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Vom Vater missbraucht und trotzdem schwul - bin ich normal?

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Hallo Knuddel40,
Nun, zumindest in meinem (schwulen) Bekanntenkreis hat kein einziger seine sexuelle Ausrichtung durch "Erfahrung" erworben. Zumindest keiner von denen, mit dem ich mich über diese Thematik schon einmal unterhalten habe.
Es ist natürlich möglich, dass keiner Deiner (schwulen) Bekannten seine Ausrichtung erworben hat. Aber, woher nimmst Du Deine absolute Gewissheit??
In meiner Gruppentherapie war das Thema Sexualität naturgemäß DER Grund für die Unterhaltung. Das Reden über diese finsteren Erlebnisse war Teil der Therapie.
KEINER hätte darüber mal eben bei einer Flasche Bier geredet...
Schwul zu sein, das ist mittlerweile richtiger Weise in der Gesellschaft relativ gut akzeptiert. Dennoch gibt es noch immer große Vorbehalte und Unwissenheit.

Erst recht beim Thema Missbrauch.

„Ich weiss jetzt seit etwa einem halben Jahr, dass ich schwul bin. Viele, die mich kennen, sagen mir "Wenn du schwul bist, dann muss dir das, was dein Vater mit dir gemacht hat, gefallen haben! Das ist abartig!"
Schon vergessen? Im Eröffnungsbeitrag dieses Threads.

Solange es in unserer Gesellschaft solche Meinungen gibt, überlegt man es sich besser dreimal, mit wem und wann man mit jemandem über seine sexuelle Ausrichtung redet und darüber, als Kind zum Opfer gemacht worden zu sein.

Mit freundlichen Grüßen
NewMan
 
Schwul sein ist etwas für mich nicht normales auch für die Gesellschaft , Sie Sind Minderheit und müssen behandelt werden . Es ist ein Krankheit wenn es normal wäre dann musste kein Adam und Eva geben oder? musste nur Männer auf diese Welt sein . Der Menscheit besteht seit geburt von Mann und Frau Punkt . da gibt es kein diskussion , Aussenminister ist Schwull und und sagt er
 
Hallo Knuddel40,

Es ist natürlich möglich, dass keiner Deiner (schwulen) Bekannten seine Ausrichtung erworben hat. Aber, woher nimmst Du Deine absolute Gewissheit??

Natürlich können mich alle angelogen haben... Aber dann kann ich immer noch aus meinem eigenen Leben berichten. Und mich hat definitiv niemand missbraucht - weder Mann noch Frau. Aber meine gleichgeschlechtliche Veranlagung ist mir schon immer bewusst gewesen, auch wenn ich sie als Kind/Jugendlicher nicht konkret benennen oder erklären hätte können.
 
Nun, die Titel-Frage des TO lautet(e):

"Vom Vater missbraucht und trotzdem schwul - bin ich normal?"

Nichts leichter, als aus jenem "trotzdem" ein "deshalb" zu machen und sein Schwulwerden- wie Sein als direkte Folge
seiner speziellen Erfahrungen zu sehen, völlig unabhängig
davon, ob er irgendwelche angenehmen Gefühle mit ihnen
verbindet oder nicht.

Soo einfach ist in der Regel aber eben nichts.

Weil "sexuelle Prägung" ERSTENS nicht bewußt (sondern in Stadien vorbewußter Wahrnehmung) läuft und nicht unbedingt im Rückblick abrufbar wie erinnerbar ist.
ZWEITENS, weil überhaupt nicht unbedingt abnorme Erfahrungen (wie sexueller Mißbrauch) eine Rolle dabei spielen müssen.
Und DRITTENS - wie schon bemerkt - auch genetische Dispositionen Bedeutung haben können, welche sich nicht so einfach wissenschaftlich messen lassen.

THESE: Vielleicht fühlen sich manche Schwule als Angeboren-Homosexuelle wohler, weil geprägtes So-Sein eher impliziert, dieses So-Sein vermeintlich wieder "rückgängig" machen zu können (Stichwort: Umerziehung)?
Zumal niemand, der tatsächlich keine schlimmen Mißbrauchserfahrungen durchlitten hat - für den Sexualität also kein "finsteres Kapitel" seiner Sozialisationsgeschichte darstellt - sich ungern in eine solche Ecke abgestellt sieht?

