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Vater erpresst mich emotional

Jazzicka

Neues Mitglied
Hallo liebe Mitlesende,

ich möchte einfach eure Einschätzungen zu folgendem Sachverhalt haben, gerne auch Tipps wie ich damit umgehen soll, denn im Moment ist da nur Leere.
Ich bin 36 Jahre alt, keine Kinder aber eine glückliche Beziehung seit nun mehr 12 Jahren, aus der vielleicht auch noch ein Kind entstehen soll. Beruflich geht es mir ebenfalls gut und ich bin zufrieden.
Meine Eltern haben sich vor 15 Jahren scheiden lassen. Da ich ja live dabei war, weiß ich, dass beide ihren Teil dazu beigetragen haben, mal der eine mehr mal der andere weniger aber insgesamt sind beide ziemlich ausgewogen Schuld daran, dass es einfach nicht mehr geklappt hat.

Zu beiden hatte ich zunächst ein gutes bis sehr gutes Verhältnis, auch wenn der Hass meines Vaters auf meine Mutter von Anfang an präsent war. Seit mein Vater jedoch eine neue Frau hat und seiner Aussage nach „glücklich verheiratet“ ist, hat sich dieser Hass zu einem großen Problem entwickelt.

Er hat mir heute deutlich zu verstehen gegeben, dass ich mich quasi zwischen ihm (und seiner Frau) und meiner Mutter entscheiden soll. Er verstehe sowieso nicht, warum ich mit „ihr“ ( meiner Mutter) so „dicke“ bin, nachdem was sie uns als Familie alles angetan hat. Er stellt meine Mutter als das personifizierte Böse dar und ist sich selbst keinerlei Schuld bewusst. Sie hätte mich ja nie finanziell unterstützt (er war immer der Gutverdienende von beiden ) und auch sonst nichts geleistet. Sie war allerdings immer meine emotionale Stütze, weil er nicht da war (Arbeit) das lässt er in seinen Hasstiraden komplett außen vor. Wie bereits erwähnt waren beide in der Beziehung keine Engel, aber was er da jetzt im Nachhinein behauptet ist schlicht und ergreifend nicht wahr, was sich schon daran zeigt, dass ich und mein Bruder ein wirklich gutes und auch aufrichtiges Verhältnis zu meiner Mutter haben, was so nicht hätte zustande kommen können, wäre sie so , wie er es darstellt.

Nun hat er mir eröffnet, ich würde weder zu meiner Hochzeit kommen, noch sich um einen Enkel kümmern, noch zu Geburtstagen oder sonstigen wichtigen Feierlichkeiten erscheinen, wenn „die Alte“ dort anwesend ist. Insgesamt verhält er sich die letzten 4-5 Jahre sehr distanziert zu mir, ist kalt und abweisend, was wohl, wie ich heute von ihm erfahren habe, daran liegt, dass ich nicht mit meiner Mutter breche sondern stattdessen sogar eine gute Beziehung zu ihr pflege. Ich habe meinen Vater immer sehr geliebt und tue es jetzt noch, nur was er da jetzt mit mir macht oder von mir verlangt geht einfach zu weit. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass des Hass gegen sie, die Liebe zu seinen Kindern überwiegt. Er ist dabei uns beide zu verlieren aber es scheint ihm egal zu sein und das tut echt verdammt weh.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Auf Distanz gehen? Einen kompletten Cut machen? Hoffen dass er sich doch irgendwann nochmal einkriegt? Dass er das alles bitter ernst meint, steht außer Frage. Menschen, die ihn gut kennen, sind sogar wenig überrascht und bezeichnen ihn als „schon immer völlig empathielos und selbstbezogen“. Ich habe ihn jedoch schon häufiger als liebevollen wenn auch ziemlich sachlichen Vater empfunden und wünsche mir innerlich natürlich, dass alles irgendwie wieder gut wird. Aber vllt bin ich da auch noch zu sehr im Wunschdenken verhaftet. Momentan bin ich total leer und traurig.

Habt vielen Dank für eure Antworten.

Beste Grüße

Jazz
 
Erpressen kann man nur, wenn man sich erpressen lässt.

