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Versagensängste

hudini

Mitglied
Hallo zusammen,
Vielleicht erfahre ich hier ein wenig Aufmunterung oder Balsam für die Seele.
Was mich bedrückt. Mein Job macht mich fertig. Fix und fertig. Ich bin Vertriebler und bin eigentlich sehr gerne mit Menschen zusammen aber meine Arbeitsstelle ist ein Albtraum. Es ist eine kleine Firma mir unter 10 Mitarbeiter. Ich verkaufe Batterien für Staplerfahrzeuge. Zu allen übel bin ich 52 Jahre alt und dadurch nicht der jüngste mehr. Ich gehöre zum Alteisen.

Mein Chef ist nur am meckern. Ich solle mich gefälligst mehr anstrengen, weniger Fehler machen, bessere Abschlüsse anbringen, mich noch besser vorbereiten. Mehr lernen. Warum hab ich nicht "den "sondern "den" Kunden angerufen, er droht auch mit Entlassung. ..usw.usw.usw.
Nichts mache ich richtig und das laugt mich aus. Komplett. Bin jetzt 3 Jahre dabei und will eigentlich nicht arbeitslos werden obwohl ich am liebsten hinwerfen würde. Ich bin heute aus dem 10 tägigen Urlaub gekommen und ich könnte schon wieder heulen. Ich habe schon wiederAngst das ich morgen hinkomme und er wieder mich in "die Mangel" nimmt. Ich mache ja eh nichts richtig.
Habe versucht schon mal ein Gespräch mit ihm in aller Ruhe zu führen aber das hat leider überhaupt nicht gefruchtet. In meinen Fantasien habe ich sogar schon Suizidgedanken. Das würde ich allerdings niemals !!!! machen weil ich eine wunderbare Familie habe. Nur meine Frau kann das auch nicht mehr hören und ich will sie nicht als seelischen Mülleimer benutzen.
Also gehe ich morgen wieder zur Arbeit und bin mal gespannt was ich wieder alles so falsch gemacht habe.
Derzeit fühle ich mich nur noch als Versager der ist im Leben zu nichts gebracht hat. So macht es auch alles gar keinen Spaß mehr.
 
Hallo hudini,

in deinem Problem finde ich mich wieder, auch wenn ich noch ganz jung bin in deinen Augen, doch wenn das Leben nicht schön ist, dann ist das Alter herzlich egal. Ich glaube was du brauchst ist einen neuen Blickwinkel. Weshalb machst du den Job? Wie kannst du dir den Job angenehmer gestalten? Oft sind nämlich deine Menschen, somit auch die Mitarbeiter und der Chef ein Spiegel, der dir etwas von dir im inneren erzählen will, was du ändern sollst. Was das ist musst du schon selber herausfinden, doch ich glaube du solltest damit anfangen dir weniger zu Herzen zu nehmen, wenn du Fehler machst. Jeder Mensch macht Fehler, die einen mehr die anderen weniger. Vielleicht hilft es dir dich nicht so darüber aufzuregen, sondern zu schauen, wie du in Zukunft diese Fehler vermeiden kannst. Schreibst du ein Tagebuch? Dort könntest du die Fehler die dir so über den Tag passiert sind aufschreiben und eventuell am Wochenende noch einmal anschauen um zu gucken, ob sich Wiederholungen finden und wie diese sich beheben lassen.

LG
Garen
 
Hey,

ich finde du solltest dir das nicht länger gefallen lassen. Keiner hat das Recht, dich so respektlos zu behandeln, nicht mal für Geld. Menschenwürde ist dein Grundrecht und unbezahlbar. Was ist dir wichtiger: Geld oder dass du mit Menschen zusammen arbeitest, die dich wertschätzen und dass du einer Tätigkeit nachgehst, die Sinn macht?

Glücklich zu sein mit dem, was du tust, ist unheimlich wichtig. Du arbeitest schließlich mehrere Stunden am Tag. Du solltest dich nicht nur auf die Zeit mit deiner Familie freuen können. Wenn du gegen deinen Willen arbeiten gehst, dann wirst du gestresst, Stress verursacht langfristig psychische und letztlich auch physische Schäden. Dazu kommt noch deine Abneigung gegenüber deinem Arbeitsumfeld, was letztlich zu Ängsten führt, welche irgendwann auch deinen Alltag bestimmen könnten. Du hast was besseres verdient!

Du hast nur dieses eine Leben, also solltest du auch was tun, was dir Spaß macht und nicht etwas, wogegen du tagtäglich ankämpfst.

