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unglücklich seit 10 Jahren

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Gast

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Hallo!

Ich komme einfach nicht aus dem Unglücklichsein heraus. Alles fing an, als mein Vater starb vor 10 Jahren. Ich dachte mir, ich muss kämpfen, mich aufraffen und es müssen auch bessere Zeiten kommen, denn mein Vater würde bestimmt auch nicht wollen, dass ich aufgebe. Ich hab so geackert für alles, was ich erreichen wollte, meine Mutter getröstet. Ich hab gedacht alles wird besser, aber meine Mutter wurde auch krank, so dass ich dann auch noch mich damit abfinden musste, niemanden mehr zu haben. Dann habe ich eigentlich nur unglückliche Beziehungen geführt, die man eigentlich nicht Beziehung nennen kann, die meisten Kerle haben sich bemüht, einen Haufen unsensible Bemerkungen zu machen, die einfach nur unqualifiziert waren. Mein Selbstbewusstsein bei Beziehungen jeglicher Art ist also im Keller. Ich hab mir aber angewöhnt offen zu gucken und zu lächeln, manchmal schon so sehr, dass ich mich beinahe selbst nicht wiedererkenne, aber Dank der Atmosphäre in meinem Studienfach entwickelt man sich irgendwie zu so einem Dauerlächler. Das tut irgendwo gut, aber kaschiert so manches Mal das, was man wirklich fühlt. Ich verwende so viel Kraft darauf, mir einzureden, dass alles gut wird und vor allem verschwende ich Hoffnung daran, dass ich irgendwann mal zu einer Beziehung komme, Liebe inbegriffen, denn das hatte ich noch nicht und immerhin steuere ich auf Mitte 20 zu. Wenn man dann mal über seine weitere Planung gefragt wird, was denn so Kinder betrifft, dann wird mir immer ganz anders, weil ich mir in meiner Umgebung einfach so fremd vorkomme, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass irgendwo einer ist, der für mich ist. Ich laufe durch die Straßen und denke mir, das sind Menschen hier, die werden nie verstehen, was du fühlst. Manchmal fühle ich mich, als hätte ich sowas wie nen Kulturschock. Mit jedem Jahr wächst dieses Gefühl, dass ich hier fremd bin und ich werde einfach nur nervöser und niemand ist da, der mich beruhigt. Ich möchte ne Pause, ich möchte nach Hause kommen und wissen, dass ich Geld verdient habe und mich dann müde in die Ecke hauen bis ein neuer Tag kommt und ich wieder arbeiten kann. Verblöden vor dem Fernseher, einfach so..nur abschalten, ist jetzt aber Endphase bei meinem Studium und ich quill über...Stress an der privaten Front und im Studium. Nix ist ausgewogen..nur Kraft..Kraft..Kraft..jeden Morgen...
 
A

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Re: unglücklich seit 10 Jahren
Hallo Gast,
du hast dein Ziel zwar klar beschrieben (nach Hause kommen etc.) aber es klingt für mich nicht sehr attraktiv - sonst wäre doch wohl das Beenden des Studiums auch attraktiv, oder?
Gibt es nicht attraktivere, motivierendere Ziele als das? Beruflich und privat. Zum Beispiel, andere Menschen näher kennen zu lernen und vielleicht zu merken, dass auch andere sich oft "fremd" fühlen und nicht von jedem verstanden werden.
Was hast du denn z.B. vor den 10 Jahren gemacht, um dich glücklich zu fühlen (richtig, nicht gespielt)? Kannst du davon was wiederholen oder ist sogar noch was davon übrig?
Gruß, Werner
 