Und ganz ehrlich:
Nun hat er mir eröffnet, ich würde weder zu meiner Hochzeit kommen, noch sich um einen Enkel kümmern, noch zu Geburtstagen oder sonstigen wichtigen Feierlichkeiten erscheinen, wenn „die Alte“ dort anwesend ist.

Wenn er nach so vielen Jahren es immer noch für nötig hält einen Rosenkrieg zu veranstalten, hätte ich mich sogar dafür bedankt, dass er fern bleibt. Wer will schon bei der Hochzeit usw. Jmd einladen, der eh nur Gift und Galle spuckt?
 
Hallo,

ich würde mich nicht unter Druck setzen lassen, dass du dich für deine Mutter oder deinen Vater entscheiden sollst.
Das ist schlicht und einfach Erpressung.

Ich würde ihm am Telefon sagen.......
Ich habe dich lieb als meinen Vater und du bist mir wichtig,
doch erpressen lasse ich mich nicht.
Solltest du das nach wie vor von mir verlangen, mich zwischen dir oder meiner Mutter zu entscheiden, entscheide ich mich für meine Mutter. Wenn du über deinen Hass hinweggekommen bist dann nimm Kontakt zu mir auf..........

Was ich nicht verstehe.
Wenn dein Vater doch wieder " glücklich Verheiratet" ist, warum steht er dann nicht über seiner 1. Ehe und seiner 1. Frau?
Er müsste jetzt doch zufrieden sein und auch sehr glücklich.
Er scheint zu einem gewissen Teil noch in der Vergangenheit zu leben.

Mich würde meine frühere Ehe dann nicht mehr tangieren wenn ich es mit meiner neuen Frau besser getroffen hätte!

Viele Grüße und alles Gute,
Muir
 
Ein paar User werden sicher mit den Augen rollen, aber das klingt mir nach klassischem Narzissmus.

Deine Mutter ist nichts weiter als Müll und wenn du nicht gehorchst, dann sind du und deine Nachkommen ebenfalls Müll für ihn. Schuld daran sind alle anderen. Er kann aber gaaar nix dafür.

Hast du ihm mal erklärt, wie verletzend das ist?
 
Schreibe deinem Vater einen Brief, in dem steht, was sein Verhalten mit dir macht, bei dir auslöst.
Ein Brief hat den Vorteil, dass du deine Worte genau überlegen kannst und er dich nicht unterbrechen kann.
Ob er den Brief dann zu Ende liest, ist seine Sache, aber du kannst danach entscheiden, ob du weiter so Kontakt halten willst oder dich zurückziehst. Vielleicht bricht nach dem Brief auch dein Vater die Verbindung ab.
Es wird für dich wahrscheinlich erst einmal schlimm sein, aber die durch den Brief entstehende klare Linie wird dir letztendlich gut tun.
 
Was würdet ihr an meiner Stelle machen?

Eine sehr klare Ansage!

Es gibt die Paarebene und das ist, vielmehr war, Sache zwischen ihm und seiner damaligen Frau.

Und es gibt die Elternebene. Und da ist er Dein Vater und sie Deine Mutter.
Als erwachsener, verantwortungsbewusster Mensch sollte er fähig sein das zu unterscheiden und Dich, sein Kind, nicht für Nachspielchen missbrauchen wollen, um seiner Ex nachträglich eins reinzuwürgen!

Auf Distanz gehen? Einen kompletten Cut machen?

Dann würde ich ihm genau das ankündigen. Wenn er nicht aufhört, Dich mit seinem Hass zu belasten und dersrt absurde Forderungen zu stellen, zwingt er Dich zu ihm auf Distanz zu gehen.
Sollte ihm also etwas an Dir liegen, unterlässt er ab sofort diese Androhungen und Erpressungsversuche.

Nun hat er mir eröffnet, ich würde weder zu meiner Hochzeit kommen, noch sich um einen Enkel kümmern, noch zu Geburtstagen oder sonstigen wichtigen Feierlichkeiten erscheinen, wenn „die Alte“ dort anwesend ist.

Im selben Zuge würde ich ihm mitteilen, dass er in Deiner Gegenwart nicht derart respektlos von Deiner Mutter zu sprechen hat!
Sollte er weder zu Deiner Hochzeit kommen noch seine künftigen sehen wollen, fändest Du das sehr schade, doch es ist seine freie Entscheidung. Er ist jederzeit ein willkommener Gast, solange er sich höflich und nicht provokativ benimmt.

