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Unzufrieden mit dem Leben? [Warnung: Viel Text]

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Hallo.
Mich plagen im Moment einfach zu viele Probleme, sodass ich einfach beschlossen habe hier um Rat zu fragen.

Ich fang mal mit einer kurzen Vorstellung an:
Ich bin 20 Jahre alt, das jüngste von 3 Kindern, komme aus Österreich, vor einem Jahr meine Matura abgeschlossen. Zurzeit mache ich ein Praktikum.
Hobbies: fotografieren, Terraristik, Laufen, E-Gitarre spielen, Computer

So dann fang ich mal mit meiner Geschichte an:
Als ich 4 Jahre alt war wurde ich zu einer Ziehoma gegeben, Hintergrund war folgender: Meine Mutter hatte sich damals vor einiger Zeit von meinem Vater getrennt, mein Bruder(13) war ein ADHS betroffener Randalierer und Schulverweigerer, meine Schwester(14 1/2) hatte Diabetes Mellitus. Meine Mutter war alleinerziehend, musste Vollzeit arbeiten um unser Leben finanzieren zu können und wollte mich mit meinen 4 Jahren nicht einfach alleine Zuhause lassen.
Geplant war dass ich bis zur 3. Klasse Volksschule bei dieser Ziehoma bleibe, allerdings schloss sie mich so ins Herz (beruhte auf Gegenseitigkeit), dass sie unter Tränen gebeten hatt mich noch bis zum Ende der Voksschule "behalten" zu dürfen. Das war mir eigentlich sehr recht, da ich meinen besten Freund in diesem Dorf gefunden habe, und ich gewissermaßen Angst hatte in ein neues Umfeld geworfen zu werden indem ich niemanden kenne (habe heute noch Probleme in dieser Hinsicht).

Dinge die mich in dieser Zeit geprägt haben:
-Mein Bruder kam das erste mal in den Strafvollzug
-Meine Schwester zog von Zuhause aus, zu unserem Vater der die meiste Zeit nie zu Hause war (Fernfahrer) und erlag eines Nachts einem diabetischen Koma. Aufgrund des Altersunterschiedes war sie immer wie eine 2. Mutter für mich : (
-Meine Mutter hat meinen Stiefvater kennengelernt der mich von damals bis heute wie seinen eigenen Sohn behandelt und für mich, abgesehen von den biologischen Tatsachen, auch mein richtiger Vater ist.

Die Hauptschulzeit verlief dann schon etwas anders: Ich kam vom ruhigen Dorf in die Stadt. Ich habe mich damals schon für Computer Interessiert, darum entschloss ich mich für eine Hauptschule mit EDV als Schwerpunkt. Unglücklicherweise war das eine Hauptschule im schlechtesten Viertel der Stadt.
In dieser Zeit begannen eigentlich meine Minderwertigkeitskomplexe, ich war immer der Kleinste in der Klasse und war daher auch oft ein beliebtes Opfer für jegliche Schikanen, auch Klassen und Jahrgangsübergreifend. Wenn es mir dann wiedermal zu viel wurde und einen Wutausbruch bekam, musste ich meinem "Gegner" immer beweisen, dass ich ihm trotz meiner Geringen Körpergröße nicht körperlich unterlegen war.
Ich weiß nicht ob das mit diesen Umständen zu tun hatte, aber ich hatte damals schon Probleme mich freundschaftlich mit Menschen zu binden. Ich hatte nur 2 Freunde aus meiner Klasse mit denen ich mich auch 3,4 Mal außerhalb der Schulzeit getroffen habe, obwohl ich mich mit jedem (mit Ausnahmen natürlich) aus meiner Klasse gut Verstanden hab. Eine Umfrage ergab sogar, dass ich der 2. beliebteste Schüler in der Klasse war.
Außerschulisch aber schränkten sich meine sozialen Kontakte auf meinen jährlichen Urlaub bei meiner "Oma" (wo ich immer die Chance ergriffen habe mich mit meinem besten Freund zu treffen), den paar Besuchen von Schulfreunden und ein paar "Freunden" vom Spielplatz (wenn ich wieder mal eine kurze Phase hatte, die die ewig lange Phase des Zurückziehens unterbroch) ein.
Das positive an der Hauptschule war, dass ich ein Gefühl Zugehörigkeit hatte.

