Ich kann dich vollkommen verstehen. Die Beziehung zwischen dir und deiner Mutter ist genauso wie bei mir. Meine Mutter lebt noch und solange ich zurück denken kann, hat sie auch immer alles versucht es allen recht zu machen.
Bei mir ist es so, dass mein Vater heute vor 9 jahren starb. Ich akzeptiere, dass er tot und jtzt seine Ruhe hat. Aber, was mich wahnsinnig macht ist, dass ich nicht auf seiner Beerdigung war und auch keinen Kontakt zu ihm hatte, weil ich es mir damals von meiner Mutter verboten lassen habe. Ja, ich war leider so naiv.
Nach der Scheidung musste ich mich entscheiden, entweder Mama oder Papa. Meine Mutter konnte es nicht ertragen, dass ich weiter Kontakt mit ihm hatte. Mutter-Kind-Beziehung war natürlich stärker als die Beziehung zu meinem Dad. Er war in der Woche immer auf Montage und kam nur am Wochenende heim.
Es war eine scheiss Zeit, und was ich mit erlebt habe, wünsche ich keinem Kind. Mein Vater war Alkoholiker, und klar, meine Mutter hat sich drüber aufgeregt, dass er immer so viel trank... sie stritten nur. Dass das einen Knacks mit sich bringt, brauche ich keinem erzählen.
jedenfalls lernte mein Dad nach meiner Konfirmation eine neue kennen. Er war inzwischen trocken. Ich hatte mich ehrlich gesagt gefreut. Endlich sind diese Streits zu ende. Aber puste Kuchen. Meine Mutter rannte ihm sinnlos hinterher, aber nicht aus Liebe. Ich denke, dass sie es nicht ertragen wollte oder konnte, dass er jemand anderes hat.
Die schlimme Zeit hörte einfach nicht auf. Mein Vater versuchte mit mir Kontakt aufzunehmen, nachdem sie uns "entschieden lassen hat". Ich hatte dann heimlich Kontakt zu ihm. Mein damaliger Freund hatte mir geraten diesen Kontakt auch anzunehmen bzw. zu führen. Dafür bin ich ihm auch dankbar! nur war es eben nicht so schön, weil es heimlich sein musste...
hin und her... mal kontakt, mal nicht, weil ich ihn dann wegen meiner Mutter abbrach. Dann wurde er krank und er bekam Krebs.
Zum Anfang seiner Krankheit hatten wir nur Kontakt. Ab dann leider nicht mehr. Ich habe mich da so unter Druck setzen lassen von meiner Mutter... wenn ich drüber nachdenke, könnt ich kotzen - sorry 😉
Er kam ins Krankenhaus. Ich kann mich noch so andie Situation erinnern, als meine Mutter mich anrief (ich war bereits bin fast 18j ausgezogen) da war ich 20.. ich saß mit meinem damaligen Freund auf seinem Bett und haben Fernseh geschaut oder ähnliches... und sie übermittelte mir die Nachricht - woher sie diese hatte, weiß ich bis heute nicht - dass mein Vater gestorben sei..
Ich habe es überhaupt nicht realisieren können.. und vor angst vor meinen anderen verwandten, sie könnten mich schief angucken, weil ich mir den kontakt zu meinem vater verbot lassen habe, bin ich nicht mal zu seiner beerdigung gegangen!!!!!! wahnsinn.... nur wegen den anderen verwandten??? wenn ich jetzt drüber nachdenke, könnt ich heulen, und würde es so gerne rückgangig machen, denn jetzt hätte ich mich anders entschieden..
aber obwohl ich eigentlich keine guten Draht zu meinem Vater hatte, fehlt er mir so sehr.. und ich kann es gar nicht beschreiben.. es fühlt sic so an, als würde mein herz kalt sein, ich fühle mich so alleine.. ich trauere heute noch nach 9 jahren um ihn, ich weine manchmal egal wo ich bin, wenn ich traurig bin und an ihn denke..
Ich kann nicht los lassen, jabe noch so viele fragen, zb. ob er glücklich war in seiner 2. ehe, wie schlimm war es, als er im krankenhaus war .....
und wird er mir jemals verzeihen, dass ich nicht abschied genommen habe. diese gedanken quälen mich. ich habe einen riesen großen fehler gemacht, und kann ihn niemals mehr rückgängig machen.. und jetzt gerade in dieser winterzeit reißt mich das besonders runter.
als er starb und ich die nachricht erhalten habe, habe ich sehr lange meinen schmerz weggefeiert. jedes wochenende... habe drogen genommen, und mir war irgendwie alles egal...
ich will los lassen und abschied nehmen, weiß aber nicht wie ...
aber eins habe ich mir vorgenommen. nächstes jahr werde ich am 11.12.2011 eine große anzeige in die zeitung setzten.. nur den inhalt muss ich noch verfassen..