Wo gibt's denn Kapitalismus? In den USA sind sie nah dran, mit unserer sozialen Marktwirtschaft hat das aber nichts zu tun. Hier kann man etwa (nahezu) kostenlos studieren bzw. bekommt Bafög.
Und klar haben die Älteren hier was geschaffen. Ich habe ohne Unterstützung studiert, wir waren chronisch pleite. Nun einen tollen Job, Haus gebaut (im Alter Mietfrei) und brauche nicht mehr auf den Taler zu gucken. Alles mit meiner Frau aus dem Nichts aufgebaut. Wenn nun junge Menschen nichts haben ... so ging es mir auch. Wer was haben möchte muss dafür eben auch arbeiten.
Sorry, aber da muss ich einwerfen, dass das nicht so einfach zu vergleichen ist.
Meine Großeltern, Opa Handwerker, Oma Hausfrau: Haben ein Mehrfamilienhausbau finanzieren können (1965). Meine Mutter und mein Vater waren Bürokaufleute. Konnten sich in den 90ern ein Haus kaufen.
Bei mir ist es noch nicht so weit, aber Freunde von mir, Er Elektrotechniker, Sie Grundschullehrerin, werden sich bis sie kurz vor der Rente stehen, verschulden müssen, für ein Haus und genug finanziellen Spielraum für ein Kind zu haben, vorausgesetzt es gibt genug Gehaltssprünge. Und natürlich nicht mit zweimal Urlaub im Jahr, bevor hier noch gedacht wird, dass man da ja sparen könnte.
Es gibt hierfür viele Gründe, warum das so ist. Man muss aber festhalten, dass es früher "einfacher" war ein Level an Wohlstand zu erreichen.
Man vergleiche was die Menschen, geboren in den 60ern für Ausbildungen hatten (zumeist ja mit 15 von der Schule gegangen), und als z.B. Geselle ein Haus finanzieren konnten, während heute selbst gutverdienende Hochschulabgänger sich zwischen Kinder oder Eigentum entscheiden müssen.
Was dabei zu erwähnen ist: Ein einfacher Handwerksgeselle wird wahrscheinlich vom Eigenheim nur träumen dürfen, es sei denn er ist gut genug vernetzt, um mit seinen Kumpels ein Haus zu bauen. Für die Erzieherin, den Verkäufer oder den Industriemechaniker wird es da schon schwerer.