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Vergewaltigung vom Logopäden

L

Lina

Gast
Hallo erstmal...

ich schreibe für einen guten Freund... Ich möchte selbst später Psychologin werden und höre gerne Menschen mit Sorgen zu. Ich bin für einige Menschen eine Bezugsperson, was mir oft auch schwer fällt 🙁

zum Thema: Ein Freund von mir wurde im Alter von 6 Jahren von seinem Sprachtherapeuten vergewaltigt. Ihm wurden diverse Drogen gegeben und er errinert sich an eine Vergessenstablette odersowas in der Art.

Im Alter von 19 Jahren sind ihm diese Dinge nach und nach wieder hoch gekommen - ich habe vorgeschlagen, dass er diesem Sprachtherapeuten einen anonymen Brief schreibt mit all seinen Gefühlen - ich glaube eine Anzeige bringt jetzt auch nichts mehr und ihn aufzusuchen würde zu Gefühlvoll.

- wie kann das sein nach so langer Zeit?
- wie geht man am besten damit um?
- kann man den Typen nach sovielen Jahren noch Anzeigen?

dann habe ich noch eine Frage zum Thema Vergewaltigungen bzw. traumatische Erlebnisse:

- kann es sein, dass wenn solche Erlebnisse unbehandelt (Psychologen) bleiben, nur von einem selbst - halbwegs durchgekaut und dann verdrängt werden, später Störungen in Beziehungen zur Folge haben?Wenn ja welche?

Ich habe früher selbst eine Vergewaltigung erlebt. Ich wurde von 3 Männern zu perversen Handlungen gezwungen, das ist jetzt 2 1/2 Jahre her und ich denke FAST nie daran. Ich glaube HOFFE ich habe das gut verarbeitet, aber ich halte zu jedem Menschen einen gewissen Sicherheitsabstand - und bin somit meiner Meinungn ach nicht Beziehungsfähig.
Ich war damals nicht beim Psychologen und jetzt nach so langer Zeit kann ich glaube ich nicht mehr darüber sprechen - ich möchte die wunden nicht aufreissen 🙁

- wäre es besser das doch zu tun?




nun zu meinem Freund von oben:
Es ist schwer zu glauben, ich weiss 🙁 bitte haltet mich nicht für bekloppt. Er hat mir erzählt, dass er aus einer Familie kommt, die moderne Inzucht betreibt. Die Famlie ist sehr Reich. Sie geben ihre Söhne zur Adoption frei aber ihre Töchter nicht.
Das dient dazu, dass die Söhne später die Töchter heiraten können und das Geld in der Familie bleibt und ich denke um rezessive Erbfaktoren weiter zu vererben. Ich kenne mich mit sowas nicht sooo gut aus und ich habe im Internet zu solchen kranken Themen nichts gefunden 🙁. Er hat Angst zur Polizei zu gehen. Die Familie ist wie gesagt Reich und Skrupelos. Er denkt sie würden ihn aus dem Weg schaffen.

Ich weiss nich was ich davon halten soll. Die Geschichte ist so detailiert. Entweder es stimmt - so krank es auch scheinen mag - oder:

- kann es sein, dass sowas mit der Vergewaltigung zu tun hat?
- an wen wendet man sich bei sowas? An einen Psychologen?

Bitte helft mir...
 
Hi Lina,

erstmal:
ich glaube zu wissen, dass die verjährungsfristen erst zu laufen beginnen wenn man 18 geworden ist, egal wann es passiert ist, heißt wenn ein verbrechen 3jahren verjährung hat, kann man noch mit 21 anzeigen, z.b. .mißbrauch ist sicher länger die verjährung.( www.jurathek.de nochmal nachfragen)

Viele gehen davon aus, dass es besser ist über die Dinge zu sprechen, da sie sich sonst später in form anderer Probleme hervorkommen können (z.B. Putzzwänge), bzw. dass ohne ein besprechen der Dinge, ohne die reflektion, das selbstbetrachten, viele eigene Verhaltensweisen davon beeinflusst werden können, ohne dass man es selber noch mitkriegt (ist nicht selten das opfer von missbrauch selbst später zu missbrauchenden werden).
Ich hab jetzt aber seit kurzem auch von erkenntnissen gehört, die sagen, dass es manchmal besser ist die Dinge wirklich zu verdrängen, nicht mehr dran zu denken. Hab gehört, dass gerade das intensive mit-beschäftigen die Probleme mit der Sache noch verstärken kann.

Ich würde für mich selbst einschätzen, dass das eine individuelle Sache ist, wenn es jemand schafft, wenig bis gar nicht dran zu denken, und wenn derjenige in seinem Leben keinen größeren Leidensdruck als normal hat, sollte man vielleicht die Wunden nicht unbedingt aufreißen. Wenn es aber stört, das Leben beeinträchtigt, wenn man leidet, sollte man sich schon Hilfe suchen. Ich glaub da ist die abgrenzung, leidet man, oder kann man verdrängen und leidet nicht.(bzw. sollte man auch schauen dass auch die umgebung nicht leidet, wenn man selbst nicht leidet, die umgebung aber unter einem dann sollte man sicher auch was tun)

wie das ganze funktioniert, verdrängen, oder das wieder auftauchen aus dem gedächtnis, wird dir denk ich nur ein experte erklären können, bzw. die werden auch nur spekulieren, unser kopf läßt sich da denk ich nicht so leicht in die karten schauen. fürs wiederauftauchen wird manchmal sicher schon ein kleiner anlaß reichen. (wenn es der Kopf aber auf einmal wieder ausspuckt, sollte man das als hinweis nehmen, dass er doch nicht alleine mit klarkommt)

Was da später in beziehungen passieren kann ist sicher vielfältig, reicht sicher vom eigenen schuldig werden der gleichen Tat bis hin zu Lapalien mit denen man gut leben kann. Im Prinzip muss man sich wahrscheinlich gut beobachten, und aufpassen bei jeder Eigenschaft die man zeigt, was aber schwer zum verdrängen passt.

ich glaub eine vergessenspille gibt es nicht. kann aber sein dass das A******* einfach geschickt war und ihm das so glaubhaft erzählt hat, dass er selbst an diese vergessenspille glaubte und ihm dadurch das verdrängen erheblich leichter gemacht wurde. man will ja auch vergessen und wenn jmd. dann sagt, die pille sorgt fürs vergessen, glaubt man dran und hat vllt. nen placebo-effekt in der hinsicht.

wie man mit solchen Dingen umgeht, tja schwierig, eigentlich sollte man, wenn man schon nicht therapie macht, immer eine Anzeige machen. Ich finde sonst macht man sich mitschuldig an eventuellen zukünftigen Opfern, man weiß ja nicht ob der Typ damit aufgehört hat. aber im endeffekt muss man halt noch beachten, dass es der freund ist, wenn er nicht einverstanden ist, ist es natürlich ein vertrauensbruch.

wer dir sicher noch bessere Tips geben kann ist der weiße Ring, musste mal im i-net schauen, die haben auch ne telefonnummer.( www.weisser-ring.de)

Das mit dem inzest, tja, es gibt auf der welt sicher fast alles, was sich mensch vorstellen kann. die familie wäre aber echt schlecht beraten, gerade diese weitergabe von rezessiven erbfaktoren begünstigt im RIESIGEM Ausmaß das auftreten von genetischen Erkrankungen bei den Kindern der Geschwister. Bei so nem Unsinn denk ich immer gleich an Adel, der hatte früher öfters solche komischen Vorstellungen. (hat dann über mehrere generationen hinweg cousin(s)/en miteinander verheiratet und ihre genetik degenerierte langsam, aus dem schlamassel halfen dann bürgerliches einheiraten heraus)

Heißt das, dass er selbst in einer Adoptivfamilie aufwächst? und seine reale Familie aber kennt? (du schreibst: die Söhne werden weggegeben)

Wenns wirklich so ist, finde ich, sollte man dennoch zur Polizei gehen, sonst schützt man sein eigenes Leben auf Kosten des Lebens der Kinder, die dann vllt. schwerstbehindert geboren werden (oder gar nicht lebensfähig sind). Hätte ich keinen ruhigen Schlaf mehr, würde ich mein Gewissen so belasten müssen, dann wäre mein Leben auch nicht mehr viel wert.

wenn du psychologin werden willst, kümmer dich um excellente abi-noten sonst wirds schwierig.(kann ich ein lied von singen)

Gruß Max
 
er soll ihn anzeigen fertig aus. Ist halt so eine art outing aber der typ kann so oder so nicht weiterarbeiten nach so einer anzeige egal ob er frei gesprochen wird oder nicht und er sollte mit den eltern sprechen
 
Ich habe mich zum ersten mal im Leben mit dem Thema Vergewaltigung befasst und bin per Zufall auf dieser Seite gelandet.Habe mir die ausführliche Antwort auf das problem durchgelesen und würde auch gerne fragen, ob jemand weiss, ob es möglich ist,dass einem nach dreissig Jahren erst alles was man komplett vergessen hat wieder hochkommt?
 
