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w, 30, keine freunde mehr

  • Starter*in Starter*in Maria30_Gast
  • Datum Start Datum Start
Hmm, bietet es sich dann nicht an, hier eine entsprechende Gruppe zu gründen? Sowas wie "Menschen mit Tiefgang" oder "Oberflächlichkeit unerwünscht" oder "Nix Bla Bla" oder ...
 
Und wenn man über Dinge reden möchte, über die man nachdenken müsste, die nicht einfach nur unterhaltsam und zum Lachen sind, ist es schnell vorbei mit der Geselligkeit. Wirklich auf einen anderen Menschen eingehen und am Leben eines anderen teilnehmen, das können nur wenige Leute.

Man kann gesellig sein, und man kann Bindungen haben. Das ist ein Unterschied. Geselligkeit ist flüchtig, aber Bindungen berühren. Sie sind von Wert. Und das Kostbare ist nun einmal selten, das ist so im Leben.

Bindungen basieren auf einem Zusammengehörigkeitsgefühl. Das hat nichts damit zu tun, wie tiefgreifend oder oberflächlich Gespräche sind. Ich kann die hochtrabendsten Gespräche mit jemandem führen und mich dennoch völlig distanziert fühlen.

Wer sich nach Bindungen sehnt, der wird sie nicht über einen Anspruch finden, sondern über das eigene Angebot von Offenheit und Nähe. Beides birgt aber die Gefahr von Verletzungen, drum werden dann gerne "vergeistigte" Gespräche gesucht und weil die ja so selten zu führend sind, sind eben alle anderen oberflächlich.

Da pack ich mich durchaus auch an die eigene Nase 😉
 
So wie du, Gast, habe ich Käferin gerade nicht verstanden. Es ging ihr nicht um ein künstlich erhöhtes intellektuelles Gesprächniveau, sondern darum, die Unterhaltung so zu führen, dass wirkliche Nähe entstehen kann. Das setzt voraus, dass man ehrlich ist, aufrichtiges Interesse am anderen hat, sich selbst öffnet und es nicht nur um Themen geht, bei denen man ausnahmslos Angenehmes, Heiteres, Harmloses und Erfolgsmeldungen oder Angebereien austauscht. Nein, dann "dürfen" der andere und man selbst zur Abwechslung auch mal Selbstzweifel, Schwächen, Misserfolge, Sorgen und Probleme haben und sich gegenseitig offenbaren, ohne dass deswegen gleich abrupt das Thema gewechselt wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
So wie du, Gast, habe ich Käferin gerade nicht verstanden. Es ging ihr nicht um ein künstlich erhöhtes intellektuelles Gesprächniveau, sondern darum, die Unterhaltung so zu führen, dass wirkliche Nähe entstehen kann. Das setzt voraus, dass man ehrlich ist, aufrichtiges Interesse am anderen hat, sich selbst öffnet und es nicht nur um Themen geht, bei denen man ausbahmslos Angemehmes, Heiteres, Harmloses und Erfolgsmeldungen oder Angebereien austauscht. Nein, dann "dürfen" der andere und man selbst zur Abwechslung auch mal Selbstzweifel, Schwächen, Misserfolge, Sorgen und Probleme haben und sich gegenseitig offenbaren, ohne dass gleich abrupt das Thema gewechselt wird.

Genauso meine ich es! Gemeinsam dahin zu schauen, wo eigentlich niemand gerne hinschaut, verbindet, und wenn das nicht geht, dann ist alles nur Geplänkel. Und es kann sehr anstrengend sein, sich wirklich mit dem Leben eines anderen Menschen auseinanderzusetzen. Wer diese Anstrengung scheut, kann einem auch kein Freund sein, höchstens ein Bekannter. Das ist eine arge persönliche Zurückweisung und leider Alltag.

Nähe entsteht nur, wenn man AUCH die belastenden Seiten des Lebens miteinander teilen kann. Und sowas ist selten! Solange man sich gegenseitig etwas vorspielt, bleibt man einsam. Niemand ist ein Loser, weil er auch Leid und Schmerz hat. Das ist ein fatal verkehrtes Bild in unserer Gesellschaft. Daran kranken wir alle. Das will niemand sehen.
 
Genauso meine ich es! Gemeinsam dahin zu schauen, wo eigentlich niemand gerne hinschaut, verbindet, und wenn das nicht geht, dann ist alles nur Geplänkel. Und es kann sehr anstrengend sein, sich wirklich mit dem Leben eines anderen Menschen auseinanderzusetzen. Wer diese Anstrengung scheut, kann einem auch kein Freund sein, höchstens ein Bekannter. Das ist eine arge persönliche Zurückweisung und leider Alltag.

Nähe entsteht nur, wenn man AUCH die belastenden Seiten des Lebens miteinander teilen kann. Und sowas ist selten! Solange man sich gegenseitig etwas vorspielt, bleibt man einsam. Niemand ist ein Loser, weil er auch Leid und Schmerz hat. Das ist ein fatal verkehrtes Bild in unserer Gesellschaft. Daran kranken wir alle. Das will niemand sehen.

