L
Lia-Marie
Gast
Hi, liebe Community,
ich (bin gerade 20 geworden) absolviere ein freiwilliges soziales Jahr in einem Behindertenheim. Im letzten Jahr habe ich mein Abi gemacht, aber noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.
Die Arbeit in der Küche und der Umgang mit behinderten Menschen klappt nach einer längeren Eingewöhnungsphase mittlerweile ganz gut. Auch wenn ich immer noch etwas langsamer und tollpatschiger bin als die Kolleginnen.
Leider meint der Pflegedienstleiter (fast 50), mich gängeln zu müssen. Das hat sicher auch damit zu tun dass ich etwas schüchtern bin.
Wenn er gerade mal ein paar freie Minuten hat, kommt er schon mal kurz in die Küche. Dann kam schon mal eine Kritik, wie ich z.B. die Marmelade oder den Honig umfülle. Richtig entsetzt kam da zweimal: Mensch, Mädel, wie machst du das denn?! Ich zeige dir, wie man das macht. Oder: Hast du die Tische nicht richtig abgewischt? Wenn Besucher kommen, müssen die ja denken, was das für ein Saustall hier ist!
Das kam nicht mal bösartig, sondern eher mitleidig!
Dann hat er noch eine komische Angewohnheit. Wenn er mir was erzählt, fragt er ganz oft nach ob ich das verstanden habe oder es mir vorstellen kann. Als ob ich total doof wäre!
Neulich erzählte er mir z.B. vom Tod seiner Mutter. Dass am Todestag der Kaplan im Krankenhaus war. Ob ich wüsste, was ein Kaplan ist. Die Mutter hat von ihm die letzte Ölung bekommen. Ob ich wüsste, was die letzte Ölung ist. Ich war ziemlich perplex und er meinte dann, klar wenn ich katholisch wäre, müsste ich das ja wissen.
Vor ein paar Tagen erzählte er mir vom Urlaub an der Nordsee und schwärmte von den Häusern mit Reetdach. Er beschrieb mir die Dächer und fragte ob ich mir das vorstellen könnte. Ich weiß natürlich, wie Reetdächer aussehen. Ich war zwar noch nie an der Nordsee, aber man sieht solche Häuser schon mal im Fernsehen oder in Zeitschriften.
Gestern erteilte er mir 2 Aufträge: Du machst DAS, aber erst nachdem du das andere erledigt hast. Hast du das auch verstanden?
In dem Heim sind noch 2 weitere Mädel, die ein freiwilliges soziales Jahr machen. Jede von uns hat ihre festen Aufgaben. Wenn ich mit einer von den beiden zusammen Dienst habe, ist mir schon aufgefallen dass sie mir schon mal eine oder zwei von meinen Aufgaben abnimmt. So ging ich vor ein paar Tagen in die Zimmer, um die Jalousien runterzulassen. Auf dem Gang kam mir eine der beiden Mädchen entgegen und sagte dass sie schon die Jalousien runtergelassen hätte. Auf Anordnung vom Pflegedienstleiter dass sie sich mit mir solidarisch zeigen sollen! Während ich keine Aufgaben von anderen zu erledigen habe!
Wenn ich mit dem Pflegedienstleiter mal rede, wirds auch schon mal ein bisschen privat. So hat er mich auch gefragt, ob ich einen Freund habe. Ich habe gesagt dass ich im Moment nicht auf der Suche bin. Er meinte daraufhin, das wäre aber schade bei so einem hübschen Mädel. Ich könnte doch mal gucken, ob ich übers Internet jemanden finde. Das machen doch heute so viele. Es wäre auf jeden Fall auch wichtig dass ich nicht so viel zu Hause rumsitze und unter Leute gehe.
Dabei habe ich ihm nie erzählt dass ich manchmal einsam bin, weil meine Freundinnen einen Freund haben.
So finde ich dass es ihn gar nichts angeht!
Es ist auch schon vorgekommen dass er mir Anweisungen zu meinem Auftreten gibt. Ich soll auf mehr Blickkontakt achten, gerade gehen, lauter sprechen um mehr Selbstbewusstsein auszustrahlen.
Ich glaube, er meint es gut mit mir, aber es nervt mich mittlerweile ganz schön. Er scheint eine Ersatztochter in mir zu sehen, was ich aber nicht sein will.
Kann ich ihm höflich vermitteln dass mich sein Gängeln nervt, dass es mir zu viel wird?
Hoffe auf ein paar Tipps von euch.
