Ich glaub für einen Außenstehenden ist es immer schwer, sowas zu verstehen, weil man sich ja vorrangig in einem Forum nicht anmeldet, um den Ex, die Ex zu loben, sondern weil es Schwierigkeiten gibt.
Ich glaube, ich liebe sie noch immer, trotzdem sie komplett unreflektiert, uneinsichtig und bockig ist, ich auch der Meinung bin, kein Mann dieser Erde kann mit ihr eine halbwegs konfliktfreie Beziehung führen. Sie braucht das Drama, würde sie nie zugeben, aber ich bin recht resistent und kann das Drama ab.
Allerdings sehe ich es eben locker, das stört sie massiv, da sie mich gern in diesem Drama als Darsteller sehen würde, der auch so wie sie an die Decke geht und alles hyper dramatisiert, was ich einfach nicht tue.
Ich hole mal aus. Ich kenne sie ja schon länger als ich mit ihr zusammen bin. Sie kann zuckerlieb sein, kann aber auch im nächsten Moment total ausrasten und dann stundenlang, tagelang nicht mehr normal sein. Für sie sind dann grundsätzlich alle anderen Schuld. An allem. An ihren finanziellen Problemen, an ihrem Leid, an ihrem Single Dasein, an ihrer Einsamkeit, überhaupt. Sie macht grundsätzlich keine Fehler, sondern immer alles besser. Alle anderen sind Egoisten, Un-Empathen und sie natürlich nicht.
Mir fielen diese Dinge zugegebenermaßen wirklich erst auf in der Beziehung, aber dann rasch. Sie wollte mich ständig sehen, das hat mich komplett gestresst, da ich auch mein eigenes Leben habe. Sie hat keine Interessen, außer Fernsehen, Serien und sonst nur punktuell mal ein bisschen was. Ihr Partner muss sich um sie drehen, ständig bei ihr sein. Sonst will sie ihn garnicht mehr. Also sie will schwarz oder weiß. Ganz oder garnicht. Es gibt bei ihr nie den Punkt an dem sie zufrieden ist, das ist schnell mein Eindruck gewesen.
Am Anfang dachte ich, ok, ja vielleicht hat sie Recht, ich mach es halt so, dass ich dies und das geringer priorisiere. Kein Ding. Dann ging das aber immer weiter, dann war das nicht recht, jenes nicht recht und irgendwann hörte ich auf, so zu sein, wie sie es gerne hätte, weil ich merkte, dass es dann einfach neue Probleme gibt und neue Themen, es gab einfach immer was Neues, was ihr nicht schmeckte und dann kann man es auch lassen.
Ich muss trotzdem sagen, wenn wir zusammen waren, waren die ersten 90% des Tages immer schön, die nächsten 10 Prozent arteten in einem erheblichen Streit aus, den sie wie zwanghaft vom Zaun brechen musste, wie einprogrammiert.
Ich glaube, mich hat das nie so krass mitgenommen wie sie, also der Streit, der Stress haben mich ganz am Anfang belastet, aber ich bin ein Mensch, dem es gelingt, sich mental, emotional raus zu ziehen, ohne sich zu entlieben. Einfach indem ich klar nach dem Motto lebe "Ihr Problem, nicht meins.".
Ich bin auch einer, der ruft einfach an, nach einem heftigen Streit. Ich hab da kein Thema mit, glaube das hat sie immer irritiert. Weil sie es gewohnt war, dann nichts mehr vom Partner zu hören.
Sie hat halt exakte Vorstellungen, der Mann muss quasi exakt so sein und fühlen wie sie sich fühlt. Das ist auch super schwer zu verstehen. Die Eifersucht kommt natürlich dazu, aber liegt - nach ihrer Schilderung - natürlich nicht in eigener Unsicherheit begründet, sondern klar im Verhalten des Mannes. Ich habe anfangs oft mein Telefon gezeigt, aber schnell gemerkt, man müsste wenn es nach ihr ging, wirklich alle löschen. Bis auf sie. Also ich dürfte nicht mal mehr mit meiner Schwester kommunizieren, denn selbst da war sie eifersüchtig.
Trotzdem hadere ich, ob sich Menschen dahingehend ändern können, sie hat unfassbare Wutanfälle und Ausraster, wenn die nicht wären, wäre es top. Aber das sind Dinge, die ich einfach langfrisitig nicht haben mag.