M
Morgaine1977
Gast
Vielleicht kann ich hier auch meine Geschichte erzählen, denn diese Möglichkeit habe ich selten und vielleicht ist es das was am meisten weh tut...
Vor 3 Jahren habe ich den Job gewechselt und kam von einem 4-Mann-Betrieb, wo auch mein damaliger Freund arbeitete, in ein 40-Mann-Unternehmen, wo man so richtig schön am Faxgerät mit Kollegen flirten konnte...Damals habe ich das mit jedem Mann getan, der mir in die Quere kam und habe mir dabei nichts weiter gedacht. Es war ja alles nur Spass. Und besonders gut flirten konnte ich immer mit den verheiratenen Exemplaren. Ein großer dunkelhaariger Kollege hatte es mir besonders angetan, wobei ich nicht gedacht hätte, dass dies auf Gegenseitigkeit beruhen könnte. Das Arbeitsleben ging dahin mit Höhen und auch kleinen Tiefen und mein erstes Jahr in der Firma neigte sich dem Ende zu. Auf der Weihnachtsfeier in diesem Jahr merkte ich zum ersten mal, dass da mehr sein könnte bei ihm und auch bei mir. Er suchte meine Nähe, trotz der Tatsache dass seine Frau an der Feier teilnahm. Ich war fasziniert, wie immer wenn ich diese Art Aufmerksamkeit bekam, und flirtete ein wenig mit ihm, wobei ich an diesem Abend hauptsächlich mit zwei anderen Kollegen geredet und gelacht habe. Irgendwann hatte ich dann wohl mein Handy unbeaufsichtigt gelassen und erwischte meinen neuen Lieblingskollegen beim Spielen damit. Nun, das Handy wurde in die sichere Handtasche gesteckt und vergessen und der Abend neigte sich dem Ende zu. Der Kollege ging, zusammen mit seiner Frau, die, wie ich feststellte, mir optisch nicht ganz unänlich war. Aber ich hatte ihn schnell vergessen und fuhr heim zu meinem Freund, den ich schon damals nicht unbedingt auf der Feier dabeihaben wollte.
Das nächste woran ich mich erinnere war, dass ich am 24.12. abends mit meinem Freund in seiner Stamm-Fußballkneipe saß und gelangweilt mit meinem Handy spielte. Beim Verschicken von Weihnachtsgrüßen an Freunde fiel mir auf, dass mein Lieblingskollege seine Nummer bei mir eingespeichert hatte. Natürlich bekam er prompt einen Gruß von mir, auf den aber damals keine Antwort kam. Machte ja auch nichts, er war ja sowieso unerreichbar, auch wenn ich im Laufe des Jahres am Rande mitbekommen hatte, dass ihn zum Beispiel eine Kollegin vom Flughafen nach einer Geschäftsreise abholte statt seiner Frau und dass er eine etwas genervte Mail an alle Kollegen geschickt hatte, die die Sammelwut seiner Frau und einen daraus resultierenden Obskuchen thematisierte und überhaupt nicht liebevoll klang. Vielleicht interpretiere ich zu viel in diese Kleinigkeiten, aber noch war ich nicht in Versuchung geraten, an etwas gemeinsames mit diesem Mann zu denken.
Dann kam der Februar 2005 und eine Fimenveranstaltung stand mir und allen Kollegen bevor. Es sollte ein ganzes Wochenende in einem Hotel auf dem Land verbraucht werden um die Zusammenarbeit der Belegschaft zu optimieren und Probleme zu besprechen. Es war ein anstrendes Wochenende mit viel Unbehaglichkeit und Diskussion. Allerdings hielt diese Anstrengung niemanden davon ab, den Abend in netter Gesellschaft ausklingen zu lassen. Die meisten von Euch können sich bereits denken, wie es weitergeht aber schon beim Abendessen, wo noch nicht viel Alkohol geflossen war hatte ich ein Aha-Erlebnis mit meinem Lieblingskollegen. Er kam auf mich zu und sagete zu mir "Und Du setzt Dich jetzt zu mir und wir essen gemeisam." Der Wortlaut kann auch anders gewesen sein, aber er bewirkte dass ich aufhorchte und dachte "Nanu, was ist denn nun?". Aber wie immer konnte ich nicht wiederstehen. Ich merkte, dass er mich mochte und war froh mit ihm Zeit verbringen zu dürfen. Wir assen gemeinsam und den Nachtisch sogar aus dem selben Schälchen, was die Kollegen, die mit uns am Tisch saßen eventuell schon stutzig gemacht haben könnte. Aber noch war ja alles Spass...Nach dem Essen ging ich zunächst mit einigen Leuten Richtung Kegelbahn, wo ich mich aber langweilte. Also ging ich zurück zum zweiten Teil der Gruppe wo mein Lieblingskollege gerade über den im Mai bevorstehenden Urlaub in Kanada berichtete. Ich begann ein wenig zu trinken, zunächst nur Radler und sagte hier und da mal etwas. Irgendwann fand ich mich zwischen meinem Lieblingskollegen und seinem Bruder, der auch in der Firma arbeitet, wieder und war, wie die anderen