Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Verschwendete Zeit

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

ShutUpTalk

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

aus gegebenen Anlass stellt sich für mich gerade die Frage, warum sich in unserer Gesellschaft so viel darum dreht, ja keine Zeit zu verschwenden.

Kurz zu meiner Situation:
Ich bin 18 Jahre alt, männlich und habe vor kurzem meine letzte Prüfung des Fachabis geschrieben. Da ich dieses Schuljahr leider so richtig faul war, sieht mein Notenschnitt nicht so gut aus: 3,3. Zusätzlich bin ich dieses Jahr durch unsre neue Lehrerin das erste mal in meiner Schullaufbahn in Englisch auf einer 3 (9 Punkte) statt wie bisher auf einer 1 bzw. 2 (15-10 Punkte). Letztlich kommt noch dazu, dass ich mir noch nicht 100%'ig sicher bin bzw. sicher war, was ich nach der Schule machen will und hab deswegen soziemlich alles verpasst. Aus diesen Gründen steht für mich die Entscheidung fest, dass ich dieses Schuljahr freiwillig wiederhole obwohl ich das Jahr eigentlich bestanden hätte. Dieses Jahr will ich mich richtig anstrengen (wie die Jahre zuvor) und einen guten NC bekommen um eine Chance bei einigen interessanten Studiengängen zu haben.
Meiner Mutter hab ich davon noch nichts erzählt (die war ja schon empört als ich ihr erzählt hatte, dass ich das Fachabi machen will), doch als ich meinen Freunden davon berichtete kam von einigen die Frage: "Warum verschwendest du 1 Jahr?", und genau aus diesem Grund eröffne ich das Thema hier.

Warum beschäftigt sich unsre Gesellschaft ständig damit, dass man ja keine Zeit verschwenden soll .. und welche Zeit verschwendet man eigentlich? Natürlich, die Leute wollen einem sagen, dass man 1 Jahr weniger Geld verdienen wird, aber ist das wirlich so schlimm? Wär es wirklich besser mich jetzt für irgend einen Notfallstudiengang einzutragen nur um statt 38 ganze 39 Jahre arbeiten zu dürfen? Ich glaube nicht. Zusätzlich gibts doch sowas wie "Zeit verlieren" garnicht. Selbst nichts tun (Meditation) ist eine gute Zeitinvestition. Und warum sollte man was an seiner Lebenszeit verlieren? Ich kann dieses Jahr genauso meine Hobbys ausüben, nebenher Geld verdienen, Spaß haben, usw., da kann mir keiner sagen das ich dieses Jahr verloren hätte.
Wenn jemand wirklich sagen will: "Du verlierst nur deine Zeit", dann sollte man das doch eher an Leute richten die sich jedes Wochenende die Kante geben oder schnellstmöglich durch jedes Lebenskapitel rasen wollen.

An sich wär die Frage ja nicht so wichtig, aber mich hat sie lange beschäftigt .. denn die Idee, dieses Jahr wiederholen zu wollen, hab ich schon seit ein paar Wochen und jedes mal, wenn ich dran denken muss, fühl ich mich irgendwie schlecht. Immerhin erzählt einem ja jeder, wie "umsonst" dieses bzw. letztes Jahr ist/war. Aber auf der anderen Seite denk ich mir dann wieder, dass ich dieses Jahr doch eigentlich ganz sinnvoll nutze indem ich die Qualität meiner Zukunft damit verbessere. Oder lieg ich da falsch? Dieses Jahr hatten wir auch einen in der Klasse, der freiwillige Wiederholt hatte und es kein bisschen bereut.

Warum ist unsere Gesellschaft so sehr drauf aus, jedes Jahr mit irgendwas "Wichtigem" (was ja wie ersichtlich Ansichtssache ist) zu füllen? Man siehts ja auch an der berüchtigten "Lücke im Lebenslauf". Diese Zeit, die im Lebenslauf eben fehlt und alteingesessene Kapitali.. Bosse zur Annahme verleiten lässt, dass der Bewerber nichts taugt und wahrscheinlich sogar noch Drogen verkauft (natürlich etwas übertrieben dargestellt). Warum ist das so? Warum will sich jeder so schnell in den Arbeitsalltag begeben und warum ist in unsrer Gesellschaft eine "Auszeit" bzw. eine ungewöhnliche Zeitnutzung (wie in meinem Fall) so verpöhnt? Kann es sein, dass uns das von den ganzen Konzernen und dem Staat eingetrichtert wird, damit wir ja viele Steuern zahlen können? Ich denke nämlich schon und ich finde es schade, dass man sich schlecht fühlen muss, wenn man ein Jahr eben auf eine andere, nicht übliche Weiße nutzt.

P.S.: Bitte entschuldigt Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler. Ich hab den Text nur so hingeklatscht, weil mir die Frage grade so im Kopf stand, und ich will lieber noch das schöne Wetter genießen, als meine Zeit mit Rechtschreibprüfung zu investieren.
 
Hallo ShutUpTalk,

deine Situation passt eigentlich richtig gut zu meiner momentanen Situation. Habe auch mein FachAbi beendet und stehe auch ohne Ausbildung jetzt da..

Nach den Sommerferien werde ich noch ein Jahr GO machen (gymnasiale Oberstufe),was mir eigentlich gar nichts bringt, nutze es nur als ''Beleg'', damit ich sagen kann ''ich hab was''.

