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Unglücklich im Job - Korrektor nicht ohne Studium?

  • Starter*in Starter*in snookermama
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snookermama

Gast
Ich bin völlig verzweifelt und hoffe, auf diesem Weg Zuspruch oder sogar Vorschläge zu bekommen, aus der Frustration herauszukommen…

Nach meinem Abitur (1987) kam für mich ein Studium aus folgenden Gründen nicht in Frage: Erstens kannte ich mich als relativ lernfaule Schülerin, zweitens war ich wohl irgendwie nicht in der Lage, mich vernünftig und umfassend zu informieren, welche Studiengänge es überhaupt gab. Mittlerweile könnte ich mir für diese Naivität selbst in den Hintern treten, aber das ist halt nicht mehr zu ändern.

Also machte ich an einer Sprachenschule eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Spanisch. Auch bei dieser Entscheidung hatte ich mich wohl nicht richtig informiert, weil ich nachher höchstens als „Sekretärin mit Fremdsprachen“ arbeiten konnte, nicht aber, wie ich gehofft hatte, mit Übersetzungs- oder Dolmetschertätigkeiten betraut wurde. Hinzu kam, dass ich ziemlich schnell nach der Ausbildung von zu Hause auszog und somit meinen Lebensunterhalt selbst verdienen musste. So kam zu dem Zeitpunkt dann also wieder kein Studium in Frage.

Nach dem Erziehungsurlaub „rutschte“ ich im Jahr 2000 in die Vertriebsassistenz der Firma, die mich bis dahin im kaufmännischen Büro als Sekretärin beschäftigt hatte (wo ich allerdings auch nicht mehr besonders viel mit Fremdsprachen zu tun hatte, schon gar nicht mit Spanisch). Hier bin ich bis heute hängen geblieben und werde immer unzufriedener, je älter ich werde. Ich fühle mich einfach restlos unterfordert und fehl am Platz. Jetzt werden wahrscheinlich Fragen aufkommen wie „Gibt es innerhalb der Firma keine Aufstiegsmöglichkeiten?“. Das Problem liegt aber darin, dass es den Job, der mir wirklich hundertprozentig liegt und Spaß machen würde, in dieser Firma nicht gibt.

Mittlerweileweiß ich immerhin, worin meine Stärken und Fähigkeiten liegen, und welcher Job mich wirklich ausfüllen würde: Mir liegt die deutsche Sprache, also deren Rechtschreibung und Grammatik. In Büchern, Zeitschriften und Zeitungen fallen mir immer wieder Fehler auf, und jedes Mal ärgere ich mich darüber, dass es Menschen gibt, die ihr Geld damit verdienen, diese Fehler zu beheben, viele davon aber übersehen. Ich liebe nichts mehr, als Texte auf Fehler hin zu untersuchen. Bei meinem derzeitigen Arbeitgeber verlassen sich inzwischen viele Kollegen auf meinen „Adlerblick“ und bitten mich regelmäßig, wichtige Texte zu korrigieren.

Als meine Freundin, die bei einem Verlag arbeitet, dies vor einiger Zeit mitbekam, konnte ich sogar nebenberuflich bei eben diesem Verlag als freiberufliche Korrektorin arbeiten. Man war dort sehr zufrieden mit meiner Arbeit, insbesondere wegen meiner Genauigkeit und übersichtlichen Korrektur. Leider musste ich diesen Job aber nach kurzer Zeit wieder aufgeben, weil die Arbeit an sich schon ziemlich schlecht bezahlt wurde und dann von mir ja auch noch versteuert werden musste. Übrig blieben im Endeffekt weniger als 5 Euro pro Stunde… 🙁 Außerdem beschäftigte man dort mehrere freiberufliche Korrekturleser, sodass das Arbeitspensum mich nicht ausgefüllt hätte, wenn ich meinen Hauptberuf aufgegeben hätte.

Also recherchierte ich im Internet nach Jobangeboten für Korrektoren, musste dortaber immer wieder frustriert feststellen, dass man bei offiziellen Korrekturbüros oder Lektoraten nur studierte Leute einstellt. So kam ich zu der Erkenntnis, ein Studium der Sprachwissenschaften/Linguistik müsse her (Germanistik kommt für mich nicht in Frage, weil wiederum das Interesse an Literatur bei mir nicht ganz so groß ist).

Das Problem an der Sache: Dieses Studium gibt es bisher nicht als Fernstudium. Aus finanziellen Gründen kann ich aber meine momentane berufliche Tätigkeit nicht einfach so aufgeben, um ein Vollzeitstudium zu beginnen, auch wenn mein Mann der Hauptverdiener ist.

Hat jemand eine Idee oder Ähnliches erlebt?

Ich würde mich über jegliche Ermunterung oder Tipps wirklich freuen!

😉

LG

snookermama
 
Zuletzt bearbeitet:
du willst jetzt aber nicht wirklich ein langes studium aufnehmen, nur um hinterher fuer lausige 5 euro pro stunde als korrektor arbeiten zu koennen, oder?
 
Ich arbeite jetzt seit ca. 20 Jahren als freiberuflicher Korrektor und habe nicht studiert, lediglich Schriftsetzer gelernt! Die meisten Korrektoren, die ich kennengelernt habe, haben auch nicht studiert, sondern waren Quereinsteiger! Wobei ja eigentlich alle Quereinsteiger sind, da es den Beruf des Korrektors ja nicht gibt (außer früher in der DDR). Die besten Korrektoren sind nach meiner Ansicht auch nicht die studierten, da sie zumeist zu pingelig sind und an der Praxis vorbeiarbeiten. Aber prinzipiell gibt es dafür keine Messlatte, sowohl studiert als auch nicht studiert ist in Ordnung. Wichtig ist natürlich die Erfahrung, und um einen solchen Job zu bekommen, braucht man halt manchmal einfach auch Glück. Also einfach probieren und bewerben - am besten bei Verlagen, Übersetzungsbüros usw. Ich persönlich finde die Arbeit gut, aber man sollte auch nicht vergessen, dass sie auf Dauer auch sehr eintönig sein kann. Nicht immer findet man einen Job in einem "spannenden" Verlag, oft sind die Texte, die man liest, sehr "trocken"! Auch das ist dann oft nichts für die "Studierten", die erwarten auf Dauer Interessanteres ... Also mein Tipp: einfach die Jobbörsen, Zeitungen usw. durchforsten und es probieren!
 

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