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versuchte Vergewaltigung

  • Starter*in Starter*in tulpe22
  • Datum Start Datum Start
T

tulpe22

Gast
Zuerst einmal muss ich sagen, dass es mir sehr schwer fällt über mein Problem zu schreiben. Das liegt daran das ich denke das die meisten vieleicht denken dass ich mich nicht so anstellen soll und das ja alles garnicht so schlimm ist.Also fange ich jetzt einfach mal an mein Problem zu schildern. Mein Stiefvater hat versucht mich zu vergewaltigen, damals war ich 16 (mittlerweile bin ich 22).Er kam eines Nachts in mein Zimmer und ich wusste sofort das da was nicht stimmt, aber als ich aufspringen wollte ist er über mich hergefallen. Ich habe mich heftigst gewährt und er wollte mich dann ruhig stellen und hat mir den Mund zugehalten und hat mich gewürgt. Ich konnte mich aber noch los reissen. Ich habe lange zeit verdrängt was da passiert ist aber jedesmal wenn ich mit meinem exfreund schlafen wollte kamen die erinnerungen hoch ich war wie gelähmt.(das war dann auch letztendlich der Grund für die Trennung) Jetzt habe ich jemanden kennenglernt und habe angst das, dass
alles wieder von vorne los geht. Ich weiss einfach nicht weiter. Mir ist es sehr schwer gefallen jetzt darüber zu schreiben.
 
ICh denke nicht das es vorrangig wichtig ist dass die mit ihrem Freund darüber spricht,sondern dass sie dieses traumatische Erlebniss verarbeiten.
Das geht eigentlich nur mit Therapie.
Tulpe,
lass dich zu nichts drängen zu was du nicht willst.
Ein Freund sollte so etwas verstehen und Rücksicht auf dich nehmen, wenn er mit dir Schluss macht, dann ist er einfach ein A****.
 
zuerst einmal danke für eure beiträge. Ich hatte damals mit meinem Exfreund darüber gesprochen. Er hatte auch verständnis für meine Situation so ist es ja nicht. Er wollte das ich eine therapie mache und hat nicht verstanden dass ich diesen schritt noch nicht wage. Ich glaube das er einfach mit der Situation nicht umgehen konnte mich so fertig zu sehen nur weil er mich an der falsche stelle berührt hat. Ich glaube das er auch einfach nicht wollte das es mir wegen ihm schlecht geht, das wegen ihm die erinnerung wieder hoch kommen. Ich komme mir total doof vor, weil es ja "nur" eine versuchte vergewaltigung war und ich trotzden so sehr darunter leide.
 
Hallo,

ohne unterstützende und klärende Therapie werden Freundschaften oder Partnerschaften in den allermeisten Fällen überstrapaziert und gehen oft irgendwann in die Brüche.
Gegen posttraumatischen Stress hilft an sich nur Therapie und zusätzlich kann ein verständnisvoller Freund natürlich eine sehr wertvolle Stütze sein. Jemand der versteht, dass ggf. mit Sex erstmal für längere Zeit nix läuft...etc. und jemand der versteht, dass die ablehnende und blockierte Haltung der Partnerin nicht persönlich zu nehmen/bewerten ist, sondern aus einem unbewätigten Gewalttrauma resultiert.
Eine gute Verarbeitung unter professioneller Anleitung ist hier das A und O. Sonst kann es ohne Gewähr Jahre, Jahrzehnte dauern bis sich so ein Stress-Syndrom mildert. Ich sage immer: Therapie ist ein Verarbeitungsbeschleuniger und an sich verzichten nur Masochisten oder Menschen mit krass zu geringem Selbstwertgefühl auf solch ein prima Hilsmittel...
Ganz falsch wäre es wenn ein Partner, der kein Therapeut ist anfängt den Therapeuten spielen zu wollen....das geht oft schief. Jeder sollte da seine Grenzen kennen und auch akzeptieren, dass es immer Bereiche gibt in denen man hilflos sein kann..auch als Mann und Freund ggü dem Trauma seiner Partnerin...dem man zwar Verständnis entgegebringen kann..aber Verständnis allein reicht nicht. Hier ist konkrete professionelle Hilfe notwendig, damit da Fehler vermieden werde und Verarbeitung stattfindet. Partnerschaft ist ein gegenseitige Geben und Nehmen..auch der Freund hat natürlich gewisse REchte..auf eine gesunde möglichst unbelastete FReundin, die auch mit ihrer Sexualität gut klar kommt. Und wenn da ein Trauma zwischen hängt liegt es in der Verantwortung der Freundin sich dahingehend zu bemühen das wegzukriegen, zu verarbeiten, damit es nicht zu einer zu langen Dauerbelastung der Partnerschaft kommt. Jeder muss halt was für den anderen tun...er genauso wie sie. Ein wirklich guter Freund zeigt hier Verständnis, nimmt Rücksicht, begleitet seine Freundin zur Therapie etc., läßt sich die Dinge erklären etc.

