Dein Vater liest sich wie jemand, der das glatt ignorieren würde. Ein Ersuchen, nicht zur Geburt mitzukommen. Darum geh ich soweit, dass Dein Partner das überwachen sollte und ihn nicht zu Dir lässt. Nicht im Zimmer mit ihm streitet sondern so weit draußen am Gang, dass Du seine Stimme nicht hören musst. Notfalls sogar das Pflegepersonal hinzu zieht, dass dieser Mann nicht zu seiner Tochter vorgelassen wird.
Warum schreibe ich das so "dramatisch". Weil ich mehrmals miterlebt habe, wie so eine Geburt außer Rand und Band gerät. Abgesehen davon, dass viele Frauen mit Migrationshintergrund keine Chance haben, ihren Besuch zu steuern passiert das "unter uns" ganz genauso. Meine Frau hatte eine schwere Geburt und eine Stunde später lief der 6jährige Neffe wie aufgezogen um ihr Bett herum, der ein ADHS Syndrom hat und nur mit viel Energie wieder einzukriegen ist. Also ein reines Tohuwabohu. In vielen Familien gibt es kein nachfragen "ja wann soll ich denn zu dir kommen" und das fand ich gar nicht gut, wie jeder nach seinem eigenen Kopf herein schneite. Darum betone ich das so. Du und Dein Partner ihr solltet vorsorgen wie das ablaufen soll. Klipp und klar sagen, wer Dich wann besuchen kommen soll. Meiner Meinung nach. Bei uns wurde das damals so ein gesellschaftliches Ereignis, dass ich zwei Stunden nach der Geburt nicht einmal mehr wusste, wer mein Kind gerade im Arm hat und wo. Im nächsten Leben würde ich mir das nicht mehr gefallen lassen. Jeder nach seinem Geschmack, aber ich würde lieber erst selber zusammen mit der Mutter und ev. anderen leiblichen Kindern das Neue kennenlernen. Meine war 2 Stunden auf der Welt und musste schon 10 Gesichter "identifzieren". Das kanns doch nicht sein.
Ja in der Steinzeit sei es auch nicht anders gewesen und bei den Naturvölkern, heißt es dann. Ich bin nicht überzeugt davon, ob das so stimmt.