Danach, mit 14, kam ich in die HTL ( ist eine Höhere Schule mit Berufsausbildung und Matura):
Ich war von der 1. bis zur 5. Klasse in einem Internat, da wir keine Lehranstalt mit dem Fachschwerpunkt den nut ausgesucht habe (EDV), hatten. Hier bildeten sich kurzzeitig (2 Jahre) weitere komplexe. Da Ich viel später als alle anderen (Mitte 16) in die Pubertät kam, war mir das Gruppenduschen im Internat natürlich unangenehm. Deswegen suchte ich mir Zeiten zum Duschen aus wo garantiert kein anderer gehen konnte (entweder während der abendlichen Essenszeit, oder um halb fünf in der Früh,...).
Aber was die Schulzeit betrifft, war ich bis zur 4. Klasse eigentlich immer nur das kleine "Burli" für alle.

Mitte der 3. Klasse lernte ich ein Mädchen kennen (über Unwegen und über meinen Bruder), mit dem ich dann später regelmäßg gechattet habe. Nach ca. 6 Monaten, passierte dann das was ich mir immer erträumt, aber nie erwartet, habe: Wir gingen zusammen und waren ein glückliches junges Päärchen. Die Beziehung hielt 2 Jahre lang, war nach dem ersten Jahr oft wie eine Achterbahnfahrt und zerbrach daran, dass ich zum Bundesheer musste, sie ,aus ausbildungstechnischen Gründen, in eine andere Stadt zog und ich mich noch nicht festlegen, bzw. nicht "zwingen" lassen wollte, dass ich auch in diese Stadt ziehe. Jetzt, ein 3/4 Jahr nach dem aus, hat jeder von uns sein eigenes Leben. Leider, muss ich sagen, haben wir noch immer Kontakt, treffen uns regelmäßig und lieben uns "prinzipiell" immer noch. Aber jetzt weiter zum nächsten Thema.

Ich habe mich in meiner HTL-Klasse nie wirklich aufgenommen gefühlt, besser gesagt so gefühlt als gehöre ich dazu.

Und nun sitze ich hier, mit meinen 20 Jahren, bin so wie ich bin, und bin einfach nur mehr total verzweifelt:
-Ich habe Probleme neue Menschen kennenzulernen oder auf sie zuzugehen, bin total verschlossen
-Ich habe Angst mit Leuten zu reden, da ich immer schnell sprachlos bin oder nicht weiß wie ich etwas sagen soll. Wenn ich meinen Arbeitskollegen z.B. was Fragen muss, seis auch nur eine Kleinigkeit, braucht das oft schon 10 Minuten Vorbereitungszeit, indem ich mir meinen Satz 1000 Mal vorsage, damit ich danach nicht ins Stottern komme.
-Ich kann nicht einmal mit meinen Eltern über meine Probleme reden, weil das mein Schutzschild nicht zulässt.
-Ich habe oft so eine: Is mir alles egal - Einstellung. Zukunft? Is mir egal, Tu ich mir weh? Is mir egal, Leben oder Sterben? Ist mir egal. Falls ihr wisst was ich meine. Oft denke ich mir das Leben ist sinloss, wir sterben sowieso alle, und das ist nicht normal.
-Ich kann keine dauerhaften Entscheidungen treffen: Innerhalb der letzten 2 Jahre habe ich meine beruflichen Wünsche schon mindestens 10 mal gewechselt. Oft sind es auch nur Kleinigkeiten die mich wieder zum Schwanken bringen. Mir kommt vor ich bin sehr beinflussbar.
-Ich kann mir keine Kleinigkeiten merken: So habe ich für Details und Fakten eigentlich ein gutes Gedächtniss, aber wenn ich mir z.B. in meinem Zimmer sage, dass ich mir unten was zum Essen hole, habe ich das schon wieder vergessen wenn ich in der Küche bin. Das ist bei meiner Arbeit schon zum Fettnäpfchen geworden. Ich hab meinen Kollgegen 4 Mal am Tag das gleiche gefragt.
-Es gibt lange Phasen am Tag, die fast täglich vorkommen, in denen ich mich so fühle als ob ich leicht angetrunken wäre: Meine Konzentration lässt nach, meine Augen reagieren nicht mehr so schnell (kommt mir vielleicht auch nur so vor) und oft fühlt es sich so an als ob bei mir alles automatisiert ist oder ich nur Zuschauer in meinem eigenen Körper bin. Und wenn ich soetwas gerade habe, fällt es mir noch schwerer mit anderen Leuten zu reden, da ich immer Angst habe dass den Gedanken meines Gesprächspartners nicht mehr folgen kann, oder ich irgendwas unpassendes sage.

Was ist los mit mir, und wie löse ich meine Probleme? : (
& tut mir leid für diesen ewig langen Text : /

Gefühlsstatus in dem Moment: Viel Leere mit etwas Besorgnis.
 

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Danke für deine Antwort Klaus. Ich werde mir deine Tipps zu Herzen nehmen. Es ist mir jetzt einfach mal Zeit dass ich mich ändere!
 

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