Normal zu sein ist m.E. ein natürliches Bedürfnis der meisten Menschen, weil es Zugehörigkeit wie Anerkennung verspricht, während "Abweichung" eher einen anstrengenden, gegen Widerstände kämpfenden Weg bedeuten kann -
je mehr geächtet, desto quälender.

Oder wie denkt Ihr darüber?

Issima
 
Normal zu sein ist m.E. ein natürliches Bedürfnis der meisten Menschen, weil es Zugehörigkeit wie Anerkennung verspricht, während "Abweichung" eher einen anstrengenden, gegen Widerstände kämpfenden Weg bedeuten kann -
je mehr geächtet, desto quälender.

Oder wie denkt Ihr darüber?

Issima

Ja, das ist sicher richtig: ein Leben als ein von der Norm abweichender (in welcher Form auch immer) Mensch ist anstrengender, komplizierter und manchmal auch gefährlicher als das Leben eines "normalen" Menschen.

Wie anstrengend, kompliziert oder gefährlich das Leben dann aber tatsächlich ist hängt unter anderem von der jeweiligen gesellschaftlichen Situation ab, in der man lebt. In einer relativ toleranten Gesellschaft (wie wir sie glücklicherweise derzeit in Mitteleuropa und anderen Ländern erleben) ist ein Leben als Schwuler (oder als sonstiger Normabweichler) vergleichsweise einfach: man kann eigentlich sein Leben so leben wie alle anderen auch - von kleinen Einschränkungen abgesehen.

In einer restriktiven oder intoleranten Gesellschaft kann so ein Leben aber auch die Hölle sein, und es kann für die betreffenden Menschen auch tatsächlich gefährlich werden.

Dies betrifft natürlich nicht nur ein Leben als Schwuler, sondern auch ein Leben mit Behinderung, mit einer nicht der Mehrheit entsprechenden Hautfarbe oder mit einer sonstigen Stigmatisierung.

Ein Leben als "Normabweicher" hat aber auch Vorteile. Man wird frühzeitig gezwungen, sich viele Gedanken zu machen, die sich andere Menschen vielleicht nie so intensiv machen müssen: Gedanken über Vorurteile, den Sinn des Lebens, die Gesellschaft, Religion, etc.. Ausserdem versucht man vielleicht mehr als andere Menschen, den vermeintlichen Makel durch erhöhte Leistung und mehr Wissen zu kompensieren.
 
Gut, dass du in Therapie bist! Der Therapeut ist hoffentlich auf Opfer sexuellen Missbrauchs spezialisiert. Mutmaßungen, Phrasen und Küchenweisheiten von Laien helfen dir nicht weiter, sondern können eher noch mehr Schaden anrichten.

Ob dein Schwulsein angeboren ist (dürfte wohl der Regelfall sein) oder aus der Missbrauchserfahrung herrührt (falls so etwas überhaupt ausnahmsweise auch möglich ist), kann ich nicht beurteilen. Vielleicht kann es dein Therapeut? Oder jedenfalls ein Sexualtherapeut? Nach meiner laienhaften Einschätzung scheint dein Vater ja selber schwul zu sein, sonst hätte er sich als Sexualstraftäter ja nicht an einem männlichen, sondern einem weiblichen Kind vergriffen. Letztlich ist beides gleichermaßen schlimm.

Dein Vater müsste unbedingt angezeigt werden, damit er für seine Taten bestraft wird. Das ist für dich aber auch psychisch extrem belastend, weil du dann aussagen musst. Dennoch darf dies nicht dazu führen, dass dein Vater ungeschoren davon kommt. Daher brauchst du auch dafür unbedingt professionelle Unterstützung! Hast du mal mit dem Therapeuten darüber gesprochen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Gut, dass du in Therapie bist! Der Therapeut ist hoffentlich auf Opfer sexuellen Missbrauchs spezialisiert. Mutmaßungen, Phrasen und Küchenweisheiten von Laien helfen dir nicht weiter, sondern können eher noch mehr Schaden anrichten.

Ob dein Schwulsein angeboren ist (dürfte wohl der Regelfall sein) oder aus der Missbrauchserfahrung herrührt (falls so etwas überhaupt ausnahmsweise auch möglich ist), kann ich nicht beurteilen. Vielleicht kann es dein Therapeut? Oder jedenfalls ein Sexualtherapeut? Nach meiner laienhaften Einschätzung scheint dein Vater ja selber schwul zu sein, sonst hätte er sich als Sexualstraftäter ja nicht an einem männlichen, sondern einem weiblichen Kind vergriffen. Letztlich ist beides gleichermaßen schlimm.

