Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Vergewaltigt vom damaligen Freund

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    freund
G

Gast

Gast
Ich war mit meinem Freund 20 Monate zusammen und dann wollte er sich von mir zum xtenmal trennen. Er ist Alkoholiker und wollte eine Therapie machen und wollte mich dafür nicht an seiner Seite haben. Ich habe ihn belogen als er mir das sagte und erzählte ihm, das ich schwanger bin- ich wollte ihn damals "zwingen" mich nicht zu verlassen. Er war so verärgert/ wütend und kam zu mir in die Whg. (er hatte meinen Whg.schlüssel). Erst täuschte er mich und nahm mich in den Arm um mich zu trösten, denn ich erzählte ihm gleich das es eine Lüge war weil ihc ihn nicht verlieren wollte. Er küsste mich und wir zogen uns aus. Doch dann drehte er mich um und wurde gewalttätig. Er drückte meine Hände weg als ich zuerst versuchte mich zu wehren und drang dann anal in mich ein. Ich ließ es über mich ergehen, weil er kräftemässig mir total überlegen war. Als er fertig war schrie ich ihn an, das er mich vergewaltigt hat und er fing an mir in die Brustwarze zu kneifen und mir ins Gesicht zu schlagen. Ich trat ihm in den Bauch, so das er zurücktaumelte und schrie so laut ich konnte, das er verschwinden soll. ER lachte mich aus und packte mich am Hals und drohte mir. Ich bräuchte ihn gar nicht versuchen anzuzeigen, denn mir würde eh keiner glauben. Niemand würde mir glauben. Er zog sich nicht mal komplett an und ich schmiss ihm seine Socken u Shorts aus der Whg hinterher Er lachte mich nur aus und sagte, das er mir die Sachen aqls Erinnerungsstücke da lassen wollte.
Ich habe ihn bis heute nicht angezeigt. Ich habe dann eine Kollegin im Nachtdienst besucht, weil ich jemanden zum reden braucht, weil ich nicht wußte was ich tun sollte. In meinem Umfeld gibt es sechs eingeweihte Leute incl meinem jetzigen Freund.
Mich läßt die Geschichte noch immer nicht los. Mir geht es gut soweit, doch ich merkle das es mein sexualleben enorm beeinträchtigt. Und das mir der Gedanke daran Bauchschmerzen bereitet. Erst recht kriege ich Bauchschmerzen, wenn ich darüber grübel ihn doch anzuzeigen. Es ist jetzt 1,5 Jahre her. Ich habe aber keine Beweismittel, weil ich nicht zum Arzt gehen wollte. Ich habe mich so sehr für diese anale Vergewaltigung geschämt. Das es anal war weiß niemand. Ich möchte ihn anzeigen für das was er mit mir gemacht hat, doch ich habe Angst davor, das das Verfahren eingestellt wird wegen Mangel an Beweisen. und das Risiko ist sehr hoch. Alle SMS sind gelöscht, Tagebucheinträge von damals verbrannt... ich habe nur meine Erinnerung. Das ist doch sehr chancenlos oder? Ausserdem ist mein EX ein Blöender- er kann sehr gut täuschen und von sich und seiner Wahrheit überzeugen.
Was kann ich machen? Ist es sinnlos in anzuzeigen? Ohne die Chance auf eine Strafe zeige ich ihn nicht an und setze mich dem ganzen nicht aus.
Freue mich über Erfahrungen und Tipps.
Danke
 
Hallo,

ich stimme darkside zu...außer mit dem "lass es" in Hinsicht auf ne Anzeige. Und aufgrund es offensichtlichen posttraumatischen Stress-Syndroms solltest du in Therapie gehen bevor du ernsthaft verhaltensgestört oder psychisch oder auch körperlich krank wirst.
Gut bei erlebten Gewalttraumata und zum Abbau postraumatischen Stresses ist auch Kampfsport..peppt das Selbstbewusstsein wieder auf, bekämpft innere Ängste und Blockaden, die da derzeit sitzen.