mittlerweile auch, etwas angetrunken. Schließlich wurde Jägermeister ins Spiel gebracht und das Schicksal nahm seinen Lauf. Von beiden Seiten wurde mir der "Familien-Charme" näher gebracht und es wurde von Seiten meines Lieblingskollegen gefüsselt. Ich kann mich erinnern, dass ich das alles ziemlich spannend fand und die ganze Aufmerksamkeit sehr genoss. Irgendwann war ich so betrunken, dass ich schlafen gehen musste. Natürlich wollte er mich noch begleiten und ich willigte ein, obwohl mir trotz Alkohol bewusst war, was er mit mir vorhatte. Natürlich wusste ich damals schon, dass er nie etwas gegen meinen Willen mit mir getan hätte und ich stimmte einem Schlummertrunk (Wasser aus seiner Minibar) zu. Und dann saßen wir in seinem Zimmer und ich wusste nicht was ich sagen sollte. Anscheinend bekam ich Gewissensbisse, denn da war ja nicht nur seine Frau, sondern auch mein Freund. Ich verabschiedete mich mit einem "Was mache ich eigentlich hier?" und verschwand gegenüber in meinem Zimmer. Ich war gerade dabei mich für die Nacht fertig zu machen, als es an der Tür klopfte. Natürlich wusste ich, wer davor stehen würde aber ich öffnete trotzdem. Leider fehlen mir, bedingt duch den Alkohol und die lange Zeit die mittlerweile verstrichen ist, die Erninnerung an das was folgte und was gesagt wurde. Das nächste, was ich weiss, ist, dass wir nebeneinander in meinem Bett lagen und ich vor Müdigkeit fast einschlief als er anfing mich zu küssen. Ich erwiderte seine Küsse kaum und das änderte sich auch später an diesem Abend nicht. Er küsste mich und ich genoss. Irgendwann fragte ich ihn sinngemäß was seine Frau wohl dazu sagen würde. Seine Antwort war ausweichend, leider kann ich mich auch daran kaum erinnern. Sinngemäß muss es gewesen sein, dass wir beide nicht so viel in diese Sache hineininterpretieren sollten und auf keinen Fall darüber geredet werden durfte. In dieser Nacht war mir das sogar Recht und ich hatte nichts anderes erwartet. Wir schliefen an diesem Abend nicht miteinander und es sollte auch noch über ein Jahr dauern bis wir das tatsächlich taten. Aber es geschah an diesem Abend schon etwas, was mich zum ersten Mal auf seine Frau eifersüchtig werden liess. Er liebkoste meinen Bauch so zärtlich, wie ich das noch bei keinem anderen Mann zuvor erlebt hatte und ich stellte mir seine Frau vor, die das jederzeit haben konnte. Trotzdem ging er irgendwann, -ich vermute sogar, dass ich die "vertreibende" Kraft war - und mein letzter Gedanke vor dem Einschlafen war: "Warum schon wieder ein älterer Mann?" (Mein damaliger Freund war 10 Jahre älter als ich, genau wie mein Lieblingskollege).
Der nächste Morgen begann mit einer SMS von meinem nächtlichen "Flirt" und irgendwie machte mich das glücklich. Trotzdem hatte ich Angst, mich dem Rest der Belegschaft zu stellen, denn dass wir gemeinsam verschwunden waren, konnte den Kollegen nicht entgangen sein. Diese hatten jedoch anscheinend selbst genug Alkohol zu sich genommen, was die Sache erleichterte. Trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass alle es wussten.
Gegen Mittag traten wir die Heimreise an und ein seltsames Gefühl der Leere tat sich in mir auf. Ich fuhr zuerst zu meinem Freund, der aber wie immer Sonntags bei einer Sportveranstaltung war. Also trat ich den Weg zu meinen Eltern an, wo ich zu der Zeit noch lebte. Dort liess ich erstmal meinen Frust über das anstrengende Wochenende ab und tippte eine SMS an meinen "Flirt" der letzten Nacht. Leider musste ich feststellen, dass keine Antwort kam und ich dachte traurig: "Jetzt ist er wieder bei seiner Frau und vergisst mich." Ich begann mich damit abzufinden, dass mein kleines Abenteuer für immer geheim bleiben musste.
Doch schon am nächsten Tag geschah im Büroflur etwas, was ich eigentlich nicht wollte und was mir klarmachte, dass diese Geschichte für mich ernster werden würde. Mein Kollege, ich nenne ihn von jetzt an "Joe", war gerade dabei zu einer kurze Geschäftsreise aufzubrechen, als ich mich von ihm verabschiedete mit den Worten "Fahr vorsichtig". Seine Antort darauf habe ich leider vergessen und ich weiss nicht einmal ob er sich daran erinnert wenn er irgendwann diese Zeilen liest. Für mich aber war es ein Schlüsselerlebnis, was mir klar machte, dass von nun an alles anders war, denn ich sorgte mich schon um ihn...
