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Hallo Jermaine,
schau mal hier: Vertrackte Situation mit schwangerer Freundin. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Hallo allerseits.
Ich habe im vergangenen Herbst eine Beziehung mit meiner langjährigen besten Freundin begonnen. Sie ist die Liebe meines Lebens und ich dachte immer, ich würde alles für sie tun - muss aber nun festellen, dass ich an meine Grenzen stoße. Schon als wir uns kennen lernten, funkte es recht schnell zwischen uns - allerdings steckten wir beide noch in anderen Beziehungen. Es gab damals vor mehreren Jahren einen Kuss zwischen uns - für lange Zeit sollte dieser aber die einzige "Aktion" bleiben, über alles weitere wurde lediglich gesprochen. Im vergangenen Jahr sagte ich ihr auch, wie sehr ich mir eine gemeinsame Zukunft mit ihr wünschen würde und dass ich gerne Kinder mit ihr hätte. Sie hing aber lange Zeit in der Trennung von ihrem Ex-Freund fest und warf mir dann später einmal in einem Streit entgegen: "Vergiss es, ich bekomme bestimmt kein Kind mit dir!" Spoiler Alarm: Tut sie nun doch. Möchte mit mir aber derzeit offenbar keine Beziehung führem.
Als wäre das alles aber nicht schon vertrackt genug, leidet meine Freundin unter Depressionen. Hauptsächlich haben diese ihre Ursache in ihrer letzten Arbeitsstelle, wo sie in kurzer Zeit derart fertig gemacht wurde, dass ihr Selbstwertgefühl auf dem Nullpunkt gelandet ist. Vielleicht liegt die wirkliche Ursache hier auch bereits weiter zurück... schwer zu sagen. Auf jeden Fall führte dies aber dazu, dass sie mir letztlich eine Beziehungspause reindrückte und mir die Schuld für vieles zuschob (ob nun berechtigt oder nicht lasse ich mal offen - das kann ich selbst nicht objektiv beurteilen). Darunter leide ich sehr. Seit mehreren Monaten versuche ich seitdem, zurückzustecken und mich damit zu arrangieren, auf Warteposition zu bleiben. Wir haben seitdem auch zwischenzeitig wieder miteinander geschlafen - aber wie ich vermute von ihrer Seite aus lediglich, weil es "sie gerade gejuckt hat". Was mir zu schaffen macht, ist aber die Situation, dass wir eigentlich keine wirkliche Beziehung mehr führen. Ich weiß von ihr, dass sie das immer noch im Hinterkopf hat und auch in Zukunft wieder möchte. Sie möchte, dass wir unser Kind gemeinsam erziehen, als Liebende. Und sie möchte irgendwann sagen können: "Schau mal, das alles hier möchte ich nun mit dir teilen". Aber derzeit möchte sie nur Abstand, sie möchte nicht einmal berührt werde. Für mich hingegen ist dieser momentane Abstand Folter. Ich versuche, ihr diesen Abstand zu gewähren. Zugleich ist aber mein Bedürfnis da, mit ihr zusammen zu sein. Das führt dazu, dass ich immer wieder Bewegungen in ihre Richtung unternehme, z.B. andeute, sie küssen zu wollen. Sie dreht sich dann weg und ich gebe ihr eine Kuss auf die Wange - nur sehr selten steigt sie mal tatsächlich darauf ein und erwidert einen Kuss (vielleicht ~5 Fälle in den letzten drei Monaten).
