Hallo Kimi,
während meiner ehrenamtlichen Arbeit mit Suizidgefährdeten habe ich als Erstes gelernt: Man kann niemand davon abhalten, sich selbst zu töten. Ich habe selbst meinen Vater (1978) und einen Bruder (1989) durch Suizid verloren und mich intensiv mit dem Thema und Lösungsoptionen beschäftigt. Was mir auf jeden Fall klar geworden ist:
- es ist wichtig, dass in solchen Krisen jemand da ist, das muss kein Profi sein, auch wenn es gut ist, dass Profis in Reichweite sind
- Ärzte tun ihr Bestes aber können nicht automatisch helfen, dasselbe gilt für Psychologen, beidesmal sind es Menschen, keine Götter; trotzdem wäre es gut, deine Freundin würde sich jemand anvertrauen, der entscheiden kann, wie ihr geholfen werden kann
- es gibt Einrichtungen, die unterstützen können (in Baden-W. z.B. die "Arbeitskreise Leben" (
www.akl.de) und wo man lernen kann, mit solchen Extremsituationen umzugehen
- Menschen mit Suizidgedanken leiden häufig, ohne es zu wissen, an Nährstoffmängeln (Zink, Lithium), die man leicht ausgleichen kann (Zinktabletten, lithiumhaltiges Mineralwasser)
- wenn jemand sich doch entscheidet, sich das Leben zu nehmen und ich war in seiner/ihrer Nähe, ist es nicht meine Schuld oder Verantwortung; ich kann nur "mein Bestes" geben, mehr nicht - den Rest müssen andere oder der/die Betroffene selbst tun (oder hätten es tun müssen, leider ist Suizid eine "Krankheit", die nur präventiv geheilt werden kann)
- es gibt einige möglicherweise gute, hilfreiche Fragen für Menschen in solchen Situationen, z.B. "Was müsste sich in deinem Leben ändern, damit du dich garantiert nicht mehr umbringen möchtest?"
Finde ich übrigens gut, dass du dich für deine Freundin einsetzt!
Werner