Am selben Abend, ich saß gerade auf der Couch bei meinem Freund, klingelte mein Handy. Ich erschrank als ich Joes Namen auf dem Display sah, nahm den Anruf an, um unmittelbar darauf wieder aufzulegen. Was ich meinem Freund erzählte weiss ich nicht mehr, aber ich war aufgeregt. Als ich am nächsten Morgen endlich alleine auf dem Weg zu Arbeit war, rief ich Joe zurück und wir verabredeten ein Telefonat für den kommenden Abend, den ich ohne meinen Freund zu Hause verbringen würde. Der Tag ging herum und der Anruf kam. ER wollte sich entschuldigen und ich weiss nicht so recht ob ich ihn damals mit meiner Aussage "Ich bin erleichtert, dass du dich meldest" nicht in die falsche Richtung gelenkt habe. Aber das Ergebnis dieses Telefonates war, dass wir uns für eine Chat Session im Internet verabredeten. Dort lernten wir mehr voneinander und ich glaube wir waren beide sehr versessen darauf. Noch war alles mehr freudschaftlich als romantisch aber das sollte sich bald ändern. Wir begannen uns zu verabreden, das erste mal an einem Sonntag im März, einem der ersten schönen Tage des Jahres. Er kam mit seinem Motorrad, auf dass er damals sehr stolz war, und zeigte mir anschliessend das neue Gebäude, in das die Belegschaft unserer Firma demnächst umziehen würde. An diesem Sonntag Nachmittag haben wir uns zum ersten Mal nach der Firmenveranstaltung geküsst und ich fand es wunderschön. Auch wenn damals noch jeder von uns nicht sicher war, was das alles zu bedeuten hatte und er mir das Versprechen abnehmen wollte, dass ich ihm nicht böse sein sollte wenn er mal keine Lust mehr haben würde, waren wir wohl verliebt ineinander. Doch schon an diesem ersten Nachmittag lernte ich die Nachteile einer solchen Liebe kennen, denn ich hatte meinen Eltern gesagt, dass ich schwimmen gehen wollte und zu Tarnung natürlich die Utensilien dafür mitgenommen. Aber der Nachmittag war schnell vorbei und meine Badesachen noch trocken. Konsequent wie ich war, ging ich nachdem unsere Varabredung beendet war, ins Schwimmbad und schwamm eine Runde, nur um zu Hause ein feuchtes Badetuch vorweisen zu können. Ich fühlte mich mies dabei, und meine Eltern fragten später tatsächlich misstrauisch, ob ich nicht nach so vielen Stunden Badespass Schwimmhäute hätte. Auch mein Freund hatte zwischenzeitlich angerufen und sich über meine lange Abwesenheit gewundert. Mit Lügen habe ich zu der Zeit und in den kommenden Monaten nicht gespart und das war sehr anstrengend für alle Beteiligten. Dennoch kam ich nicht von ihm los, denn einige Wochen später, kurz nach meinem einwöchigen Badeurlaub in der Türkei und vor seinem 3 Wochen langen Urlaub in Kanada, verbrachten wir einen romantischen Abend an einem See, wo er mir seine Liebe gestandund dass er seine Frau für mich aufgegeben würde. Von da an hatte ich Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft und er selber machte mir immer wieder Mut, dass er mich nicht 2 Jahre lang warten lassen würde. Mittlerweile wusste ich, dass es in seiner Ehe krieselte. Trotzdem habe ich immer wieder Enttäuschungen erleben müssen. Ich kann mich noch genau an den Abend erinneren als er sich im Chat zu diesem ersten Urlaub, der so lange dauern sollte, verabschiedete. Ich konnte vor lauter Tränen den Bildschirm kaum sehen und ich frage mich noch heute ob meine Eltern das nicht mitbekommen haben. Irgendwie hatte ich gehofft, er würde nicht in das Flugzeug steigen, aber die Liebe zu Kanada und der Wusch dem Alltag zu entfliehen, waren leider stärker als die Liebe zu mir, die damals zugegebenermassen noch frisch war. Aber es sollten weitere Urlaube folgen, immer mit seiner Frau, obwohl er stets versprach, dass sein nächster Urlaub mit mir sein würde. Auch ich bin mit meinem Freund in den Urlaub gefahren, zugegebermassen oft sehr widerwillig. Lieber erinnere ich mich an einen Urlaub mit einer Bekannten, den ich sehr genossen habe.
In unserem ersten Sommer, dem Sommer 2005, sah es so aus, als würden meine Wünsche in Erfüllung gehen. Er widerstand der Versuchung, sich mit seiner Frau ein endlich verfügbares Haus zu kaufen, mit dem beide lange geliebäugelt hatten, weil er mit mir eine Zukunft aufbauen wollte. Er nahm sich vor, bei der nächsten Gelegenheit die Karten daheim offen auf den Tisch zu legen. Wahrscheinlich war er sogar nahe dran, denn es gab oft Streit und auch der Verdacht, dass er eine Freundin habe, wurde von seiner Frau ausgesprochen. Trotzdem hat er es in dieser Zeit nicht geschafft, seine Ehe, die er mir immer als kaputt beschrieben hatte, zu beenden. Details hab ich nicht erfahren, aber im Nachinein betrachtet haben diese Streitigkeiten wohl dazu geführt, dass seine Frau begann, ihr Vehalten Joe gegenüber zu ändern. Zunächst merkte ich das nicht, aber immer wenn ich nachfragte, wann er es endlich hinter sich bringen wollte, kam ein neuer Aufschub wie: "Zuerst möchte ich meine Sammlungen bei Ebay verkaufen" und "Ich habe so viel Stress an der Arbeit". Hinzu kam, dass auch ich Angst vor der Trennung von meinem Freund hatte. Im Nachhinein betrachtet, war das aber weniger wegen der Trennung selbst, sondern weil ich dann im Gegensatz zu Joe allein dastehen würde, denn mittlerweile ahnte ich, dass er große Schwierigkeiten hatte, sein bequemes und geregeltes Leben im eigenen Haus mit einer treusorgenden Ehefrau aufzugeben. Dennnoch entfernte ich mich immer weiter von meinem Freund, was natürlich nicht unbemerkt blieb. Meine Besuche bei ihm wurden seltener und ich deutete ihm gegenüber erstmals an, dass unsere Beziehung für mich keine Zunkunft hatte. Aber zunächst änderte sich nichts ausser dass ich mich irgendwann dazu entschloss bei meine Eltern auszuziehen. Diese hatten Joe bereits an so manchem Wochenende als Gast geduldet. Ihnen gegenüber beteuerte ich immer, dass zwischen uns nur Freunschaft war. Aber sie wurden schnell misstrauisch und legten mir nahe, ihn nicht mehr bei uns zu Hause zu treffen. Das muss Joe wehgetan haben aber hat mich in meinem Entschluss bestärkt, das Elternhaus zu verlassen. Ich zog in die Stadt wo wir beide arbeiteten und in meiner neuen Wohnung war es, wo wir zum ersten Mal miteinander schliefen. Vorher hatten wir sexuelles nur in anderen Formen ausgetauscht und ware dabei selten wirklich ungestört. Ich legte nach eineinhalb Jahren, die mittlerweile vergangen waren, neue Hoffungen in diese Wohnung, weil Joe immer Angst gehabt hatte, keinen Platz zum Unterkriechen zu haben, wenn er seiner Frau einmal die Wahrheit gesagt hatte. Aber leider zeigte die Wohnung nicht die gewünschte Wirkung. Stattdessen meldete sich mein Freund, den ich mittlerweile hauptsächlich an den Wochenenden sah, immer häufiger zum Besuch bei mir an. Nachdem er in meinem Elternhaus Hemmungen vor dem Übernachten gahabt hatte, war das jetzt anders. Wir bekamen Streit darüber, dass ich keine Lust mehr hatte mit ihm zu schlafen. Das war letztendlich auch der Grund für einen Streit im Dezember 2006, der mich dazu bewegte, mich endlich von ihm zu trennen. Noch im Auto auf dem Weg zu meinen Eltern, rief ich Joe an, um ihn damit zu konfrontieren. Endlich hatte ich es geschafft, ich war frei. Seine Reaktion war im ersten Moment verhalten, zumal ich natürlich etwas aufgelöst war am Telefon. Aber ich war schon bald über die Trennung hinweg. Was sollte jetzt noch schiefgehen? Ich lebte allein, wir konnte ungesört sein und ich war solo. ER riet mir, erst einmal die Zeit zu geniessen, bevor er den letzten Schritt machte. Leider gab es aber seitdem immer etwas anderes, was dies verhinderte. Joe hatte sich schon im vergangenen Jahr nicht mehr bei unserer Firma wohlgefühlt und suchte nach Alternativen. Er fand sie schliesslich zweieinhalb Autostunden entfernt und trat vor zwei Monaten dort einen neuen Job an. ER lebt jetzt unter der Woche weit weg von mir und seiner Frau in einer kleinen Wohnung und hat Probleme mit dem Alleinsein. Ich bin mittlweile sehr frustriert weil ich kaum die Möglichkeit habe ihn zu sehen. Er entfernt sich immer weiter von mir, meldet sich an den Wochenenden, wo er hier in der Gegend, also im gemeinsamen Haus mit seiner Frau die Zeit verbringt, kaum noch. Hin und wieder schafft er es, mich an einem Sonntag vor der Heimreise zu sehen und hat auch meinen Geburtstag mit mir verbracht. Allerdings habe ich das Gefühl dass sein schlechtes Gewissen nach solchen nicht zu Hause verbrachten Nächten groß ist. Das hat zur Folge dass ich immer wütender werde wenn seine Frau bei ihm ist. Ich habe sein neues Zuhause bisher nicht einnmal gesehen, aber seine Frau besucht ihn regelmäßig dann wenn er aus organisatorischen Gründen nicht in seine alte Heimat fahren kann. Das schlimme ist, dass ich denke, dass es ihm egal ist, wer mit ihm das Wochende verbringt, Hauptsache er ist nicht allein. Nach meinem letzten Ausraster, wo er mir verschwiegen hatte, dass er nach dem Wochende nicht zurück fahren würde, hat er mir jetzt sogar gestanden, Zweifel an unserer Sache zu haben, denn zu Hause hätte er es ja gut, denn seine Frau wäscht die Wäsche, kocht für ihn und nervt bei weitem nicht mehr so als noch vor 2 Jahren. Und an den Wochen-Abenden alleine fehlt ihm etwas. Dass die beiden nicht miteinander schlafen, wie er mir immer versichert..., scheint da wohl zweitrangig zu sein. Leider habe ich keine Waschmaschine weil ich immer noch in diesem Punkt von meinen Eltern abhängig bin und kochen kann ich leider auch nicht gut. Ich komme mir minderwertig vor und habe Angst davor was die Zukunft bringen wird. Ich habe Angst ihn zu verlieren, ich habe Angst ihn durch meine Ausbrüche in die Arme seiner Frau zurückgetrieben zu haben und ich habe Angst die beiden eines Tages mit einem lange überfälligen Kind wiederzusehen, einer Zukunft, die ich mir für Ihn und mich eines Tages gwünscht hatte.
Ich bin sicher nicht schuldlos an der Situation. Wenn ich mich früher getrennt hätte, vielleicht zu einer Zeit wo er noch bereit gewesen wäre, die Trennung von seiner Frau mit allen Konsequenzen durchzuziehen, hätte alles anders kommen können. Vielleicht waren es meine eigenen Zweifel, die ich ihm leider wohl zu oft mitgeteilt habe und die ihn jetzt unsicher machen. Aber eines ist gewiss: Ich liebe ihn und werde wohl weiter an ihm festhalten, auch wenn ich dadurch das Gefühl habe, im Leben etwas zu versäumen. Ich bin gerade 30 Jahre alt geworden und eine gleichaltrige gute Freundin hat mir an diesem Tag verraten, dass endlich ihr langersehntes Wunschkind unterwegs ist. Zum einen freut mich das sehr für sie und ihren Mann, zum anderen aber macht es mir klar, dass meine eigenen Wünsche nach einer Familie mit Joe so weit weg sind wie noch nie. Im Moment habe ich das Gefühl, so etwas nur mit jemand anderem haben zu können. Aber wie kann das möglich sein, ich liebe doch nur ihn und keinen anderen. Und ich habe das Gefühl, dass das ewig so sein wird....