Ich finde es auch relativ schade, dass viele mit dem Thema so umgehen, man liegt ja nicht nur auf der faulen Haut und wenn man überhaupt noch keine Ahnung hat, was man später machen möchte dann ist es doch auch total unlogisch eine Ausbildung anzufangen, an der man überhaupt kein Interesse hat. Vor allem, wer sagt denn überhaupt, dass man in der Zeit nichts leistet? Ich find das schwachsinnig...umsonst ist es nur für die Anderen, für einen persönlich, kann es auch zum Erfolg werden.

Lg
 
Ich finde es auch relativ schade, dass viele mit dem Thema so umgehen, man liegt ja nicht nur auf der faulen Haut und wenn man überhaupt noch keine Ahnung hat, was man später machen möchte dann ist es doch auch total unlogisch eine Ausbildung anzufangen, an der man überhaupt kein Interesse hat. Vor allem, wer sagt denn überhaupt, dass man in der Zeit nichts leistet? Ich find das schwachsinnig...umsonst ist es nur für die Anderen, für einen persönlich, kann es auch zum Erfolg werden.

Leider benötigst du in deiner Selbstfindungsphase gewisse finanzielle Mittel, die von anderen Menschen erarbeitet werden müssen. Somit ist es nicht "umsonst für die Anderen" sondern die anderen zahlen dafür.

Wer allerdings selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann, möge machen was er möchte und sich erarbeiten kann.
 
Da ich dieses Schuljahr leider so richtig faul war, sieht mein Notenschnitt nicht so gut aus: 3,3. (...) Aus diesen Gründen steht für mich die Entscheidung fest, dass ich dieses Schuljahr freiwillig wiederhole obwohl ich das Jahr eigentlich bestanden hätte.

Bist du des Wahnsinns fette Beute?

Wenn du dies Schuljahr schon faul und schulmüde warst, dann wird das im nächsten Jahr nicht besser, auch dann nicht, wenn du dir das jetzt vornimmst! Du würdest den ganzen Kram, der dich beim ersten Mal schon nicht interessiert hat, noch einmal hören - meinst du etwa, beim zweiten Mal werde das spannender?

Ich kenne das aus NRW nur so, dass freiwilliges Wiederholen nicht möglich ist. Freiwilliges Wiederholen geht also nur dadurch, dass man absichtlich durchfällt. Ich kenne jemanden, der das gemacht hat, weil die Noten krankheitsbedingt nicht so gut waren. Unerwartet war er dann im nächsten Jahr noch kränker und hätte beinahe gar keinen Abschluss bekommen.


Im Übrigen, wenn ich mich recht erinnere, sind deine Eltern zwar verpflichtet, dich während einer Ausbildung zu unterhalten, aber ein solches Gammel-Jahr müssen sie dir wohl nicht finanzieren, da können sie dir auch den Geldhahn zudrehen (und auch die Versorgung mit Naturalien). Deiner Mutter hast du es ja noch nicht gebeichtet... da könnte eine unangenehme Überraschung auf dich zu kommen.

Was willst du überhaupt machen nach dem Jahr, was soll dir der erhoffte etwas bessere Abschluss bringen?

Und meinst du eigentlich im Ernst, die Arbeitgeber bevorzugen jemand mit Schnitt 2,7 oder so, der dafür drei Jahre gebraucht hat, gegenüber einem, der in zwei Jahren eine 3,3 geschafft hat?
 
Leider benötigst du in deiner Selbstfindungsphase gewisse finanzielle Mittel, die von anderen Menschen erarbeitet werden müssen. Somit ist es nicht "umsonst für die Anderen" sondern die anderen zahlen dafür.

Wer allerdings selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann, möge machen was er möchte und sich erarbeiten kann.


Stimmt, wobei letzteres ja durch Mini-Jobs erwerbt werden kann...aber Geld mal außen vorgelassen..ich glaube dem Threadersteller ging es nicht um die finanziellen Sachen.
 
Stimmt, wobei letzteres ja durch Mini-Jobs erwerbt werden kann...aber Geld mal außen vorgelassen..ich glaube dem Threadersteller ging es nicht um die finanziellen Sachen.

Natürlich geht es ihm nicht darum, ist ja auch nicht sein Problem, so lange Muttern zahlt.

Diese Überlegungen kann man sich eben nur leisten, wenn es jemanden gibt, der einen aushält und so lange es kostenlose Bildung gibt. Wäre die Schule gebührenpflichtig, käme er gar nicht auf die Idee.

Ich habe meiner großen Tochter auch ihre Entscheidungsjahre "erlaubt" und sehe das nicht als verschwendet an. Letztlich hat sie gestern die Zusage für ihre Traumausbildung erhalten, nachdem sie sich zum dritten Jahr in Folge im Betrieb beworben hat. Die Zeit dazwischen war nicht verschwendet, denn eigentlich hat sie sich strategisch klug an ihren künftigen Arbeitgeber über freiwillige Jahre und Praktika herangeschlichen. Dem blieb jetzt eigentlich nichts anderes übrig als sie zu nehmen und das bei hunderten von Bewerbern auf zehn Plätze.

Aber mein Credo war immer: sie kann machen, was sie will, aber ich will den Sinn dahinter erkennen und sie darf nicht faul sein. @TE: wenn Du also mit Deiner Mutter darüber reden willst, solltest Du gute Argumente haben.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben