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Verzweiflung

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Gast

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Hallo ihr Lieben.

Ich studiere Deutsch und Englisch auf Bachelor. Dachte eigentlich, dass sei wirklich mein Ding, und ich könnte später auch mal was sinnvolles damit machen (entweder Deutsch als Fremdsprache an Erwachsene oder etwas im journalistischen Bereich). Bin jetzt im dritten Semester und mein Notendurchschnitt beträgt 3,2. Nicht weiter verwunderlich bei bis zu 11 Klausuren in einer Woche und Prüfungsangst, die einen immer begleitet, aber mich ärgert es trotzdem, weil ich mir lerntechnisch den A**** aufgerissen habe. Und jetzt bin ich im 3. Semester und treibe vor mich hin, wie Sisyphus arbeite ich weiter und weiter und hab den Eindruck, es bringt nix, denn ich hab mich für die Sommersemesterferien auch für ein paar Praktika beworben und keines bekommen... Begründung: Wirtschaftskrise. Stellt sich mir die Frage: Will mich überhaupt irgendjemand mal mit meinem Abschluss dann in ein paar Jahren als Arbeitnehmer einstellen? Ich weiß, das klingt jetzt so, als hätte ich gar kein Selbstbewusstsein, so ist das nicht! Aber mich verlässt einfach der Mut.

So, jetzt hab ich mich genug ausgek****t, vielen Dank fürs Durchlesen und eventuelle Tips.. Ganz liebe Grüße..
 

Hallo Gast,

schau mal hier: Verzweiflung. Hier findest du vielleicht was du suchst.

hast du dich mal vorher informiert was du mit deinem Studium alles machen kannst? Ich bezweifel fast das du bei den Medien unter kommst, da du ja keine Medienwissenschaften oder so etwas machst. Und um anderen Menschen Sprachen beibringen zu können mußt du denk ich auch sowas wie Pädagogik dabei haben und vor allem mehr Sprachen. Wenn du sagen wir mal z.B. einem Türken deutsch beibringen willst, bringt dir Englisch wenig, denn das wird er zu einer großen Wahrscheinlichkeit nicht können (sonst bräuchte er auch weniger deutsch zu lernen denn englisch kann ja fast jeder). Und dann wäre noch die Frage welche Einrichtung dich da nehmen würde oder willst du Privatunterricht geben? Vielleicht kannst du dein Berufsfeld noch etwas erweitern indem du mehr auf die Lehramtschiene schwenkst, denn da kannst du mit diesen beiden Fächern schon gut Punkten. (meine Meinung)
 
Ja, habe ich ja... Mir wurde gesagt, dass ein "allgemeines" Sprachenstudium mehr bringt als ein medienwissenschaftliches... Und da ich ja gar keinen Plan hatte vor 2 Jahren nach dem Abi, was ich "werden wollte", hab ich mir eben gedacht, ok, machste halt die Kombi... Achja, Pädagogikkurse haben wir ab dem 5. Semester im Modul "Deutsch als Fremdsprache"... Naja...
 
hast du dich mal vorher informiert was du mit deinem Studium alles machen kannst?

Naja ob es so leicht ist eine neutrale Bewertung zu bekommen?
Ich bin nicht der Threadöffner, berichte aber mal über meine Erfahrung:
- Zitat des Sachbearbeiters beim Arbeitsamt: " Studiengänge sind nicht unser Fachgebiet. Besuchen sie einfach mal die Uni und holen Sie sich Infomaterial"

- Erfahrungen bei der Uni

Die guten Berufsaussichten wurden wahrscheinleich von einen Prof. beschrieben, der in seiner eigene Uniwelt lebt.
Ich war bei mehren Infoveranstaltungen für diverse Studiengänge und habe mir auch verschiedene Beschreibungen der Studiengänge durchgelesen.

Beispiel 1: Geschichte
Es wurde behauptet, dass Historiker bessere Berufsaussichten haben als Mediziner, Juristen, BWLer, VWLer, Lehrer usw., da sie sich angeblich in alle Bereiche einarbeiten können und echte Allrounder sind. Zitat: "Als Historiker kann man in nahezu jeden Unternehmen gute Stellen bekommen und gute Gehälter sind kein Problem. Sie müssen sich keine Sorgen über ihre Zukunft machen"
Trotzdem kann ich das so nicht nachvollziehen, bis zu den Unternehmen scheint sich das noch nicht rumgesprochen zu haben: Arbeitslosigkeit: Der gute Müller | Dossier | ZEIT ONLINE
Oder war womöglich Ironie dabei, die ich nicht erkannt habe?