Deine Aussage sollte an sich bei einer Anzeige Beweis genug sein. Eine mit hinzugezogene und behandelnde Psychologin oder ein Psychologe könnte das Vorhandensein eines Traumas und deine Glaubwürdigkeit attestieren und bei einer eventuellen Anzeige untermauern.
Die damalige Nachtdienstkollegin an die du dich damals direkt nach der Vergewaltigung gewendet hattest könnte auch weitere Zeugin sein....mit einem einigermaßen fitten Anwalt und einigen schriftlichen Zeugenaussagen über deine Glaubwürdigkeit etc. müsste man den Täter auf diese Weise schon zur Strecke bringen können.
Die Gerichte wissen schon, dass da oft gelogen wird...wenn dein Anwalt ein Glaubwürdigkeitsgutachten (deiner behandelnden Therapeutin + Zeugenaussage deiner Arbeitskollegin damals) von deiner Seite vorlegt und von der Gegenseite verlangt kann man ja gucken wie es dabei letztlich steht. Hast du da Zeugen hinter dir stehen, die an dich glauben und das auch bestätigen und wenn er dann alleine da steht hat er die schlechteren Karten...Hier ist halt ein wenig Taktik gefragt und natürlich auf ein wenig Mut..aber ohne den kommt man eh nicht voran im Leben.
Und auch wenn es mit dem Verfahren nicht gut klappt...ich denke dieses Risiko sollte man auf jeden Fall eingehen, denn es ist total wichtig es einfach zu versuchen. Auch wenn er Erfolg haben sollte (was ich jedoch nicht glaube wenn du wie vor beschrieben vorgehst, dich beraten läßt, Hilfe suchst etc.) bleibt dennoch IMMER etwas von den Vorwürfen an ihm haften...Und für dich bleibt auf jeden Fall die Genugtuung, dass DU dich nachträglich gewehrt hast. Wenn dann das Rechtssystem versagt ist das eine Sache, du jedoch hast das Richtige getan und etwas unternommen gegen den Typen und darauf kommt es letztlich an.
Also auf deine Frage ob es sinnlos ist ihn anzuzeigen kann ich nur klar antworten: NEIN..es macht auf jeden Fall Sinn.

Ich finde es gut, dass du dich bereits einigen Menschen deines Umfeldes anvertraut hast..aber auch die können dir nur eingeschränkt auf psychologischer Ebene oder auch bei einer Entscheidung was du gegen den Täter unternehmen willst helfen. Letztlich ist und bleibt es dein Leben und deine Entscheidung A) was gegen das Trauma zu TUN und B) was gegen den Täter zu unternehmen.
Mein Rat: geh auf jeden FAll zu einer Beratungsstelle und lass dir dort ggf. die Adresse eines guten Traumapsychologen geben. Und dann kann man ja weitersehen und du kannst dir das mit der Anzeige nochmal überlegen.
Gut und wichtig wäre es schon für dich es zumindest zu versuchen dem Täter einer gerechten Strafe zuzuführen. Und das wäre auch für die Allgemeinheit gut..solche Mistkerle gehören einfach weg von der Straße..zumindest für ne Zeitlang, auf jeden FAll ist es wichtig, dass die mit soner Sch***nicht durchkommen.
Schamgefühle hin oder her...die Sache ist ja nunmal passiert und ich sage immer: Schamgefühle sind ein Luxus, den man sich manchmal im Leben einfach nicht leisten kann. Gewalttätige Analpenetration ist natürlich ne Demütigung der Extraklasse...zeugt von großer Frauenverachtung und zeigt deutlich, dass es dem Täter um Erniedrigung, Beschämung und Unterwerfung ging. Und die bleibt auf psychologischer Ebene also für dich in deinem Kopf und Bauch an sich so lange bestehen, wie du das protestlos und ohne Gegenmaßnahmen hinnimmst...ein Selbstwertgefühl steckt so was nicht so leicht weg und das macht dir halt Bauchschmerzen, denn deine Intuition kreischt ja förmlich danach, und drängt darauf, dass du da was klarstellst und richtigstellst, was ein enormer Druck ist. Der äter rechnet da eiskalt mit deiner Scham...ich würde ihm da nen Strich durch die Rechnung machen. Und daher: So hart das klingt: du solltest offen damit umgehen und die Dinge beim Namen nennen..dann verlieren sie auch ihren Schrecken und der Druck ist raus. Da sollte dir nix peinlich sein oder so. Das einzige was wirklich peinlich an der Sache ist ist das asoziale Verhalten des Täters! Der sollte sich schämen und nicht du!