Also liebe Tulpe: tu was für dich und geh in Therapie...und lass einen Freund, der keine Rücksichten nimmt auf jeden Fall ziehen! Du hast Besseres verdient!

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Tyra,
danke für deinen Rat. Ich gebe dir in vielen Dingen recht, ich weiss genau wie sehr eine Beziehung unter dieser Situation leidet. Ich habe aber große angst vor dem Schritt zum Therapeuten zu gehen.
Ich weiss auch überhaupt nicht wie ich an Adressen von Therapeuten komme und ob die Krankenkasse das übernimmt.
Kann ich da einfach meinen Hausarzt fragen?
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

Lg, tulpe
 
Hallo tulpe22,

du solltest meiner Ansicht nach mehr Angst davor haben NICHT zur Therapie zu gehen. Such dir eine guten TherapeutIN aus, das macht es oft bereits leichter.
Bei Gewalttrauma übernimmt natürlich die Krankenkasse die Kosten einer Therapie bei einem zugelassenen Therapeuten. Und an Adressen kommst du einfach per Gucken in die Gelben SEiten, dort die Psychologen durchtelefonieren und fragen ob die spezialisiert sind, oder im Internet suchen oder noch einfacher: in einer Beratungsstelle für Gewaltopfer nachfragen, die haben bereits Adressen spezialisierter Psychologen parat.
Natürlich kannst du auch deinen Hausarzt fragen, ggf. weiß der auch was...wenn nicht, dann selber nochmals erkundigen. Dein Hausarzt sollte dir auch ne Überweisung zur Therapie ausstellen, damit das dann über die KK läuft etc.

Nur Mut! Du packst das schon!

Gruß
Tyra

P.S ich habs grad mal für meine Adresse versucht über google. Einfach Stichwort Traumatherapie + Namen deiner Stadt eingeben und oft tauchen dann schon einige Adressen oder Websites von Psychologen bei dir vor Ort auf.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tyra,

ich Danke dir für deine Antworten und werde mich jetzt mal auf die suche nach einem Therapeuten machen. Ich habe zwar groß Angst davor aber ich glaube das es wohl die einzige möglichkeit ist damit ich das alles verarbeiten kann.
Ich bin wirklich froh das ich hier mal darüber schreiben konnte, alleine das hat mir schon geholfen.

Lg, tulpe
 
stimmt tulpe, es ist so ziemlich die einzige Möglichkeit neben Sport oder Kampfsportprogramm, was zu zusätzlich ins Auge fassen solltest. Es war an sich ne schlaue Idee von dir und ein sehr guter erster Schritt hier im Forum mal ein wenig drüber zu schreiben. Damit bist du auf dem richtigen Weg und anschließende Therapie wird dich noch mehr vorwärts bringen.

Ich bin sicher, dass du es schaffst deine Angst zu überwinden..was mut das mut...was sein muss, muss halt sein. Im Leben muss man immer wieder seine Ängste überwinden, das weiß keiner besser als ich.
Ich war früher superängstlich und unsicher, aber durch immer erneute Überwindung und mich selber in den Hintern treten etc. habe ich das schrittweise überwunden. Alles ne Sache der Gewohnheit. Und eine gute und sogar überlebensnotwendige Gewohnheit ist es bei Problemen -egal welchen Kalibers- offen und ohne Angst oder Scham mit anderen Menschen reden zu können. Nur das hilft. Oft und bein den allermeisten ist es so, dass man sich bei manchen Themen einem Therapeuten oder Therapeutin ggü leichter öffnen kann als Bekannten oder Freunden..und dort über Dinge reden mit denen man mit Nahestehenden (zunächst) nicht so gerne spricht. Dort ist man in einem Schutzraum, es besteht Schweigepflicht, die Therapeuten sind geschult im Umgang mit heiklen Themen und das ist viel wert.

Daher gieb dir auf jeden Fall nen Ruck und bleib dran mit der Suche nach einer Therapie. Sprich mit deinem Hausarzt darüber, oder rufe bei Therapeuten an oder in einer Beratungsstelle vor Ort, die Adressen von Therapeuten haben und dir ggf. dabei helfen möglichst bald einen Therapieplatz zu bekommen. Oft haben gute Therapeuten Wartelisten und man muss ggf. bis zu einem Jahr auf einen Therapieplatz warten.
In einem anderen thread hier hat ein Gewaltopfer nicht warten wollen und nimmt dafür 1X wöchentlich ne 60-km-Fahrt zu einer Therapeutin, bei der sie sofort nen Platz erhalten hatte, in Kauf. Sowas finde ich echt toll...diese Mühen sollte man sich schon manchmal wert sein. Schliesslich geht es um nichts Geringers als das eigene Leben und durch ein Gewalttrauma ist die Lebensqualität oft stark beeinträchtigt, was nicht sein sollte..jedenfalls nicht dauerhaft.
Aber erstmal abwarten und gucken, was bei dir vor Ort so möglich ist, ggf. hast du Glück und bekommst in der Nähe direkt was.

Viel Glück bei der Suche! Ich drücke dir da feste die Daumen.

Gruß
Tyra
 
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