Noch vor einem halben Jahr hätte ich ähnlich argumentiert bzw. dir zugestimmt.

Ich kann nur für mich sprechen:
Ich bin mir selbst auf die Schliche gekommen. Ich habe bei anderen MEINS gesehen und wollte mit ihnen zusammen das vermeintlich (!) beide Betreffende anschauen. Ich selbst fand es gar nicht so anstrengend, aber die anderen und die haben sich abgewandt. Ja, ich fühlte mich zurückgewiesen.

Jetzt weiß ich, dass ich zu einem großen Teil projiziert habe. ICH habe die Anstrengung gescheut, den anderen WIRKLICH zu erkennen.

Es ist völlig unerheblich, ob meine anfängliche Vorgehensweise die richtige war oder wahr. Wenn der andere das selbst noch gar nicht bei sich sieht, dann hat der in dem Moment auch keine Lust, da Energie einzusetzen und empfindet es seinerseits deshalb als anstrengend, weil er es eben so empfindet, dass es NUR um mich ging. Einmal bekam ich diesen Vorwurf sogar ganz direkt. Jetzt weiß ich, dass sein Empfinden berechtigt ist. Er hat das Recht darauf, sein Leben in dem Moment unbeschwert (und nach meinem Empfinden oberflächlich) zu genießen. Mein Thema mag zwar auch Seins sein, aber bei ihm ist es eben noch nicht präsent. Statt mich verletzt zurück zu ziehen, wäre es hilfreicher gewesen, ich hätte sein Empfinden (es geht immer nur um dich) als Hilferuf wahrgenommen, denn darin steckte seine empfundene Zurückweisung.

Einfach ausgedrückt: Zeige ich mit 1 Finger auf jemand anderen ("Die sind alle so oberflächlich!"), zeigen gleichzeitig 3 Finger auf mich selbst.

Die Denke "Wer das Aua nicht sehen will, kann auch kein Freund sein." ist Schwarz/Weiß. Im Grunde hat jeder Aua und jeder weiß das. So bleibt unterm Strich einfach nur der richtige Zeitpunkt.

Ich bleibe nur noch bei mir. Möchte ich mit jemandem über mein Aua sprechen, frage ich, ob derjenige dafür gerade ein offenes Ohr hat. Wenn er JA sagt, ist das schön für mich. Sagt er Nein, muss ich das respektieren und schneide mich ins eigene Fleisch, wenn ich ihn als oberflächlich abhake.
 
Dass der andere anders ist als man selber, ist eine Grundtatsache, die es anzunehmen gilt. Das ist immer so. Andere Menschen sind nie genauso wie man selber. Erst, wenn man diese Andersartigkeit verstanden und akzeptiert hat, hat man die Basis, um Gemeinsamkeiten auszubauen. Das ist alles Arbeit. Es ist viel Arbeit, einen anderen Menschen zu entdecken. Manchmal tut es weh. Das gehört auch dazu.
 
Dass der andere anders ist als man selber, ist eine Grundtatsache, die es anzunehmen gilt. Das ist immer so. Andere Menschen sind nie genauso wie man selber. Erst, wenn man diese Andersartigkeit verstanden und akzeptiert hat, hat man die Basis, um Gemeinsamkeiten auszubauen. Das ist alles Arbeit. Es ist viel Arbeit, einen anderen Menschen zu entdecken. Manchmal tut es weh. Das gehört auch dazu.
Ich finde nicht, dass man das als Arbeit bezeichnen kann.

Entweder es macht Spaß - mit allen Facetten - dann ist es keine Arbeit oder es passt nicht, dann lässt man es bleiben.

Aber als Arbeit würde ich es nicht bezeichnen.
 
Ich finde nicht, dass man das als Arbeit bezeichnen kann.

Entweder es macht Spaß - mit allen Facetten - dann ist es keine Arbeit oder es passt nicht, dann lässt man es bleiben.

Aber als Arbeit würde ich es nicht bezeichnen.

Doch, es ist Arbeit! Ein echter Partner/Freund ist man nur dann, wenn man auch Dinge mit jemandem besprechen kann, die nicht spaßig sind. Mit jemandem, der nur auf Spaß aus ist, wird man keine Nähe finden können.
 
Ich finde nicht, dass man das als Arbeit bezeichnen kann.

Entweder es macht Spaß - mit allen Facetten - dann ist es keine Arbeit oder es passt nicht, dann lässt man es bleiben.

Aber als Arbeit würde ich es nicht bezeichnen.


Ich würde es anders ausdrücken wollen. Wenn es anstrengend ist, ist keine Nähe vorhanden. Das Anstrengungsgefühl resultiert aus dem inneren Bedürfnis, sich davon distanzieren zu müssen, weil es etwas mit einem selbst zu tun hat.

Liebe und daraus resultierendes echtes Mitgefühl erzeugt ein ganz anderes Empfinden. Insofern stimme ich zu, es passt nicht.
 

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