Viel Glück!
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Das mit der Anzeige kannst Du vergessen, wird sowieso eingestellt. Gute Anwälte auf seiner Seite werden Dich zerreißen. Man wird Dir vorhalten, daß Du ein racheakt ausübst weil Du die Trennung nicht verkraftet hast. Mach ein bisschen Selbstverteidigung alles andere zerstört Dich. So ein Verfahren dauert manchmal Jahrelang. Damit schadest Du Dir nur selbst.
Alles Gute
 
an sich stimme ich dem Vorbeitrag nicht zu...denn Strafanzeige ist oft ein wichter Verarbeitungsschritt und wie wichtig Verarbeitung bei erlebtem Gewalttrauma ist zeigt der folgende Link, der auf die Folgen von Gewalt hinweist:
http://www.ifk-vehlefanz.de/sites/cu...ite/modul3.htm

Ich rate zunächst also dringend zu Therapie...mit der Anzeige kann man ja dann zusammen mit Therapeuten überlegen.

Tyra
 
Hallo Tyra, es ist in der Theorie alles richtig was Du schreibst, anscheinend bist Du aber jemand, der solch einen Prozess niemals durchgemacht hat.
Sicherlich kennst Du ähnliches oder hast es erlebt, aber wenn Du selbst soetwas nicht durchgemacht hast, solltest Du mit theoretischen Ratschlägen vorsichtig sein. Es ist nicht vergleichbar mit Dingen die Du kennst.
Danke
 
Ich habe solche Prozesse gelegentlich begleitet...es ist dort immer gut gegangen...weil eben noch Begleitung und Hilfe und Schutz für die Klägerin da war...wenn sich da mehrere einsetzen hat das oft mehr Wirkung als wenn man alleine ohne guten Anwalt, ohne guten Psychologen oder gute Sozialberaterin (wie ich damals war) rumfurwerkt.
Klar kann man auch mal Pech haben und auch verlieren..aber wenn man es erst gar nicht versucht hat man direkt verloren..so sehe ich das...aus meiner PRAKTISCHEN Erfahrung heraus.
Dieses Leben ist nicht geschaffen für unsichere Drückeberger, die sich verstecken, rumschämen für das wofür andere schuldig sind (hier: der Misshandler oder V***), Schiss vor der eigenen Courage haben und ihr Recht nicht laut und deutlich einklagen, geschehenes Unrecht nicht laut und deutlich anzeigen und anklagen.

Klar ist so ein Prozeß kein Zuckerschlecken, aber wer sich umgibt mit Leuten die zu einem stehen, der hat es oft nur halb so schwer.
Passiert ist es eh..verdrängen kann man nicht und erfahrungsgemäß kommt irgendwann eh die Wahrheit ans Licht und man schädigt sich mehr indem man schweigt und nix sagt und nicht anzeigt, als wenn man den zwar unbequemeren aber in meinen Augen unvermeidbaren Weg über die offene unverschönte leider dreckige und schmerzhafte Wahrheit geht. Ist ein wichtiger Abgrenzungs- und Verarbeitungsschritt..es geht hier nicht um Bequemlichkeit..wer vergewaltigt oder misshandelt wurde dem wurde seitens des Täters der Krieg erklärt und diese Tat wartet auf klare eindeutige Antwort..wer sich nicht per Anzeige wehrt, wer nie lernt auch mal unbequeme WEge zu gehen, der hat im Leben verschissen.
Die Gewaltopfer, die schweigen werden statistisch gesehen noch öfter im Leben immer wieder Gewaltopfer...weil sie schweigen, weil sie sich schämen und sich einbilden sie bekommen ihr REcht nicht und dann so verkrümmt (sich isolieren, schlechtes Gewissen für die Tat des täters zeigen etc.)und leider oft auch schusselig verhalten, dass sie oft auch ihr Recht nicht bekommen.
Ganz wichtig ist daher psychologische Beratung und am besten direkt nach der Tat handeln und anzeigen. Hat man diesen Schritt versäumt wird es oft schwieriger, aber halt nicht unmöglich sein Recht zu bekommen.

Es kommt halt immer auch auf den Einzelfall an...ich sehe es an sich aber generell als ne allgemeine Pflicht sich selber ggü und v.a. auch der Gesellschaft ggü an einen Straftäter anzuzeigen...auch wenn das oft hart ist...aber wie bereits gesagt: das Leben ist oft hart und wird härter, wenn man sich selber nicht manchmal auch genügend Härte und Durchsetzungsvermögen zeigt...manchmal muss man steinige Wege gehen um Erfolg zu haben.

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
N Meine Freundin wurde vergewaltigt, ich brauche Rat Gewalt 45
M vom Partner Krankenhausreif geschlagen Gewalt 80

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben