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Verzweifelt

Kyra

Mitglied
Hallo,

Mein Freund ( jetzt Ex ) hat sich kurz vor unserer Hochzeit von mir getrennt wegen seiner Kollegin zu der er seit anderthalb wochen gefühle entwickelt hat.
Da ich seit meinem 16 Lebensjahr unter der Krankheit " schnibbel, ritzen " oder worunter die krankheit noch bekannt ist leide, ist diese nun nach über 5 Jahren wieder hoch gekommen und ich dachte ich hätte diese besiegt. Diese Sache ist nun leider nicht der einzige schicksalsschlag in meinem Leben aber der jüngste. Ich habe Therapien bzgl. der Krankheit hinter mir und schäme mich gegenüber meinen Freunden offen darüber zu reden da mir das so peinlich ist. Nun geht es mir seit der Trennung wieder sehr schlecht und leide unter Depressionen und muß mich sehr zusammen reissen nicht zu ritzen nzw. schnibbel. leider gelingt mir dies nicht immer. Klar ist es für andere leichter gesagt, das leben geht weiter und das weiß ich im Grunde genommen auch aber wenn man einmal in einem Loch ist.......

Vielleicht kennt Ihr das auch?

LG
Kyra
 

Hallo Kyra,

schau mal hier: Verzweifelt. Hier findest du vielleicht was du suchst.

hallo kyra!
erst einmal is das ritzen an sich keine krankheit, es ist nur ein symptom! das ritzen ist ja nicht das problem, die auslöser und die depressionen sind die probleme, wären die nciht da wäre das ritzen auch nicht da! versuch dich zusammen zu reißen, sage dir, es gibt blöde narben, wenn du es wieder machst und das willst du doch net oder?!
klar aus diesen löchern rauszukommen ist total schwer kostet kraft und mut, aber vielleicht würde es helfen, mal mit freunden zu reden...?!
bist du noch in therapie?! wenn nein such dir nochmal einen psychologen, der dir hilft! da ist nichts peinliches dran! du bist krank, so wie andere sich ein bein brechen oder eine grippe kriegen, die shcämen sich auch nicht zum arzt zu gehen!
lieben gruß lütte
 
Hallo Kyra,

auch wenn es nicht peinlich ist das man ein Problem mit dem ritzen hat, so kann ich dich doch verstehendas du dich deinen Freunden gegenüber schämst, mir geht es nämlich genauso, deshalb tut es mir hier auch sogut mich hier im Forum auszutauschen weil man anonym ist und sich alles von der Seele reden kann. Wenn du keine Therapie im Moment möchtest sprech doch mal mit deinem Hausarzt ob er dir nicht ein Antidepressivum aufschreiben kann das du erstmal aus dem Loch kommst, mir hat das über eine schlimme Phase sehr gut geholfen.
Und wenn dir was auf der Seele brennt dann schreibe einfach auch das alleine hilft schon eine wenig.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Fühle dich umarmt liebe Grüße Mäusemama
 
Hallo Lütte,

danke für Deine antwort.

Laut meines damaligen psychologen ist dies mittlerweile eine anerkannte Krankheit. Klar wenn die Depressionen nicht wären, käme es zum größten Teil nicht dazu. Meine Freunde wissen darüber bescheid, wir reden auch viel darüber gerade in der jetzigen Situation. Ich gehe leider sehr ungern zum Arzt und vorallem diesbzgl. ich kann nichts daran ändern das ich mich schäme ist halt kein einfaches Thema.
Bin zur Zeit nicht in Therapie das würde ich zur Zeit auch gar nicht zeitlich schaffen da ich ersteinmal beruflich wieder Fuss fassen muß.

LG
Kyra
 
Hallo Kyra,

wer hat denn schon im Freundeskreis nur Supermänner und Superfrauen? Mancher wundert sich der einzige Mensch zu sein im Freundeskreis der noch nicht wegen irgendwas in Therapie war.
Was SVV anbelangt, so habe ich persönlich selbst festgestellt: das muss überhaupt nicht peinlich sein, wer wirklich liebe, sensible, einfühlsame Freunde hat wird feststellen dass die vielleicht erst einmal erschrocken sind, aber deswegen wird die Freundschaft nicht darunter leiden - ich weiß doch selbst dass die Anderen ihre eigenen Defekte haben mit denen sie zu mir gekommen sind und die Anderen wissen das auch. So ist es bei mir jedenfalls. Eine gute Freundin von mir hat zu mir gesagt (so in etwa): "wenn du kurz davor bist das wieder zu tun, dann rufst du mich an!" Ein Notdraht, und es genügt schon dass es den gibt ohne dass der je gebraucht wird - schon ist die Situation völlig verändert. So sah es in meinem Fall aus - es kommt auf die Freunde an ob das möglich ist.

Beim Selbstverletzen werden Hormone ausgeschüttet, "Glückshormone". (Die Endorphine wenn ich mich jetzt nicht arg vertue.) Durch solche Hormone verspüren Unfallopfer oder Soldaten zunächst auch keine Schmerzen wenn sie offene Wunden davongetragen haben. Es gibt Möglichkeiten das zu bekommen die kräftezehrender aber auch lohnender sind. Als es wieder mal soweit war habe ich intensiv Sport getrieben. Sport wohlgemerkt, keine Sportsucht. Ich habe mir gesagt: du mußt nur bis heute Abend durchhalten, bis zum Sport, da wird dann alles rausgelassen, und hinterher bist du so ausgepowert aber auch entspannt und, wie soll ich sagen, "heruntergefahren" - da denkst du heute nicht mehr daran es zu tun.

Ich würde es auch nicht als vernichtenden Schicksalsschlag auffassen dass Du Dich wieder geschnitten hast. Denn es ist doch nichts was nach außen bemerkenswerten ethischen und sozialen Abbau hervorrufen kann wie es z.B. beim Trinker der Fall ist der nach Jahren wieder rückfällig wird. Es ist nichts was Dich als Gesamtpersönlichkeit ausmacht und weswegen Du an Deinem Selbstrespekt und Deiner Würde zweifeln mußt - also mach Dich deswegen nicht fertig!
 
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