Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Vater-Bruder-Konflikt

G

Gast Thomas

Gast
Hallo alle zusammen!

Ich bin 17 Jahre und komme aus der Kölner Gegend. Ich habe einen Bruder, der bald 21 Jahre alt wird und natürlich eine Mutter (49) und einen Vater(51).
Um den Text nicht zu lang zu machen, komme ich zum Wesentlichen meines Problems.
Mein Vater stand jahrelang in Konflikt mit meinen Bruder. Es kam zwar nie zu körperlicher Gewalt, jedoch streiteten sie sich ständig und beleidigten sich oftmals. Beide haben die Eigenschaft, sehr stur zu sein, daher kann man sagen, sie ähneln sich schon sehr. Das ganze Problem fing etwa in der Pubertät meines Bruders, also mit etwa 14 Jahren an... Es begann mit einfachen Sachen, wie falschen Bemerkungen und steigerte sich ständig. Als mein Bruder etwa 17, 18 Jahre alt war, kam er in den falschen Freundeskreis. Seine Freunde nahmen weder Drogen, noch hatten sie Strafanzeigen oder Ähnliches. Sie blieben nur sehr lange, auch unter der Woche, von zu Hause weg, da ihre Eltern getrennt lebten, oder sich wenig interessierten. Meine Mutter ist eine sehr gute Mutter. Sie kümmert sich um das Wohl ihrer Söhne ohne Grenzen. Sie zeigt ihre Gefühle, indem sie weint, wenn es ihr schlecht geht. Mein Vater ist in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil. Er zeigt kaum Gefühle, da er sie früher in seiner Kindheit ebenfalls nicht gezeigt bekommen hat. Daher denke ich, liegt sein Verhalten, an dem seiner Eltern.
Ungefähr 2 Wochen vor dem Weihnachten 2007 hatten wir einen Termin bei einem Familienpsychologen (oder in der Art). Mein Bruder hatte schon lange diese Idee, da er unbedingt die Situation und die angespannte Atmospähre ändern wollte. Meine Mutter wollte sich dies jedoch nie einreden, dass die Situation so schlimm war, und hat es nie geschafft einen Termin zu machen, bis zum besagten Termin.
Der Psychologe hörte sich die Meinung aller an. und erklärte uns leider, dass er wenig Hoffnung sah, dass sich die Situation in 2 oder 3 Wochen ändern könnte, da die Probleme schon lange bestanden. Er erklärte zudem auch, dass nicht nur mein Bruder Fehler gemacht hatte, sondern auch mein Vater, was dieser bis dahin NIE NIE NIE eingesehen hatte. Dieses Eingeständniss verstärkte die Meinung meines Bruders, dass er Recht hatte.
Zu unserer (meiner und der meiner Mutter) vertrugen sich die beiden wieder miteinander vor Weihnachten, sodass wir das erste Mal seit sehr langer Zeit ein friedliches Weihnachten feiern konnten. Wir freuten uns alle ( selbst mein Vater) und mein Bruder war erstmals seit langem wieder sehr fröhlich! Seit August 07 ist er Auszubildender in einer Bank, was ihm allerdings nicht gefällt. Laut ihm, macht ihm sein Leben nicht mehr Spaß, auch aufgrund der Arbeit, und er hat wenig Selbstbewusstsein. Er hat sich jedoch entschlosse, die Ausbildung zu Ende zu machen, und danach zu studieren. Aufgrund dieser Unzufriedenheit ist er sehr sensibel geworden, und hat wenig Freude an seinem momentanen Leben. Durch das Vertragen der beiden, veränderte sich seine Situation jedoch, da wir (die GANZE Familie) ihm Unterstützung gaben. Das Verhältnis zwischen meinem Vater und meinem Bruder war zwar nicht das Beste, da es sich ja erst entwickeln musste, nach so langer Zeit, jedoch vertrugen sie sich und redeten auch miteinander. Ich weiß, dass hört sich alles selbstverständlich an, jedoch haben mir die letzten Jahre gezeigt, dass es nicht selbstverständlich sein muss, seinem eigenen Kind, "Guten Tag", "Gute Nacht" oder "Schön gemacht" zu sagen. Naja...
Die Situation änderte sich wieder im April 08 als die beiden wieder anfingen miteinander zu streiten. Ursachen für ALLE Streitereien sind absolute Kleinigkeiten, über die NORMALE Leute (meine Mutter oder ich) nur lachen würden und kein bisschen beachten würden. Dieser Streit hielt an bis im August 08, nach dem Sommerurlaub der gesamten Familie (den allerdings alle an anderen Orten verbrachten, außer meine Eltern, die ihn zusammen verbrachten). Meine Mutter leidete unter dieser Situation sehr, sie weint wie gesagt oft und ist wenn Streit vorhanden ist, am Ende. Ich muss sie immer trösten, was mir auch sehr leid tut, da ich sie nicht mehr weinen sehen kann. In mir steigt eine unbeschreibliche Wut hoch, die kaum zu bremsen ist. Ich bin weder gewalttätig geworden, jedoch koche ich vor Wut gegenüber meinem Vater oder meinem Bruder, wenn er einen Fehler gemacht hat, der zu einem Streit geführt hat. Seit August 08 ging es immer wieder bergauf. Die Familie verstand sich so gut wie noch nie. Beide redeten und witzelten miteinander. An solche lustigen oder entspannten Tage konnte ich mich kaum noch erinnern, da die Situation jahrelang angespannt war. So kaum auch Weihnachten, das Fest der Liebe...
Wir alle freuten uns darauf, weil wir wirklich alle von einem friedlichen Weihnachtsfest ausgegangen sind (meiner Meinung nach). Jedoch kam es anders. Den Heiligabend verbringen wir immer bei meinen Großeltern, zu denen wir auch ein sehr gutes Verhältnis haben. Er lief wunderbar, es gab keine Streitigkeiten, und die Stimmung war schön. Am nächsten Morgen gab es bei uns zu Hause Bescherung, welche auch ohne Probleme verlief. Seit mehreren Monaten waren wir (alle) nicht mehr so glücklich gewesen. Der Moment an dem mein Bruder und mein Vater sich umarmten, um sich Frohe Weihnachten zu wünschen, brachte mir und meiner Mutter Tränen in die Augen. Aufgrund dieser Tatsachen ging niemand mehr von einem Streit aus. Für den Abend war ein Racklettessen geplant, worauf sich mein Bruder, wie auch ich sehr freuten. Er fand, dies war der perfekte Zeitpunkt endlich noch einmal zusammen zu sitzen und zu reden. Doch es kam wie gewohnt ganz anders... Meine Mutter und ich hatten es irgendwie vorrausgesehen, doch wir hatten stets gehofft dass es nicht passiert. Mein Vater hatte schon Tage zuvor wenig Interesse und Freude an diesem Racklettessen gezeigt, was jedoch niemanden sehr aufregte. Als wir meinen Vater nun riefen, nachdem mein Bruder alles mit großer Mühe und Freude vorbereitet hatte, sagte dieser nur: "Ich komme in 10 Minuten, fangt ruhig ohne mich an." Ich hatte schon ein ungutes Gefühl, da ich diese Situationen kannte. Also warteten wir, bis er kam. Als er ankam, fragte meine Bruder ihn, ob er ihm erklären solle, wie das Racklettessen gehe, jedoch antwortete er nur: "Esst ihr ruhig, ich gucke euch zu, dann lern ich das auch so. Ich trinke erst einmal ein Bier, und danach fange ich an zu essen." Mein Bruder war schon etwas enttäuscht, jedoch fing er sich wieder und wir drei (Mutter, Bruder, Ich) begannen zu essen. Mein Vater aß und aß nichts, und die Enttäschung war meinem Bruder ins Gesicht geschrieben. Nach etwa 5 Minuten, in denen mein Vater KEIN Wort gesagt hatte und nur den Fernseher anstarrte, und zudem noch demonstrativ die Fernsehzeitung holte, fragte mein Bruder, was das ganze Theater solle und warum er keinen Bock habe. Dabei wurde er etwas lauter, da er natürlich stark enttäuscht war. Mein Vater entgegnete ihm nur, dass er doch jetz Streit anfange und nicht er selbst (mein Vater).
Wir saßen weiter und mein Bruder wurde immer erboster. Wenn er erbost ist, lässt er die Wut an meiner Mutter raus, die schlichten möchte. Mein Bruder ging für einen kurzen Moment in die Küche und ich fragte meinen Vater schnell, ob er denn nichts essen wolle von dem Racklett. Er sagte mir nur: "Nein!", da er keinen Hunger habe. Das brachte das Fass zum Überlaufen, und meine Bruder sagte nur dass erkeinen Bock mehr habe und dass er hochgehen wolle. Nach einigen Beleidigungen ging mein Vater in sein Bürozimmer und guckte dort Fernsehen. Wir aßen zu dritt zu Ende, und mein Bruder ging traurig und zugleich wütend und ohne Ende enttäuscht hoch in sein Zimmer. Mein Vater hatte mich noch nie so stark enttäuscht wie an diesem Tag, was ich ihm darauf auch entgegnete. Ich sagte ihm, dass es ja wohl zu viel erwartet sei, ein frohes Weihnachten endlich mal wieder zu feieren. Ich erklärte ihn für verrückt und sagte ihm nochmals dass ich sehr enttäuscht bin. Hierauf entgegnete er nichts. Erst nachdem ich ihn für verrückt erklärte, sagte er dass ich auf meine Wortwahl achten solle, jedoch sagte ich nur, dass es mir egal sei. Seitdem haben wir nicht mehr miteinander geredet, und ich habe mir geschworen dass wir uns erst vertragen wenn er sich bei mir UND bei meinem Bruder entschuldigt! Viel schlimmer ist jedoch, dass die Beziehung, die die beiden in den letzten 4, 5 Monaten aufgebaut haben, wieder angeknackst ist, und wieder auf wackligen Füßen steht. Mein Bruder erwartet eine Entschuldigung, die, wie ich meinen Vater kenne, jedoch bestimmt nicht kommen wird.

Ich schreibe diesen Text mit Tränen in den Augen und sehr viel Enttäuschung. Bitte helft mir, und meiner Familie, und gebt mir Tipps wie das Verhältnis wieder in eine positives verwandelt werden kann.

Noch weiterhin fröhliche und hoffentlich ruhige Weihnachten.

MfG
Thomas
 

Anzeige(7)

L

Lilly2007

Gast
Hallo Thomas !

Es hat sich bisher noch keiner aus dem Forum bei Dir gemeldet.

Jede Familie hat irgendwo ihre Probleme.

Rede doch mal vernünftig mit deinen Vater, spreche ihm behutsam
auf den Konflikt an.
Sage ihm was du dir zukünftig wünscht und das du mit deinem Bruder leidest.
Danach gibt es dann eine Gesprächsrunde mit allen Beteiligen
und jeder schildert was ihm bewegt.

Versuch es doch mal so !

Lilly
 

Probleme

Neues Mitglied
So, erst einmal, danke für die Antwort.

Habe mir vorgenommen heute mit ihm zu reden... Obwohl ich bei mir keinen Fehler sehe, doch ich will nicht so stur sein wie er.
Es gibt allerdings noch andere Probleme. Meiner Mutter, die unter der ganzen Situation wahrscheinlich am meisten leidet, da sie für den jahrelangen Streit nichts kann, spricht ihn natürlich immer wieder darauf an. Er, so stur wie er ist, sagt dann entweder nichts, irgendwelche sinnlosen Argumente, oder verlässt den Raum.
Ich frage mich, ob sich ein Vater wirklich so verhalten sollte, oder ob er einfach nur in seiner Rolle als Vater versagt hat.
Ich frage mich, ob ihn dass nicht trifft wenn sein eigener Sohn, mit dem er eigentlich immer gut klar kam (also mir) ihm sagt, dass es für ihn die größte Enttäuschung des Lebens war, was dort passiert ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er das so hinnimmt.
Es ist zB auch so, dass er viele Gutscheine von meinem Bruder und mir besitzt, mit denen er mit uns ins Kino gehen kann oder Ähnliches. Diese besitzt er seit Jahren, hat sie jedoch noch NIE eingesetzt. Ich frage mich deshalb ob er überhaupt Zeit mit uns verbringen will. Man kann ihm einfach mit nichts eine Freude machen.

Bitte antwortet mir!
 
E

Eisfuchs

Gast
Ich wüsste auch nichts anderes als dass ihr miteinander redet. Sprich doch erstmal mit deinem Bruder und mit deiner Mutter jeweils und dann am besten alle zusammen. Den Sturheit bringt allen nichts. Wenn das alles nicht hilft geh doch nochmal zum Familienpsychologen. Dann kann nur dieser helfen.

Gruß Vergissmeinnicht
 

Probleme

Neues Mitglied
Werde mich jetzt gleich nach unten begeben, um mit ihm zu reden. Hoffe es bringt etwas.
Mein Bruder hat heute nochmals betont, dass mein Vater sich diesmal entschuldigen muss. Es war bisher jedoch immer so, dass mein Bruder angekommen ist, und noch nie mein Vater.
Zum Familienpsychologen wird mein Vater nicht gehen wollen, da bin ich mir relativ sicher. Er denkt ja weiterhin, dass er Recht hat. So war es ja immer.
Werde nachher schreiben, was aus dem Gespräch geworden ist.
Vielen Dank schon einmal für die Antworten
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 1) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • D (Gast) dfgt
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!

    Anzeige (2)

    Oben