Ich gehe ganz bei Santinos Beiträgen mit.
Wenn eine Hochbegabung vorliegt, langweilt er sich vermutlich tot.
Da fehlt die Herausforderung, Spannung, und da fehlen meist Lehrer, die damit umgehen können, Wissensdurst fördern statt ersticken.
Euer Sohn hält es halt aus.
Habt ihr denn irgendwie reagiert, als diese Hochbegabung (gesichert?) festgestellt wurde?
Eine weitere Möglichkeit:
Gab/gibt es einen AD(H)S-Verdacht?
von Dr. Helga Simchen
www.adhs-deutschland.de
Deine ganze Schilderung lässt mich in diese Richtung denken.
Er hat Null Ordnungssinn, seine Ordner und Hefte sind verknittert, unordentlich und nicht vollständig.
In der Schule hatte er immer das Glück durch zu kommen und eine zeitlang sind wir davon ausgegangen, dass er sich gefangen hat.
Ich kann das nicht nachvollziehen, denn wenn ich ihn zu Hause um etwas bitte, dann macht er es gleich. ZB Müll runter bringen.. alles kein Problem, aber sobald es um etwas Schulisches geht, blockt er.
Hier stellst Du Äpfel Birnen gegenüber. Müll weg, ein kurzer Auftrag.
Wird hilfsbereit erledigt. Fertig.
Ordnung halten, den Überblick über die Hefteinträge und Arbeitsblätter mehrerer Fächer zu behalten, ist ein ganz anderes Thema.
Blocken bei schulischen Themen wundert mich kein bisschen, wenn das fast ausschließlich mit negativen Erfahrungen verknüpft ist: Lehrer meckern, Eltern meckern, Mobbing, gefühlt (und ja auch real) Druck von allen Seiten.
Ich kann nicht verstehen, weshalb ein 16-Jähriger nicht längst selbst verantwortlich ist für seinen Job, die Schule. Für mein Empfinden seid ihr viel zu stark involviert. Und behindert ihn so auch in seiner Entwicklung, bei der Übernahme von Eigenverantwortung, beim Selbständig-werden.
Er ist fast erwachsen, kein Grundschulkind mehr! Da sollte es ein Gespräch geben, Einsicht vermitteln und ihm die Verantwortung übertragen. Unterstützend da sein, für Fragen zur Verfügung stehen, keine Frage. Aber kein eigenmächtiges Einmischen, keine Bevormundung.
Ich glaube wir haben einiges Falsch gemacht
Vielleicht. Vielleicht etwas versäumt. Niemand ist perfekt.
Sag ihm, dass Du das jetzt so siehst, dass Du im Nachhinein damals gerne gewusst hättest, wie Du es besser hättest machen können.
Was Du Dir für ihn wünscht (Dass er glücklich wird? Einen Beruf ergreifen kann, der ihm Freude macht? ...)
Und dass Du gerne versuchen willst, ab jetzt ein Team zu sein.
Jeder hat seinen Job außer Haus, jeder hat seine Aufgaben im Haus und einer ist für den anderen da wenn gewünscht.
Frag ihn, was er davon hält und welche Ideen, Vorschläge er hat.
Vielleicht findet ihr geneinsam gute Wege.
Wie können wir ihn auf Spur bekommen?
Falscher Ansatz. Er ist kein entgleister Zug. Er ist ein fast erwachsener Mensch.
Was könnt ihr gemeinsam verändern, um zu besserer Teamwork zu finden?
Wie stellt er sich seine Zukunft vor, was wünscht er sich?
Welche Wege gibt es dahin?
Was kann er tun, um dahin zu kommen?
Wie könnt ihr ihn dabei unterstützen?
Was ist mit Ferienjobs?
Zerknitterte Blätter interessieren keine S.. - die sind gerade sowas von unwichtig...