In anderen Veranstaltungen wurde das eigene Fach über den grünen Klee gelobt und es wurde davon abgeraten, irgendwas anderes zu studieren.

Bei den Fächern BWL und Jura reicht oft der Platz nicht aus und Leute sitzen auf den Treppen, damit sich noch mit reinpassen. Es gibt sehr viele Bewerber.

Ich denke, dass es schwierig ist eine neutrale und realistische Übersicht zu bekommen.

Mit vielen Studiengänge kann es am Ende nach Hinten losgehen.
 
Regel Nr.1 bei Berufsdingen (Fragen, Jobsuche, ...) nieeee zum AA gehen. Die Leute sind für solche Dinge nicht geschult sondern spulen ihr Behörenablauf 1🤐 ab und das wars. (registrieren, abstempeln, einheften, ...)

Viel besser ist es wenn man Freunde fragt oder im Internet sucht oder auf der HP der Unis die leiten meist weiter in Foren oder Unterseiten der Fachbereiche wo sich Studenten unterhalten die man auch fragen kann oder sonst wo. Und mal ehrlich mit ein wenig Hirn kann man sich doch denken das man mit Historik kaum Stellen bekommt zumindest nicht in jedem Unternehmen wie versprochen. Was soll man da auch machen? Ne Statistik das früher alles besser war???
 
Ich halte es generell für einen Irrglauben, dass ein Studium gute Berufsaussichten verspricht:
- BWL und Jura sind überlaufen
- VWLer finden kaum Stellen
- Biologen sind den Leute, die ein Ausbildung im Labor machen, massiv unterlegen, da der Praxisbezug fehlt.
- Für Chemiker ist die Promotion Pflicht
- Philosophen können dann später mit dem Fahrgästen im Taxi quatschen
- Geisteswissenschaftler sind beneidenswert, wenn sie den Sprung an die Uni schaffen. Sie haben dann das Privileg, etwas interessantes zu machen. Aber nur mit Topnoten, einer Promotion und viel Vitamin B bekommt man eine Stelle als wissenschaftl. Mitarbeiter oder Prof. an einer Uni. Der Rest kann sich mit dem Pöbel aus dem Bildungsproletariat bei der Agentur für Arbeit um die knappen Wartenummer streiten, bis die FDP die Agentur für Arbeit abgeschaft hat ;-)

Du bist mit deinen Problem also nicht allein.

Bleibt nur das Lehramt und Medizin als Studienfächer über, die noch am ehesten Erfolg versprechen. Wobei man beim Lehramt mind. ein Fach haben sollte, das unbeliebt ist, sonst wird es auch da schwer. Außerdem muss man sich mit 30 Quelgeistern und mehr pro Klasse rumschlagen, wenn es schlecht läuft, kann man den Begriff "rumschlagen" wörtlich nehmen.
 
Viel besser ist es wenn man Freunde fragt oder im Internet sucht oder auf der HP der Unis die leiten meist weiter in Foren oder Unterseiten der Fachbereiche wo sich Studenten unterhalten die man auch fragen kann oder sonst wo. Und mal ehrlich mit ein wenig Hirn kann man sich doch denken das man mit Historik kaum Stellen bekommt zumindest nicht in jedem Unternehmen wie versprochen. Was soll man da auch machen? Ne Statistik das früher alles besser war???



Naja wenn die Freunde beim AA waren und sich dort informiert haben, dann bringt das nicht viel. Und eigentlich studiert man doch etwas für sich und fügt sich nicht den Studienwunsch der Freunde?

Das mit dem Foren stimmt so nicht ganz, zumindest stimmt es nicht für alle Unis. Bestimmten Unis haben Angst, dass Leute, die nicht an dieser Uni studieren, Daten der Uni nutzen. Manchmal werden in den Foren neben den Diskussion auch Folien aus den Vorlesungen hochgeladen usw. Diese sollen nur Leute zugänglich sein, die an der Uni studieren und externe Personen sollen darauf keinen Zugriff haben. Man kann sich dann nur mit Matrikelnummer und einen Passwort einloggen.

