Werner
Sehr aktives Mitglied
Was meintest du also mit der Individualität genau, erläuter es bitte für mich...
Mir scheint einfach, du hast eine (in dem von dir beschriebenen Fall problemverschärfende) Kombination der Talente "Individualität" und "sehen, was nicht funktioniert". Individualität sehe ich als dein Bestreben, es dir selbst und deinen extrem hohen (im Vergleich mit anderen) Ansprüchen recht machen zu wollen. Nun kommt deine sehr subjektive Sicht auf die Dinge hinzu - und die Fähigkeit, alles zu registrieren, was nicht klappt, nicht optimal ist, besser gemacht werden könnte etc. ... auch deine Grundannahme "viel hilft viel" (als ob viele Sätze automatisch mehr Lösungsansätze bieten würden wie ein guter 😉 z.B.). Kurz gesagt: Deine fast zwanghafte Zielorientierung und das Übersehen/Übergehen dessen, was gut, schön, in Ordnung ist führen zu einem superkontrollierten, unlockeren und verkrampften Denken und Leben ohne Freude und Spaß und Glück. Nicht dass das nicht okay wäre - jeder ist frei, sein individuelles Leben zu leben und an seinen eigenen Vorannahmen zu leiden. Nur, wenn du versuchst, mit "mehr desselben" ein Problem zu lösen, dass durch diese Grundhaltung erst entsteht, kann es nur schlimmer werden. Wie wenn du eine versalzene Suppe durch weitere Gewürze verbessern wolltest. Es gibt eine Problemlösungsregel, die heißt: Wenn etwas nicht funktioniert, höre auf damit und versuche etwas anderes! ... doch dieses "Andere" kannst du nur in DEINEM Leben finden; dazu ist ein anderer Blick notwendig, eine andere Haltung, z.B. die: Was in meinem Leben ist so gut, dass ich gerne mehr davon hätte? Das wäre ein spannender Prozess, das meinte ich mit einer Individualität, die auf DEINE Ressourcen und guten Erfahrungen aufbaut und eine Veränderung wäre wahrscheinlich. Mit dir in deiner negativistischen Ecke zu sitzen und Probleme zu sezieren, macht für mich keinen Sinn, auch wenn es zunächst einladend klingt. Nochmal anders formuliert: Was würde dein Leben um 1% besser machen?