Liebe Grüße,
Lia
ich (bin gerade 20 geworden) absolviere ein freiwilliges soziales Jahr in einem Behindertenheim. Im letzten Jahr habe ich mein Abi gemacht, aber noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.
Die Arbeit in der Küche und der Umgang mit behinderten Menschen klappt nach einer längeren Eingewöhnungsphase mittlerweile ganz gut. Auch wenn ich immer noch etwas langsamer und tollpatschiger bin als die Kolleginnen.
Leider meint der Pflegedienstleiter (fast 50), mich gängeln zu müssen. Das hat sicher auch damit zu tun dass ich etwas schüchtern bin.
Wenn er gerade mal ein paar freie Minuten hat, kommt er schon mal kurz in die Küche. Dann kam schon mal eine Kritik, wie ich z.B. die Marmelade oder den Honig umfülle. Richtig entsetzt kam da zweimal: Mensch, Mädel, wie machst du das denn?! Ich zeige dir, wie man das macht. Oder: Hast du die Tische nicht richtig abgewischt? Wenn Besucher kommen, müssen die ja denken, was das für ein Saustall hier ist!
Das kam nicht mal bösartig, sondern eher mitleidig!
Dann hat er noch eine komische Angewohnheit. Wenn er mir was erzählt, fragt er ganz oft nach ob ich das verstanden habe oder es mir vorstellen kann. Als ob ich total doof wäre!
Neulich erzählte er mir z.B. vom Tod seiner Mutter. Dass am Todestag der Kaplan im Krankenhaus war. Ob ich wüsste, was ein Kaplan ist. Die Mutter hat von ihm die letzte Ölung bekommen. Ob ich wüsste, was die letzte Ölung ist. Ich war ziemlich perplex und er meinte dann, klar wenn ich katholisch wäre, müsste ich das ja wissen.
Vor ein paar Tagen erzählte er mir vom Urlaub an der Nordsee und schwärmte von den Häusern mit Reetdach. Er beschrieb mir die Dächer und fragte ob ich mir das vorstellen könnte. Ich weiß natürlich, wie Reetdächer aussehen. Ich war zwar noch nie an der Nordsee, aber man sieht solche Häuser schon mal im Fernsehen oder in Zeitschriften.
Gestern erteilte er mir 2 Aufträge: Du machst DAS, aber erst nachdem du das andere erledigt hast. Hast du das auch verstanden?
In dem Heim sind noch 2 weitere Mädel, die ein freiwilliges soziales Jahr machen. Jede von uns hat ihre festen Aufgaben. Wenn ich mit einer von den beiden zusammen Dienst habe, ist mir schon aufgefallen dass sie mir schon mal eine oder zwei von meinen Aufgaben abnimmt. So ging ich vor ein paar Tagen in die Zimmer, um die Jalousien runterzulassen. Auf dem Gang kam mir eine der beiden Mädchen entgegen und sagte dass sie schon die Jalousien runtergelassen hätte. Auf Anordnung vom Pflegedienstleiter dass sie sich mit mir solidarisch zeigen sollen! Während ich keine Aufgaben von anderen zu erledigen habe!
Wenn ich mit dem Pflegedienstleiter mal rede, wirds auch schon mal ein bisschen privat. So hat er mich auch gefragt, ob ich einen Freund habe. Ich habe gesagt dass ich im Moment nicht auf der Suche bin. Er meinte daraufhin, das wäre aber schade bei so einem hübschen Mädel. Ich könnte doch mal gucken, ob ich übers Internet jemanden finde. Das machen doch heute so viele. Es wäre auf jeden Fall auch wichtig dass ich nicht so viel zu Hause rumsitze und unter Leute gehe.
Dabei habe ich ihm nie erzählt dass ich manchmal einsam bin, weil meine Freundinnen einen Freund haben.
So finde ich dass es ihn gar nichts angeht!
Es ist auch schon vorgekommen dass er mir Anweisungen zu meinem Auftreten gibt. Ich soll auf mehr Blickkontakt achten, gerade gehen, lauter sprechen um mehr Selbstbewusstsein auszustrahlen.
Ich glaube, er meint es gut mit mir, aber es nervt mich mittlerweile ganz schön. Er scheint eine Ersatztochter in mir zu sehen, was ich aber nicht sein will.
Kann ich ihm höflich vermitteln dass mich sein Gängeln nervt, dass es mir zu viel wird?
Hoffe auf ein paar Tipps von euch.
Liebe Grüße,
Lia