Hallo noch einmal,
ja, danke für die interessanten Fragen:
Spiegelung bedeutet ja nichts weiter, als ein SPIEGEL für den schützling sein. D.h. wer Ahnung vom thema Liebesübertragung hat ( Leider nur wenige), kann damit auch auf professionelle Art und Weise umgehen.
Das erste Problem was aber auftaucht, ist das Distanzproblem. Etwa 80 Prozent
( meine Meinung) ist mehr damit beschäftigt sich vom Klienten abzugrenzen statt erstmal zu vertrauen. Es gibt ja auch immer den slogan: Grenze dich ab...
Aber dabei vergisst man schnell, dass diese Abgrenzung mehr dazu führt, dass man nur noch ne einskalte Fläche ist, womit Klienten nicht umgehen können, sich nicht aufgehoben fühlen udn im Endeffekt, hat sich der Therapeut damit geholfen, weil er zwischen Vertrauen und Selbstschutz nicht genug in der Mitte dielen konnte. Wir neigen dazu ins Extrema zu gehen. Und das Extrema, sich abzugrenzen ist sehr beliebt. Am Arbeitsplatz heisst es immer: Nichts über sich persönlich rein bringen. Zu Hause heisst es dann: den Job vergesssen. Im Prinzip besteht der Tag daraus, ständig Dinge, die eh im kopf sind zu versuchen auszulöschen..Quasi kalt zu werden.. aber das kann nicht der Sinn sein, wenn man therapeutisch unterwegs sein möchte..
Der Sinn eines Therapeuten besteht darin, sich selbst kennen zu lernen, nämlich so gut, dass man genau weiss, was die eigenen Themen sind, und was nicht. Und wann man das weiss, ist man in der Lage aufrichtig vor dem Klieneten damit umzugehen und sich selbst auch mal verletzlich zu zeigen ( Carl Rogers)..Wenn man das kann, kann man in dem Moment, wo der Kleinet verliebt ist, genau unterscheiden, was man selbst als Therapeut fühlt, denn man fühlt ja auch..Und was vom Klienten ausgeht. Weiss man dass, dann kann man quasi dem Klienten spiegeln, was der Stoff vom Patienten ist und was der eigene Stoff ist..Und meist ist es beim Patieten so, dass der Patient verliebt ist, weil er zum ersten Mal die Wertschätzung erhält, die er zuvor nicht hatte. Daraufhin projekziert man.. Deswegen auch Projektionsfläche. Tun wir ja alle eh..Auch die Therapeuten..Und wenn der Patient also projekziert, ist es wichtig das zu durchlaufen und sich auch als Fläche anzubieten, sprich den Prozess nicht einfach falllen zu lassen, sondern dem Klienten den Raum geben, sich den stoff anzusehen und zu durchlaufen, um es in Ausdruck zu bringen bzw. es zu spüren. Es kann sein, dass man sich schämt. Ich habe mich einfach nur geschämt. Aber dann ist es möglich auch unterschiedlich damit umzugehen, z.b. in dem der Patient was malt oder spielerisch..wie auch immer..Aber der Patient wird nur aufgefangen, wenn er die Chance bekommt, seinen Bedürfnisse und Emotionen den Raum zu geben und im Endeffekt diese zu transformieren..d.h. seine Mutterersatzsuche ( sag ich mal) damit endlich zu beenden..Man sucht ein Leben lang diese Mutter, die man vielleicht nicht hat und dann kommt auch noch son Therapeut daher, der dann in dem Moment sich abgrenzt..Na toll ist das nicht enttäuschend ? Deswegen ist das Thema irre wichtig, dass es auch mal verstanden wird. Kaum ein Thema ist so tief in der Therapie, wie dieses..
Und deswegen auch der satz: Ich will das du mich magst, auch wenn du nicht dafür bezahlt wirst.. der satz ist irre tranzparent und in Wahrheit fühlt diesen satz jeder Patient. Man will mit Haltung angenommen sein. Man will keinen Therapeuten der eiskalt vor dir sitzt. Man will in der Therapiue spüren, dass mit Herz und Haltung wirklich angenommen ist und das man nicht Objekt einer dummen Therapiemethode sein will. Und die Aufgabe der Therapie ist es, dem Klienten die Chance zu geben, wirklich zu spüren, dass er hier ein Auffangbecken erhalten wird. Das ist die eigentliche Aufgabe von Therapie..
Zu mir: Nein, die erste Therapeutin..die Geschichte war nie so tief. ich hab mit ihr nie wirklich drüber geredet, weil ich mich auch schämte. Ich war 14, als es passiert ist und von alleine habe ich mich gelöst, weil ich aus der klinik war. Später - etwa 3 Jahre danach hat sie mich kontaktiert und daraus entstand eine E-mail-Freundschaft und es kam zu einem Treffen. Aber es ist über 10 Jahre her, dass ich ihre Patientin war.
Heute bin ich so reflektiert, dass ich es mit ihr besprechen könnte, aber ich weiss auch, dass ich sie damals als Fläche benutzt habe, weil sie die erste Therapeutin war, dir mir zuhörte.
Aber ich denke, ihre Art war es vorallem, mir den Raum zu geben, auf sie zu projezieren ohne Distanz, weil sie warscheinlich vertraut hat, dass ich diese zeit benötige und es dann durchlaufe.
Die Sozialpädagogin hat mit Angst reagiert und von mir erwartet, dass ich ihre Hilfe anehme. Und wenn ich das nicht tat, war sie oft enttäuscht. Und im Endeffekt reagierte sie zunehmend mit Angst und Sorge, weil sie nicht wusste, wie sie mir helfen konnte und auch nicht wusste, warum ich auf sie stand. Und am Ende hat sie mich dann schuldig gesprochen und sich zum Opfer erklärt, weil sie nicht mehr für sich selbst sorgen konnte ...Dann kam Distanz und ein Prozess, die übertragung zu durchlaufen kam nie zu stande.
Und jetzt hat sie Angst das anzusehen, weil es eben schief lief...
Es ist traurig, weil es mir in meinem Leben irre viel nimmt..denn ich wurde ja zum zweiten mal von der MAMA verstossen und deswegen ist es auch so traumatisch.
Zum anderen hat sie nie die Chance wahrgenommen, sich selbst und ihre eigenen Grenzen im Beruf anzusehen.
Wer sich selbst nicht kennt, hat es schwer in dem Beruf.
Aber ich glaube, die Meisten erfüllen das nicht und deswegen läuft Therapie sehr oft anders, als erwartet...