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Verlustangst (Ich habe keine Kraft mehr)

  • Starter*in Starter*in User6
  • Datum Start Datum Start
Ich weiß genau wie du dich fühlst. Mir geht es da ähnlich. Bis ich mich erstmal auf eine Beziehung eingelassen habe kann schon einiges an Zeit vergangen sein. Habe momentan die Liebe meines Lebens an meiner Seite . Er ist wirklich mit das beste was mir passieren konnte. Zeigt mir auf tausend verschiedene Arten dass er mich liebt, wir verstehen uns echt gut,können über alles reden und EIGENTLICH vertraue ich ihm.
Aber dann gibt es da immer noch diese kleine und manchmal immer größer werdende Stimme in meinem Kopf die mir sagt dass irgendetwas nicht stimmen kann. Das ich immer damit rechnen muss dass er mich doch betrügt, belügt oder die Beziehung aus irgendeinem Grund beendet wird.
Und vom Verstand her weiß ich wie wenig Sinn solche Gedanken und Gefühle haben. Aber es sind nun mal Gefühle. Und Gefühle sind dazu in der Lage uns zu kontrollieren, wenn wir ihnen die Möglichkeit dazu geben.
Dir muss einfach klar sein , dass diese Angst etwas viel tiefer sitzendes ist. Meist vielleicht längst vergessene oder verdrängte vielleicht auch verschwommene Erfahrungen aus der Kindheit. Oder aber aus vorherigen Beziehungen.
Wenn wir wissen, warum diese Angst überhaupt da ist und sie verstehen können, ist das schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung.
Erst dann kannst du dir in solchen Momenten immer wieder sagen, dass die Gefühle, die gerade in dir hochkommen, rein gar nichts mit deiner gegenwärtigen Situation oder dem Menschen vor dir zu tun haben.
Es sind Gefühle, die immer dann auftauchen wenn dich etwas in einer Situation, Beziehung oder einer anderen Person an ein Ereignis oder eine negative Erfahrung / Phase erinnert.
Und dann werden wir verrückt. Weil wir nicht wissen wie wir damit fertig werden sollen. Der Verstand sagt dir, das eigentlich alles stimmt, dein Gefühl steuert dagegen an.
Wichtig ist, als erstes zu erkennen warum du so fühlst und dann dafür zu sorgen dass du allgemein mehr Sicherheit erlangst. Dinge für dich , deinen Körper und dein Leben tust. Dich mit Freunden oder Menschen triffst die dir gut tun. Nur dann weißt du nämlich, dass du theoretisch auch ohne die Beziehung/ den Partner klar kommen und glücklich sein kannst.
Es ist nicht leicht und wird auch nicht von heute auf morgen passieren. Ängste umzuformen und Unsicherheiten zu verstehen und abzulegen, das braucht Zeit.
Verzweifle nicht wenn es nicht immer so läuft wie du es dir vorgenommen hast. Und rede! rede mit der Person die du liebst. Denn wenn es die richtige ist, dann wird sie sich auch die Zeit nehmen Verständnis aufzubringen und dir ggf, entgegen zu kommen, sich in bestimmten Situationen anders zu verhalten, weil sie weiß wie es dir sonst geht. Man muss den anderen ja nicht ständig mit allem überhäufen wenn man mal wieder so fühlt. Aber es ist wichtig das dein Partner überhaupt bescheid weiß. Oft erkennst du dann auch noch mehr , wie unbegründet deine Angst ist.
 
Hallo Little Vampire,
ich weiß ja nicht, wie alt du bist. Ich bin 44. Das, was du geschrieben hast, klang ziemlich gut. Mir geht es ähnlich wie User. Auch ich leide unter Verlustängsten. Nach einer 1-jährigen Fernbeziehung, in der ich mich völlig aufgegeben habe, bin ich seit 41/2 Monaten mit einem Mann zusammen, der sich sehr um mich bemüht hat. Er sagt, er hat sich sofort beim ersten Treffen in mich verliebt und ich bin seine Traumfrau. Da ich aber am Anfang mit meinen Gedanken noch bei dem anderen Mann war und der sogar immer noch dazwischen funkte, war ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich meinen jetzigen Freund wollte. Das hat er gespürt, aber er hat trotzdem gekämpft und blieb hartnäckig, Nach kurzer Zeit war ich dann in ihn richtig verliebt und die Zeit (Februar, März) war sehr schön. Obwohl es natürlich nicht immer einfach war, weil wir beide Kinder haben und uns erst mal zusammenraufen mussten. Er hat seine Macken genauso wie ich. Mit 44 ist es ja auch nicht so locker wie mit 20. Das Problem ist nur, dass ich jetzt, wo er mich ja sicher hat, diese Verlustängste habe. Am Anfang hab ich ja viel mehr gespürt, dass er sich bemüht hat. Jetzt ist es anders. Es gibt immer wieder Situationen, in denen diese Angst hoch kommt. Er wohnt 40 Minuten entfernt weg, also nicht mal eben um die Ecke. Es gibt Tage, an denen wir uns nicht sehen, weil jeder ja auch seinen Haushalt hat. Oder wenn er eine ganze Woche Spätschicht hat. Ich bilde mir ein, dass ich ihm nicht mehr so wichtig bin. Aber wenn ich ihm das sage, sagt er, das sei Quatsch. Das er mal keine Zeit hat, weil er Sachen erledigen muss, hätte doch mit seinem Gefühl zu mir nichts zu tun. Wenn wir uns abends mal nicht sehen, ruft er mich trotzdem an und ich weiß, er ist zu Hause und macht nichts anderes als Hausarbeit und ausruhen. Er liebt mich genauso wie am Anfang und will auch irgendwann mit mir zusammen ziehen. Und eigentlich stimmt das ja auch, aber mein Misstrauen kommt immer wieder hoch, am liebsten würde ich ihn permanent unter Kontrolle haben. Ich weiß, dass das nicht geht. Und ich will ja auch keinen Mann, der gezwungenermaßen bei mir bleibt. Ich denke, ich habe kein großes Selbstwertgefühl. Dabei bin ich recht hübsch und hab Chancen bei Männern und mein Freund hat mir oft gesagt, dass er das weiß und er kann sich glücklich schätzen, dass ich ihn will und keinen anderen. Aber es muss andere Gründe geben, warum mein Selbstwert so gering ist. Ich war schon in Therapien und es gibt natürlich Gründe, die in der Kindheit liegen, aber das Wissen ändert nichts. Ich kann mir selber keine Liebe geben, ich bin vollkommen abhängig von anderen und das kotzt mich ehrlich gesagt an!!!!! Auch ich will frei lieben können und die Liebe auch genießen können!