@ Werner

so genau weiß ich nicht, ob ich das wiederholen kann, was ich vor diesen 10 Jahren gemacht habe, weil ich da noch ein kleines Kind war und mit dem Schutz der Eltern viel Geborgenheit gespürt habe, ich habe meine kleine Familie so sehr geliebt. Ich würde daher gern eine große Familie haben, aber das darf man ja nicht überstürzen und wie erwähnt, hab ich auch nicht jemanden gerade in Sicht, mit dem ich an sowas denken könnte. Das wird wohl für die nächsten Jahre noch so weitergehen, weil in unserem Studiengang selten mal was beim ersten Anlauf klappt, so dass sich alles Mögliche bei meinen Kommilitonen und mir ums Studium dreht. Uns geht es allen nicht so besonders, so dass wir in Bezug auf Prüfungsstress solidarisch sind aber darüber hinaus bleibt nicht viel. Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass sich Menschen auch mal fremd fühlen, aber es sind eben nicht viele und sie sind gepgraphisch betrachtet auch nicht in meiner Nähe. Natürlich ist es reizvoll, neue Menschen kennen zu lernen, aber ich hab da gerade keine Zeit zu. Diese Zeit könnte nach Beendigung/bzw.Rausschmiss beim Thema Studium schon anbrechen, aber was mache ich bis es soweit ist (bis zu 3 Jahre noch)? Es könnte sein, dass ich mehr Zeit nach den Prüfungen haben werde, aber dazu muss ich sie bestehen, aber es fängt ja schon bei den Leistungsscheinen an. Wir müssen da alle viel Gedild aufbringen bis wir die kriegen. Aber bei unserem Studiengang ist es wie in einem Wohnhaus in einer anonymen Großstadt, man kennt sich, grüßt sich und hat doch nicht viel voneinander! Die Beendigung des Studiums ist insofern doch attraktiv, nur leider sind unsere Dozenten so nett, uns wieder klar zu machen, dass wir nur so knapp es überhaupt schaffen können, wenn wir es schaffen...Also sitze ich deprimiert im Unterricht und muss schon ziemlich viel Kraft aufbringen, um mich zu motivieren, weil alles so grau erscheint...Motivation ist eben ein Fremdwort, nicht?
 
Hallo Gast,
danke für die vertiefende Erläuterungen. Du scheinst an einigen Fronten gleichzeitig zu "kämpfen", was aus meiner Erfahrung oft dazu führt, dass keins der Themen sich wirklich bewegt. Grundlegender Tipp daher wäre, dir immer nur ein Thema konzentriert vorzunehmen, möglichst zuerst das, wo du die höchste Motivation spürst.

Zur Ausnahmenwiederholung: Oft genügt es, sich das "Ausnahmengefühl" wach zu halten, um bei Gelegenheiten, wo eine Wiederholung gelingen kann, diese überhaupt wahr zu nehmen. Es geht also z.B. mehr um dein Geborgenheitsgefühl als um die Bezugspersonen, die dir das geschenkt haben.

Ich hatte mal eine Klientin, die meinte, ihr Problem sei seit ihrer Geburt vorhanden. Auf die Frage, was denn die neun Monate vor ihrer Geburt "anders" gewesen sei, musste sie erst lachen und beschrieb dann ihre Vorstellung vom Leben als Ungeborene. Während sie noch erzählte, fielen ihr immer mehr Erlebnisse ein, bei denen sie genau so ein Gefühl (zumindest ansatzweise) auch als Geborene erlebt hatte. Sie fand also über die Ausnahmenbeschreibung und -erinnerung einen "Marker" für öfters erwünschte Situationen.

Zum Fremd- und Verwandtfühlen noch etwas von mir selbst: Ich habe schon früh als Kind gemerkt, dass ich mich mit manchen Autoren sehr vertraut fühlte - und das ist bis heute so geblieben. Habe also für mich beschlossen, auch Menschen, die schon tot sind oder solche, die ich gar nicht persönlich kenne, in meine "Familie" aufzunehmen (meine Mutter starb als ich 10 war, mein Vater als ich 13 war). Was nicht heißt, dass ich die Menschen um mich weniger mag, aber manches kann ich halt nur mit Seneca, Thoreau, Montaigne oder sonstwem teilen 🙂

Kleiner Tipp noch für Konzentration und Lernen/Prüfung: Es gibt gute Studien, dass Schüler und Studenten mit höherem Zinkspiegel deutlich bessere Noten schreiben. Zink ist u.a. für die Gehirnleistung und das Erinnern von Wörtern zuständig. Es ist gut verfügbar z.B. in Rindfleisch, Innereien von Rind, Austern, Cashewnüssen oder Kakao enthalten. Oder in Zinktabletten (Drogerie, Apotheke). Ein Test, ob dir Zink fehlt gibts unter www.zinktest.de

Gruß, Werner
 

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