Wir haben ein Gespräch gehabt. Das heißt, ich habe versucht eines anzustoßen, aber so richtig zum Kern sind wir nicht gekommen.
Kommunizierst du, wie du dich fühlst, was in dir vorgeht, was du dir wünschst?
Weicht er aus?
Scheint er nicht zu verstehen?
Er hat keine kognitiven Einschränkungen, daran kann es also nicht liegen.
Eigentlich alles, was du genannt hast...
Wir haben leider nur sehr wenig davon
Vielleicht wäre es gut für dich, eine Gegenüberstellung zu erstellen, so dass du es klar vor Augen hast.
Auf der einen Seite listest du auf, was dir in einer Beziehung wichtig wäre (ich gab etwas Anstoß mit meiner Aufzählung, füge hier noch Beispiele ein, welche da bei dir evtl. stehen könnten: Dass meine Wünsche gesehen werden. Dass wir tiefgehende Beziehungsgespräche führen können, sich beide darauf einlassen möchten. Ich mit meinen Sorgen und Nöten gesehen werde, beachtet werde, nicht im Regen stehen gelassen werde).
Und auf der anderen Seite, was du jetzt hast und, wenn du daran festhältst, sehr wahrscheinlich auch künftig bekommst. Denn du kannst ihn dir ja nicht zurechtschnitzen, biegen, erziehen; er ist, wie er ist.
Ich kann es nicht beenden, will es auch nicht. Ich liebe ihn wirklich.
Dann wirst du weiter leiden, wenn du deine Einstellung nicht völlig änderst.
Denn ihn kannst du nicht ändern.
Das könnte nur er, und dazu müsste er das wollen.
Man kann jederzeit mehr hinlieben als zurückkommt. Ist damit keine Erwartungshaltung verbunden, geht damit auch kein Schmerz einher.
Doch was hieße das in deinem Fall?
Du müsstest dich frei machen von deinen Wünschen, deinen Beziehungs- und Zukunftsvorstellungen, müsstest all das, was dir diesbezüglich wichtig ist, über Bord werfen.
Dich selbst ignorieren. Nicht wichtig nehmen.
Das kann nicht echt sein, nicht schmerzfrei.
Damit lebst du nicht dein Leben.
Sondern verbiegst dich, verletzt dich selbst.
Für ihn. Um weiter die Servicefrau für ihn sein zu können. Doch nie seine Frau. Die ihm wichtig ist. Auf eine Weise, die dir guttut.
Aber es macht mich gleichzeitig unfassbar unglücklich, dass ich immer nur diese Schnippsel haben darf und dann wieder gehen muss.
Und doch entscheidest du derzeit noch, wie ein erstarrtes, verängstigtes, zusammengekauertes Häschen in diesem Unglück verharren zu wollen.
Ändern kannst nur du das, indem du anders entscheidest.
Es wäre gut, aus deiner Erstarrung zu kommen.
Verhältst du dich anders, verändert sich die bisherige Dynamik. Du löst damit etwas aus, setzt etwas in Bewegung.
Mal auf die Idee gekommen, dass du keine Zeit für ihn haben könntest? Nicht springst wie bestellt? Ihn nicht zum Nabel deiner Welt machst?
Sondern ausgehst, dir einen schönen Abend mit Freunden machst, flirtest?
Bewusst wahrnimmst, dass du gesehen wirst?
Und einfach Spaß hast, lachst, fröhlich bist, dich fühlst, das Leben fühlst?
Ich persönlich werde das Gefühl nicht los das gezielt die Wünsche der Te ignoriert werden solange es läuft wie ihm bleliebt
Dieser Eindruck kann sich aufdrängen, ja.
Jemanden verfügbar zu haben, der sich anpasst, springt, wie es gewünscht wird, Aufmerksamkeit, Begleitung, Zuwendung, Sex liefert wie bestellt, kann sehr praktisch sein.