liebe billy,
das ist lieb, dass du an mich denkst!
was soll ich sagen: bin selbst etwas auf mich sauer, dass es mir offenbar nicht schnell genug gelingt, die dinge in den griff zu kriegen. 🙁
obwohl es mir eigentlich im vergleich zu den letzten wochen, wieder eine nuance besser geht - mit kleinen zwischentief zwischendurch. aber insgesamt tut es einfach nicht mehr so weh!
hatten gestern einen kurzen aber intensiven streit, als es darum ging, dass mir doris wieder einmal sagte, ich solle ihr kein schlechtes gewissen wegen der hausarbeit machen (ich hab gestern einen riesenberg wäsche gebügelt und doris meinte ich solle doch langsam aufhören mit dem bügeln. und sie würde es dann auch selbst nicht merken, wann sie sich überfordert und möchte mich einfach vor überforderung bewahren. ich sagte etwas ironisch drauf, dass sie in den letzten 6 monaten nicht in gefahr kam, sich beim bügeln zu überfordern, denn das machte ausschließlich ich.
jetzt werdet ihr sagen: wie ein altes ehepaar die zwei. aber hinter der geschichte steht aus meiner sicht ja deutlich mehr als das bügeln oder irgendeine blöde hausarbeit. hier geht es um rollenerwartungen, gebraucht werden, eigene anforderungen an sich selbst, dem anderen etwas-gutes tun wollen, verantwortung füreinander übernehmen, sich abgrenzen und vieles mehr.
das regt mich einfach furchtbar auf, dieser spruch: ich würde ihr ein schlechtes gewissen machen. als wenn ich ihr "über-ich" wäre und sie sich dann über mich ärgert. so krieg ich oft die rolle des "moralischen" und "verantwortungsbewußten" umgehängt und werde dann oft auch zum subjekt des ärgers von doris, obwohl sie sich eigentlich über sich selbst ärgert, wenn sie ihre erwartungen an sich nicht erfüllen kann.
habs einfach gestern einmal ausgetragen diesen konflikt und ihr gesagt, dass mich das so nervt.
daraufhin war der abend eher ruhig und sie zog sich ins zimmer zurück.
ich glaub, dass das wichtig ist, nach einer sehr symbiotischen beziehungsphase und dem cut durch den betrug, wieder mehr sich gegenseitig von sich als person zu zeigen, zu streiten und positionen neu zu definieren.
mir ist das auf alle fälle ein anliegen und ich werde mich hier auch nicht unterkriegen lassen. und was hab ich schon zu verlieren?
ich habe das gefühl die "alte" doris nicht mehr wiederzubekommen also geht es darum die beziehung mit der "neuen" doris neu zu gestalten und zu definieren.
und wenns ihr nicht passt, kann sie ja (wieder) gehen! ich werd jetzt einfach mehr auf mich schauen und wenn ich einer frau begegne, die besser zu mir passt als doris, wer weis.....