wir (zunehmend) nur dann, wenn wir Erfahrungen mit seiner Liebe machen. Wir lassen den anderen gewähren, ohne den Gedanken an Kontrolle zu haben oder gar haben zu müssen.

Du kannst es sehr gut an Menschen beobachten, denen es als Kleinstkind nicht gelang, Urvertrauen aufzubauen. Daraus werden Erwachsene, die sich sehr sehr schwer tun, sich in liebevolle Hände fallen zu lassen. Es sind i.d.R. Menschen, die ständig mißtrauisch sind und dadurch auch liebevolle Zuwendung ihrer Partner kaputt machen.
Stichwort: Bindungsprobleme

Das Ego ist unser Selbstschutz, mit dem wir dafür sorgen, dass es uns möglichst gut geht und uns niemand verarscht. Ein Mensch mit starkem Ego = hohem Selbstschutz hält wie ein Boxer seine Fäuste vor sein Gesicht. So kann er sich vor einem etwaigen Angriff schützen und selbst ggf. zum Angriff übergehen. Ein liebender Mensch öffnet seine Arme und zeigt sich schutzlos.

LG, Nordrheiner
 

Hallo Nordrheiner,

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Die Aussage von Rumi verstehe ich so:

Wenn uns das Ego beherrscht, dann lautet unser Lebensprinzip: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser.
Wenn wir unser Ego zurücknehmen, dann lautet unser Lebensprinzip zunehmend: Kontrolle ist gut - Vertrauen ist besser.

Hmm. Ich denke, dass es für alles ein gesundes Maß gibt und ein weniger gesundes. Der alte Spruch halt: "Die Dosis macht das Gift." Insofern und auf das von dir zuvor Geschriebene bezogen, würde ich sagen, dass man auch Vertrauen kritisch sehen muss. Nicht zuletzt leben wir in einer Welt, die von menschlichen Raubtieren bevölkert ist, bzw. den sog. Wölfen im Schafspelz. Insofern ist Blauäugigkeit nicht unbedingt die beste Gehvariante, weder in Beziehungen, noch sonstwo.

Gehe es nun um Kontrolle, dann denke ich an Qualitätskontrolle, wie es in soliden/erfolgreichen Unternehmen und mit ihren Produkten/Dienstleistungen ein "muss" ist. Denke ich dann eher an den persönlichen/privaten Bereich, dann könnte man dort ähnliche Prinzipien/Wertmaßstäbe anlegen. Zum Teil befürworte ich das, zu einem anderen nicht. Betrifft es nun mich selbst (mit oder ohne Beziehung), so habe ich ein aus meiner Sicht recht anspruchsvolles "Qualitätsmanagementsystem", welches mich ständig hinterfragt, was meine Prinzipien, Wertmaßstäbe, Wörter und Handlungen wirklich wert sind. Das alles hat für mich einen hohen Wert und Geltung, aber muss in keinster Weise für andere Menschen gelten, ob nun Partner oder sonstwer. Es ist mein Selbstanspruch, den niemand anders zu erfüllen hat, als ich selbst.

Aber jemandem unser Vertrauen schenken, dass können wir (zunehmend) nur dann, wenn wir Erfahrungen mit seiner Liebe machen. Wir lassen den anderen gewähren, ohne den Gedanken an Kontrolle zu haben oder gar haben zu müssen.

Da stimme ich dir vollkommen zu. Ich "gebiete" jedoch Vorsicht. Lieber zweimal oder dreimal hinschauen, bevor man sich "auf ewig bindet" oder seine Zeit damit verschwendet, sich über Wochen, Monate und Jahre übelste und schadvolle Erfahrungen einzuheimsen - angeblich im Zeichen der Liebe.

Du kannst es sehr gut an Menschen beobachten, denen es als Kleinstkind nicht gelang, Urvertrauen aufzubauen. Daraus werden Erwachsene, die sich sehr sehr schwer tun, sich in liebevolle Hände fallen zu lassen. Es sind i.d.R. Menschen, die ständig mißtrauisch sind und dadurch auch liebevolle Zuwendung ihrer Partner kaputt machen.
Stichwort: Bindungsprobleme

Verstehe. Manchmal ist es auch nur der simple Fakt, dass bestimmte Menschen einfach nicht zueinander passen, aber dennoch zumindest einer meint, dass man alles passend machen könnte. Oftmals sehr tragisch.

Darüber hinaus denke ich nicht, dass Kinder dafür verantwortlich sind, wie viel oder wie wenig Liebe sie als essentielle Lebensgrundlage auf ihren Weg gegeben bekommen, sondern eben die Eltern.