Hallo,

aus Deinem unformatierten Text entnehme ich, daß Eure Beziehung stimmt. Da gibt es keine wirklichen Schieflagen. Wenn Du nun glaubst, er bemühe sich nicht mehr so aufmerksam um Dich, hat das einen einfachen Hintergrund und die Erklärung dazu hast Du selbst schon geschrieben: "jetzt, wo er mich ja sicher hat".
Wenn der Mensch ein Ziel erreicht hat, hakt er es ab und konzentriert sich auf das nächste Ziel. So tickt der Mensch nun mal. Abgehakt hat er aber nicht Dich sondern nur das Kämpfen um Deine Zusage. Du bist ihm jetzt nicht weniger wichtig. Deshalb finde ich es gelinde gesagt unverschämt, wenn der Partner nach dem Zusammenkommen das veränderte Verhalten des jeweils anderen als Desinteresse fehldeutet und kritisiert, vlt. sogar Untreue unterstellt.

Hallo TE,

Verlustangst empfindet man nur und ausschließlich, wenn man befürchtet etwas extrem wichtiges zu verlieren. Das kann der Partner, ein Freund, ein Angehöriger sein oder das Dach über dem Kopf oder oder oder. Wenn Du Deinen Partner nicht lieben würdest, dann würdest Du auch keine Angst empfinden, soviel zur Kausalität. Verlustangst kann sich durch gleichartige wiederholte Erfahrungen verstärken frei nach dem Motto: "ich hab's doch gewußt...mal wieder..." Sie kann uns sogar im Wege stehen, wenn sie so übermächtig wird, daß wir erst gar keinen Annäherungsversuch wagen, weil im Hinterkopf der Gedanke herumgeistert, daß es ja doch wieder schief geht - stimmt's. Man nennt das selbsterfüllende Prophezeiung.

Mit Verlustangst kann man einen Partner sogar in die Flucht schlagen. Wer möchte schon ständig kontrolliert werden? Wer gibt seine Freiräume auf und lebt nur noch für den verängstigten Partner, ohne selbst darunter zu leiden? Wer hört sich ungerührt ständig Vorwürfe wegen mangelnden Interesses oder gar Eifersuchtsszenen an? Verlustangst zeigt sich in verschiedensten Ausprägungen und Verhalten. Nur der Betroffene selbst weiß im Grunde, daß er unter dieser Angst leidet. Die Effekte, die sein Umfeld zu spüren bekommt, werden eher als Mißtrauen, Eifersucht und Klammern empfunden.

Auch ich würde Dir, wenn Du diese Angst nicht selbst bezähmen kannst, zu therapeutischer Hilfe raten.

Alles Gute
 
Ich habe die gleiche Verlustangst bei meinem Freund, leider NICHT unbegründet.

Er hat mir einfach nicht das Gefühl geben wollen mich wirklich zu lieben phasenweise. Er hat auch mal geweigert mich zu trösten in einer Notsituation.

Wenn Deine Freundin wirklich Einfühlungsvermögen zeigt dann kann sie dir eigentlich den Schmerz nehmen, man muss voneinander alles verstehen wollen. Dann wird das gemeinsames. Weine ruhig mal bei ihr, lass Dir den Schmerz nehmen und gut zureden. Nur beim Trösten erfährst Du wie gut Du aufgehoben bist. Sonst bist du mit dem Schmerz allein und das trennt euch.

Sei aber auch für Deine Freundin da wenn sie schmerzen hat. Bist Du es? Teilt ihr eure innere Welt miteinander, eure Sorgen eure positiven Gefühle? Eure innersten Gedanken? Das ist Liebe.
 
Könnte auch der Effekt eintreten, dass ich, wenn ich merke "Sie vermisst mich ja richtig, wenn ich mal keine Zeit habe!", meine Angst Stück für Stück verliere?


Gruß

Siehst Du? Es liegt NICHT allein an Dir. Dir fehlt was in der Beziehung. Ihre Bestätigung/Sicherheit, das Gefühl wirklich geliebt zu werden, sich gemeinsam über innerstes auzutauschen. Es würde Dir helfen wenn Du spürst dass sie dich vermisst. Noch besser wäre mit ihr zu reden und sich mal ausweinen zu können bei ihr. Zu spüren dass sie wirklich für Dich da ist. Das wäre doch Beweis genug, oder?
 

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