Seit drei Monaten schlafe ich nun auch im Wohnzimmer auf der Couch. Von ihr kamen immer schlimmer werdende Anfeindungen - und als es mir dann irgendwann zu viel wurde und ich dagegen hielt, war die Folge ein Streit, der dahin gehend eskalierte, dass sie meinte: "Ich schmeiße dich jetzt raus." Mit Rücksicht auf ihre Depressionen habe ich dem nachgegeben, da ich es wichtig fand, dass sie zumindest noch soweit über ihr eigenes Leben bestimmen konnte, ohne dass ich sie unter Druck setze und ihr etwas vorschreibe. Aber für mich ist seitdem jeder Tag eine Qual. Ich wünsche mir nichts mehr, dass wir unsere Beziehung wieder führen können, bei der wir gleichberechtigt über alles reden können und Kompromisse vereinbaren. Aber bei allem schwingen die Fragen mit: Kann ich dies hier tun? Kann ich jenes von ihr erwarten/verlangen? Oder mache ich nur alles schlimmer, indem ich Druck ausübe. Brauche ich bloß einfach Geduld und Verständnis?
Ich höre von ihr immer wieder, dass dies alles mit unserer Lebenssituation zu tun hat: Wir wohnen derzeit zusammen in einer Wohnung, welche sie hasst und wollen gemeinsam ein Haus kaufen. Dies alles zieht sich nun aber schon lange hin und bisher ist noch offen, wann sich dies nun genau ändert. Sie fühlt sich in der Wohnung nicht wohl und nutzt jede Gelegenheit, um dort rauszukommen - was ich auch verstehe: Sie arbeitet nur in Teilzeit und ihr fällt die Decke auf den Kopf, während ich den ganzen Tag in Vollzeit weg bin. Hier treffen wohl unterschiedliche Einstellungen aufeinander: Natürlich wäre ich mit einer verhassten Wohnsituation auch nicht zufrieden. Aber das wichtigste für mich ist, dass ich sie habe: Ich könnte mit ihr auch in einer feuchten, schmutzigen Höhle leben und wäre glücklicher, als wenn ich in einer Luxusvilla, aber ohne sie leben würde. Für sie scheint das anders zu sein.
Eigentlich warte ich tagein tagaus nur darauf, dass es irgendwie besser wird. Dass sie auf mich zukommt und sagt: "Hey, ich kann das jetzt wieder." Sie liebt mich noch immer, das weiß ich von ihr. Sie kann nur derzeit niemanden richtig lieben, weil sie sich selbst blockiert. Das macht mir aber umso mehr zu schaffen, da wir uns gemeinsam so sehr auf ihre Schwangerschaft gefreut haben und ich diese so gerne mit ihr teilen und miterleben wollte. Nun ist es gefühlt nur: Sie ist schwanger, ich bin schuld und darf froh sein, wenn sie mal an einem Abend überhaupt anfassen darf und darauf hoffen darf, Bewegungen von unserem Baby zu spüren.
Da sie unsere Wohnung so sehr hasst, ergreift sie jede Gelegenheit, um weg zu sein, etwas mir ihrem Freundeskreis zu unternehmen. Was ich ihr einerseits auch gönne und der Meinung ist, dass das wichtig ist. Aber auf der anderen Seite bleibe ich dann allein zu Hause zurück. Umgekehrt schaue ich dann natürlich auch, dass ich raus komme und mich beschäftige. Aber letztlich möchte ich auch gerne Zeit mit ihr verbringen und fühle mich dann vor den Kopf gestoßen, wenn ich mitbekomme: Sie geht zu Freunden hin und lädt auch Freunde zu uns ein (an den Ort, den sie so sehr hasst), mag dort aber möglichst keine Zeit mit mir verbringen. Liege ich da so sehr falsch, wenn ich mich frage, warum es ihr denn nicht wichtig genug ist, Zeit mit mir zu Hause zu verbringen, wenn sie zugleich aber andere Leute zu uns einladen mag?
Und seit diesen drei Monaten warte ich nun, dass es besser wird. Immer mit der Karotte vor der Nase, muss aber sehen, dass ich bloß auf der Stelle trete und frage mich: Kann das eine richtige Beziehung sein, wenn diese nur funktioniert, wenn auch sonst ihr Umfeld stimmt? Oder sehe ich das zu naiv und vernachlässige ich wichtige Grundbedürfnisse von ihr, nur weil diese nicht mit meinen decken?