@ Gast,

du hast da nen ziemlich alten thread hervorgekramt aber zu deiner Frage: ich glaube kaum dass völliges Vergessen funktioniert..ich denke man kann nur über eine gewisse Zeit erfolgreich weitgehend verdrängen aber der Körper vergißt niemals..irgendwo ist alles abgespeichert, insbesondere traumatische Erlebnisse. Manche people sind Weltmeister im Verdrängen oder sich selbst und die Umwelt belügen, verheimlichen etc....aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben..irgendwann brodelt eine unterschwellig immer vorhandene traumatische Erinnerung = Mistsuppe in der Seele wieder an die Oberfläche...
Das hängt mit der Grundfunktion des menschlichen Systems zusammen...Menschen sind extrem lernfähig..sonst wären wir in der Evolution bereits wegselektiert worden..wir lernen insbesondere durch schmerzhafte und traumatische Ereignisse...und daher ist das Gedächtnis in dieser Hinsicht nicht einfach so weg- oder auszuschalten. Es gibt wohl Mechanismen mit denen man schmerzhafte Erinnerungen weicher definieren können oder auch eine zeitlang verdrängen können...es ist hier wichtig ein gutes Mittelmaß zu finden..lernen sich der Erinnerung zu stellen und lernen damit umzugehen, die Erinnerung bearbeiten und nicht alles vehement verdrängen wollen ist ziemlich wichtig.
Das Problem mit zu viel und zu langer und starker Verdrängerei ist, dass sich ein Trauma in der gesamten Zeit als Sonderbelastung im Hintergrund eingenistet hat bis zum Gehtnichtmehr..bis nach 20 oder 30 Jahren der Totalcrash in Form einer Krebserkrankung (die u.a. durch den latenten Seelenstress entscheidend mitverursacht sein kann) oder Depressionen od.ä. kommt und mit einer heftigeren Erkrankung von Seele oder Körper, dann wenn noch andere Belastungen hinzukommen und man ohnehin auf dem Zahnfleisch kriecht, dann auch wieder die runtergedrückten traumatischen Erlebnisse an die Oberfläche gespült werden.

Es ist meiner Ansicht nach besser und gesünder und in Hinsicht auf eine bessere Lebensqualität günstiger ein Trauma möglist rasch (therapeutisch etc.)anzupacken eh es einen irgendwann wieder heftig am Schlafittchen packt und aus den Latschen haut.

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Gast,

wäre vielleicht einfacher, du eröffnest einen neuen Thread für deine Frage.
Fragst du für Dich?

Ja, es geht, dass man Sachen völlig verdrängt und die erst Jahre später wieder auftauchen, weil man sich durch irgendwas erinnert (bei vielen Frauen taucht der Missbrauch durch die Geburt wieder, zum Beispiel).
Aber wie Tyra schon sagte, es ist nur eine Verdrängung und arbeitet irgendwo in Dir..

Vielleicht magst du mal erzählen, was bei Dir los ist?

LG

Sori
 
Hallo,

es gibt tatsächlich ein Medikament, welches vergessen lässt. Es gehört zur Gruppe der Benzodiazepine (sedierend, angstlösend) und der Wirkstoff heißt Midazolam. Midazolam kann man intravenös geben und auch als Tablette. Die Eigenart dieses Medikamentes ist, dass es antegrad amnestisch wirkt, d.h. man vergisst, was nach Einnahme des Medikamentes passiert ist. Diese Wirkung ist natürlich dosisabhängig.
In der Anästhesie wird Midazolam häufig verwendet. Der Handelsname ist Dormicum. Langzeitstudien zu wiederkommenden, bereits vergessenen Ereignissen, sind mir nicht bekannt.

Grüße
 

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