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Von leiblicher Familie erben, obwohl adoptiert

G

Gast

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Hallo,

ich wollte euch mal fragen, was ihr von folgendem Thema haltet:

Meine Schwester und ich sind vom Babyalter an in einer Pflegefamilie aufgewachsen. Dieses Ehepaar konnte uns dann im Kindesalter adoptieren. Das hat sich alles über mehrere Jahre hinweggezogen. Ich muss grad eingeschult worden sein, als die Adoption durchging. Für uns waren das von Anfang an unsere Eltern. Wir haben aber sehr früh gesagt bekommen, dass sie nicht unsere leiblichen Eltern sind. Außer den Namen und das Geburtsdatum wussten wir auch nichts von unseren leiblichen Eltern.

2011 haben wir dann vom Tod unserer leiblichen Mutter erfahren, in dem ein Polizist zu meinen Eltern nach Hause gekommen ist. Ich hätte nie gedacht, dass man uns darüber in Kenntnis setzt, zumal unsere leibliche Mutter in Frankreich gelebt hat und wir nach der Adoption gar nicht mehr mit ihr verwandt sind.

Wir haben das dann halt so hingenommen, schließlich haben wir sie nie kennengelernt. Ein paar Monate später erzählte mir mein Vater, dass er mit dem Onkel unserer leiblichen Mutter telefoniert hätte. Dieser hätte uns ausfindig gemacht, weil ein anderes Familienmitglied, wenn ich es richtig verstanden habe, der Halbbruder unserer Mutter, gestorben ist und es jetzt ums Erbe ging. Wir haben das erst gar nicht ernst genommen. Da meine Schwester und ich noch einen Bruder haben, den wir nicht kennen, musste nach diesem auch gesucht werden. Unser "Großonkel" sagte, er hätte Beziehungen und könne da bestimmt etwas ausrichten. Wir haben dann monatelang nichts mehr gehört, um jetzt vor kurzem zu erfahren, dass die Suche erfolglos war. Hätte man sich ja denken können.

Wir wurden dann wieder an dieses Erbe erinnert. Uns kam das von Anfang an suspekt vor, vorallem meinem Vater. Zumal das alles über diesen Großonkel lief und wir nie Nachricht von einem Notar bekommen haben. Ich hab sowieso gleich gesagt, dass ich dieses Erbe nie annehmen werde. Nun haben wir gelesen, dass jemand, wenn er als Kind adoptiert wurde, gar keine Erbansprüche im Bezug auf die leibliche Familie hat, weil man durch die Adoption die Zugehörigkeit zu dieser Familie verliert. Man kann nur im Testament bedacht werden. Laut meinem Großonkel gibt es aber gar kein Testament. Das lässt einen nur noch misstrauischer werden und wir glauben jetzt alle, dass hinter diesem Erbe ein riesen Berg Schulden steht, den diese Familie auf uns abwälzen möchte. Wenn es ein Vermögen wäre, hätte uns diese Familie sicher nicht kontaktiert.

Wir haben diesem Onkel jetzt geantwortet, dass wir von dem Erbe zurücktreten und dass der Notar sich doch bitte direkt an uns wenden soll, wenn noch etwas unklar ist.

Hat jemand von euch schon mal von so einem Fall gehört, dass adoptierte von der leiblichen Familie geerbt haben?

Ich hoffe nur, dass es da keine weiteren Schwierigkeiten gibt. Bisher haben wir von diesem Onkel nichts mehr gehört, was noch mehr den Verdacht bestätigt, dass etwas Oberfaul ist, da er sonst immer sehr schnell geantwortet hat. Das Seltsamste von allem ist auch, dass wir von diesem Halbbruder unserer leiblichen Mutter etwas erben sollen, aber von unserer Mutter selber nicht.
 
Ich würde empfehlen, einen Anwalt hierfür aufzusuchen, denn scheinbar kommt es zum einen darauf an, wo ihr adoptiert worden seid (entweder hier in Deutschland oder in Frankreich), sowie darauf, wie ihr adoptiert worden seid (in Frankreich gibt es wohl mehrere Formen der Adoption (siehe Link dort wird u.a. von einer Volladoption gesprochen))

Außerdem muss die Erbausschlagung gegenüber einem Gericht erklärt werden, daher ist die Erklärung gegenüber dem Onkel ohne Wirkung

http://www.dr-hoek.de/beitrag.asp?t=Der-franzoesische-Erbfall-in-praktischer-Hinsicht1


Internationales Erbrecht (IPR) - Frankreich
 
Wir wissen auch nicht, ob wir diesem Onkel trauen können oder nicht. Dass er einen höher angesehenen Beruf hatte, sagt auch gar nichts über ihn aus. Wir wurden hier in Deutschland adoptiert. Meine Schwester wurde aber in Frankreich geboren. Ich dafür in Deutschland. Unsere leibliche Mutter war auch Deutsche. Nur unser Vater war Franzose. Unser Bruder wurde dafür wieder in Frankreich geboren. Den wollten meine Eltern auch aufnehmen, aber die französischen Behörden haben ihn nicht herausgegeben. Nach ihm wird auch gesucht. Bisher aber ohne Erfolg. Wenn überhaupt gesucht wurde, falls ihr versteht, was ich meine ... Dieser Großonkel ist der Onkel unserer leiblichen Mutter. Wir meinen ja eben auch, dass wir gar nicht erben können und dass sie uns wegen Schulden gar nicht belangen können.

Von einem Erbe von meiner Mutter war nie die Rede. Es geht nur um das Erbe von ihrem verstorbenen Halbbruder. Ich bin echt mal gespannt, ob da noch etwas vom Notar kommt. Wenn der Onkel sich nicht mehr meldet, wissen wir ja über seinen Charakter Bescheid. Da bin ich echt froh, nicht in dieser Familie groß geworden zu sein. Das sind halt alles nur Mutmaßungen, aber was soll man bitteschön sonst davon halten?
 

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