*Ende*
Vor 3 Jahren habe ich den Job gewechselt und kam von einem 4-Mann-Betrieb, wo auch mein damaliger Freund arbeitete, in ein 40-Mann-Unternehmen, wo man so richtig schön am Faxgerät mit Kollegen flirten konnte...Damals habe ich das mit jedem Mann getan, der mir in die Quere kam und habe mir dabei nichts weiter gedacht. Es war ja alles nur Spass. Und besonders gut flirten konnte ich immer mit den verheiratenen Exemplaren. Ein großer dunkelhaariger Kollege hatte es mir besonders angetan, wobei ich nicht gedacht hätte, dass dies auf Gegenseitigkeit beruhen könnte. Das Arbeitsleben ging dahin mit Höhen und auch kleinen Tiefen und mein erstes Jahr in der Firma neigte sich dem Ende zu. Auf der Weihnachtsfeier in diesem Jahr merkte ich zum ersten mal, dass da mehr sein könnte bei ihm und auch bei mir. Er suchte meine Nähe, trotz der Tatsache dass seine Frau an der Feier teilnahm. Ich war fasziniert, wie immer wenn ich diese Art Aufmerksamkeit bekam, und flirtete ein wenig mit ihm, wobei ich an diesem Abend hauptsächlich mit zwei anderen Kollegen geredet und gelacht habe. Irgendwann hatte ich dann wohl mein Handy unbeaufsichtigt gelassen und erwischte meinen neuen Lieblingskollegen beim Spielen damit. Nun, das Handy wurde in die sichere Handtasche gesteckt und vergessen und der Abend neigte sich dem Ende zu. Der Kollege ging, zusammen mit seiner Frau, die, wie ich feststellte, mir optisch nicht ganz unänlich war. Aber ich hatte ihn schnell vergessen und fuhr heim zu meinem Freund, den ich schon damals nicht unbedingt auf der Feier dabeihaben wollte.
Das nächste woran ich mich erinnere war, dass ich am 24.12. abends mit meinem Freund in seiner Stamm-Fußballkneipe saß und gelangweilt mit meinem Handy spielte. Beim Verschicken von Weihnachtsgrüßen an Freunde fiel mir auf, dass mein Lieblingskollege seine Nummer bei mir eingespeichert hatte. Natürlich bekam er prompt einen Gruß von mir, auf den aber damals keine Antwort kam. Machte ja auch nichts, er war ja sowieso unerreichbar, auch wenn ich im Laufe des Jahres am Rande mitbekommen hatte, dass ihn zum Beispiel eine Kollegin vom Flughafen nach einer Geschäftsreise abholte statt seiner Frau und dass er eine etwas genervte Mail an alle Kollegen geschickt hatte, die die Sammelwut seiner Frau und einen daraus resultierenden Obskuchen thematisierte und überhaupt nicht liebevoll klang. Vielleicht interpretiere ich zu viel in diese Kleinigkeiten, aber noch war ich nicht in Versuchung geraten, an etwas gemeinsames mit diesem Mann zu denken.
Dann kam der Februar 2005 und eine Fimenveranstaltung stand mir und allen Kollegen bevor. Es sollte ein ganzes Wochenende in einem Hotel auf dem Land verbraucht werden um die Zusammenarbeit der Belegschaft zu optimieren und Probleme zu besprechen. Es war ein anstrendes Wochenende mit viel Unbehaglichkeit und Diskussion. Allerdings hielt diese Anstrengung niemanden davon ab, den Abend in netter Gesellschaft ausklingen zu lassen. Die meisten von Euch können sich bereits denken, wie es weitergeht aber schon beim Abendessen, wo noch nicht viel Alkohol geflossen war hatte ich ein Aha-Erlebnis mit meinem Lieblingskollegen. Er kam auf mich zu und sagete zu mir "Und Du setzt Dich jetzt zu mir und wir essen gemeisam." Der Wortlaut kann auch anders gewesen sein, aber er bewirkte dass ich aufhorchte und dachte "Nanu, was ist denn nun?". Aber wie immer konnte ich nicht wiederstehen. Ich merkte, dass er mich mochte und war froh mit ihm Zeit verbringen zu dürfen. Wir assen gemeinsam und den Nachtisch sogar aus dem selben Schälchen, was die Kollegen, die mit uns am Tisch saßen eventuell schon stutzig gemacht haben könnte. Aber noch war ja alles Spass...Nach dem Essen ging ich zunächst mit einigen Leuten Richtung Kegelbahn, wo ich mich aber langweilte. Also ging ich zurück zum zweiten Teil der Gruppe wo mein Lieblingskollege gerade über den im Mai bevorstehenden Urlaub in Kanada berichtete. Ich begann ein wenig zu trinken, zunächst nur Radler und sagte hier und da mal etwas. Irgendwann fand ich mich zwischen meinem Lieblingskollegen und seinem Bruder, der auch in der Firma arbeitet, wieder und war, wie die anderen mittlerweile auch, etwas angetrunken. Schließlich wurde Jägermeister ins Spiel