Du bist nicht mehr das kleine Kind, Du bist eine erwachsene Frau. Steh also gerade und fest vor ihm und zeige ihm, dass es Grenzen gibt.
 
Moin und danke für eure Antworten. Leider oder auch zum Glück spiegeln sie genau das wieder, was auch andere mir nahestehende Personen gesagt haben. Und ja er hat schon immer starke, narzisstische Züge, die er bei mir jedoch immer einigermaßen unterdrückt hat, bis es sich jetzt so zugespitzt hat. Er hasst auch die zwei Frauen die vor meiner Mutter Beziehungen mit ihm hatten und ihn verließen. Er versucht auch in anderen Bereichen, etwa der Gestaltung meines Gartens, seine Vorstellungen von richtig und falsch durchzusetzen, teilweise ist es einfach richtig albern. Mein Partner hat mittlerweile auch total die Schnauze voll und meint dass er total bekloppt ist, er zieht ihn natürlich auch mit rein, indem er an dessen Geburtstag auch einfach nicht kommt etc.

Nun muss ich schauen, wie ich es schaffe, mich emotional von ihm zu emanzipieren. Ich war nie „gut genug“ und ringe seit Kindheit an um seine Anerkennung,, die ich bis heute vermisse. Ich weiß aber einfach nicht, warum ich ich dennoch so arg lieb habe, er ist halt einfach mein Papa, aber ich bin tatsächlich eine erwachsene Frau und dazu gehört auch, zu mir und meinen Prinzipien zu stehen. Puh, nicht einfach aber wohl ein längst überfälliger Schritt.
 
Dann würde ich ihm genau das ankündigen. Wenn er nicht aufhört, Dich mit seinem Hass zu belasten und dersrt absurde Forderungen zu stellen, zwingt er Dich zu ihm auf Distanz zu gehen.
Sollte ihm also etwas an Dir liegen, unterlässt er ab sofort diese Androhungen und Erpressungsversuche.

Im selben Zuge würde ich ihm mitteilen, dass er in Deiner Gegenwart nicht derart respektlos von Deiner Mutter zu sprechen hat!
Ich würde nicht ankündigen wenn ich den Kontakt abbrechen würde, sondern es ohne Vorwarnung machen. Eltern fühlen sich durch Ankündigungen / Drohungen unter Druck gesetzt und halten sich erst recht nicht dran. Aus meiner eigenen Erfahrung kann kam der allererste Schritt zur Einsicht bei meiner Mutter 6 Monate nachdem ich den Kontakt zu ihr abgebrochen hatte. Sie hatte gemerkt, dass sie sich die ganze Chose selbst eingebrockt hatte und konnte nicht auf andere zeigen, was das alles für sie um so schmerzhafter machte.

Bzgl. der Frage, ob du den Kontakt generell abbrechen solltest: Meiner Meinung nach sollten aus einer Beziehung immer beide Beteiligten etwas positives mitnehmen. Ansonsten wird von mindestens einem die Energie komplett ausgesaugt. Ich habe mich entschieden, den Kontakt zu meiner Mutter abzubrechen als es für mich nicht mehr anders tragbar war, d.h. erst als die Energie komplett weg war. Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich es nicht früher getan habe, weil eben die Einsicht ihrerseits dann auch früher gekommen wäre.

Bzgl. der Beziehung zu meiner Mutter habe ich mir ein paar Rahmenbedingungen gesetzt unter denen ich bereit wäre, den Kontakt wieder aufzubauen. Das klingt so hart, da Liebe ja eigentlich bedingungslos sein sollte. Aber es gibt im Leben einfach rote Linien. Ich könnte mir bei dir Vorstellen, dass eine dieser roten Linie das Reden über deine Mutter ist. Ich würde an deiner Stelle das Thema "deine Mutter" in Anwesenheit deines Vaters nicht erwähnen und darauf bestehen, dass er es nicht erwähnt. Manche Probleme sind zu groß um gelöst zu werden, und eigentlich ist es ein Problem zwischen deinen Eltern, das lediglich zu deinem Problem gemacht wird. Drohungen bzgl. Hochzeit schwänzen und Enkel nicht besuchen würde ich mir auch verbitten. Für mich wäre das unerträglich.
 

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