Das Ego ist unser Selbstschutz, mit dem wir dafür sorgen, dass es uns möglichst gut geht und uns niemand verarscht. Ein Mensch mit starkem Ego = hohem Selbstschutz hält wie ein Boxer seine Fäuste vor sein Gesicht. So kann er sich vor einem etwaigen Angriff schützen und selbst ggf. zum Angriff übergehen. Ein liebender Mensch öffnet seine Arme und zeigt sich schutzlos.

An diesem Punkt verstehe ich dich, aber stimme dir nicht zu. In einer wahrscheinlich eher fernen Zukunft werden wir vielleicht alle friedlich, respektvoll und liebevoll miteinander umgehen. Und obwohl das wünschenswert wäre, ist es nicht abzusehen.

Gleichfalls würde ich Selbstschutz nicht mit Ego gleichsetzen. Das Ego ist eben das Ego, aber Selbstschutz ist ein natürlicher Mechanismus, der schon seit Anbeginn der Zeit existiert und von jedem Menschen beherrscht sein sollte. In allem Zweifel und unerwünschenswert müssen Intelligenz, Gefühle, Körper und alles, was einem zur Verfügung steht, dafür eingesetzt werden, um Werte, Leben und Gerechtigkeit zu verteidigen.
 
Allgemein gebe ich Deinen Kommentaren Recht. Jedoch wenn es um wahre Liebe geht, dann bleiben allgemein gesunde und nützliche Verhaltensweisen außen vor. Bevor ich mich binde, ist ja klar, sollte man lieber dreimal gut hinschauen.

Im übrigen halte ich "wahre Liebe" für dann am wahrscheinlichsten, wenn die gleiche Haltung auf beiden Seiten besteht. Man vertraut einander.... Und das Vertrauen wurde eben von Anfang an aufgebaut. Und der Aufbau von Vertrauen hört nicht irgendwann auf, weil sich dann auf einmal mein Eigenwille einmischt und wieder das Prinzip zum Tragen kommt: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser.

Im übrigen hatte ich mich verschrieben. Anstelle von Ego sollte Eigenwille stehen.
 
Allgemein gebe ich Deinen Kommentaren Recht. Jedoch wenn es um wahre Liebe geht, dann bleiben allgemein gesunde und nützliche Verhaltensweisen außen vor.

Das würde ich nicht nur auf den Bereich der wahren Liebe beschränken.

Aber Ernst beiseite: amour fou?

Plädierst du dafür oder meinst du, dass es ein inhärenter Bestandteil von wahrer Liebe ist?

Bevor ich mich binde, ist ja klar, sollte man lieber dreimal gut hinschauen.

Wäre mir da nicht so sicher, dass so viele Menschen das so sehen können bzw. wollen.

Im übrigen halte ich "wahre Liebe" für dann am wahrscheinlichsten, wenn die gleiche Haltung auf beiden Seiten besteht. Man vertraut einander.... Und das Vertrauen wurde eben von Anfang an aufgebaut. Und der Aufbau von Vertrauen hört nicht irgendwann auf, weil sich dann auf einmal mein Eigenwille einmischt und wieder das Prinzip zum Tragen kommt: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser.

Das klingt für mich so, als würdest du meinen, dass sich zwei x-beliebige Menschen lieben können, oder gar eine ganze Gesellschaft, wenn sie einen ausreichend hohen und ähnlichen Grad an Vertrauen haben. Geht diese Formel denn wirklich auf? Ist es nicht etwas komplexer?

Im übrigen hatte ich mich verschrieben. Anstelle von Ego sollte Eigenwille stehen.

Gibt es zwischen dem einen und dem anderen einen nennenswerten Unterschied für dich?
 
Das Ego ist der Ausdruck für das "ich". Deine Selbstwahrnehmung Deiner Person, wie Du Dich empfindest und der "Chef" Deiner Gedanken. Dein "ich" bzw. Dein Ego legt z.B. fest, welche Werte für Dich wichtig sind.

Dein Ego bestimmt die Leine, an der Eigenwille liegt. Lange Leine, kurz Leine, bis hin zur Selbstaufgabe bzw. Verzicht auf Eigenwille. Mit Eigenwille wird nicht nur eigene Ziele verfolgt, sondern auch Kontrolle ausgeübt. Diese Kontrolle kann auch soweit gehen, den anderen zu kontrollieren. Siehe oben: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser.
 
Ich lese deine Beiträge wie auch die aller anderen in diesem Faden und anderen sehr aufmerksam, und denke, dass wir in vielen Dingen übereinstimmen können, und in vielen anderen Dingen nicht. Das ist auch kein Wunder, weil deine Vitae, Prägung und (Aus-) Bildung gänzlich anders ist als meine.