gebracht und das Schicksal nahm seinen Lauf. Von beiden Seiten wurde mir der "Familien-Charme" näher gebracht und es wurde von Seiten meines Lieblingskollegen gefüsselt. Ich kann mich erinnern, dass ich das alles ziemlich spannend fand und die ganze Aufmerksamkeit sehr genoss. Irgendwann war ich so betrunken, dass ich schlafen gehen musste. Natürlich wollte er mich noch begleiten und ich willigte ein, obwohl mir trotz Alkohol bewusst war, was er mit mir vorhatte. Natürlich wusste ich damals schon, dass er nie etwas gegen meinen Willen mit mir getan hätte und ich stimmte einem Schlummertrunk (Wasser aus seiner Minibar) zu. Und dann saßen wir in seinem Zimmer und ich wusste nicht was ich sagen sollte. Anscheinend bekam ich Gewissensbisse, denn da war ja nicht nur seine Frau, sondern auch mein Freund. Ich verabschiedete mich mit einem "Was mache ich eigentlich hier?" und verschwand gegenüber in meinem Zimmer. Ich war gerade dabei mich für die Nacht fertig zu machen, als es an der Tür klopfte. Natürlich wusste ich, wer davor stehen würde aber ich öffnete trotzdem. Leider fehlen mir, bedingt duch den Alkohol und die lange Zeit die mittlerweile verstrichen ist, die Erninnerung an das was folgte und was gesagt wurde. Das nächste, was ich weiss, ist, dass wir nebeneinander in meinem Bett lagen und ich vor Müdigkeit fast einschlief als er anfing mich zu küssen. Ich erwiderte seine Küsse kaum und das änderte sich auch später an diesem Abend nicht. Er küsste mich und ich genoss. Irgendwann fragte ich ihn sinngemäß was seine Frau wohl dazu sagen würde. Seine Antwort war ausweichend, leider kann ich mich auch daran kaum erinnern. Sinngemäß muss es gewesen sein, dass wir beide nicht so viel in diese Sache hineininterpretieren sollten und auf keinen Fall darüber geredet werden durfte. In dieser Nacht war mir das sogar Recht und ich hatte nichts anderes erwartet. Wir schliefen an diesem Abend nicht miteinander und es sollte auch noch über ein Jahr dauern bis wir das tatsächlich taten. Aber es geschah an diesem Abend schon etwas, was mich zum ersten Mal auf seine Frau eifersüchtig werden liess. Er liebkoste meinen Bauch so zärtlich, wie ich das noch bei keinem anderen Mann zuvor erlebt hatte und ich stellte mir seine Frau vor, die das jederzeit haben konnte. Trotzdem ging er irgendwann, -ich vermute sogar, dass ich die "vertreibende" Kraft war - und mein letzter Gedanke vor dem Einschlafen war: "Warum schon wieder ein älterer Mann?" (Mein damaliger Freund war 10 Jahre älter als ich, genau wie mein Lieblingskollege).
Der nächste Morgen begann mit einer SMS von meinem nächtlichen "Flirt" und irgendwie machte mich das glücklich. Trotzdem hatte ich Angst, mich dem Rest der Belegschaft zu stellen, denn dass wir gemeinsam verschwunden waren, konnte den Kollegen nicht entgangen sein. Diese hatten jedoch anscheinend selbst genug Alkohol zu sich genommen, was die Sache erleichterte. Trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass alle es wussten.
Gegen Mittag traten wir die Heimreise an und ein seltsames Gefühl der Leere tat sich in mir auf. Ich fuhr zuerst zu meinem Freund, der aber wie immer Sonntags bei einer Sportveranstaltung war. Also trat ich den Weg zu meinen Eltern an, wo ich zu der Zeit noch lebte. Dort liess ich erstmal meinen Frust über das anstrengende Wochenende ab und tippte eine SMS an meinen "Flirt" der letzten Nacht. Leider musste ich feststellen, dass keine Antwort kam und ich dachte traurig: "Jetzt ist er wieder bei seiner Frau und vergisst mich." Ich begann mich damit abzufinden, dass mein kleines Abenteuer für immer geheim bleiben musste.
Doch schon am nächsten Tag geschah im Büroflur etwas, was ich eigentlich nicht wollte und was mir klarmachte, dass diese Geschichte für mich ernster werden würde. Mein Kollege, ich nenne ihn von jetzt an "Joe", war gerade dabei zu einer kurze Geschäftsreise aufzubrechen, als ich mich von ihm verabschiedete mit den Worten "Fahr vorsichtig". Seine Antort darauf habe ich leider vergessen und ich weiss nicht einmal ob er sich daran erinnert wenn er irgendwann diese Zeilen liest. Für mich aber war es ein Schlüsselerlebnis, was mir klar machte, dass von nun an alles anders war, denn ich sorgte mich schon um ihn...
