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Vertrauen, Kontakte, Leben

K

Koori

Gast
Ich weiß wirklich nicht mehr weiter, bin total unglücklich mit meinem Leben.
Ich bin 19 Jahre alt und habe im eigentlichen Sinne noch nie richtig gelebt.
Mein Leben besteht zur Zeit einzig und allein darin zur Schule zu gehen und wenn ich ehrlich bin geht das schon so seit meine Eltern sich geschieden haben. (D.h. seit ich ca 12 war). Ich war so gut wie nie auf Partys, auf Festen, Geburtastagen oder ähnlichem, saß immer nur daheim.. früher war ich eine Zeitlang in Sportvereinen aber nach dem Umzug (raus aus dem Haus des Vaters) ebbte das ganze auch nach und nach ab. Mittlerweile tue ich wirklich nichts mehr.. Und das macht mich total unglücklich.

Ich habe gewaltige Probleme damit Menschen zu vertrauen bzw eine engere Beziehung mit ihnen einzugehen, und sei diese nur freundschaftlicher Art. D.h. nicht dass ich der totale Außenseiter bin, im Gegenteil. In der Schule die ich derzeitig besuche habe ich schon einige "Freunde" wenn man das so nennen kann, das Problem ist nur dass ich nie einen Menschen auserhalb der Schule bzw. irgendwelcher anderen Pflichten an mich ran lasse.
Ich gehe nicht mit ihnen aus, besuche sie nicht daheim, lasse mich nicht besuchen, kurz ich vermeide jeglichen Kontakt außerhalb der Schule.
Wenn mich Freunde die ich von meiner alten Schule her kenne anrufen und fragen ob ich nicht Lust hätte etwas zu unternehmen, erfinde ich immer irgendeine schwachsinnige Ausrede um nicht mit ihnen in Kontakt treten zu müssen. Ich rufe von selbst auch nie jemanden an.. obwohl ich das vielleicht gern würde aber da ich den Kontakt schon so lange gemieden habe und ich weiß dass jeglicher Kontakt nur auf reine Höflichkeit hinauslaufen würde, lasse ich es bleiben. Zumal dann sowieso immer die Frage kommt ob wir nicht was unternehmen und ich dann letztlich doch wieder Nein sage.
(Das ist so absurd, ich will ja! Ich sage auch manchmal Ja aber kurz vor dem Treffen denke ich dann wieder dass das alles doch gar nichts bringt und das ich nicht weiß was ich mit den Leuten machen soll und dann ruf ich an und sag ab)
In einer gewissen Form ist das eine totale Beleidigung meinen "Freunden" gegenüber weil die wiederum nicht verstehen woran das liegt das ich nie mit will, die denken es liegt an ihnen weil ich mich in der Schule so total anders verhalte und sie mich nicht so zurückgezogen kennen.

Meine einzigste Freundin, richtige Freundin die ich habe ist meine Cousine und das auch nur weil ich sie schon von Kindertagen her kenne und wir schon immer zusammen waren und ich weiß dass es ihr ähnlich geht wie mir..ihr kann ich vertrauen, ich weiß das sie mir niemals in den Rücken fallen würde.

Mein Problem ist einfach, ich will nicht mehr so weitermachen! Ich möchte ja andere Menschen kennenlernen und Spaß haben ect ich weiß nur nicht genau wie. Es ist sehr schwer für mich das ganze Problem richtig darzustellen und verständlich zu erklären, da es so umfassend ist.
Ich schaffe es nicht Kontakte zu knüpfen und zu erhalten, ich muss alles immer analysieren und schaffe es auch nicht einfach mal los zu lassen und Spaß zu haben (was vielleicht auch daran liegt dass ich nach der Scheidung irgenwie in die Rolle der "starken" Person geschlüpft bin, d.h. dass ich meine Mutter getröstet und aufgebaut habe und ihr geholfen habe weiter zu machen.. ich weiß auch nicht..)

Und das ist ja nicht mal das einzigste Problem, ich hab soviele Sachen im Kopf die mich fertig machen dass ich mir vorkomme wie in einem Teufelskreis ich weiß einfach nicht wie ich da raus kommen soll...
 
Weißt Du, tu so als ob Du Vertrauen haben könntest. Handele einfach als ob. Wir werden im Laufe des Lebens immer mal wieder verletzt, jedoch dürfen wir unser Gefühl dazu immer ausdrücken. Sag mal wovor hast Du denn wirklich Angst? Dich zu blamieren? Dumm dazustehen? Daß man Dich durchschauen könnte?....Oder schämst Du Dich für irgendetwas?
Das wichtigste ist immer die Entscheidung, das zu respektieren was man ist. Viele tun den ganzen Tag nichts anderes als sich zu verurteilen. Also, wenn Du magst dann schreib nochmal, wovor genau Du Dich fürchtest.
Du schaffst das schon.

Lieben Gruß Cornelia
 
Aber bringt mich das mit dem so tun als ob denn weiter? Teilweise tu ich schließlich so als ob, aber im grunde genommen bin ich letztlich dann doch wieder allein.
Die Frage mit der Angst weiß ich ehrlich gesagt gar nicht zu beantworten. Ich habe eigentlich keine Angst vor den Dingen die du aufgezählt hast, und doch weiß ich auch nicht genau in was sich mein Problem begründet. Vielleicht ist es auch einfach die Angst verlassen zu werden, ich kann es dir nicht sagen, ich weiß es selbst nicht.
Ich weiß nur das meine Probleme in letzter Zeit schlimmer werden, was vielleicht aber auch daran liegt, dass sie mir bewusster werden.
Ich bin im Moment in einem Tief aus dem ich einfach nicht mehr heraus komme. Ich kann nachts kaum noch schlafen, bin ständig down oder sogar schlimmer: aggressiv. ich sage Dinge die ich eigentlich nicht sagen möchte und mache damit alles nur noch schlimmer.
Allerdings liegt das wie gesagt nicht nur an meiner Isolation, auch wenn das doch teilweise ausschlaggebend ist.
Aber ich habe echt keine Ahnung mehr was ich machen soll. Ich hab eigentlich schon immer eine eher selbstzerstörerische Ader gehabt, in letzter Zeit allerdings ist mir diese auch etwas außer Kontrolle geraten. Irgendwie gerät momentan einfach alles aus den Fugen und ich weiß nicht wie ich es wieder gerade biegen kann.
 
Hi Koori,

musst du denn heute immer noch die Verantwortung für deine Mutter übernehmen oder hat sich das geändert? Manchmal ist es echt schwer, wenn man sich in diese Beschützerrolle begeben hat, da wieder rauszukommen.

Du musst einfach lernen wieder dein eigenes Leben zu führen, genauso wie deine Mutter. Wenn dich deine Freunde einladen, dann tritt dir selber mal kräftig in den Allerwertesten und zwinge dich selbst dazu, mit ihnen auszugehen. Ich weiß, das ist nicht einfach, aber auch ich muss mich manchmal dazu zwingen. Erst freue ich mich, aber wenn der Tag dann da ist, möchte ich mich manchmal lieber wieder in mein Schneckenhaus zurückziehen. Aber ich bleibe mir gegenüber hart und bin im nachhinein froh, dass ich rausgegangen bin. Denn es war schön.

Es kostet zwar einiges an Selbstüberwindung, aber versuch es einfach mal.
 

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Luisa1960 Was würdet ihr tun, wenn ihr wüsstet, das ihr nur noch einen Tag am Leben seid Leben 58

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