Das man als Historiker keine gute Berufschancen hat ist klar, aber kennst du einen Prof., der schonmal sein Fach in Frage gestellt hat? Mit einer ordentlichen Portion Marketing wird jede Studiengang zu etwas besonderen aufgebläht, da Studenten ja auch zahlende Kunden sind ;-)

Ich kann es nicht für jede Uni beurteilen, aber an der Uni, an der ich studiert habe, gab und gibt es natürlich auch noch Beschreibungen über die Studiengänge. Und jede Studiengang vermittelt ein überhebliches und selbstgefälliges Selbstbild. Eine gewisse Arroganz und das Unwissen über die Berufsperspektiven ist in der Uni durchaus Standard. Die besonderen Lebenläufe, die mit Vitamim B ausgestattet waren, werden zum allgemeingültigen Varianten erklärt usw.

Dann gibt es natürlich auch allgemeine Studentenforen im Internet.
Aber auch dort gibt es unterschiedliche Meinungen und Kommentare und jeder scheint von seinen Studienfach hunderprozentig überzeugt zu sein und verteidigt es in den Threads.

Folgende Reaktion ist durchaus realistisch:
Dort könntest du z.B. fragen: "Wie schätzt ihr BWL als Studienfach ein"

Dann kommen 15 Antworten:
-5 BWLer sagen, dass BWL ein interessantes und vielfältiges Studienfach mit viele Möglichkeiten ist.
- 2 Ing. melden sich zu Wort und behaupten, dass BWL ein Fach für Luschen ist, die nur etwas auswendig lernen wollen. Es ist staubtrocken und komplett überlaufen.
- 2 Geisteswissenschaftler und 1 Naturwissenschaftler bestätigen diesen Eindruck
- 2 Leuten mosern rum, man solle doch in einen der zahlreichen andere Threads schauen und die Forensuche benutzen,. Es gab den Thread doch schonmal für 5 Jahren, man muss für ein Thema doch nicht immer einen neuen Thread aufmachen
- 1 VWLer sagt, dass die VWLer die besseren Betriebswirte sind
- 2 Wirtschaftsinformatiker meinen, sie seien die Zukunft und die eigentlichen Wirtschaftexperten
- 1 Antwort ist Spam

Daraus kann man natürlich gute Erkenntnisse erzielen, die Fachfremden sind bestens informiert und die BWLer sind komplett neutral ;-)
 
Die Vorgehensweise ist ja auch nicht so das man nicht weiß was man studieren soll und dann seine Freunde fragt was sie studieren und dann da einfach mit macht. Sondern man sollte sich schon Gedanken machen was einem Spaß machen könnte, dann Leute suchen die diesen Bereich mal hatten oder was drüber sagen können und sich schon einmal einen Eindruck holen. Natürlich sollte man nichts ungefiltert hinnehmen sondern auch ab und zu mal sein Hirn einschalten und sich fragen inwieweit man einer Information von Quelle x trauen darf (ist übrigens auch im weiteren Leben und vor allem auch in Sachen Internet mehr als nur hilfreich!)

Dazu kommt auch noch das man eigentlich wenn man gar nicht weiß was man studieren könnte am besten nicht studieren sollte. Es gibt kein Gesetz welches einen dazu verpflichtet zu studieren und vor allem wäre eine einfache Ausbildung sehr viel zukunftsweisender als einfach mal irgendwas zu studieren Hauptsache man hat was studiert und kann später sagen ich hab studiert ...

Und wenn man sich schon ein Studium aussucht, dann muss man auch einige Dinge in kauf nehmen. Klar sollte das Studium Spaß machen und optimal wäre es noch wenn man später gut damit verdient. Aber wenn man Spaß an Fächern hat, die ich sage mal keine berauschenden Zukunftsaussichten mit sich bringen wie z.B. Zeitgeschichte der Römer oder ka was es da noch alles an Spaßfächern gibt, dann sollte man später nicht meckern das man kaum nen Job findet mit dem was man studiert hat.

Zum Thema Studienwahl:
es mag sein das einige Bereiche überrannt sind. Nicht umsonst gibt dort dann meist auch einen NC. Vor allem in den ersten 1-2 Semestern ist man dort nur eine Nummer aber danach haben einige aufgehört bzw wurden aufgehört und dann wird es angenehmer zu studieren. Ich selbst habe damals mit 200 Leuten angefangen und nach einer Woche waren es schon 50 Leute weniger. Bis zur Klausur gab es nur noch 120 Anmeldungen wovon nur glaube 80-90 erschienen sind und am Ende haben von denen auch nur irgendwo zwischen 40-60% bestanden. Im Hauptstudium waren es dann am Ende vielleicht 30-40 Leute pro "Jahrgang" und die Vorlesungen angenehm überschaubar.

meine Meinung zu den Bereichen ist
- BWL ist nen 0815 Fach in meinen Augen. Das studiert jeder Depp. Wenn man nicht weiß was man studieren soll Lehramt oder BWL das sind die ersten beiden Bereiche bei 90% der angehenden unschlüssigen Studenten. Dementsprechend ist BWl auch überrannt und die Berufsaussichten nach dem Studium je nach Note auch schwieriger.