Am selben Abend, ich saß gerade auf der Couch bei meinem Freund, klingelte mein Handy. Ich erschrank als ich Joes Namen auf dem Display sah, nahm den Anruf an, um unmittelbar darauf wieder aufzulegen. Was ich meinem Freund erzählte weiss ich nicht mehr, aber ich war aufgeregt. Als ich am nächsten Morgen endlich alleine auf dem Weg zu Arbeit war, rief ich Joe zurück und wir verabredeten ein Telefonat für den kommenden Abend, den ich ohne meinen Freund zu Hause verbringen würde. Der Tag ging herum und der Anruf kam. ER wollte sich entschuldigen und ich weiss nicht so recht ob ich ihn damals mit meiner Aussage "Ich bin erleichtert, dass du dich meldest" nicht in die falsche Richtung gelenkt habe. Aber das Ergebnis dieses Telefonates war, dass wir uns für eine Chat Session im Internet verabredeten. Dort lernten wir mehr voneinander und ich glaube wir waren beide sehr versessen darauf. Noch war alles mehr freudschaftlich als romantisch aber das sollte sich bald ändern. Wir begannen uns zu verabreden, das erste mal an einem Sonntag im März, einem der ersten schönen Tage des Jahres. Er kam mit seinem Motorrad, auf dass er damals sehr stolz war, und zeigte mir anschliessend das neue Gebäude, in das die Belegschaft unserer Firma demnächst umziehen würde. An diesem Sonntag Nachmittag haben wir uns zum ersten Mal nach der Firmenveranstaltung geküsst und ich fand es wunderschön. Auch wenn damals noch jeder von uns nicht sicher war, was das alles zu bedeuten hatte und er mir das Versprechen abnehmen wollte, dass ich ihm nicht böse sein sollte wenn er mal keine Lust mehr haben würde, waren wir wohl verliebt ineinander. Doch schon an diesem ersten Nachmittag lernte ich die Nachteile einer solchen Liebe kennen, denn ich hatte meinen Eltern gesagt, dass ich schwimmen gehen wollte und zu Tarnung natürlich die Utensilien dafür mitgenommen. Aber der Nachmittag war schnell vorbei und meine Badesachen noch trocken. Konsequent wie ich war, ging ich nachdem unsere Varabredung beendet war, ins Schwimmbad und schwamm eine Runde, nur um zu Hause ein feuchtes Badetuch vorweisen zu können. Ich fühlte mich mies dabei, und meine Eltern fragten später tatsächlich misstrauisch, ob ich nicht nach so vielen Stunden Badespass Schwimmhäute hätte. Auch mein Freund hatte zwischenzeitlich angerufen und sich über meine lange Abwesenheit gewundert. Mit Lügen habe ich zu der Zeit und in den kommenden Monaten nicht gespart und das war sehr anstrengend für alle Beteiligten. Dennoch kam ich nicht von ihm los, denn einige Wochen später, kurz nach meinem einwöchigen Badeurlaub in der Türkei und vor seinem 3 Wochen langen Urlaub in Kanada, verbrachten wir einen romantischen Abend an einem See, wo er mir seine Liebe gestandund dass er seine Frau für mich aufgegeben würde. Von da an hatte ich Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft und er selber machte mir immer wieder Mut, dass er mich nicht 2 Jahre lang warten lassen würde. Mittlerweile wusste ich, dass es in seiner Ehe krieselte. Trotzdem habe ich immer wieder Enttäuschungen erleben müssen. Ich kann mich noch genau an den Abend erinneren als er sich im Chat zu diesem ersten Urlaub, der so lange dauern sollte, verabschiedete. Ich konnte vor lauter Tränen den Bildschirm kaum sehen und ich frage mich noch heute ob meine Eltern das nicht mitbekommen haben. Irgendwie hatte ich gehofft, er würde nicht in das Flugzeug steigen, aber die Liebe zu Kanada und der Wusch dem Alltag zu entfliehen, waren leider stärker als die Liebe zu mir, die damals zugegebenermassen noch frisch war. Aber es sollten weitere Urlaube folgen, immer mit seiner Frau, obwohl er stets versprach, dass sein nächster Urlaub mit mir sein würde. Auch ich bin mit meinem Freund in den Urlaub gefahren, zugegebermassen oft sehr widerwillig. Lieber erinnere ich mich an einen Urlaub mit einer Bekannten, den ich sehr genossen habe.
In unserem ersten Sommer, dem Sommer 2005, sah es so aus, als würden meine Wünsche in Erfüllung gehen. Er widerstand der Versuchung, sich mit seiner Frau ein endlich verfügbares Haus zu kaufen, mit dem beide lange geliebäugelt hatten, weil er mit mir eine Zukunft aufbauen wollte. Er nahm sich vor, bei der nächsten Gelegenheit die Karten daheim offen auf den Tisch zu legen. Wahrscheinlich war er sogar nahe dran, denn es gab oft Streit und auch der Verdacht, dass er eine Freundin habe, wurde von seiner Frau ausgesprochen. Trotzdem hat er es in dieser Zeit nicht geschafft, seine Ehe, die er mir immer als kaputt beschrieben hatte, zu beenden. Details hab ich nicht erfahren, aber im Nachinein betrachtet haben diese Streitigkeiten wohl dazu geführt, dass seine Frau begann, ihr Vehalten Joe gegenüber zu ändern. Zunächst merkte ich das nicht, aber immer wenn ich nachfragte, wann er es endlich hinter sich bringen wollte, kam ein neuer Aufschub wie: "Zuerst möchte ich meine Sammlungen bei Ebay verkaufen" und "Ich habe so viel Stress an der Arbeit". Hinzu kam, dass auch ich Angst vor der Trennung von meinem Freund hatte. Im Nachhinein betrachtet, war das aber weniger wegen der Trennung selbst, sondern weil ich dann im Gegensatz zu Joe allein dastehen würde, denn mittlerweile ahnte ich, dass er große Schwierigkeiten hatte, sein bequemes und geregeltes Leben im eigenen Haus mit einer treusorgenden Ehefrau aufzugeben. Dennnoch entfernte ich mich immer weiter von meinem Freund, was natürlich nicht unbemerkt