Dein Vater müsste unbedingt angezeigt werden, damit er für seine Taten bestraft wird. Das ist für dich aber auch psychisch extrem belastend, weil du dann aussagen musst. Dennoch darf dies nicht dazu führen, dass dein Vater ungeschoren davon kommt. Daher brauchst du auch dafür unbedingt professionelle Unterstützung! Hast du mal mit dem Therapeuten darüber gesprochen?


Der Missbrauch eines Vaters an seinem Sohn sagt nichts über seine sexuelle Ausrichtung aus.
Es kann sich durchaus auch um einen Machtmissbrauch, eine Machtdemonstration handeln.
Was letztlich den Missbrauch nicht weniger schlimm macht.



Jemand der sich an einem männlichen KIND vergreift, ist nicht schwul, sondern pädophil.:mad:


Auch hier gilt, wer sich als Erwachsener an einem Kind sexuell vergeht, muss nicht pädophil sein.
Auch hier kann es um Macht gehen.

Nicht desto trotz, darf es nicht verharmlost werden. Es ist ein Verbrechen. Ein Verbrechen an Leib und Seele eines Kindes.
 
Jemand der sich an einem männlichen KIND vergreift, ist nicht schwul, sondern pädophil.:mad:

Meiner Meinung nach ist so ein Geschreibe schwulenfeindlich.
Ach, und wenn ich geschrieben hätte, ein Mann, der sich an einem kleinen Mädchen vergreift, wäre wohl eher heterosexuell: Wäre das nach deiner Logik dann heterosexuellenfeindlich? 🙄

Aus meiner Sicht gibt es schwule Pädophile, lesbische Pädophile und heterosexuelle Pädophile - und eines ist so schlimm wie das andere.

Was mich stört, ist, dass du dich in erster Linie darüber aufregst, wenn ich vermute, dass ein Mann, der sich an kleinen Jungen vergreift, eher schwul sein könnte als jemand, der sich an kleinen Mädchen vergreift. Empörung ist aber doch hier vor allem wegen des Kindesmissbrauchs angebracht!
Auf das vermutliche Schwulsein des Vaters bin ich eingegangen, weil der TE sich darüber wundert, dass er trotz der Missbrauchserfahrung durch seinen eigenen Vater sich mehr zu seinem eigenen Geschlecht hingezogen fühlt.

Ich als Heterosexuelle käme niemals auf die Idee, es als heterosexuellenfeindlich zu empfinden, wenn jemand schreibt, dass jemand, der eine Person des anderen Geschlechts missbraucht, wohl eher heterosexuell sei. Aber ich erwarte auch nicht, aufgrund meiner sexuellen Orientierung mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Und wer sich mit einer anderen sexuellen Orientierung wirklich gleichwertig fühlt, erwartet das von seinem Umfeld auch nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf jeden Fall ist so ein Mensch definitiv nicht schwul, nur weil das Kind männlich ist.
Dass der Vater des TE schwul ist, ist aber auch nicht 100%ig ausgeschlossen. Du kennst ja sicher Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig". Da verliebt sich ein alternder Mann (Gustav von Aschenbach) in einen Knaben (Tadzio). Warum wohl fühlt er sich von dessen Körper sexuell angezogen? Sicher nicht, weil er durch und durch heterosexuell ist.

Und so wie es Heterosexuelle gibt, die Kinder sexuell missbrauchen, gibt es auch Homosexuelle, die dies tun. Auch Homosexualität schützt nämlich nicht vor Pädophilie. Im Zweifel suchen sich Pädophile dabei das Geschlecht aus, von dem sie sich sexuell am meisten angezogen fühlen. Es gibt ja auch Priester, Lehrer, Jugendgruppenleiter, Nachbarn etc. die sich nur an kleinen Jungen vergreifen. Da erzählt mir niemand, dass die alle heterosexuell sind. Und es gibt Priester, Lehrer, Jugendgruppenleiter, Nachbarn etc., die kleine Mädchen missbrauchen. Die werden wohl überwiegend heterosexuell sein.
 
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