Mittlerweile bin ich an einem Punkt, wo ich mit dem Gedanken spiele, mich einweisen zu lassen - wohl wissend, dass aus ihrer Sicht in dem Moment direkt mal "alles vorbei" wäre. Ich hatte bei ihr auch schon angedeutet, dass es mir nicht gut geht und ich mich schon gefragt habe, wie sie wohl reagieren würde, wenn ich nun Depressionen entwickeln würde. Ihre Antwort war, dass sie mich dann wohl fragen würde, ob ich da nun stolz drauf wäre.
Aber soweit bin ich inzwischen, fürchte ich. Eine mehrwöchige Suche nach einem Therapeuten erwies sich als... eher erfolglos. Nächstmöglicher freier Termin bei einem von ~15 abtelefonierten: November. Kommende Woche habe ich einen Termin bei meinem Hausarzt und sehe dem mit gemischten Gefühlen entgegen. Vor allem, da ich glaube, dass mein Problem einzig situationsbedingt ist. All das, was momentan schwierig ist, könnte ich überstehen, wenn ich sie und ihre Liebe an meiner Seite hätte. Aber ohne das alles, sehe ich nicht weiter.
Sie sagte zu mir, sie müssen aufgrund ihrer Depression derzeit priorisieren. Ganz oben stünde sie - vielleicht darüber noch unser Baby, zumindest aber an zweiter Stelle. Erst dann käme ich. So fühlt es sich für mich aber nicht an, sondern eher danach: Ganz oben sie und unser Baby... dann alles mögliche andere. Und ich erst irgendwo dazwischen, mal weiter oben, mal weiter unten.
Inzwischen frage ich mich, ob ich nicht auch genau das tun muss, für mein persönliches Seelenheil: Mich selbst nach ganz oben setzen. Und sie eben hinten anstellen. Aber dann wieder habe ich Angst, dass dann alles vorbei wäre und ich bloß Geduld mit ihr brauche und Verständnis für ihre Situation.
Seit einigen Tagen spiele ich mit dem Gedanken, ein Gespräch mit ihr zu suchen, was schon schwierig ist: Wann immer ich äußere, dass ich Redebedarf habe, blockt sie ab, das "ständige Reden wollen" würde sie nerven. Gestern habe ich überlegt, ihr zu sagen, dass ich es nun so machen müsste wie sie: Mich selbst nach ganz oben setzen, mich um mich kümmern und nicht mehr versuchen, eine Beziehung mit ihr zu führen, während sie dies zugleich immer wieder abblockt. In der Hoffnung, dass wir aber letztlich doch wieder richtig zusammen finden.
Aber so richtig sehe ich derzeit nicht weiter, jede Richtung scheint falsch...
Mittlerweile bin ich an einem Punkt, wo ich mit dem Gedanken spiele, mich einweisen zu lassen
Seit einigen Tagen spiele ich mit dem Gedanken, ein Gespräch mit ihr zu suchen, was schon schwierig ist: Wann immer ich äußere, dass ich Redebedarf habe, blockt sie ab, das "ständige Reden wollen" würde sie nerven. Gestern habe ich überlegt, ihr zu sagen, dass ich es nun so machen müsste wie sie: Mich selbst nach ganz oben setzen, mich um mich kümmern und nicht mehr versuchen, eine Beziehung mit ihr zu führen, während sie dies zugleich immer wieder abblockt. In der Hoffnung, dass wir aber letztlich doch wieder richtig zusammen finden.
Aber so richtig sehe ich derzeit nicht weiter, jede Richtung scheint falsch...
Inzwischen frage ich mich, ob ich nicht auch genau das tun muss, für mein persönliches Seelenheil: Mich selbst nach ganz oben setzen. Und sie eben hinten anstellen. Aber dann wieder habe ich Angst, dass dann alles vorbei wäre und ich bloß Geduld mit ihr brauche und Verständnis für ihre Situation..
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