Was deine Definitionen/Beschreibungen von Authentizität, Ego und Eigenwille betrifft, so verstehe ich das nur sehr, sehr bedingt, was aber keinesfalls die Gültigkeit abspricht.

Vielleicht sollten wir einfach weiter verfahren.
 
2) Grundwerte

Die Grundwerte für Freundschaft und besonders für Liebe sind: Respekt, Ehrlichkeit, Treue, Offenheit, Fleiss, Dankbarkeit, Verzeihen können.

Im Grundsatz stimme ich dir zu, bis auf den letzten Punkt. Meinst du wirklich, dass man alles und jedem verzeihen können muss/sollte?

Negativbeispiel: Wenn sich Menschen schnell von anderen Menschen trennen, „weil es nicht passt“, dann habe ich oft den Eindruck, dass der bisherige Partner wie ein Gerät behandelt wird. Es funktioniert nicht mehr richtig, also werfe ich es weg. Das ist ein Zeichen mangelnden Respektes. Wir Menschen sind keine Geräte. Wo bleibt die Treue?

Ist das Leben mehr wie ein Lottoschein oder mehr wie eine Versicherung?

Ich denke, dass man sich ggf. fair binden und auch fair trennen sollte.

~~~

Du sagtest hin und wieder, dass du es nicht gut findest, dass sich Menschen mit dem Argument "Es passt nicht mehr" trennen. Da kann ich dir durchaus zustimmen, nur denke ich, dass der kasus knacktus ist, dass es schon von vornherein nicht passte, aber man sich entgegen richtig gutem Hinschauen lieber einfach für irgendeine Form von Liebe entschied, nicht unbedingt eine Beziehung. Vielleicht nicht das "Ideal", aber zumindest aus meiner Sicht durchaus nachvollziehbar.

~~~

Vielleicht zählt in gewisser Weise folgender Satz:

Eine Beziehung kann ich nicht garantieren, einer Liebe will ich nicht entgegen schreiten.

???
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Grundsatz stimme ich dir zu, bis auf den letzten Punkt. Meinst du wirklich, dass man alles und jedem verzeihen können muss/sollte?

Du hast die Antwort schon in die Frage eingebunden: können

Ist das Leben mehr wie ein Lottoschein oder mehr wie eine Versicherung?
Eher wie eine Schachtel Pralinen. Man weiss nie, was drin steckt.
Ich denke, dass man sich ggf. fair binden und auch fair trennen sollte.
Wenn man gefunden hat, was man suchte, sollte man über das Fest-binden nachdenken.
~~~

Du sagtest hin und wieder, dass du es nicht gut findest, dass sich Menschen mit dem Argument "Es passt nicht mehr" trennen. Da kann ich dir durchaus zustimmen, nur denke ich, dass der kasus knacktus ist, dass es schon von vornherein nicht passte, aber man sich entgegen richtig gutem Hinschauen lieber einfach für irgendeine Form von Liebe entschied, nicht unbedingt eine Beziehung. Vielleicht nicht das "Ideal", aber zumindest aus meiner Sicht durchaus nachvollziehbar.
Es passt sicherlich eher selten vollständig und gut. Aber wie sagt der Praktiker? Was nicht passt, wird passend gemacht. Und wenn man sich nicht sicher ist oder wenn es nunmal überhaupt nicht passt, dann sollte man aus lauter Liebe keine Beziehung eingehen.
~~~

Vielleicht zählt in gewisser Weise folgender Satz:

Eine Beziehung kann ich nicht garantieren, einer Liebe will ich nicht entgegen schreiten.
???
???

Manchmal geht es bei Dir etwas durcheinander. Vielleicht wäre ein praktischer Ansatz hilfreich, um sich wahrer Liebe zu nähern. Was nicht richtig passt, wird passend gemacht. Aber leg das jetzt nicht so aus, wie mal ein bekannter Mann sagte "Wenn Du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht."
 
Ja, es gibt so viele Geschichten über die Liebe, die Welt, die Gesellschaft und das Leben.

Geschichten über Gott.

Geschichten über Beziehungen und Liebe.

Allen Geschichten ist gemein: Es war einmal...

(beispielsweise: Es war einmal ein Nordrheiner, ein Tsunami, s23w, Violetta, Sevi, Edy, Momo, Sisandra, Jens, eduardo, Bigwig, Dr. Rock, Meaning of Life, BAM, spamburger, normaler Kerl, komischer Kerl, Biddi, Nichtkonform, usw.)
 
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