Mein Tipp: Du hast geschrieben, du magst es, mit Menschen umzugehen. Wie wäre es vielleicht mit einer Neuorientierung als Kranken-. /Altenpfleger? Es ist eine tolle Tätigkeit, die 1) einen Sinn macht 2) wichtig für die Gesellschaft ist und 3) (am aller wichtigsten) zu deinem Profil passen könnte! Ich bin mir sicher, dass du in so einem hilfsbereit-sozialen Berufsfeld viel besser aufgehoben wärst als in diesem Vertriebs-Job. Du kannst z.B. auch eine Ausbildung als Rettungssantiäter machen oder dich neben einer anderen Tätigkeit im Sanitätsdienst (zum Beispiel des ASBs) engagieren. Es gibt sehr viele Möglichkeiten in sozialen Berufsfeldern.

Klar wirst du jetzt nicht das allermeiste verdienen, vielleicht weniger als in deinem jetzigen Job. Aber was ist dir wichtiger. Eine Tätigkeit, von der du weißt, dass sie sinnvoll und dir Spaß macht / deinen tatsächlichen Interessen entspricht oder etwas, was dir überhaupt keinen Spaß macht, die reinste Qual für dich ist, aber dir Geld bringt?

Dein Leben ist wichtiger als gutes Geld!

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und viel Glück auf deinen weiteren Weg.

Freue mich natürlich auf eine Rückmeldung.

LG
 
Hallo hudini,

in deinem Problem finde ich mich wieder, auch wenn ich noch ganz jung bin in deinen Augen, doch wenn das Leben nicht schön ist, dann ist das Alter herzlich egal. Ich glaube was du brauchst ist einen neuen Blickwinkel. Weshalb machst du den Job? Wie kannst du dir den Job angenehmer gestalten? Oft sind nämlich deine Menschen, somit auch die Mitarbeiter und der Chef ein Spiegel, der dir etwas von dir im inneren erzählen will, was du ändern sollst. Was das ist musst du schon selber herausfinden, doch ich glaube du solltest damit anfangen dir weniger zu Herzen zu nehmen, wenn du Fehler machst. Jeder Mensch macht Fehler, die einen mehr die anderen weniger. Vielleicht hilft es dir dich nicht so darüber aufzuregen, sondern zu schauen, wie du in Zukunft diese Fehler vermeiden kannst. Schreibst du ein Tagebuch? Dort könntest du die Fehler die dir so über den Tag passiert sind aufschreiben und eventuell am Wochenende noch einmal anschauen um zu gucken, ob sich Wiederholungen finden und wie diese sich beheben lassen.

LG
Garen

Der TE beschreibst das Problem eher so, als würde er wegen seiner "Fehler" erniedrigt werden und ob diese Fehler tatsächlich "Fehler" sind oder nur von seinem Chef als solche veurteilt werden, das sei mal dahin gestellt. In keinem der Fälle ist es gerechtfertigt, seine Mitarbeiter so zu behandeln, erst recht nicht, wenn es letztlich zu Depressionen führt. Von daher würde ich die Schuld im Arbeitsumfeld selbst suchen und nicht beim TE.
 
Erstmal vielen Dank für die vielen hilfreichen und netten Antworten. Es baut einen immer wieder auf wenn man nicht alleine ist und Leute einem verstehen. Das tut wirklich sehr sehr gut.
Ich wollte wieder ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten führen aber habe es schon nach den ersten Minuten abgebrochen da hier kein Weiterkommen möglich ist. Natürlich bin ich auf der Suche nach einem neuen Job der gar nichts mehr mit Vertrieb zu tun hat. Die Idee mit der Weiterbildung zum Sanitäter oder Altenpflege ist mir selber auch schon mal durch den Kopf gegangen aber ich glaube nicht dass ich diesen Beruf ausüben könnte.
In erster Linie geht's mir darum erstmal Luft zu holen. Ich möchte einfach nur leben. Sorgenfrei leben. Ich weiß nicht ob das zu hoch gesteckte Ziele sind da jeder mal Probleme hat aber diesen kleinen Problem bin ich früher wunderbar zurecht gekommen und jetzt Knicke ich schon bei den Kleinsten Problemen ein.
Ich bin auch auf der Suche nach einem Psychologen mit dem ich mich mal ausreden kann. Aber da Termine zu finden ist hier aussichtslos. Wartelisten bis über fünf, sechs Monate sind keine Seltenheit. Meine Frau hatte auch die Idee mal dass ich in Kur fahre um dort gegebenenfalls zu Luft zu kommen und mit einem erfahrenen psychologen mich auszutauschen. In zwei Wochen habe ich da ein Gespräch mit meinem Hausarzt.
Nochmals meinen herzlichsten Dank für eure lieben Antworten. Grade heute wo ich wieder zusammen gestaucht worden bin wegen zu geringem Umsatz. Irgendwann macht das Leben gar keinen Spaß mehr wenn man so umgeht mit einem. Ich habe mir vorgenommen wenn es ganz dicke kommt werde ich einfach sagen er soll mich einfach entlassen und gut ist. Ich bin ja kein Mensch zweiter oder dritter Klasse
 

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