blieb. Meine Besuche bei ihm wurden seltener und ich deutete ihm gegenüber erstmals an, dass unsere Beziehung für mich keine Zunkunft hatte. Aber zunächst änderte sich nichts ausser dass ich mich irgendwann dazu entschloss bei meine Eltern auszuziehen. Diese hatten Joe bereits an so manchem Wochenende als Gast geduldet. Ihnen gegenüber beteuerte ich immer, dass zwischen uns nur Freunschaft war. Aber sie wurden schnell misstrauisch und legten mir nahe, ihn nicht mehr bei uns zu Hause zu treffen. Das muss Joe wehgetan haben aber hat mich in meinem Entschluss bestärkt, das Elternhaus zu verlassen. Ich zog in die Stadt wo wir beide arbeiteten und in meiner neuen Wohnung war es, wo wir zum ersten Mal miteinander schliefen. Vorher hatten wir sexuelles nur in anderen Formen ausgetauscht und ware dabei selten wirklich ungestört. Ich legte nach eineinhalb Jahren, die mittlerweile vergangen waren, neue Hoffungen in diese Wohnung, weil Joe immer Angst gehabt hatte, keinen Platz zum Unterkriechen zu haben, wenn er seiner Frau einmal die Wahrheit gesagt hatte. Aber leider zeigte die Wohnung nicht die gewünschte Wirkung. Stattdessen meldete sich mein Freund, den ich mittlerweile hauptsächlich an den Wochenenden sah, immer häufiger zum Besuch bei mir an. Nachdem er in meinem Elternhaus Hemmungen vor dem Übernachten gahabt hatte, war das jetzt anders. Wir bekamen Streit darüber, dass ich keine Lust mehr hatte mit ihm zu schlafen. Das war letztendlich auch der Grund für einen Streit im Dezember 2006, der mich dazu bewegte, mich endlich von ihm zu trennen. Noch im Auto auf dem Weg zu meinen Eltern, rief ich Joe an, um ihn damit zu konfrontieren. Endlich hatte ich es geschafft, ich war frei. Seine Reaktion war im ersten Moment verhalten, zumal ich natürlich etwas aufgelöst war am Telefon. Aber ich war schon bald über die Trennung hinweg. Was sollte jetzt noch schiefgehen? Ich lebte allein, wir konnte ungesört sein und ich war solo. ER riet mir, erst einmal die Zeit zu geniessen, bevor er den letzten Schritt machte. Leider gab es aber seitdem immer etwas anderes, was dies verhinderte. Joe hatte sich schon im vergangenen Jahr nicht mehr bei unserer Firma wohlgefühlt und suchte nach Alternativen. Er fand sie schliesslich zweieinhalb Autostunden entfernt und trat vor zwei Monaten dort einen neuen Job an. ER lebt jetzt unter der Woche weit weg von mir und seiner Frau in einer kleinen Wohnung und hat Probleme mit dem Alleinsein. Ich bin mittlweile sehr frustriert weil ich kaum die Möglichkeit habe ihn zu sehen. Er entfernt sich immer weiter von mir, meldet sich an den Wochenenden, wo er hier in der Gegend, also im gemeinsamen Haus mit seiner Frau die Zeit verbringt, kaum noch. Hin und wieder schafft er es, mich an einem Sonntag vor der Heimreise zu sehen und hat auch meinen Geburtstag mit mir verbracht. Allerdings habe ich das Gefühl dass sein schlechtes Gewissen nach solchen nicht zu Hause verbrachten Nächten groß ist. Das hat zur Folge dass ich immer wütender werde wenn seine Frau bei ihm ist. Ich habe sein neues Zuhause bisher nicht einnmal gesehen, aber seine Frau besucht ihn regelmäßig dann wenn er aus organisatorischen Gründen nicht in seine alte Heimat fahren kann. Das schlimme ist, dass ich denke, dass es ihm egal ist, wer mit ihm das Wochende verbringt, Hauptsache er ist nicht allein. Nach meinem letzten Ausraster, wo er mir verschwiegen hatte, dass er nach dem Wochende nicht zurück fahren würde, hat er mir jetzt sogar gestanden, Zweifel an unserer Sache zu haben, denn zu Hause hätte er es ja gut, denn seine Frau wäscht die Wäsche, kocht für ihn und nervt bei weitem nicht mehr so als noch vor 2 Jahren. Und an den Wochen-Abenden alleine fehlt ihm etwas. Dass die beiden nicht miteinander schlafen, wie er mir immer versichert..., scheint da wohl zweitrangig zu sein. Leider habe ich keine Waschmaschine weil ich immer noch in diesem Punkt von meinen Eltern abhängig bin und kochen kann ich leider auch nicht gut. Ich komme mir minderwertig vor und habe Angst davor was die Zukunft bringen wird. Ich habe Angst ihn zu verlieren, ich habe Angst ihn durch meine Ausbrüche in die Arme seiner Frau zurückgetrieben zu haben und ich habe Angst die beiden eines Tages mit einem lange überfälligen Kind wiederzusehen, einer Zukunft, die ich mir für Ihn und mich eines Tages gwünscht hatte.
Ich bin sicher nicht schuldlos an der Situation. Wenn ich mich früher getrennt hätte, vielleicht zu einer Zeit wo er noch bereit gewesen wäre, die Trennung von seiner Frau mit allen Konsequenzen durchzuziehen, hätte alles anders kommen können. Vielleicht waren es meine eigenen Zweifel, die ich ihm leider wohl zu oft mitgeteilt habe und die ihn jetzt unsicher machen. Aber eines ist gewiss: Ich liebe ihn und werde wohl weiter an ihm festhalten, auch wenn ich dadurch das Gefühl habe, im Leben etwas zu versäumen. Ich bin gerade 30 Jahre alt geworden und eine gleichaltrige gute Freundin hat mir an diesem Tag verraten, dass endlich ihr langersehntes Wunschkind unterwegs ist. Zum einen freut mich das sehr für sie und ihren Mann, zum anderen aber macht es mir klar, dass meine eigenen Wünsche nach einer Familie mit Joe so weit weg sind wie noch nie. Im Moment habe ich das Gefühl, so etwas nur mit jemand anderem haben zu können. Aber wie kann das möglich sein, ich liebe doch nur ihn und keinen anderen. Und ich habe das Gefühl, dass das ewig so sein wird....
*Ende*