salü
in manchen diskussionen (so ausserhalb vom forum jetzt) geht es manchmal sehr sarkastisch zu und her. und zynisch und überhaupt. mir scheint manchmal, dass es anders nicht geht. Irgendwie geht emotional in den menschen viel ab. aber es gelingt nicht zu verstehen was, das unterbewusste, dass verschwiegene äussert sich als form in der rede. man weiss dann nicht, was man alles reininterpretieren soll, ob man zwischen den zeilen lesen soll, und wie soll man das was zwischen den zeilen ist wirklich richtig interpretieren. es bleibt manchmal an der oberfläche. das gespräch ändert sich dann in ihrem inhalt. es wird "angegriffen" und "zurück angegriffen". es wird soviel interpretiert und es bleibt auch viel freiraum zur interpretation übrig. aber was wirklich ist, das streift man vielleicht, aber trifft es nicht.
die grenzen sind unterschiedlich. je nach auffassung des geschriebenen, kommt eine ganz andere antwort. man will ja der gegenseite zeigen, dass man besser ist, dass man informierter ist, dass man gewitzter und cleverer ist. jeder reagiert anders, jeder geht anders auf den anderen zu.
es hängt auch von einem selber ab, worauf man im gespräch eingeht, ob man "angriffigem" aus dem wege geht, oder dem gegenüber den wind aus den segeln nimmt oder eben auf konfrontation geht. ich will keines für besser oder schlechter einstufen.
zuviel zynismus und sarkasmus ertrag ich nicht. es sei denn es ist in einer vertrauten runde. aber auch da. zynismus und sarkasmus ist wie eine wand zwischen den menschen und zwischen sich selber, zwischen dem kern, der in einem ist. es hilft mir nicht, zu verstehen, was abgeht. eine distanz wird aufgebaut.
ich persönlich finde das schade. mir persönlich schlägt das auf den magen. ich hau dann ab und lass die menschen sein. diese gefoppe und gewitzle, dieses schnelle wandeln zwischen witz und ernst, empfinde ich sehr schwierig, weil man den menschen nicht kennt und hier im forum eh.. man hat nur geschriebenes. man kann so viel reininterpretieren.
die geschriebenen beiträge im thread "islamfeindlichkeit" ... manche haben ja recht. und wenn sie auch nur ihre wut rausschreiben. auch das ist eine wahrheit. oder eben ihre perspektive. wichtig ist ja, dass man irgendwie im "dialog" bleibt.
ich glaube, viele hier haben ihr erlebtes, ihre sicht, das sie einbringen wollen. es geht dann schwer, wenn alle zur gleichen zeit das gleiche wollen. irgendjemand muss auch zuhören. wie in einem volleyballteam sollte es regeln geben, damit ein gutes spiel gespielt werden kann.
der thread ist für mich insofern gut fortgeschritten gewesen, als dass ich ein zwei dinge "erkennen" konnte. meine erstinterpretation revidieren musste.
es passiert ja uns allen, dass niemand wirklich sich die zeit und die musse nimmt, ganz auf das gegenüber einzugehen, sich zeit für interpretation und nachdenken zu nehmen.
und es wurden so viele gedanken angesprochen, wo ich persönlich einfach nicht die zeit fand zu "moderieren". weil ich einfach nicht 24h hier sein kann. es braucht eben zeit. vieles das auch wahr ist. es ist ein riesengrosses puzzle, das man eben nicht in 5 minuten zusammenpuzzeln kann.. es braucht zeit.
ich verstehe, wenn beiträge geschlossen werden, die scheinbar in hitzige gefechte ausarten. diejenigen, die schon lange im forum sind, sehen es vielleicht gelassener. kennen sich auch besser. man vergisst, dass das forum hier ein "offener" platz ist. neue leute nicht eingeführt und allen mal vorgestellt werden. dass man zeit hat, sich "kennenzulernen". und manch geschriebenes auch so geschrieben wird, dass es einfach zum wortgefecht aufruft.
es wär ein leichtes für jeden hier, ultraprovokante sätze hinzuschreiben und zu schauen, was dann wird. (und manche haben das ja als hobbie 😉 )
manche wollen das nicht. ich les auch fast keine zeitung mehr. diverse zeitung. oder lerne bewusst filter einzusetzen, damit ich all das, was von mir sogleich ne reaktion hervorrufen soll, zu eliminieren. provokationen. sind sicherlich interessant und können diskussionen beleben. man sollte damit umgehen können.
und vielleicht sind hier manche seelen halt nicht so abgehärtet. und manche scheinen zu glauben, dass nur ihr thema das wichtigste von allen ist. und manche wollen nur "pöbeln". mit freunden mach ich das ja auch gerne. aber die sehen dann, dass meine augen lächeln und können es auch dementsprechend auffassen. und sie kennen mich. wissen was von meinem leben. wissen, was in mir sonst vorgeht. kennen mich ein wenig detaillierter, wissen vielleicht von meinen ängsten, von meinen kränkungen und von meinen träumen. können es ganz anders einordnen. von angesicht zu angesicht kann ich besser streiten. geht auch hier im forum, wenn man gewisse regeln einhält. man kann ein gegenüber, auch im realen, immer foppen, wenn man möchte. man kann immer, wenn jemand was ernst hinschreibt, eine unernste antwort geben. bei menschen, wo das chronisch passiert, lauf ich davon. es verunmöglicht irgendwie etwas sachlich anzugehen. zu sehen, was wirklich ist. wie mit nachbarn, wo man auf phrasenkonserven zurückgreift, niemand wirklich das sagt, was einem echt durch den kopf geht. alles ins lächerliche ziehen. das wär ja ok. aber manchmal, weiss man dann schon im vorneherein was passiert. immer das gleich sozusagen, das abgeht. ich seh meine nachbarin und ich weiss dann auch schon wie das gespräch abläuft. irgendwann wird das langweilig. ...
für manche macht das spass. und jeder hat so seine art. wenn es gruppengespräche schachmatt setzt, ist es schade.
einiges was ich in den beiträgen las, fand ich interessant. zu sehen, was jemand sieht, wie jemand etwas interpretiert, wie jemand argumentiert.
aber das spielt ja jetzt keine rolle.
die eigene verantwortung bei den beiträgen aber runterzuspielen, entspricht keinem erwachsenen wesen. man kann einander immer steine vor die füsse werfen, man kann aber auch einander helfen, sich zu verstehen.
lg camus