- Lehramt machen auch viele und wenn man dann noch so super Kombinationen wie Sport und Religion wählt naja da kann nix gutes bei raus kommen. Man sollte meiner Meinung nach schon eher Sprachen, Naturwissenschaften anstreben um eine Zukunft zu haben.

- Jura ist halt sehr viel auswendig zu lernen und man muß halt eine Zuneigung zu dem trockenen Beamtendeutsch haben aber ich denke das ist recht rentabel wenn man nicht umbedingt so werden will wie der Anwalt X in Bayern wird man sogar noch als Mensch gesehen. Heutzutage klagt jeder alles an also ist auch noch genug Arbeit da.

- Medizin ist so ne Sache für sich. Ich hab Respekt vor den Leuten die sich das antun wollen. Man verdient erstmal sehr wenig bei enorm hoher Arbeitszeit + Bereitschaftsdienst ... Möchte man später eine Privatpraxis eröffnen muß man sich glaube erstmal irgendwo einkaufen also erstmal kräftig Vorzahlen bevor man auch nur einen Cent verdient. Dazu muß man noch gut sein und die Ärzteaufsichtsdingsbumsbehörde verteilt "Tickets" welcher Facharzt wo eröffnen darf und wo es schon zu viele gibt. Man kann also glaube ich nicht einfach sich nen Stück Laden mieten und dort seine HNO Praxis eröffnen. Noch dazu hat man dann auch feste Abrechnungstarife dank dem guten deutschen Gesundheitssystem. Also ich könnte Medizin nur jemanden empfehlen der später vor hat nach England oder skandinavische Länder zu ziehen da kann man noch sehr gut verdienen im Gegensatz zu hier. Ausgenommen sind Zahnärzte, die haben ja erstmal ein "halbes" Medizinstudium (wie eine bekannte angehende Medizinerin so schön sagt) und noch dazu sind die nicht in diesen Tarifen drin und wenn man sich mal anschaut was so ne Brücke oder so kostet, da machen die gut Geld mit.
 
So hallo, hier nochmal die Threaderstellerin. Haha, Lehramt und gute Chancen?? Sehr toller Witz, sorry... Mein Vater hat Lehramt studiert, das zweitbeste Staatsexamen Bayerns gehabt und trotzdem keine Stelle als Gymnasiallehrer bekommen. Bei uns studieren 90% des Jahrgangs auf Lehramt und 70% werden danach keine Stelle kriegen, denke ich, da wieder die sogenannte Lehrerschwemme einsetzen wird: Jetzt im Moment, haben wir viel zu wenig Lehrer in Deutschland ABER: Der erste Bachelor-Lehramts-Jahrgang vom WS 07/08 wird bald fertig, die meisten davon werden diesen Mangel ausgleichen. Und dann sind danach die von unserem Jahrgang dran, und die werden dann ganz schön blöd aus der Wäsche schauen, egal welche Fächer. Für mich kommt das also überhaupt nicht in Frage, denn als Lehrerin fürs Gymi oder sonstwas
sehe ich mich überhaupt nicht. Warum also etwas machen oder zu etwas wechseln, woran ich überhaupt keine Freude haben würde!?

Ich bin mittlerweile zu dem Punkt gekommen, dass ich mein Ding durchziehen und DANACH schaue, was sich ergibt. Punkt. Ich hatte meinen Semsteranfangsblues, als ich den Thread eröffnet hab, denk ich. Trotzdem danke für die Hilfe. 🙂

Liebe Grüße
 
Du solltest auf keinen Fall was studieren was dich absolut nicht intressiert aber manchmal muss man das zweit oder dritt Beste nehmen auch wenn es weniger Spaß macht Hauptsache man kann sein Leben finanzieren und sich dann wegen mir das allerliebste als Hobby nehmen. Ist zumindest besser als was studiert zu haben was einem kein Geld und Brot bringt davon wird man auch nicht glücklich.

Du schaffst das schon!
 

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